Ich wollte mir jetzt eine Patchkabelkupplung RJ45 kaufen, um mit einem
zweiten Patchkabel und der Kupplung die Leitung zu verlängern, so dass
es bis zum Computer reicht.
Allerdings gibt es beim Händler zwei Patchkabelkupplungen.
Die eine kommt in Blister Verpackung und ist geschirmt,
die andere im Polybag und ist vollgeschirmt.
Letztere kostet 20 Cent mehr.
Der Rest ist gleich.
Aber wo ist jetzt der Unterschied zwischen geschirmt und vollgeschirmt?
Diese Bezeichnung vollgeschirmt fand ich neulich auch bei
Antennenkabeln, manche waren doppelt geschirmt und andere vollgeschirmt.
Was soll man unter vollgeschirmt verstehen?
Ich meine geschirmt ist doch geschirmt und wenn es irgendwie noch besser
wäre, dann müßte es doppelt geschirmt sein, aber vollgeschirmt?
Geschirmte Kabel, wie Koaxkabel, gibt es mit unterschiedlicher
Schirmung. Manche haben ein ein- bis mehrfaches Schirmgeflecht aus
Metallgewebe. Umso mehr Lagen Geflecht, desto dichter ist es und umso
größer ist auch die Schirmwirkung. Die einfacheren Kabel sind biegsamer
und für mobilen Einsatz geeignet.
Vollgeschirmte Kabel haben als Schirmung eine Metallfolie, metallisierte
Folie bzw. eine auf der Isolierung (dem Dielektrikum) aufgedampfte
Metallschicht oder eine Ummantelung bzw. ein Metallrohr als Außenleiter
(z.B. mit Luft-Dielektrikum). Abschirmende Wirkung ist 100%. Kabel mit
Metallfolie sind relativ starr und wohl eher zur einmaligen, festen
Installation vorgesehen.
Bei vollgeschirmten Steckern und Kupplungen dürfte durch ein allseits
geschlossenes Metallgehäuse alles abgeschirmt und bei manch durchdachter
Konstruktion ein definierter Wellenwiderstand gegeben sein.
Bei einfachen Ausführungen wird stellenweise Plastik anstatt Metall
verwendet, was zur Abschirmung von innen nach außen und umgekehrt
zuweilen nachteilig und nicht EMV-gerecht ist. Denke ich mal ;-)
Danke für deine gute Erklärung.
Das mit dem Plastik habe ich auch gerade entdeckt. Eine so eine Kupplung
hat nur ein metallisiertes Gehäuse, d.h. das Gehäuse besteht aus Plastik
und das Metall ist nur aufgedampft.
Ich werde auf alle Fälle ein anderes nehmen.
Und danke für die Erklärung bezüglich der Antennenkabeln.
Aber eine Frage habe ich noch.
Gibt es bei Antennenkabel auch so einen Unterschied wie bei
Ethernetkabeln bezüglich Verlegekabel und Patchkabel?
Bei Ethernet ist es so, Verlegekabel kommen unter Putz und sind starrer,
Patchkabel sind biegsam und weren zwischen Wanddose und Computer
verwendet.
Gibt es so eine Unterscheidung auch bei Antennenkabeln?
Patchkabelkupplung RJ45 schrieb:> Bei Ethernet ist es so, Verlegekabel kommen unter Putz und sind starrer,> Patchkabel sind biegsam und weren zwischen Wanddose und Computer> verwendet.> Gibt es so eine Unterscheidung auch bei Antennenkabeln?
Ja, gibt es.
Es gibt Antennekabel mit flexiblem Mittelleiter. Das ist für
Anschlußkabel gedacht. Allerdings habe ich solch ein Kabel noch nicht
als Meterware gesehen.
Vernünfitiges Antennenkabel hat einen starren Mittelleiter und ist
mehrfach geschirmt.
Noch ein Tipp: Antennekabel oder Datenkabel niemals direkt unter Putz
legen, sondern immer schön in ein Leerrohr!
Frank
Frank schrieb:> Ja, gibt es.>> Es gibt Antennekabel mit flexiblem Mittelleiter. Das ist für> Anschlußkabel gedacht. Allerdings habe ich solch ein Kabel noch nicht> als Meterware gesehen.
Danke, das wollte ich wissen.
Wenn's so ein Kabel eh kaum als Meterware gibt, dann bleibt einem eh
nichts übrig, als normales Antennenkabel mit starrem Mittelleiter zu
kaufen wenn man selber die Kabel konfektionieren möchte.
>> Noch ein Tipp: Antennekabel oder Datenkabel niemals direkt unter Putz> legen, sondern immer schön in ein Leerrohr!
Das wusste ich schon. ;)
>Wenn's so ein Kabel eh kaum als Meterware gibt
Dann frag mal bei Reichelt, Pollin oder C*nrad. Die haben so viel
massives und Litze, daß sie welches verkaufen müssen.
oszi40 schrieb:>>Wenn's so ein Kabel eh kaum als Meterware gibt>> Dann frag mal bei Reichelt, Pollin oder C*nrad. Die haben so viel> massives und Litze, daß sie welches verkaufen müssen.
Echt? Bei Reichelt zumindest habe ich nix gefunden ...
Bin von Fernseh-Antennenkabel ausgegangen, und da hab ich als Meterware
nur welches mit massiven Leiter gefunden. Das macht aber auch Sinn, weil
die Steckverbinder, die ich bisher verwendet habe einen massiven Leiter
erwarten.
Frank
oszi40 schrieb:> Dann frag mal bei Reichelt, Pollin oder C*nrad. Die haben so viel> massives und Litze, daß sie welches verkaufen müssen.
Also ich sehe da nur Verlegekabel.
Frank schrieb:> Das macht aber auch Sinn, weil> die Steckverbinder, die ich bisher verwendet habe einen massiven Leiter> erwarten.
Weiß eigentlich jemand, wie dick der massive Innenleiter für z.B. diesen
Stecker hier sein darf:
http://www.reichelt.de/IEC-Anschluss/CKK-4/3/index.html?&ACTION=3&LA=2&ARTICLE=48269
Ich finde im Datenblatt dazu nämlich keine Angaben, auch fehlen die
notwendigen Informationen für den Außendurchmesser des Kabels.
Beim Verlegekabel gibt es da nämlich verschiedene, mit unterschiedlichen
Durchmesser des Mittelleiters und der Außendurchmesser ist ebenfalls
unterschiedlich.
Patchkabelkupplung RJ45 schrieb:> Weiß eigentlich jemand, wie dick der massive Innenleiter für z.B. diesen> Stecker hier sein darf:
Sieht nach einem Standard-Antennenstecker aus. In meiner Zeit als Radio-
und Fernsehtechniker habe ich dafür immer das Wisi MK86 oder MK90
verwendet. Die Maße dafür habe ich leider nicht zur Hand. Aber
vielleicht hilft Dir Tante G. weiter.
Frank
Frank schrieb:> Die Maße dafür habe ich leider nicht zur Hand. Aber> vielleicht hilft Dir Tante G. weiter.
habs gefunden:
Wisi MK90: Außenmantel-Durchmesser = 6,5 mm; Innenleiter: 1,02 mm
Frank
Patchkabelkupplung RJ45 schrieb:> Aber wo ist jetzt der Unterschied zwischen geschirmt und vollgeschirmt?
Das ist in etwa vergleichbar mit dem Unterschied zwischen "krass" und
"voll krass". Alder!
(jetzt wieder ernst)
Vernünftige Angaben wären das Schirmungsmaß (Dämpfung) bei entweder der
Einsatzfrequenz oder bei Breitbandkabel bei mehreren Frequenzen.
Ebenfalls gebräuchlich ist das Maß "Bedeckung" - vor allem bei einem
Schirm aus geflochtener Litze - weil da ja immer auch "Löcher" im Schirm
sind. Bei Metallfolie oder metallisierter Plastefolie ist die Bedeckung
praktisch 100%, da kommt es dann auf den Flächenwiderstand an (vulgo:
Dicke und Leitfähigkeit) wie gut der Schirm ist.
In der Praxis dürfte das für eine RJ45 Doppelkupplung vollkommen Wumpe
sein. Bei Netzwerkkabeln ist die Verdrillung der Aderpaare deutlich
wirksamer als der Schirm.
XL
Axel Schwenke schrieb:> Vernünftige Angaben wären das Schirmungsmaß (Dämpfung) bei entweder der> Einsatzfrequenz oder bei Breitbandkabel bei mehreren Frequenzen.
Ja, das ist der Grund warum ich inzwischen gerade bei Händlern
herumsuche, die diese Daten auch angeben.
Beim anderen stand halt nur voll krass dabei, also doppelt geschirmt und
vollgeschirmt. :)
> Ebenfalls gebräuchlich ist das Maß "Bedeckung" - vor allem bei einem> Schirm aus geflochtener Litze - weil da ja immer auch "Löcher" im Schirm> sind. Bei Metallfolie oder metallisierter Plastefolie ist die Bedeckung> praktisch 100%, da kommt es dann auf den Flächenwiderstand an (vulgo:> Dicke und Leitfähigkeit) wie gut der Schirm ist.
Das ist interessant, ich wollte nämlich noch ein RJ-45 Patchkabel
dazubestellen und habe mich gewundert, warum ein Cat 6 Kabel für bis
1200 MHz geeignet sein soll, wenn Cat 6 nur bis 600 MHz spezifiziert
ist.
Und dann habe ich ins Datenblatt reingeschaut und noch gesehen, dass zur
Schirmung nur ALU-Polysterfolie verwendet wird, während das ca. 10 €
günstigere Kabel, auch Cat 6, aber nicht bis 1200 MHz spezifiziet nur
gewöhnliche Metallalufolie hatte.
Das ein Kabel mit metallbedampfter Polysterfolie besser sein soll, als
eines mit richtige Alufolie wundert mich dann schon sehr.
Deine Antwort bringt da etwas Licht ins Dunkel. Ich werde mal schauen,
ob da etwas bezüglich dem Flächenwiderstand dabei steht.
Aber dick kann diese metallbedampfte Polyesterfolie sicherlich nicht
sein.
> In der Praxis dürfte das für eine RJ45 Doppelkupplung vollkommen Wumpe> sein. Bei Netzwerkkabeln ist die Verdrillung der Aderpaare deutlich> wirksamer als der Schirm.
Thx, dann werde ich zusehen, dass wenigstens das Gehäuse aus
ordentlichem Metall ist.
@all
Nochmal zurück zum Antennenkabel.
Da habe ich jetzt folgendes gefunden.
http://www.itwissen.info/definition/lexikon/IEC-Stecker-IEC-connector.html
Da steht:
> Der Stecker hat einen festen Stift für den Innenleiter mit einem Durchmesser
zwischen 0,6 und 1,13 mm, der in die geschlitzte Innenhülse der Buchse gesteckt
wird.
und
> Der IEC-Antennenstecker hat einen Innendurchmesser von 9,5 mm und kann für
Koaxialkabel mit einem Außendurchmesser von bis zu 7,5 mm eingesetzt werden.
Das bedeutet also, dass das Kabel max. 7,5 mm Dick sein darf.
Konkrete Angaben über den Durchmesser es Mittelleiters habe ich
allerdings noch keine gefunden.
Wenn der Stift im Stecker ab 0,6 mm anfängt, sollten etwa 0,5 mm für den
Mittelleiter möglich sein. Ob mehr geht, hängt dann aber wiederum von
dem Durchmesser des Stifts in obigem Stecker ab.
Denkbar wären bis zu sagen wir mal ca. 1 mm Durchmesser.
oszi40 schrieb:> Irgendwie vergleicht Ihr jetzt Bananen mit Gurken.>> Was wird nun wirklich gebraucht? Koax od. Twisted Pair und wofür?
Nein, du liest nur den Thread nicht gründlich.
Es ging zum einen um eine Patchkabelkupplung und zum anderen um
Antennenkabel.
Um RJ-45 Patchkabel und RJ-45 Velegekabel ging es nicht.
Sondern um Antennenkabel zur Gerätemontage und unter Putz, also zum
Verlegen.
Und bei deinem Link zu den Antennenkabel sehe ich halt nur welche zum
Verlegen, also die mit massivem Innenleiter.
Patchkabelkupplung RJ45 schrieb:
> Beim Verlegekabel gibt es da nämlich verschiedene, mit unterschiedlichen> Durchmesser des Mittelleiters und der Außendurchmesser ist ebenfalls> unterschiedlich.
Bei Koaxkabel mit dickerem Innenleiter muß auch der Durchmesser der
Abschirmung größer sein, weil der Wellenwiderstand "Z" vom Verhältnis
beider Durchmesser abhängt. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Koaxkabel
Oder hier ("Z", Koax-Verbinder, F-Stecker Codierung Kabeldurchmesser):
http://de.wikipedia.org/wiki/F-Steckverbinder#F-Steckverbinder
Bei F-Stecker soll der Innenleiter starr sein, sonst kann man ihn kaum
in das Loch der Buchse einführen, zudem franst Litze am Ende gerne aus.
Bei anderen Steckertypen, wie PL, BNC, N, ist das kein Problem, weil
Innenleiter und Mittelstift verlötet oder gecrimpt werden.
Patchkabelkupplung RJ45 schrieb:> Beim anderen stand halt nur voll krass dabei, also doppelt geschirmt und> vollgeschirmt. :)
Doppelt ist eine reale technische Angabe, vollgeschirmt eher ein
Werbespruch, schliesslich gibt es nirgends halbgeschirmte oder
teilgeschirmte Kabel zu kaufen. Zumindest steht das nicht in den Daten.
Gruss Reinhard
Rainer V. schrieb:> Bei F-Stecker soll der Innenleiter starr sein, sonst kann man ihn kaum> in das Loch der Buchse einführen, zudem franst Litze am Ende gerne aus.> Bei anderen Steckertypen, wie PL, BNC, N, ist das kein Problem, weil> Innenleiter und Mittelstift verlötet oder gecrimpt werden.
...wäre nur noch hinzuzufügen, daß es F-Stecker für unterschiedliche
Kabeldurchmesser zu kaufen gibt und daß die dünnsten Kabel meist die
schlechteren Werte haben.