Egal ob Lagerung oder Gebrauch, der Zustand Dauervoll läst die Chemie
schneller Altern und führt zum schnellen Kapazitätsverlust. Ich rede
hier vom Fassungsvermögen und nicht von der aktuellen Ladung. Darum
altern Beispielsweise Laptopakkus so schnell, die dauergeladen, also
Dauervoll, am Netzteil betrieben werden. Die erhöhte Umgebungstemperatur
im Laptop macht es noch schlimmer.
Die Gesamtdauer von hohem Ladezustand plus hohe Temperatur ist ein
wesentlicher Faktor. Beides ist für sich schon bedeutend, aber in
Kombination verstärken sich die negativen Effekte.
Darum hat man in Industrieanwendungen in denen die Akkus als Backup in
der Schaltung dauerhaft verbaut an der Spannung hängen die Spannnung auf
die Größenordnung um die 3,9 Volt ausgelegt. Da liegt ungefähr die
empfohlene Teilladung für die Lagerung. Diese Anwendung unterscheidet
sich ja auch nicht so sehr von einer reinen Lagerung. Ich schreibe
ungefähr, weil Spannung und Ladegrad (Kapazität) sich nicht so einfach
ineinander umrechnen lassen.
Man hat dann in dem Moment nicht die maximale Ladung zur verfügung, aber
die Kapazität nimmt nicht so shnell ab. Man hat dann nach einiger Zeit
mit einer Teilladung bei 3,9 V mit erhöhter Kapazität mehr Nutzen als
mit einer Volladung einer durch vorzeige Alterung reduzierte Kapazität.
Walther schrieb:
> Lassen sich so 5% oder
> 50% mehr Zyklen holen?
Prinzipiell lassen sich so mehr Zyklen fahren. Der "Umatz" pro Zyklus
reduziert sich nicht allzusehr, da in den letzten 0,2 Volt der Ladung
nur ein kleiner Teil der Kapazität liegt. Der Löwenanteil liegt in der
mittleren bis oberen 3,x Volt Zone. Die höhere Zyklenanzahl erhöht also
trotz geringerer Kapazität den Nutzen, wenn man nicht auf die maximle
Kapazität ad-hoc angewiesen ist.
Wie viele Zyklen man mehr fahren kann ist nicht nur zellspezifisch,
sondern auch vom Nutzungsprofil abhängig. Es geht um Alterung. Der
korrekte und schonende Ladevorgang, besonders bis 4 Volt, belastet die
Zelle nicht so sehr. Folglich gewinnt dann zunehmend folgendes an
Bedeutung.
Wie viele Ladezyklen packe ich in die länger Dienstzeit des Akkus?
Und das ist eine individuelle Nutzungsfrage. Das kann von wenig bis
markant viel sein.