Hallo,
ich arbeite bei einem Auto-OEM. Der Job geht mir voll an die Gesundheit.
Folgendes habe ich festgestellt: Man bekommt sehr viele verschiedene
Aufgaben, mehr als man bewältigen kann. Es gibt keinen Moment mit "jetzt
ist alles gut, habe alles fertig".
Die Kunst in dem Job besteht nun darin, klug und strategisch zu
entschieden, was unbedingt und wie getan werden muss und was man evtl.
vertagen oder anders abschieden/liegen lassen kann.
Wenn man das einigermaßen hinbekommt, kann man sich gerade so über
Wasser halten. Natürlich ist im Konzern das Motto: Es muss sich was
bewegen, also ständige Veränderung angesagt. Mal zieht man an einen
anderen Standort, mal werden Teams neu gemischt, mal wird der Chef
ausgetauscht, dann wieder die Aufgaben und Projekte.
So, dass man nicht mal einen festen Weg zum überleben finden kann.
Mir persönlich fällt es schwer, damit klar zu kommen. Bin oft schlaflos
und frustriert, weil ich meine Aufgaben nicht im Griff habe, sondern sie
mich.
Ich bin eher Perfektionist und Arbeite lieber langsam und genau, und
unendlich belastbar bin ich nicht.
Meine Kollegen klagen und stöhnen auch, aus meiner Sicht stecken sie es
einen Tick besser weg als ich. Sie brauchen offensichtlich weniger lange
Verschnaufpausen.
Würde gerne wissen wie es bei euch ist. Läuft es ähnlich oder könnt ihr
anders damit umgehen? Gibt es noch lockere Jobs?
Ich bin kein Berufsanfänger, habe schon eine zweistellige Anzahl an
Erfahrung, früher war es nicht so, bzw. nur über kurze Zeiträume.
Vielen Dank!
Marktcheck schrieb:>> Mir persönlich fällt es schwer, damit klar zu kommen. Bin oft schlaflos> und frustriert, weil ich meine Aufgaben nicht im Griff habe, sondern sie> mich.> Ich bin eher Perfektionist und Arbeite lieber langsam und genau, und> unendlich belastbar bin ich nicht.>> Meine Kollegen klagen und stöhnen auch, aus meiner Sicht stecken sie es> einen Tick besser weg als ich. Sie brauchen offensichtlich weniger lange> Verschnaufpausen.>> Würde gerne wissen wie es bei euch ist. Läuft es ähnlich oder könnt ihr> anders damit umgehen? Gibt es noch lockere Jobs?> Ich bin kein Berufsanfänger, habe schon eine zweistellige Anzahl an> Erfahrung, früher war es nicht so, bzw. nur über kurze Zeiträume.>> Vielen Dank!
Ja so ähnlich. Mich stört auch das Gefühl irgendwie nie fertig zu sein.
Derzeit geht es ganz gut weil nicht soviel Arbeit da ist aber in
höchstphasen hat man das Gefühl kaum fertig zu werden. Bei mir ist das
dann imer eine Spirale nach oben ... ich mache Überstunden fahre
irgendwann völlig ko heim und im Auto denke ich ich darüber nach ob ich
heute alles richtig gemacht habe und was ich morgen als erstes mache.
Manchmal träume ich noch von der Abreit. Kollegen sagen das es besser
wird mit der Zeit aber bei vielen muss ich sagen das sie sich damit
abgefunden haben und es mir ein Rätsel ist wie man soviel Arbeiten kann.
Ich habe für mich entschieden in naher Zukunft eigene Wege zu gehen da
ich das Gefühl habe das sich mein Leben um die Arbeit dreht.....
Man neigt halt sehr schnell dazu, mehr zu machen, als man denn
tatsächlich machen muss. Klar ist man nie fertig mit der Arbeit - das
wäre auch traurig. Man muss halt lernen abzuschalten. Umso schneller ihr
fertig seid, umso schneller kommt die Arbeit nach. D.h nicht das man
nichts mehr tun soll auf der Arbeit, aber es bringt halt nichts einen
Marathon zu laufen bei unendlich langer Strecke.
