Ein Hochmischen auf eine ZF über der höchsten zu empfangenen Frequenz
hat den Vorteil, das man Speiegelfrequenzprodukte einfach mit einen
Tiefpass am Eingang beseitigen kann. Man braucht dann kein mitlaufendes
Filter ( mit all seinen Problemen ) am Eingang. Das wendet man bei
Spektrumanalyzer und Messempfänger auch heute noch an, bei
professionellen KW Empfängern auch.
Es hat aber den Nachteil, das die Flankensteilheit nicht so hoch ist,
wie bei einer niedrigeren ZF.
Deswegen mischt man ein zweites mal auf eine Niedrigere ZF, welche aber
immer noch hoch genug ist, um Spiegelfrequenzprobleme auf der ZF Ebene
zu vermeiden. ( meistens 10,7MHz ).
Bei Amateurfunkempfängern war früher eine ZF von 9MHz beliiebt, eben
weil man mit dem selben VFO Frequenzbereich zwei Bänder erreicht hat.
Man ist dann irgendwann auf eine ZF von um die 70MHz übergegangen, um
den Spiegelfrequenzproblemen aus dem Weg zu gehen. Anfangs hatte man
auch hier einen Tiefpass am Eimgang eingesetzt. Man hatte als
willkommender Nebeneffekt einen durchgehenden Empfangsbereich von nahe
0-30MHz
Es stellte sich aber sehr schnell raus, das die Summe aller Signale auf
Kurzwelle den ersten Mischer übersteuerte, Insbesonders die
Rundfunksender im 40m Band und die Mittelwellensender machten dann
Probleme mit Intermodulationen im ersten Mischer.
Darauf hat man dann als Filter im Eingang fest abgestimmte umschaltbare
Bandpässe angeordnet, welche immer noch einfacher zu handhaben war, als
mitlaufende Filter von 1-30MHz.
Das Konzept hat halt den Nachteil, das auf der hochliegende ZF die
Quarzfilter nicht die Flankensteilheit haben , wie bei einer niedrigeren
ZF.
Zwischenzeitlich gehen einige Afunkhersteller wieder dazu über , die
erste ZF bei ca 9 MHz anzusiedeln, um dann weiter auf ca 40KHz
runterzumeischen.
Hier folgt dann eine digitale Signalverarbeitung, welches heute in
nahezu allen KW Empfängern werkelt.
Man verzichtet dann auf den durchgehenden Empfangsbereich.
Das Rauschen auf KW spielt m.E. eigentlich eine untergeordnete Rolle,
weil das atmosphärische Rauschen und erst Recht das Hintergrundrauschen
durch technischen Müll an einer halbwegs funktionierenden Antenne ein
vielfaches stärker ist, als das Eigenrauschen auch eines schlechten
Empfängers.
Allenfalls mit einen Schraubenzieher im Blumentopf als Antenne könnte
das Eigenrauschen des Empfängers eine obergeordnete Rolle spielen.
Sonst ist eher Grosssignalfestigkeit gefragt.
Ralph Berres