Störaussendung mit Gehäuse größer als ohne

Gast #3384593
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Hallo,

eine ca. 10x10 cm große Platine mit DC/DC-Wandler und nachgelagerter 
Elektronik ist über ein ungerschirmtes Kabel an eine 24 V-Versorgung 
angeschlossen. Die Abstrahlung wird im EMV-Labor gemessen.

Nun wird zu Versuchszwecken (Nachbildung eines Schirmgehäuses) die 
Platine in Aluminiumfolie eingewickelt (natürlich ohne dass die Folie 
die Platine beruhrt) und die Alufolie an den leitfähigen Messtisch 
angebunden. Das Kabel bleibt weiterhin ungeschirmt.

Im Vergleich zu vorher (ohne Alufolie) sind sowohl die gemessene 
Abstrahlung als auch die gemessenen Störungen auf der Powerleitung im 
Bereich 500 kHz - 100 Mhz stark angestiegen.

Hat jemand dafür eine Erklärung? Der Entwickler hat jetzt Angst, dass 
wenn er die Platine in ein Gehäuse packt, sich dadurch die 
EMV-Eigenschaften verschlechtern (das Kabel muss ungeschirmt bleiben).
Gast #3384963
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Christian schrieb:

> Hat jemand dafür eine Erklärung?

Du hast Deiner Antenne (=dem Leitungssatz) jetzt einen anständigen 
Fußpunkt (die Masseanbindung über das Gehäuse) spendiert.

Ziel sollte sein, die Einkopplung in den Kabelbaum zu minimieren. 
Erstmal einen Ferrit drumklipsen (nahe am Gehäuse) und später eine 
anständige Lösung auf Leiterplattenebene finden (lassen).
Gast #3384976
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Christian schrieb:
> Hallo,
>
> Im Vergleich zu vorher (ohne Alufolie) sind sowohl die gemessene
> Abstrahlung als auch die gemessenen Störungen auf der Powerleitung im
> Bereich 500 kHz - 100 Mhz stark angestiegen.

Waren die Werte denn ohne "Alufoliengehäuse" in Ordnung?
Wenn ja und falls das geht: Kunststoffgehäuse.

> Der Entwickler hat jetzt Angst, dass
> wenn er die Platine in ein Gehäuse packt, sich dadurch die
> EMV-Eigenschaften verschlechtern (das Kabel muss ungeschirmt bleiben).
Wie schon geschrieben wurde: Einkopplung ins Kabel minimieren durch 
Filtern oder/und andere geeignete Maßnahmen.
Gast #3384985
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Die zwei kabel mit je 100nF(dc) oder 10nF(NF) an das Gehaeuse. Falls das 
nicht genuegt, noch eine Stromkompensierte Drossel und nochmals 
dieselben Caps an den GND der elektronik
#3388645
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Christian schrieb:
> Im Vergleich zu vorher (ohne Alufolie) sind sowohl die gemessene
> Abstrahlung als auch die gemessenen Störungen auf der Powerleitung im
> Bereich 500 kHz - 100 Mhz stark angestiegen.

Das ist nicht ungewöhnlich und kann unterschiedliche Ursachen haben.

Manchmal ist es so, dass eine Platine direkt "in die Luft" abstrahlt, 
durch ein Gehäuse werden diese Abstrahlungen wieder zurückreflektiert 
und in die Leitungen eingekoppelt. Dadurch wird der Störpegel auf der 
Zuleitung größer.

Es gibt durchaus Geräte-Hersteller, die absichtlich im Metallgehäuse 
Öffnungen einbauen, damit dort etwas abgestrahlt wird (unterhalb des 
erlaubten Grenzwerts), und dadurch die leitungsgebundenen Störungen 
reduzieren.

Eine andere Möglichkeit ist, dass durch die Alu-Folie die Kapazität 
zwischen deiner Platine und PE größer geworden ist und dadurch 
Common-mode fließen.

Da du beschreibst, dass die Störpegel breitbandig ansteigen, würde ich 
hier diesen Effekt vermuten.

Abhilfe wäre eine Common-Mode Drossel in der Zuleitung und 
Y-Kondensatoren von der Primärseite des DC/DC-Wandlers zur 
Sekundärseite, evtl. auch von der Primärseite auf's Gehäuse.
Gast #3388894
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>  im Bereich 500 kHz - 100 Mhz stark angestiegen.

1.Die Angabe schein mir etwas großzügig? Dein DC/DC-Wandler wird jedoch 
wegen steiler Impulsflanken einige schöne Oberwellen erzeugen.
2.Evtl. wäre noch interesant, wo der Massepunkt lag.
3.Ein paar Abblock-Kerkos mehr sind bestimmt auch nicht schädlich.

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