Hallo Miteinander,
habe mich bei einem großen Münchner Unternehmen beworben, welches nach
IG-Metall Tarif vergütet und frage mich nun, mit welcher ERA Stufe ich
rechnen kann.
Die Stellenbeschreibung spricht von Teilprojektleitung bzw.
architektureller Tätigkeit im Bereich E-Technik.
Ursprünglich habe ich ein FH Diplom, dann erste fünf Jahre
Berufserfahrung.
Anschließend ein weiteres Master-Studium an der TUM mit sehr gutem
Abschluss und nun weitere fünf Jahre Berufserfahrung als
wissenschaftlicher Mitarbeiter. Demnächst dann hoffentlich Dr.-Ing.
Prüfung, allerdings deutlich später als der mögliche
Einstellungszeitpunkt.
Die zehn Jahre Berufserfahrung sind zum größten Teil relevant für die zu
besetzende Stelle.
Vielleicht hat jemand Erfahrung im IG-Metall Tarifjungle und kann mir
einen Tipp geben, welche Einstufung hier angemessen wäre ?
Vielen Dank an Euch,
Gruß,
M.
Der Master ist hier der relevante Abschluss, d.h. die Berufserfahrung
davor zählt in etwa soviel wie die eines Facharbeiter/Meisters wenn man
sich als Bachelor bewirbt. War das eine volle Stelle als
wissenschaftlicher Mitarbeiter? (Wenn Nein und zudem noch mit Lehranteil
etc. (zudem noch ÖD) kannst du max. 50% Ansätzen ggf. weniger wegen der
Lehre etc.)
Die Rückkehr in die heile Welt der Hochschule dürfte allgemein als
Flucht vor der Industrie gewertet werden - sei froh wenn du eine E10
Stelle erhälst. (Man weiss ja nicht vielleicht gehst Du in paar Monaten
wieder zurück an die Uni um dann zu habilitieren... (und lässt dann
Projekte zurück etc.) ))
yannik schrieb:> Der Master ist hier der relevante Abschluss, d.h. die Berufserfahrung> davor zählt in etwa soviel wie die eines Facharbeiter/Meisters wenn man> sich als Bachelor bewirbt
Was für ein Bullsh***.
yannik schrieb:> Der Master ist hier der relevante Abschluss
Nein, auch die Promotion wird berücksichtigt, auch wenn sie noch nicht
abgeschlossen gilt. Allerdings ist der Stellenwert tatsächlich eher
gering, dürfte nicht mehr zählen als 5 Jahre einschlägige
Berufserfahrung alleine.
Berufserfahrung als Ingenieur zählt natürlich, weil es sich ja um eine
Ingenieursstelle handelt, die auch ohne Promotion erfüllt werden könnte.
Vielen Dank für die weiteren Antworten. Es war übrigens eine volle
Promotionsstelle ohne Mitarbeit in der Lehre…nur Engineering....vom
Anleiten von Studenten bei Abschlussarbeiten einmal abgesehen….
yannik schrieb:> Erhält man als wissenschaftlicher Mitarbeiter (der eine Promotion> abgelegt hat) eigtl. ein Arbeitszeugnis? Wenn ja, schreibt das der> Prof.?
Ja, erhält man, auch ohne Promotion. Ja, das schreibt der Prof.
Natürlich kanns auch genauso wie zuweilen in der Wirtschaft laufen, daß
der keine Lust hat, den Arbeitnehmer selbst schreiben läßt, und dann nur
unterschreibt.
Aber vom Grundsatz her stimmt das schon.
Marc schrieb:> Die Stellenbeschreibung spricht von Teilprojektleitung bzw.> architektureller Tätigkeit im Bereich E-Technik.> [,,,,]> Anschließend ein weiteres Master-Studium an der TUM mit sehr gutem> Abschluss und nun weitere fünf Jahre Berufserfahrung als> wissenschaftlicher Mitarbeiter. Demnächst dann hoffentlich Dr.-Ing.> Prüfung, allerdings deutlich später als der mögliche> Einstellungszeitpunkt.
Auch wenn es heisst, dass bei ERA die Einstufung von der Stelle abhängt
und nicht vom Kandidaten, kannst du trotzdem davon ausgehen, dass die
persönliche Qualifikation sehr wohl berücksichtigt wird.
Dein Unternehmen wird hier sicherlich etwas Spielraum haben.
Nachdem du deine Promotion so gut wie abgeschlossen hast (Diss
eingereicht, es gilt nur noch die Disputation durchzuziehen), gehe ich
stark von folgendem Angebot aus:
ERA 11a zum Einstieg, darauf kommt noch ein Münchenbonus von >5% und
<10%.
Hallo Miteinander,
erstmal zu den Arbeitszeugnissen: Ich hatte es jetzt noch nicht
mitbekommen, dass ein Kollege sich eines hat ausstellen lassen. Hab grad
mit meinem Prof. darüber gesprochen. Üblich scheint hier ein kurzer
Anruf der Personalabteilung beim Prof. zu sein. Zumindest bei uns ist
das schon öfters vorgekommen. Bei abgeschlossenen Promotionen ist die
Note auch ein guter Anhaltspunkt. Originalzitat: "Wenn es sein muss,
stelle ich ihnen aber gerne ein Zeugnis aus…."
Hab inzwischen Feedback bekommen von zwei IG-Metall Unternehmen, eins
direkt in München, das andere etwas außerhalb. Die Einschätzung mit der
Einstufung 11a ist beim Münchner Unternehmen ganz exakt getroffen,
allerdings bekommt man das auch direkt nach einer erfolgreichen oder
kurz vor dem Abschluss stehenden Promotion. Zusätzlich gibt es noch eine
München Zulage von ein paar Prozentpunkten. Auf Rückfrage wurde mir
gesagt, dass man hier nur in etwa die Hälfte der gesamten Erfahrung
berücksichtigen könnte.
Das Unternehmen außerhalb hat mir direkt eine 12a Stelle angeboten, die
Stellenanforderung passt sehr gut auf meine bisherigen Tätigkeiten und
ich wäre von Anfang an als Architekt tätig. Außerdem ist die Stelle bis
in den AT-Tarif entwickelbar. Thematisch ist es jedoch eher die
unspannendste Stelle bis jetzt.
Naja, jetzt kommt die Qual der Wahl, es gibt noch 2 andere Angebote
außerhalb von München. Das eine Unternehmen hat nur 30 Mann, das
Gehaltsangebot liegt aber nur knapp unter dem IG-M 11a Tarifangebot
genauso wie das eines anderen mittelständischen Unternehmens mit ca.
1000 Mitarbeitern. Dafür aber beide sehr interessant und herausfordernd.
Werde mich über die Feiertage überlegen, was für mich am sinnvollsten
ist.
Noch einmal vielen Dank für die zahlreichen und zutreffenden Antworten,
sie haben mir sehr geholfen!
Marc schrieb:> Hab inzwischen Feedback bekommen von zwei IG-Metall Unternehmen, eins> direkt in München, das andere etwas außerhalb.
[...]
> Naja, jetzt kommt die Qual der Wahl, es gibt noch 2 andere Angebote> außerhalb von München.
Gratulation zu diesem äußerst erfolgreichen Bewerbungsprozess!
Das sollte den ganzen Miesmachern hier im Forum mal zu denken geben ;)
Du bist jetzt in einer äusserst komfortablen Position. Meiner Meinung
nach machen 2-3k Euro mehr oder weniger nicht viel aus.
Viel interessanter ist hier das Aufgabengebiet und die
Zukunftsperspektive.
Jetzt habe aber ich noch zwei Fragen, aus reiner Neugier:
Wie alt bist du?
Sind dir 35 oder 40h Verträge angeboten worden?
Vielen Dank,
der Prozess hat auch viel Nerven gekostet und war sehr zeitaufwendig. Es
gab einige Bewerbungen, auf die ich trotz Nachfrage keine Antwort
bekommen habe. Kann hier nur wirklich empfehlen dran zu bleiben, sich
nicht entmutigen zu lassen und die nächste Bewerbung zu schreiben. Die
letzte war mir mir die finanziell attraktivste.
Hier noch die fehlenden Randbedingungen.
Insgesamt denke ich auch, es wird nicht das Gehalt sondern die Tätigkeit
und der Ruf des Unternehmens entscheiden, der Sprung von 11a nach 12a
ist Netto weniger als 7%.
Momentan bin ich 38, zum Einstellungszeitpunkt dann 39J alt.
Beide Angebote sind 35h Verträge mit Zusatzvertrag, um auf 40h zu
kommen. Es wurde aber gesagt, dass diese nicht beliebig verlängert
werden können. Das Brutto-Gehalt wird dabei einfach linear angepasst.
Ich wuerde mich an EG 12 orientieren.
EG 11 fuer Promovierte plus 5 J. BE vor dem Master-Studium ergibt mind.
EG 12. In frueheren Zeiten waere AT selbstverstaendlich gewesen.
Jo S. schrieb:> In frueheren Zeiten waere AT selbstverstaendlich gewesen.
Die ERA11 sind ja nicht für immer gesetzt, sondern nur das
Einstiegsgehalt. Wenn man was taugt ist man ganz schnell auf AT.