Supercap messen

Gast #3362848
Lesenswert?

Ich habe versucht einen Supercap zu messen. Wollte ihn mit Konstantstrom 
laden und die Spannungsänderung messen.

Da sich der Kondensator nur wiederwillig entladen lässt, habe ich 
zunächst die aktuelle Spannung über den Kondensator gemessen.
Danach wird der Kondensator über Konstantstrom für eine gewisse Zeit 
geladen und wieder die Spannung über den Kondensator gemessen.

Ich hatte zunächst einen Ladestrom von 100mA probiert. Aber dafür hat 
die Spannung der Konstantstromquelle nicht ausgereicht. Es stand 
ziemlich sofort die volle Spannung der KSQ an. Ich nehme an das liegt am 
hohen Innenwiderstand des Kondensators.

Danach habe ich es dann mit 5mA probiert. Das ging schon besser, die 
Spannung am Kondensator steigt ziemlich linear an.

Das Problem ist dann aber immer noch, dass die Spannung schneller 
ansteigt als erwartet. Erst wenn ich nach dem Ladevorgang (welcher mit 
5mA ziemlich sehr lange dauert) noch eine ganze weile Warte sinkt die 
Spannung am Kondensator wieder und es stellt sich die Spannung ein die 
ich erwarten würde. Ich nehme an hier findet eine Ladungsumverteilung im 
Kondensator statt und die Ladung muss sich im Kondensator erstmal 
ausgleichen.

Gibt es andere, schnellere Verfahren so einen Kondensator zu messen? Und 
stimmen meine Beobachtungen mit euren Erfahrungen überein?
Gast #3362956
Lesenswert?

Naja, wenn ich schon versuche die Spannungsänderung bei 
Konstantstromladung zu messen... Könnte sein, dass ich die Kapazität 
ermitteln will. Ist glaube ich eine nicht ganz unbedeutende 
Eigenschaften von Kondensatoren.

Der ESR wäre auch interessant... Der scheint ja recht hoch zu sein.
#3363078
Lesenswert?

Artjomka schrieb:
> Ich hatte zunächst einen Ladestrom von 100mA probiert. Aber dafür hat
> die Spannung der Konstantstromquelle nicht ausgereicht.

Das ist eher keine gute Idee. Die Spannungsfestigkeit von Supercaps ist 
i.d.R. sehr gering (wenige Volt), während die KSQ versucht, durch 
Erhöhen der Spannung den eingestellten Strom aufrechtzuerhalten. 
Übersteigt die Ladespannung den Nennwert des Caps, wird dieser 
beschädigt.
(Firma: matzetronics) #3363082
Lesenswert?

Sorge also dafür, das die Spannung an der KSQ nicht höher werden kann, 
als die Nennspannung (minus Angstfaktor) des Cap. Messe mit geringen 
Strömen, 0,5-1mA sind je nach Innenwiderstand des Cap angemessen.
Vllt. ist der umgekehrte Weg besser, den Cap über eine KSQ zu entladen 
und die Zeit zu messen. Auch hier gilt - nur geringe Ströme sind gute 
Ströme.
Gast #3363089
Lesenswert?

Das Prinzipbild erklärt recht anschaulich, wieso die Spannung absinkt, 
wenn du die KSQ wegschaltest. Da der Widerstand nicht konstant im Scap 
verteilt ist, laden sich die einzelnen Schichten mit unterschiedlichem 
tau.
Wie du den Scap schneller laden kannst, kann ich dir leider nicht sagen.
Meine Vermutung ist allerdings, dass aufgrund des physikalischen Aufbaus 
dir wohl nichts anderes übrig bleibt, als langsam zu laden.
Angehängte Dateien:
#3363131
Lesenswert?

>Der ESR wäre auch interessant... Der scheint ja recht hoch zu sein.
Ja, wie gesagt der ESR kann sehr unterschiedlich sein bei verschiedene 
typen von Supercaps.

Bei manchen anwendungen ist das kein problem, zB einen cap der den 
Realtimeclock speisen musz, der braucht nicht schnell geladen zu werden 
aber der musz die ladung so lange wie moeglich fest halten und braucht 
nur ein bisschen strom zu geben (zB Panasonic Goldcap).

Eine andere art von anwendung ist das abgeben einer power-stosz in eine 
(relativ) kurze zeitperiode. zB Speisung einer Motor der noch kurz 
laufen musz als es keine netz-speisung mehr gibt. Brauch die energie 
nicht monaten fest zu halten. Beispiel : Maxwell PC10

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren