Lebensdauer von Speicherbausteinen in elektronischen Geräten?

Gast #3347660
Lesenswert?

Hallo,

gibt es eigentlich bei Flash-Bausteinen so etwas wie Altersschwäche?
Ich meine damit jetzt nicht unbedingt den irgendwann auftretenden 
Verlust der Information bei Nur-Lese-Zugriffen, sondern vielmehr die 
Fähigkeit des Flash-Bausteins, nach einer langen Zeit erneut 
programmiert zu werden?

Nehmen wir z.B. eine Telefonanlage für ein mittleres Büro, die ja neben 
der Werks-Programmierung auch eine Benutzer-Konfiguration besitzt. Geht 
da im Laufe der Zeit nur die Benutzer-Konfiguration verloren und man 
kann die Anlage dann durch einen Werks-Reset und erneutes Programmieren 
wieder auffrischen, oder gibt es auch noch einen generellen 
Alterungsprozess, der die Zellen über die Jahre schlechter werden lässt 
und irgendwann(?) eine erneute Progammierung verhindert?

Gruß,
Werner
#3347662
Lesenswert?

Da gibt es zwei Sachen:
1. wie oft kann man in eine Zelle schreiben.
   Das hängt vom Typ ab.

2. Wie lange die Information in der Zelle erhalten bleibt.(Hängt auch 
vom Typ ab)

Ersteres geschieht, weil die Speicherzelle grob vereinfacht gesagt 
"durchlöschert" wird.

Letzteres geschied, weil die Zelle nach endlicher Zeit die eingesperrten 
Ladungsträger verliert (10..20Jahre oder noch länger).
Allerdings kann man sie dann neu programmieren (wenn man sie voher nicht 
durchlöchert hat ;) )
#3347680
Lesenswert?

Werner schrieb:
> Nehmen wir z.B. eine Telefonanlage für ein mittleres Büro, die ja neben
> der Werks-Programmierung auch eine Benutzer-Konfiguration besitzt. Geht
> da im Laufe der Zeit nur die Benutzer-Konfiguration verloren und man
> kann die Anlage dann durch einen Werks-Reset und erneutes Programmieren
> wieder auffrischen,

Das mag davon abhängen, in was für einem Speicher diese Information 
gespeichert wird. Beispielsweise ob der gleiche Flash-Speicher für 
Programm und Benutzerdaten verwendet wird, oder ob die Benutzerdaten in 
einem separaten Speicher liegen. In letzterem Fall ist die Lebensdauer 
natürlich auch separat zu zu betrachten.

Microcontroller können beispielsweise beide Sorten Speicher als 
getrennte Speichertypen im Chip integrieren, wie beispielsweise die AVRs 
mit Flash und EEPROM. Der Konfigurationsspeicher kann auch ein separater 
Baustein sein. Andere Microcontroller bieten mangels integrierten 
EEPROMs aber auch an, einen Teil vom Programm-Flash auch für Daten zu 
verwenden.
Gast #3347699
Lesenswert?

Was mich gleich zur nächsten Frage führt:
Bei 8-Bittern wird für gewöhnlich die Anzahl der Programmierzyklen 
angegeben, bei ARM-32 Bittern hab ich weder bei ST, Atmel oder NXP 
Hinweise dazu gefunden. Warum wird seitens der Hersteller nichts darüber 
erwähnt?
Ich meine,  es ist ja durchaus nicht auszuschließen, daß eine 
Anwendersoftware immer wieder die gleiche Speicherzelle als 
EEPROM-Ersatz im Flash verwendet (gibt viele uC die kein EEPROM haben).
#3347714
Lesenswert?

Nachfrager schrieb:
> angegeben, bei ARM-32 Bittern hab ich weder bei ST, Atmel oder NXP
> Hinweise dazu gefunden. Warum wird seitens der Hersteller nichts darüber
> erwähnt?

Es wird erwähnt. Du hast es nur nicht gefunden. Im Datasheet eines 
STM32F10x steht es beispielsweise drin, also die Anzahl Zyklen und die 
Lebensdauer des Inhalts.

PS: Bei LPC176x hat mich die Suche keine 10 Sekunden gekostet.
#3347716
Lesenswert?

Nachfrager schrieb:
> Ich meine,  es ist ja durchaus nicht auszuschließen, daß eine
> Anwendersoftware immer wieder die gleiche Speicherzelle als
> EEPROM-Ersatz im Flash verwendet (gibt viele uC die kein EEPROM haben).

Es ist die Aufgabe der Software, ebendies zu vermeiden, wenn häufige 
Updates der gespeicherten Daten nötig sind. Wie man das machen kann 
steht oft irgendwo in Appnotes.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren