Stephan schrieb:
> Hallo!
>
> Ich stehe grade vor der Frage, mit welchem Takt ich meine in Entwicklung
> steckende Schaltung mit nem AtMega16A ausstatten soll. Der µC kann lt.
> DBl bis 16MHz. Da er u.a. einen Motor-Winkelencoder bei 30kHz antasten
> können muss, dacht ich mir, warum nicht- gib ihm!
>
> Frage:
> Spricht irgendwas gegen den höchstmöglichen Takt? Leidet darunter
> Weissderteufelwas?
Wie weiter oben schon gesagt:
Ein µC ist für seinen höchsten angegebenen Takt entwickelt, und muß da
zuverlässig unter allen anderen angegebenen Betriebsumständen wie z.B.
Temperatur funktionieren, und dauerhaft, Jahre lang ununterbrochen, wenn
es die Anwendung erfordert.
Übertaktung ist schlechter, und kann zunehmend Fehler erzeugen.
Ein Standard-8051, der mit 12MHz angegeben war, lief auch mal mit 24MHz,
sogar bis zu 32MHz. Das kann man aber nur im Hobby mal auf einem
Demo-Board testen, wenn man gerade mal kurz was schnelleres testen
möchte, mehr nicht. Mit den 24MHz lief er auch nur bei Raumtemperatur,
bei zu nehmender Erwärmung so um 50°C oder Abkühlung Gefrierpunkt ist
schon Schluß mit lustig. Bei zu hohem Takt machen aber auch andere
Bausteine dicht, wie RAM und ROM.
Wo immer es geht, bremse ich meine µCs, wenn sie die Aufgabe mit
geringerem Takt genau so gut erledigen können. Das spart dann noch
Energie.
Moderne µC haben eine während des Betriebes umschaltbare PLL zur
Takteinstellung, da kann man auch mal niedrig fahren, und nur bei Bedarf
hoch schalten und wieder zurück.
In vielen professionellen Anwendungen wird aber auch der Maximaltakt
verwendet, und habe selbst gesehen, daß sowas beliebig lange
störungsfrei läuft. Ein Unternehmen kauft den µC ja auch nach maximaler
Performance je Preiseinheit, das hat also was mit dem Einkaufspreis zu
tun, da wird nichts verschenkt. Im Hobby ist das oft egal. Beispiel:
Eines meiner 8051-Boards, was 18MHz kann, läuft auch gut mit 7,3728MHz
oder 14,7456MHz, da bekomme ich die höchste Baudrate 115.200 bzw.
230.400BAUD an der RS232. Mit dem größten Quarz 18MHz geht das nicht,
dort passen die hohen Baudraten nicht mehr, da brauchte ich dann
22,1184MHz, und das ist zu hoch.
Da oben schon der Begriff "Batteriebetrieb" fiel: Das ist leider nicht
immer unwichtig: Ja, in einem Unternehmen mußte ich mir schon mal
Gedanken zu Energiesparmodes einer Anwendung machen, weil man in die
Zukunft schaute, und Anlagenteile später mit Solarzellen betreiben will,
ohne Energienetz in der Umgebung. Da kommen einem schon alleine die
Power-Save-Modes (Taktfrequenz, Idle-Mode, Power Down, Wake Up, etc.) im
µC alleine sehr entgegen. Man möchte ja an so einer Anlage die kleinste
und billigste Solarzelle montieren, die für die Sache gut genug ist,
nicht die größte und teuerste.
Kürzlich hatte ich einen PIC12F675 mit nur 0,8Hz (kein Druckfehler) am
laufen!!! Ich hatte den schon eine Weile, und las später irgendwo, daß
das Mikropower-Teile sind. Also testete ich die Dinge mal aus Neugier.
Sowas läuft noch eine Weile auf alten Batterien, die normalerweise als
leer erklärt werden.