Das Einzige was hilft: Überstunden massiv runterfahren. Wenn die Uhr
sagt es ist Zeit nach Hause zu gehen, dann auch wirklich nach Hause
gehen. Man kann halt auch morgen "noch schnell das eine da fertig
machen", "noch schnell die E-mail beantworten" etc. Wenn Feierabend ist,
ist Feierabend. Keine Gedanken mehr an die Arbeit. Das ist am Anfang
sicherlich schwer, aber man kann das lernen. Da hilft es auch nicht,
etwas eigenes zu machen - denn in der Selbständigkeit ist es noch
schwerer abzuschalten.
Wenns gar nicht geht, eventuell mal in die psychologische Beratung.
Nicht jeder kann abschalten von alleine lernen. Das ist nichts
schlimmes.
Ein Studienkommilitone überfuhr eines Tages in voller Fahrt eine
Fußgängerin. Mann, dem ging die Düse 1:10000! Mit dem Kopf war er schon
woanders, nicht im Straßenverkehr. Was daraus wurde, bekam ich nicht
mehr mit, weil das Studium schon fast zu Ende war, und die Wege sich
trennten.
Aber es muß auf irgend eine Weise gewährleistet sein, daß man den Kopf
wieder völlig frei bekommt. Leicht ist das bestimmt nicht. Anscheinend
muß man sich die passenden Mechanismen dazu einfallen lassen, auch mal
irgend wo auf der Arbeit NEIN sagen, und nicht alles und jedes annehmen.
Tja, du hast verloren: Du bist mit Gefühlen und Emotionen mit deinem Job
verbunden, ein riesen Fehler. Dir fehlt damit eine gesunde Distanz und
lässt dich erdrücken.
Du musst eins wissen:
Dein Chef/Unternehmen möchte dich möglichst billig haben damit du
maximalen Profit abwirfst. Mit Freundschaft und Nähe hat das nichts zu
tun. Das ist Kapitalismus (ohne jetzt einen auf Marx machen zu wollen).
- Distanziere dich von deinem Job und schaffe dir einen Ausgleich
- Ein 35h/40h-Vertrag ist ein 35h/40h-Vertrag. Wahrscheinlich hast du
immer über deinem Pensum gearbeitet, so das dich deine Führungskraft mit
zu großen Arbeitspaketen zudeckt - ohne das sie das weiß. Nun knickt
deine Leistung wegen Depressionen weg = Glückwunsch.
- Wenn du massive Schlafprobleme hast, geh bitte zum Arzt und lasse
dich zu einem Psychiater bzw. Psychotherapeuten überweisen. Eine
Depression keine Erkältung die man mit 3-4 ruhigen Tagen aussitzt
sondern eine ernsthafte Erkrankung.
Golem Golem schrieb:> Das Einzige was hilft: Überstunden massiv runterfahren. Wenn die Uhr> sagt es ist Zeit nach Hause zu gehen, dann auch wirklich nach Hause> gehen. Man kann halt auch morgen "noch schnell das eine da fertig> machen", "noch schnell die E-mail beantworten" etc. Wenn Feierabend ist,> ist Feierabend.
Genau so ist es.
Du must Dir bewusst machen, dass eine Auslastung von 100%-110% vom
Management gewollt und damit "normal" ist - der Grund ist einfach, dass
die "leichten" Fehler, die durch diese permanente leichte Überlastung
passieren, immer noch billiger sind als mehr Personal. Erst wenn es auf
Grund von Überlastung wirklich mal knallt, wird es mehr Personal geben
(aber wiederum auch nur so viel, dass die Leute wieder auf 100%-110%
kommen).
Tipp: Mach mal dringend einen Zeit- und Selbstmanagement-Kurs mit.
- Lerne, die Aufgaben zu priorisieren. Auch bei mir fallen regelmäßig z.
B. irgendwelche "blöden" E-Mails hinten hinunter, die dann einfach
vergessen werden. In den meisten Fällen passiert nichts, d. h. der
Absender hat sein Problem anders gelöst. Ansonsten wird er sich schon
erneut melden und diesmal das Ganze dringender "aussehen" lassen.
- Wenn Du Deine Arbeit definitiv nicht schaffst und abzusehen ist, dass
dadurch z. B. ein wichtiger Termin gefährdet wird (in
Selbstmanagement-Sprech: Überlastung alleine schon durch A-Aufgaben),
rede frühzeitig mit Deinem Chef.
- Es gibt Zeiten, da bin ich telefonisch nicht "erreichbar", z. B. weil
ich gerade an etwas Wichtigerem (als "Telefondienst") arbeite. Genauso
bin ich teilweise nicht am Arbeitsplatz, weil ich alleine in irgendeinem
Besprechungszimmer sitze (weil ich konzentriert arbeiten will).
- Mein privater und mein beruflicher Kalender werden und bleiben strikt
getrennt, Überstunden werden abgerechnet bzw. abgegolten, Berufliches
(Telefonate, E-Mails) nur während der Arbeitszeit (glücklicherweise habe
ich keine Vertrauensarbeitszeit (bzw. würde das auch nur für ein
deutliches Gehaltsplus machen) und einen verständnisvollen Chef, so dass
mir die Durchsetzung dieser Regeln relativ einfach fiel (Chef hat zwar
meine Privatnummer, aber auch das nur, weil ich ihm nach einiger Zeit
soweit vertraute und wusste, dass er mich nicht mit Beruflichem in der
Freizeit belästigen würde - und ich hatte Recht. Wäre dieses Vertrauen
nicht da gewesen, hätte er höchstens eine Zweitnummer gekriegt, welche
außerhalb der Arbeitszeit nicht erreichbar (Handy aus) ist).
> Keine Gedanken mehr an die Arbeit. Das ist am Anfang> sicherlich schwer, aber man kann das lernen. Da hilft es auch nicht,> etwas eigenes zu machen - denn in der Selbständigkeit ist es noch> schwerer abzuschalten.
- Für Angestellte ist das "Abschalten" in der Freizeit der Schlüssel für
ein ausgeglichenes Leben und etwas, das ich mir auch nicht nehmen lassen
würde (schließlich bezahlt mich der AG nicht für meine "Leistungen"
außerhalb der Arbeitszeit, sondern findet es wohl zielführender, mich
minutengenau nach der im Büro verbrachten Zeit zu entlohnen, also wird
auch nur dort gearbeitet). Es gibt Berufe, da ist so etwas entscheidend
für das eigene "Überleben" (Mordkommissar, Pathologe,
Katastrophenhelfer,...), daher gehe ich davon aus, dass Jeder das lernen
kann. Als Selbständiger sieht die Sache schon wieder deutlich anders
aus, da man ausschließlich "in die eigene Tasche arbeitet"; allerdings
muss man auch hier unbedingt lernen, ein Gleichgewicht zwischen Arbeit
und Entspannung zu finden, sonst kann das ganz schnell ein böses Ende
nehmen (Burn-Out, Zusammenbruch etc.).
Marktcheck schrieb:> ich arbeite bei einem Auto-OEM.
Sei froh, da kommen ja nicht viele rein.
Marktcheck schrieb:> Mir persönlich fällt es schwer, damit klar zu kommen. Bin oft schlaflos> und frustriert, weil ich meine Aufgaben nicht im Griff habe, sondern sie> mich.> Ich bin eher Perfektionist und Arbeite lieber langsam und genau, und> unendlich belastbar bin ich nicht.
Dein Problem ist, dass du deinen Job persönlich nimmst. Großer Fehler!
Gelang zu der Einstellung, dass du nicht jeden morgen aufstehts, um auf
der Arbeit Freunde zu finden oder dich selber zu verwirklichen, sondern
einfach, weil du das Geld willst
.
Firmen laber gerne diese Schwachsinn, von der Gemeinschaft, der großen
Familie und dem "gemeinsam was bewegen". Mach dir klar, dass du nicht in
ner scheiß Sekte bist.
