Bei mir in der Stadt gibt es die letzte deutsche TH und eine große FH.
An den diversen Großinstituten, mit teilweise mehr als 1000
Angestellten, sind Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter
ausgeschrieben. Dabei wird explizit ein TH/TU/Uni Abschluss gefordert.
Ich frage mich, ob das nicht Berufsdiskrimnierung FH Absolventen durch
eine staatliche Einrichtung ist?
Private Unternehmen können Einstellen, wen sie wollen, aber hier geht es
um Einrichtungen, die vom Steuerzahler finanziert werden, auch von der
Lidl-Kassiererin oder dem Schreiner, der nie studiert hat.
Die Behauptung, dass ein TH/TU/Uni-Absolvent alleine durch seinen
Abschluss zum wissenschaftlichen Arbeiten geeignet ist, ist genauso
lächerlich, wie die Annahme, dass ein FH-Absolvent es grundsätzlich
nicht ist.
(Noch am Rande: Als Hiwi werden FH-Studenten oft genommen.)
Schalker schrieb:> Berufsdiskrimnierung
Auf keine Fall, bewerben kann sich doch jeder, in der
Stellenausschreibung stehen doch nur die Vorstellungen über den
Bewerber. Der kann sich darauf mit einem Angebot mit seinen
Eigenschaften bewerben kann.
Wenn du dich für diese Stelle geeignet siehst, dann bewirb dich doch
einfach mal!
Natürlich ist ein FH Abschluss anders (ohne Wertung!) als ein
Uniabschluss. Ansonsten könnte "ja jeder" daherkommen und sagen: Meine
Berufsausbildung ist ja so ähnlich, ich könnte das auch machen.
Schalker schrieb:> wissenschaftliche Mitarbeiter ...
... werden ueblicherweise an wissenschaftlichen Hochschulen ausgebildet.
An einer FH wird praxisorientiert, aber nicht wiss. ausgebildet. Das ist
der Grund fuer die formale Unterscheidung und nach dem uralten oeffentl.
Dienstrecht werden diese wiss. MA im hoeheren Dienst angestellt und
entsprechend hoeher verguetet. Faktisch ist das Unfug, aber das spielt
beim Staatsmoloch keine Rolle.
Vielleicht kannst du mit einem Master-Studium die geforderte formale
Qualifikation nachweisen. Eventuell reicht sogar ein laecherliches
Hobbyfach aus.
Frag nach und gib uns hier bescheid!
Schalker schrieb:> Ich frage mich, ob das nicht Berufsdiskrimnierung FH Absolventen durch> eine staatliche Einrichtung ist?
Kommst wohl vonner FH?
Hättest du gleich an der TU studiert, würdest du jetzt nicht
rumjammern...
Dipl-Ing schrieb:> Kommst wohl vonner FH?> Hättest du gleich an der TU studiert, würdest du jetzt nicht> rumjammern...
Es geht nicht ums jammern, es ist halt eine grundsätzliche Frage, die
ich mir Stelle.
Für alle anderen: Ja ich rede von der RWTH.
Zum Patentanwalt wird man allg. auch nur mit dem Master einer
wissenschaftlichen Hochschule zugelassen
http://www.patentanwalt.de/kammer/doc/3_2010_Stellungnahme.pdf .
Des Weiteren steht dort doch TH
TH Wildau
Technische Hochschule Mittelhessen
etc. sind alles FHen und bezueichnen sich dennoch als TH. Grundsätzlich
kann man natürlich mit einen akkreditierten Master einer FH auch in den
höheren Dienst einsteigen ggf. einfach bewerben und sehen was passiert.
Welcher Abschluss liegt vor Master, Bachelor od. ein
Präbolognaabschluss?
lutz h. schrieb:> Es wäre schön wenn es eine Karte geben würde, auf der die Wertigkeit des> Abschlusses europaweit einheitlich bewertet würde.
Und wie bestimmt man die "Wertigkeit" eines Abschlusses? Mal abgesehen
davon bezweifel ich, dass die deutschen Abschlüsse, egal ob FH oder Uni,
dabei international besonders gut wegkommen. Gerade im Vergleich zu
diversen teuren "Bezahlhochschulen" in Westeuropa.
> Es wäre schön wenn es eine Karte geben würde, auf der die Wertigkeit des> Abschlusses europaweit einheitlich bewertet würde.
1. Bologna konforme Abschlüsse sind in Vertragsstaaten gleichwertig und
dieses wird durch die Akkreditierung gewährleistet.
2. EQR etc.
3. "teuren "Bezahlhochschulen" in Westeuropa"
Zumindest in den internationalen Ranking steht die TU München im Bereich
Ingenieurwissenschaften im unteren Bereich der Top-Hochschulen Europas.
(Absolventen der ETH Zürich dürften aber tendenziell schon den besseren
Ruf haben)
lutz h. schrieb:> Es wäre schön wenn es eine Karte geben würde, auf der die Wertigkeit des> Abschlusses europaweit einheitlich bewertet würde.
Der Wunsch nach absoluter Einheitlichkeit klingt auf den ersten Blick
sehr schön, widerspricht aber der Natur des Menschen und seiner Kultur.
Individualität ist unverzichtbar für das menschliche Zusammenleben und
absolute Gleichschaltung ist sehr ungesund.
Antimedial schrieb:> Der Wunsch nach absoluter Einheitlichkeit klingt auf den ersten Blick> sehr schön, widerspricht aber der Natur des Menschen und seiner Kultur.> Individualität ist unverzichtbar für das menschliche Zusammenleben und> absolute Gleichschaltung ist sehr ungesund.
Würde auch der Freiheit der Lehre widersprechen.
Autor: Schalker (Gast)
>Antimedial schrieb:>>> Der Wunsch nach absoluter Einheitlichkeit klingt auf den ersten Blick>> sehr schön, widerspricht aber der Natur des Menschen und seiner Kultur.>> Individualität ist unverzichtbar für das menschliche Zusammenleben und>> absolute Gleichschaltung ist sehr ungesund.>>Würde auch der Freiheit der Lehre widersprechen.
Der Modulplan ist Teil der Akkreditierung und Studiengänge zumindest an
FHen müssen vom Bildungsministerium genehmigt werden. D.h. sollte ein
Studiengang wegen den Inhalt eines Moduls nicht akkreditiert werden
können, muss dieses Modul de facto angepasst werden, sollte der Prof am
ende einfach sein "Ding" machen, kann eine Reakkredtierung nicht
stattfinden ergo so frei sind die Profs nicht.
Schalker schrieb:> Sind Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter> ausgeschrieben. Dabei wird explizit ein TH/TU/Uni Abschluss gefordert.
Werfe einen Blick in die Promotionsordnung der jeweiligen Einrichtung...
einige bieten die Möglichkeit, das auch FH'ler promovieren können - der
Sinn einer WMA Stelle sieht in der Regel eine Promotion vor.
Der FH'ler fängt mit E10/E11 an, legt zusätzliche Prüfungen ab, dazu
eine schriftliche Arbeit - dann hat er die Vorraussetzungen für die
Promotion erfüllt, wird auf E13 umgruppiert und darf promovieren.
Ich würde aber den Weg über einen Master empfehlen... weniger stressig.
Was hält Dich ab, Dich einfach auf eine WMA Stelle zu bewerben?
Ich verstehe das Problem nicht. Jede Institution und auch jede Firma hat
das Recht, sich den einzustellen, den sie will. Wenn sie dann aus
Gründen verfehlter Titelfokussierung den Falschen bekommt, hat sie ja
selber den Schaden.
Mit Gleichberechtigung hat das nichts zu tun. Letztlich wird der Prof in
seinem Institut nur den nehmen und dulden und nehmen, der ihm passt.
Egal, ob es Frauen- Behinderten oder FH-Ingenieur-Quoten gibt.
Jeder Boss nimmt den, dessen Nase ihm passt.
So ist das Leben!
mich als Konservativer wundert in in diesem Land gar nichts mehr. Durch
die sozialistische Gleichmacherei sehen die Linken überall
Diskriminierung. Bald wird es auch Diskriminierung sein, wenn man einen
1,0 Absolvent einem 4,0 Absolventen vorzieht. Wenn das so weiter geht,
muss selbst ein Strip Club für Hetero Frauen weibliche Stripperinnen
einstellen, weil das wäre ja sonst Diskriminierung.
Schalker schrieb:> Die Behauptung, dass ein TH/TU/Uni-Absolvent alleine durch seinen> Abschluss zum wissenschaftlichen Arbeiten geeignet ist, ist genauso> lächerlich, wie die Annahme, dass ein FH-Absolvent es grundsätzlich> nicht ist.
Wenn dies deine Meinung ist dann bewirb dich einfach.
lutz h. schrieb:> Es wäre schön wenn es eine Karte geben würde, auf der die Wertigkeit des> Abschlusses europaweit einheitlich bewertet würde.>> Gruß
Und wer wählt die Bewerter nach welchen Kriterien aus?
konservativer_Gesellschaftskritiker schrieb:> mich als Konservativer wundert in in diesem Land gar nichts mehr. Durch> die sozialistische Gleichmacherei sehen die Linken überall> Diskriminierung. Bald wird es auch Diskriminierung sein, wenn man einen> 1,0 Absolvent einem 4,0 Absolventen vorzieht. Wenn das so weiter geht,> muss selbst ein Strip Club für Hetero Frauen weibliche Stripperinnen> einstellen, weil das wäre ja sonst Diskriminierung.
Hmm, was machen wir wenn auf dem Mars intelligentes Leben gefunden wird?
Wie behandeln wir die "gleich"?
Gegenfrage: Wenn du in die Forschung willst, warum hast du dann nicht an
einer TH oder TU studiert?
Der Thread ist genau so sinnvoll, als wenn sich jemand mit mittlerer
Reife aufregt, daß er nicht an einer TH studieren darf.
Kannst ja noch einen Master an einer TH/TU dranhängen.
Udo Schmitt schrieb:> Gegenfrage: Wenn du in die Forschung willst, warum hast du dann nicht an> einer TH oder TU studiert?> Der Thread ist genau so sinnvoll, als wenn sich jemand mit mittlerer> Reife aufregt, daß er nicht an einer TH studieren darf.> Kannst ja noch einen Master an einer TH/TU dranhängen.
ja dann müsste man aber Leistung zeigen. Und Linke sind immer
leistungsfeindlich. Die Linken wollen, dass es immer alles gibt, für
jeden und zwar sofort und am Besten ohne Gegenleistung.
Udo Schmitt schrieb:> Gegenfrage: Wenn du in die Forschung willst, warum hast du dann nicht an> einer TH oder TU studiert?> Der Thread ist genau so sinnvoll, als wenn sich jemand mit mittlerer> Reife aufregt, daß er nicht an einer TH studieren darf.> Kannst ja noch einen Master an einer TH/TU dranhängen.
Die dürfen doch!
Nennt sich Studium für beruflich Qualifizierte!
Irgendwann, so hoffe ich, wird der Tag kommen, an dem auch der
sozialistischste Linke es kapieren wird, dass Menschen niemals gleich
sein werden, auch wenn man noch so viele Förderprogramme einführt. Eine
Gesellschaft, in der alle das gleiche können und das gleiche verdienen,
wird nicht funktionieren.
Es muss immer Hierachien geben, in denen sich Stärkere durchsetzen.
Niemals wird es möglich sein, dass jeder alle seine Talente nutzen und
einsetzen können wird. Auch ich kann trotz meiner Position nicht alles
machen, wozu ich in der Lage wäre. Jede Position wird mit dem jeweils
Besten oder Billigsten besetzt. Daher vermarkte, bewerbe und teste ich
keine meiner Produkte, obwohl ich dazu in der Lage wäre. Es gibt einen
billigeren. Ich diskutiere sie auch nicht geschickt bei der
Geschäftsleitung durch, schwatze sie dem Bereichsleiter auf oder kümmere
mich um deren Gehäuse oder Design. Für diese Funktionen gibt es Bessere
bei uns, als mich.
Schon von daher macht es keinen Sinn, jeden und alles in alle Richtungen
entwickeln zu wollen und jedem alle Chancen zu geben. Am Ende bleiben
die meisten doch nur auf der Strecke.
Daher brauchen wir nicht noch mehr Studenten und vor allem braucht es
auch keine Meister oder Techniker im Studium, die nur aus
Gleichbehandlungsgründen auch noch studieren können sollen.
Und die wenigen Forscherstellen, die es an Unis zu vergeben gibt,
sollten daher mit den forschungswütigen Uni-Absolventen besetzt werden,
die so gut lernen und wiedergeben können, dass es für die 1.0en im
Studium gereicht hat. Die anderen 90% der Uni-Ingenieure, die nur zu 90%
so gut lernen können, machen halt was anderes. Die braucht es da nicht!
Und die FH-Ingenieure, die das nur zu 80% so gut können, braucht es da
überhaupt gleich garnicht nicht, von den Meistern ganz zu schweigen.
Schuster, bleib bei Deinen Leisten, heisst die Devise!