Hallo,
ich möchte ein Netzteil mit einem LM317 für variable Ausgangsspannung
und einem LM7805 für fixe 5V bauen. Ich habe jede Menge Schaltpläne
gefunden, die eine solche Konstruktion mit nur einem Trafo betreiben.
Ich frage mich nun, ob es eigentlich sinnvoll ist, stattdessen zwei
Trafos einzusetzen. Sonst muss doch der LM7805 bei 18VAC Trafo Output
immer unnötig viel verbraten, oder?
Also beispielsweise 2 x 9V, wobei ich dann an der ersten
Sekundärwicklung 9V für den LM7805 abgreife und dann die zweite in Reihe
schalte, um 18V für den LM317 zu erhalten?
Helmut S. schrieb:> Nimm einen Trafo der zwei unterschiedliche Ausgangswicklungen hat.
Da solche Trafos nur schwer zu kriegen sind, ist es oft wirklich
besser und billiger, wenn man getrennte Trafos nimmt. Insbesondere,
wenn man Restpostentrafos z.B. von Pollin nimmt. Näheres zur Dimen-
sionierung findest Du hier:
http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.9
Gruss
Harald
LM7805 schrieb im Beitrag #3391076:
> Ich frage mich nun, ob es eigentlich sinnvoll ist, stattdessen zwei> Trafos einzusetzen. Sonst muss doch der LM7805 bei 18VAC Trafo Output> immer unnötig viel verbraten, oder?
Das Verbraten der Leistung ist eine Sache. Was anderes ist die
Möglichkeit, die Spannungen beliebig zusammenschalten zu können (z.B.
+12V, -5V oder +5V, +12V). Da wären zwei Trafos natürlich viel besser,
oder wenn:
Helmut S. schrieb:> Nimm einen Trafo der zwei unterschiedliche Ausgangswicklungen hat.
dann aber entsprechend isolierte Wicklungen, was im Prinzip dasselbe wie
2 Trafos ist.
LM7805 schrieb im Beitrag #3391491:
> Am ersten 9V Pin 9V abgreifen und am zweiten 18V, so wie auf diesem
Bild?
Nützt Dir nichts, da Du gern eine Zweiweggleichrichtung (Graetzbrücke)
verwenden möchtest.
Du musst also erstmal jede Teilwicklung gleichrichten und sieben, und
kannst dann die gleichgerichteten Teilspannungen zusammenschalten.
Aber mal ehrlich: Nimm ein Schaltnetzteil 5V 1A für Deine 5V und ein
Schaltnetzteil 18V 1A für Deine regelbare Spannung, und hänge an das
18V-Netzteil Deinen 317.
Es gab bei ELV und Conrad mal ein über Jumper einstellbares
Schaltnetzteil (Sp1500/01) 5 bis 24V, 1A. Da konnte man die Jumper mit
einem Poti brücken und die Spannung stufenlos regeln, allerdings nicht
sauber unter 3V, wenn ich mich recht erinnere.
Wenn Du nicht gerade Audioverstärker oder High-End-Messtechnik baust,
eine völlig zureichende, kostengünstige und sparsame Lösung. Mit dem 317
musst Du immerhin um die 20W wegkühlen.
Timm Thaler schrieb:> Du musst also erstmal jede Teilwicklung gleichrichten und sieben, und> kannst dann die gleichgerichteten Teilspannungen zusammenschalten.
Achso, bei dieser Lösung (siehe MaWin) kannst Du insgesamt nur 1A
abnehmen, weil der Strom für den 317 durch beide Wicklungen und
Gleichrichterbrücken fließt und vom Strom für den 7805 abgeht. Oder
musst Trafo und Gleichrichter für >2A auslegen. Beachte auch, dass viele
7805 und 317 mit der internen Strombegrenzung auf 1A recht großzügig
sind und meist erst bei 1.5A abregeln.
Timm Thaler schrieb:>> Am ersten 9V Pin 9V abgreifen und am zweiten 18V, so wie auf diesem>> Bild?>> Nützt Dir nichts, da Du gern eine Zweiweggleichrichtung (Graetzbrücke)> verwenden möchtest.
Das geht schon, wenn man die Brücke an 18V anschliesst. An der
Mittelanzapfung kann man dann die halbe Spannung abnehmen.
> Aber mal ehrlich: Nimm ein Schaltnetzteil 5V 1A für Deine 5V und ein> Schaltnetzteil 18V 1A für Deine regelbare Spannung, und hänge an das> 18V-Netzteil Deinen 317.
Ein Schaltnetzteil für 5V ist oft besser, weil es weniger Verluste
hat und beim Chinesen schon ab 1 EUR erhältlich ist.
> Es gab bei ELV und Conrad mal ein über Jumper einstellbares> Schaltnetzteil
Solche Netzteile bekommt man inzwischen schon in jedem besseren
Supermarkt; allerdings meist nur bis 12V.
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Das geht schon, wenn man die Brücke an 18V anschliesst. An der> Mittelanzapfung kann man dann die halbe Spannung abnehmen.
Hm, für ein paar mA Steuerspannung hab ich das auch schon gemacht, aber
bei derart unsymmetrischer Last (1A oben, 2A unten)? Müsste man mal
probieren.
2 getrennte Spannungen sind trotzdem oft nützlich. Man könnte auch einen
Ringkerntrafo mit 2 18V-Wicklungen nehmen, und eine davon in der Mitte
anzapfen. Das ist nicht so schwer, da die ja obenauf liegen. Dann die
vollständige 18V Wicklung für den 317 nehmen und die angezapfte mit
Mittelpunktgleichrichtung an den 7805.
Timm Thaler schrieb:>> Das geht schon, wenn man die Brücke an 18V anschliesst. An der>> Mittelanzapfung kann man dann die halbe Spannung abnehmen.> Hm, für ein paar mA Steuerspannung hab ich das auch schon gemacht, aber> bei derart unsymmetrischer Last (1A oben, 2A unten)?
Da man so ja eine Mittelpunktsgleichrichtung hat, werden beide
Trafowicklungen gleich belastet.
Gruss
Harald
Hallo,
vielen Dank für die vielen Antworten! Ich glaube, ich nehme einfach
einen zweiten Trafo, das ist (denke ich) simpler.
Dass ich natürlich mit einer Chinawandwarze wesentlich ökonomischer
fahren könnte ist mir bewusst, aber mir geht es hier explizit darum, mal
etwas zu bauen und zu lernen. Dank euch hab ich auf jeden Fall ein paar
Infos mehr, das hat sich doch schon gelohnt.
Harald Wilhelms schrieb:> werden beide> Trafowicklungen gleich belastet.
Habs mal simuliert: Stimmt. Die Denkweise, dass der 7805 an einer
Mittelpunktgleichrichtung mit Mittelpunkt am Eingang und der 317 an
einer Graetzbrücke hängt, ist etwas ungewohnt.
Die Trafowicklungen werden zwar wechselweise mit 2A und 1A belastet,
aber dafür symetrisch. Von den 4 Dioden werden halt 2 immer mit 2A
belastet, also entsprechend auslegen. Spart gegen Mawin Schaltung den
Spannungsabfall über den zusätzlichen Diodenstrecken.