Für den Bastler spricht tatsächlich wenig dagegen (außer Preis und evtl
selbstauslötende Bauelemente bei Überlast).
Für die Industrie spricht dagegen, dass die Einsatztemperatur zu nahe am
Schmelzpunkt liegt. Die Festigkeit des Lotes sinkt, die Lötstelle wird
schneller durch thermomechanische Wechsellast geschädigt. Diffusion geht
schneller (hat einen T^4-Term drin ...), Phasenumwandlungen,
Veränderungen der Kornstruktur ... da gab es durch die
Bleifrei-Umstellung viele positive Effekte.
Ansonsten wird es durchaus eingesetzt, wenn man mechanischen Stress und
Spannungen beim Löten reduzieren will und sich sicher ist, dass die
Baugruppe wenig Temperatur sieht. Herzschrittmacher beispielsweise, die
im Normalfall einmal auf 37°C gebracht werden und erst wieder kühler
werden, wenn es nichts mehr zu tun gibt ;-)