Wir sind Ingenieure, unser Job hat keine soziale Komponente, bringt
keine persönliche, menschliche Befriedigung. Das ist bei Ärzten,
Sozialarbeitern und Lehrern vielleicht anders, weil die mit Menschen
arbeiten, aber das tun wir nicht. Wir baun Zeug - und zwar für Geld -
damit andere mit dem Zeug wieder Geld verdienen können. Ende.
kaese schrieb:> - Distanziere dich von deinem Job und schaffe dir einen Ausgleich
100% Zustimmung.
Bevor du zum Arzt gehst, versuch es mit Ausdauersport.
Laufen, Rennradfahren, Schwimmen. Das baut Stress ab
und macht die "Birne" frei. Aber du musst es regelmäßig
machen 2-3mal pro Woche und keine neuen Ziele setzten
(in einem Jahr lauf ich den Marathon).
Die Idee mit den Psychiater bzw. Psychotherapeuten wird
schwierig. Die Praxen sind überlaufen und Pillen sind
nur eine Lösung bei schweren Fällen.
In der VHS einer Großstadt findet man viele Kurse
zum Entspannungstraining. Ich habe z.B. zwei
Jahre lang Joga gemacht.
Reinhard ## schrieb:> Bevor du zum Arzt gehst, versuch es mit Ausdauersport.> Laufen, Rennradfahren, Schwimmen. Das baut Stress ab> und macht die "Birne" frei. Aber du musst es regelmäßig> machen 2-3mal pro Woche und keine neuen Ziele setzten> (in einem Jahr lauf ich den Marathon).
Also das ist schon durchaus abgehoben: Ein Mensch, der in Beruf und auch
in der Freizeit am Limit laufen soll. ;-)
Manche haben da die Birne nicht mehr frei, und mutieren nur noch mit
ihrem Kampfsport im Kopf.
Ich lief auch mal eine Weile Ausdauerstrecken, aber das sollte nicht
durchgängig fürs ganze Leben sein. Wo soll das denn hin führen? Ein
Überstundenjob und privat Sportausgleich, und es bleibt keine Stunde
mehr für Muße und andere Dinge? Der Tag hat nur 24 Stunden.
Alles für den Job? Das ist keine wirkliche Work-Life-Balance. Ich würde
gerne bei Bekannten, im Kino, im Restaurant oder der Kneipe sitzen,
statt Sport for the Job zu machen.
Für den Freizeitausgleich/Stressabbau eignet sich eine Frau ganz
besonders.
Hier ist's auch ganz schön stressig Deadline bis Montag(!). Nach der
Nacht mit meiner Frau sind meine Gedanken wie ausgewechselt, Stress? Was
ist das!
Wenn's fertig wird ok, wenn nicht Pech gehabt das Projekt lebt auch mit
einem Tag Verzögerung, aber warscheinlich geht sich ohnehin alles aus.
Fazit die richtige Frau sollte es einem erleichtern :-)
Genau, leg dir eine Familie zu! Dann hast du einen sehr guten Grund,
pünktlich Feierabend zu machen. Und du schaltest automatisch sofort nach
der Arbeit ab, wenn dir das Kind in die Arme gelaufen kommt. Seit ich
Kinder habe, mach ich auch nur noch so viel Überstunden, dass ich ab und
an mal einen Tag zeitausgleich nehmen kann, und die Projekte gehen
genauso wie vorher. Du hast deinem Arbeitgeber eine Anzahl Stunden pro
Tag/Woche/Monat verkauft, wieso schenkst du ihm freiwillig soviel dazu?
"Arbeite klug, nicht hart."
(Deutsches Sprichwort)
Muss aber zugeben, dass ich auch abends, wenn die Kinder im Bett sind,
immer mal noch eine Idee bekomme und dann evtl. eine halbe Stunde was
programmiere oder simuliere. Man ist halt immer Ingenieur.
Wilhelm F. schrieb:> Alles für den Job? Das ist keine wirkliche Work-Life-Balance. Ich würde> gerne bei Bekannten, im Kino, im Restaurant oder der Kneipe sitzen,> statt Sport for the Job zu machen.
