Hallo,
ich möchte ein Prototyp herstellen lassen, das im Wesentlichen aus einem
Plastikteil mit einer mechanischen Komponente und einer elektronischen
Komponente besteht. Prototyp heißt, dass ich davon 1-10 Teile brauche.
Ich möchte das gerne in Asien, d.h. am besten China oder Indien,
herstellen lassen.
Was kostet sowas? Wer kennt Firmen, die sowas entwickeln können?
Erfahrungsgemäß wirst Du später in der Serie draufzahlen! Und zwar dann
wenn Dein Prototyp plötzlich von nem Asiaten angeboten wird. Wir hatten
früher diese Scherereien und lassen nur noch in DE oder Europa fertigen.
Uns nützt es nichts das Produkt für 5 Euro zu bekommen, wenn der Kunde
unsere Duplik zu unserem Einkaufspreis bei eBay bekommt...
Aber das muss jeder selber wissen...
> ich möchte ein Prototyp herstellen lassen, das im Wesentlichen aus einem> Plastikteil mit einer mechanischen Komponente und einer elektronischen> Komponente besteht. Prototyp heißt, dass ich davon 1-10 Teile brauche.> Ich möchte das gerne in Asien, d.h. am besten China oder Indien,> herstellen lassen.> Was kostet sowas?
Ein Plastikteil im Spritzguss ?
Oder lässt sich das aus dem Vollen fräsen, kleben, aus Epoxy giessen ?
Denn eine Spritzgussform bloss für ein Teil ist etwas teuer.
Und warum gerade Asien ?
Bist du da gerade vor Ort ? Dann hättest du die Stadt schon nennen
sollen.
Ein Flug nach Asien, und bei einem wird es nicht bleiben, ist nicht
gerade billig.
Bei einem Millionenprojekt kann es sich lohnen, auch den Prototypen in
Asien herstellen zu lassen, vor allem wenn zur produktion Erfahrungen
nötig sind, die man im deindustrialisierten Deutschland nicht hat, dann
geht man nach Korea oder Japan oder wo auch immer die Spezialisten mit
dem nötigen Know How sitzen.
Denn in Deutschland kann man nicht mal mehr 1 elektronisches Teil und 1
mechanisches Teil in 1 Gehäuse schrauben, offenbar sind alle schon zu
verblödet das hinzubekommen.
Ja ja, Bildung wäre gut, selbst anpacken noch besser.
Chinesen haben selten ein dauerhaftes Interesse an weniger als
fünfstelligen ($) Auftragsvolumina. Wenn Spritzguss dort, bist Du
schnell mit MOQs von ein paar tausend Stück konfrontiert.
Stell das Teil bei mfg.com ein, dort kannst Du China/Indien als
Zielländer auswählen.
Aber so wie Du Dein Projekt beschreibst, bist Du in China völlig falsch.
Ich kenne einige Leute, die extrem auf den 1/1000 Cent schauen. Manche
davon haben deinen Weg ausprobiert. Keiner ist dabei geblieben. Sie
haben den Unterschied zwischen preiswert und billig lernen müssen.
Lass deine Werkzeuge in Deutschland bauen, selbst Italien hat schon
deutlich abweichende Vorstellungen von Termintreue oder Qualität.
Fahr die Nullserie und die erste Serie in Deutschland.
Dann kannst du mit Chinesen über Massenfertigung verhandeln. Und sei
gewiss: Du darfst zum Anlauf eine Mannschaft rüber schicken, die alles
hochtaktet.
Und wie schon geschrieben wurde: Wenn dein Produkt gut ist, ich die
chinese copy vor dir auf dem Markt, zu Dumpingpreisen.
Zum Schluss: Es gibt auch in Deutschland Bestücker, die mit China
Preisen mithalten können, wenn es Qualität sein soll. Schrott bekommst
du allerdings in Fernost deutlich billiger.
Georg G. schrieb:> Zum Schluss: Es gibt auch in Deutschland Bestücker, die mit China> Preisen mithalten können, wenn es Qualität sein soll.
Deshalb lässt Apple also iPhone & Co. in Deutschland und nicht in China
herstellen.
Schwätzer schrieb:> Georg G. schrieb:>>> Zum Schluss: Es gibt auch in Deutschland Bestücker, die mit China>> Preisen mithalten können, wenn es Qualität sein soll.>> Deshalb lässt Apple also iPhone & Co. in Deutschland und nicht in China> herstellen.
Wenn du es dir leisten kannst, Aufseher mitzuschicken, die den Chinesen
(auf deutsch gesagt) regelmässig in den Hintern treten, dann kannst du
auch in China produzieren lassen. Alles eine Frage der produzierten
Stückzahlen und was diese Überwachungsmannschaft im Vergleich zum
erwarteten Gewinn kostet.
Schwätzer schrieb:> Deshalb lässt Apple also iPhone & Co. in Deutschland und nicht in China> herstellen.
Ich hatte ja durchaus auch schon mit China zu tun. Umso mehr muss ich
bewundern, welche Wahnsinnsqualität die aus der Produktion holen. Hut
ab! Aber der QS-Aufwand muss riesig sein.
Niemand bezweifelt, dass die Chinesen auch Qualität produzieren können.
Aber das ist dann kein Billigheimer im Hinterhof. Und, wie Martin
schreibt, man braucht eine heftige QS und eine lange Lernkurve.
Und bei 1 bis 10 Prototypen dürften allein die Kosten für Kommunikation
und Iterationen bei weitem höher sein, als bei einem guter Entwickler in
Deutschland (am besten eine kleinere Firma, die den Kunden etwas an die
Hand nimmt. Wenn ich an meine ersten Schaltungen und Layouts denke...).
Wieder einer, der in der Zeitung gelesen hat, dass in China produzieren
billig ist.
Wenn du nicht mehr als 100.00 Einheiten pro Jahr brauchst, lohnt China
nicht.
DokArkan schrieb:> Erfahrungsgemäß wirst Du später in der Serie draufzahlen! Und zwar dann> wenn Dein Prototyp plötzlich von nem Asiaten angeboten wird.
Das war auch mein erster Gedanke. Wenn das Produkt so interessant ist
wie z.B. der Transistortester reicht es ja auch aus, hier die
Dokumentation hereinzustellen. Prototypen in unterschiedlichen
Ausführungen und Stückzahlen kann man dann ganz bequem bei Ebay ordern
>;-)
In einem anderen Fachforum (nicht E-Tech) beobachte ich regelmässig eher
sehr merkwürdige Fragen von (bestenfalls) Berufsanfängern aus der
Zielregion, die bei der Qualitätskontrolle/Produktionssteuerung sind.
Ich begreife es ehrlich gesagt nicht, sorry für das OT - Aber das musste
wirklich mal raus.