Was spricht gegen den Einstaz von SN42Bi58 anstelle von anderen bleifreien Lotpasten?

Moderator Persönliche Seite #3382365
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SMT_Reflow schrieb:
> und die EInsatztemperatur ist trotdem bis 100°C angegeben.

Ja, und?

Die meisten Bauteile halten deutlich mehr aus, manche FETs sogar bis
Tj = 175 °C.  Selbstauslötende Bauteil-Sicherung? ;-)

Außerdem ist das doch so ein Metallsystem, bei dem man durch
versehentliches Verunreinigen mit Blei die Schmelztemperatur dann
noch deutlich unter 100 °C bekommt, dann fliegt einem das bei
Erwärmung alles noch schneller auseinander.

Die Grundsatzfrage ist aber: warum will man sich so einen Exoten antun?
Die diversen anderen bleifreien Systeme sind mittlerweile gut genug und
haben ihre Praxistauglichkeit (entgegen allen Unkenrufen) soweit
bewiesen.  Billiger als dieser Exot werden sie wahrscheinlich selbst
mit Silberanteil noch sein.

Sowas wäre doch höchstens eine Nische für thermisch extrem empfindliche
Bauteile.
Gast #3384221
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Löte ausschließlich mit SnBi58 (140°), und kann nichts Negatives 
feststellen.
Deutlich einfacheres Löten und schonender zu Platine und Bauteilen. 
Würde nie wieder 230° nehmen, das ist dagegen die reinste Brutzelei.
Gast #3384724
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Jörg Wunsch schrieb:
>
> . der Preis
Ja in der industry vielleicht aber doch nich im hobbysegment...

ich kann sogar was positives berichten:
stell dir mal vor, selbst geaetzte platinen mit chem. Zinn als finisch, 
reflow ofen (billigteil zb. Pizza ofen) und 2 verschiedene loetprofile 
(150 und 250 grad).
jetzt rate mal bei welchem profil du die tht bauteile noch problemlos 
bestuecken und loeten kannst...
Gast #3384763
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Falk K. schrieb:
> Wofür genau willst du bei THT-Bauteilen den Reflowofen?! .s ich
> da das
> geschmotze mit Lötpaste angefangen habe hab ich die auch von Hand
> gelötet ;-)

Achwas, die tht bauteile loete ich auch von hand, aber erst wenn die smd 
bauteile verloetet sind  (reflow).
Ich mach das so:
1. Smd reflow, hier ensteht oxidation der loetflaechen, je nach profil 
bei zb 250 grad extrem, bei 150 grad viel weniger. (Ich rede hier von 
selbstgeaetzten platinen)
2. Tht handbestueckung

Oder machst du es anders ?!
Gast #3384766
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Für den Bastler spricht tatsächlich wenig dagegen (außer Preis und evtl 
selbstauslötende Bauelemente bei Überlast).

Für die Industrie spricht dagegen, dass die Einsatztemperatur zu nahe am 
Schmelzpunkt liegt. Die Festigkeit des Lotes sinkt, die Lötstelle wird 
schneller durch thermomechanische Wechsellast geschädigt. Diffusion geht 
schneller (hat einen T^4-Term drin ...), Phasenumwandlungen, 
Veränderungen der Kornstruktur ... da gab es durch die 
Bleifrei-Umstellung viele positive Effekte.

Ansonsten wird es durchaus eingesetzt, wenn man mechanischen Stress und 
Spannungen beim Löten reduzieren will und sich sicher ist, dass die 
Baugruppe wenig Temperatur sieht. Herzschrittmacher beispielsweise, die 
im Normalfall einmal auf 37°C gebracht werden und erst wieder kühler 
werden, wenn es nichts mehr zu tun gibt ;-)
Gast #3385760
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SMT_Reflow schrieb:
> Hat hier mal jemand erfahrung mit den oben genannten Loten gemacht?

Zwar nur eine Vermutung, aber allenfalls ein, zwei Leute haben hier 
tatsächlich Erfahrungen mit SnBi58 gemacht. Bleibe einfach bei Deiner 
Kernfrage, und höre auf die Leute, die das Zeugs nutzen.

Das ganze Forum wäre erheblich kompakter, aber essentieller ohne die 
vielen theoretischen Unkenrufe...;-)

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