Es gibt nur einen Grund keinen Sport zu machen: Faulheit. Man fühlt sich
mit körperlicher Bewegung einfach wohler. Das gehört auch dazu, wie im
Restaurant und in der Kneipe sitzen. 30 Minuten am Tag reicht schon, die
Zeit hat man. Vor allem wenn man Zeit hat in Foren zu daddeln.
Golem Golem schrieb:> Wilhelm F. schrieb:>> Alles für den Job? Das ist keine wirkliche Work-Life-Balance. Ich würde>> gerne bei Bekannten, im Kino, im Restaurant oder der Kneipe sitzen,>> statt Sport for the Job zu machen.>> Es gibt nur einen Grund keinen Sport zu machen: Faulheit. Man fühlt sich> mit körperlicher Bewegung einfach wohler. Das gehört auch dazu, wie im> Restaurant und in der Kneipe sitzen. 30 Minuten am Tag reicht schon, die> Zeit hat man. Vor allem wenn man Zeit hat in Foren zu daddeln.
Nöö, sorry, negativ. Ich kenne und kannte keinen einzigen so. Die
allermeisten Menschen ziehen Geselligkeit einem Einzelkampf deutlich
vor.
HV schrieb im Beitrag #3436186:
> Wenn man heute tot umfällt wird man morgen einfach ersetzt. Ende.
Jeder ist ersetzbar. Eben wie ein altes Zahnrad. Also, verschwendet
nicht zuviel Herzblut in eure Jobs. Schon garnicht in Zeiten, wo
angeblich die Steuereinnahmen wie Honig fließen. Jetzt ist es an der
Zeit, auch mal an sich selbst und seine Lieben zu denken.
Wer ewig sät und pflügt und niemals erntet, der verhungert im
bankenorientierten Schlaraffenland. Jetzt ist es an der Zeit, sich als
Schaffender auch mal auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Mutti sei Dank!
Habe früher teilweise monatelang 15/7 gearbeitet. War gar nicht schlimm,
denn ich machte die Arbeit gern und Geld gab es auch reichlich.
Als ich weniger machte und dafür privat mehr, da fiel ich dann mal
irgendwann um - einige Male.
Heute mache ich auch nicht mehr viel, aber das hat andere Gründe.
Sich selbst hetzen sollte man schnell verlernen und dann macht es auch
nichts, wenn der Tag zwölf Stunden hat. Aber immer nur, wenn man es
selbst will.
Patrick schrieb:> Du must Dir bewusst machen, dass eine Auslastung von 100%-110% vom> Management gewollt und damit "normal" ist - der Grund ...
Wer nie bei Siemens-Schuckert war bei AEG und Borsig
der weiß nicht was ne Quetsche ist, der hat Sie erst noch vor sich
Wir haben es in 100 Jahren wahrlich weit gebracht.
Mein Job ist oft abwechslungsreich und ich komme vor allem auch mal
bei Dienstreisen aus dem Büro raus was je nach Kollegenkreis auch mal
eine Erholung sein kann :).
Wir haben bei uns 38h/W mit Zeitkonto, welches ich als junger Ing. auch
immer schön "bestundet" habe. Das hat sich aber nun bei mir drastisch
geändert. Ich halte mich mit +/- 1h an die Wochenstunden und gehe
meistens pünktlich zu einer von mir festgelegten Zeit. Das hilft schon
mal viel, wenn man für sich selbst hier ein Zeitlimit setzt und kein
Wettrennen mit den Kollegen startet, wer es denn am längsten im Büro
durchhält und auch noch um 19:00 E-mails schreibt.
Es gibt sogar bei uns Kollegen, die regelmäßig an ihr Stundenlimit vom
Zeitkonto kommen und dann von der Persa und Vorgesetzten darauf
aufmerksam gemacht werden und dann in den "Zwangsurlaub" geschickt
werden. Das spricht sich natürlich dann rum, und jeder denkt, was für
ein klasse Typ, der Arbeit richtig was. Da kann ich nur lachen...
Wenn die Arbeit mal zu viel wird, dann muss man das mit seinem
Vorgesetzten besprechen. Da gibt es immer eine Lösung wie man Arbeit
umverteilen kann. So sind jedenfalls meine Erfahrungen. Wenn das nicht
funktioniert, dann taugt die Führungskraft nichts und man muss nicht
immer den Fehler bei sich suchen!
Zudem sollte man die Pausenzeiten auch effektiv zur Abspannung nutzen.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber Kantine ist bei mir zum no go
geworden. Hier spricht man mit seinen Kollegen doch fast immer wieder
über die Arbeit. Ich mache oftmals alleine Pause und das tut dann auch
mal gut, auch wenn man das Gefühl bekommt, nicht dazu zu gehören. Aber
da sind wir wieder beim Thema "Sekte"/Gruppenzwang...
Gute Nacht :)
Sebastian schrieb:> Das spricht sich natürlich dann rum, und jeder denkt, was für> ein klasse Typ, der Arbeit richtig was. Da kann ich nur lachen...
Kenne ich auch so Typen. Oft sind das welche, die 5 Stunden für eine
einfache Aufgabe brauchen, die ich in der Frühstückspause (naja, sagen
wir in einer Stunde ;-)) erledigt hätte.
Wilhelm F. schrieb:> Wo soll das denn hin führen? Ein> Überstundenjob und privat Sportausgleich, und es bleibt keine Stunde> mehr für Muße und andere Dinge?
Es muss ja nicht Laufen sein, es funktioniert auch Fahrradfahren,
Spazierengehen oder Nordic Walking. Hauptsache Bewegung. Wenn man Sport
und Bewegung nicht mehr als Ausgleich empfindet, hat man ein größeres
Problem, bei dem dann wohl nur noch ein Therapeut wirklich helfen kann.
Daheim vor dem Computer oder Fernseher zu vergammeln hat übrigens nichts
mit "Muße" zu tun.
jink schrieb:> Stress in einem Konzern? Machst du Witze? Wenn du nicht pünktlich fertig> wirst, juckt das dort normalerweise keine Sau.
Stress ist in den allermeisten Fällen selbst verursacht. Es gibt Leute,
die problemlos ihre 80h-Wochen machen und keinerlei Stresssymptome
zeigen, weil sie ihren Traumjob gefunden haben, es gibt auch Leute die
sich neben dem Job in zahlreichen Hobbys betätigen, dass sie einen
volleren Terminplan haben als jeder Topmanager. Und es gibt Leute, die
von einem Halbtagsjob ohne Termindruck und einer Überdosis RTL so
gestresst sind, dass sie sich berufsunfähig schreiben lassen.
Claus M. schrieb:> Kenne ich auch so Typen. Oft sind das welche, die 5 Stunden für eine> einfache Aufgabe brauchen, die ich in der Frühstückspause (naja, sagen> wir in einer Stunde ;-)) erledigt hätte.
Oh ja, die kenne ich auch. Ich habe Kollegen, die können noch nicht
einmal vernünftig 10-Finger-System tippen und schreiben ihre E-Mails mit
jämmerlichen 40 Anschlägen pro Minuten. Und dann brauchen die noch ewig,
um die Mail zu formulieren. Das Ergebnis ist, dass sie selbst für einen
Zweizeiler mindestens eine Viertel Stunde brauchen und dann natürlich
überall lautstark herumjammern, dass sie so viele E-Mails zu bearbeiten
haben und gar nicht mehr mit ihrer Arbeit hinterher kommen. Die selben
Leute prahlen dann natürlich auch mit Überstunden und wie wichtig sie
für die Firma sind, weil sie so viel arbeiten. Das Dumme ist, dass ich
die gleiche Arbeit locker in einem halben Tag erledigt. Nur kann man die
Arbeit eben so leicht nicht messen, weil man oft genug auf die Zuarbeit
dieser ultralangsamen Kollegen angewiesen ist und selbst dann nicht
weiterkommt und so eben auf die gleiche Geschwindigkeit ausgebremst
wird. Der einzige Vorteil ist, dass man genug Zeit hat, um sich mit
Grundlagen zu befassen.