Hallo, ich muss Netzwerkverkehr einer Ethernet-Leitung analysieren (TCP,
UDP, Fehlersuche).
Kennt jemand ein bezahlbares, einfaches Gerät für diesen Zweck?
Oder könnte ich einen PC mit zwei Netzwerkschnittstellen dafür
missbrauchen?
D. V. schrieb:> Wireshark tut es nicht?
Nur wenn er einen Ethernet-HUB verwendet und am letzten Übergabepunkt
dort anklemmt. Eventuell müsste er einen Switch nehmen der ein
Monitoring-Port hat und dort mit WireShark sniffen!
Martin Schwaikert schrieb:> D. V. schrieb:>> Wireshark tut es nicht?>> Nimmt das auch wirklich ALLES auf, oder lässt es die NSA-Backdoors außer> Acht?
WireShark ist verpflichtet NSA-Backdoors auszublenden...
@Shark
Bist Du es, Wire?
Gib uns doch mal etwas mehr Details!
Baust du mit dem PC auch die Verbindung zu deinen Gerät auf,
oder willst du mitlauschen, wie sich 2 oder mehr Geräte
auf dem Ethernet unterhalten?
Hallo und danke für die schnellen Antworten! :-)
Ingo P. schrieb:> Baust du mit dem PC auch die Verbindung zu deinen Gerät auf,> oder willst du mitlauschen, wie sich 2 oder mehr Geräte> auf dem Ethernet unterhalten?
Ich will nur sniffen, ich habe auf die beiden Endgeräte keinen Zugriff.
Zwischen den Geräten passiert der Verbindungsaufbau in beide Richtungen
(TCP), und manche Pakete werden möglicherweise per UDP verschickt.
Ich bin darauf angewiesen, den Traffic von einem unabhängigen Gerät aus
zu beobachten, welches ich in eine bestehende Kabelverbindung reinhänge.
Deswegen suche ich ein Fertiggerät oder eine konkrete Anleitung, wie ich
einen PC als unabhängigen Sniffer ausrüsten kann.
Hmm.. schrieb:> D. V. schrieb:>> Wireshark tut es nicht?>> Nur wenn er einen Ethernet-HUB verwendet und am letzten Übergabepunkt> dort anklemmt. Eventuell müsste er einen Switch nehmen der ein> Monitoring-Port hat und dort mit WireShark sniffen!
Oder eben ein PC mit zwei Interfaces und einer korrekt(!) eingerichteten
Brücke. Das ist dann quasi ein Inline-Monitoring-Port.
...und richtige Bridge heißt: Ethernet Bridge:
http://linuxwiki.de/EthernetBridge
Da werden dann alle Ethernet-Frames weitegeleitet, wie es ein echter
Switch tun würde, nur eben in Software. Und Wireshark hört alles mit ...
:)
Bei mir stürzt die aktuelle wireshark - Version andauernd ab (auf XP).
Die älteren (ca. 2012) sind stabiler gewesen.
PC mit 2 Netzwerkkarten zwischenhängen funktioniert. Man muß einen
tunnel anlegen (ggf. etwas Setup-Gefrickel).
Helge A. schrieb:> Bei mir stürzt die aktuelle wireshark - Version andauernd ab (auf XP).> Die älteren (ca. 2012) sind stabiler gewesen.
Per RDP auf der Kiste ? Dann kann ich es nachvollziehen.
shark schrieb:> Ich bin darauf angewiesen, den Traffic von einem unabhängigen Gerät aus> zu beobachten, welches ich in eine bestehende Kabelverbindung reinhänge.>> Deswegen suche ich ein Fertiggerät oder eine konkrete Anleitung, wie ich> einen PC als unabhängigen Sniffer ausrüsten kann.
Wenn es kein Gigabit sein muss, dann such mal nach "passive ethernet
tap". Sowas hier in etwa: http://greatscottgadgets.com/throwingstar/
shark schrieb:> Hallo, ich muss Netzwerkverkehr einer Ethernet-Leitung analysieren (TCP,> UDP, Fehlersuche).> Kennt jemand ein bezahlbares, einfaches Gerät für diesen Zweck?
Ein normaler Switch lernt die MAC-Adressen der an seinen Ports
angeschlossenen Geräte und filtert dann den Netzverkehr. Das Zauberwort
um alle Pakete zu empfangen heisst port mirroring. Ich benutze dafür
GS108E
(http://www.heise.de/preisvergleich/netgear-prosafe-plus-gs108e-a673085.html).
Siehe auch https://www.youtube.com/watch?v=kCSRgbEMkWs.
Und dann an den Mirror-Port einen PC mit Wireshark, Windows oder Linux
ist egal.
LG, Sebastian
Bei Dualspeed Hubs, die vielleicht noch irgendwo aus einer Ecke gezogen
werden, drauf achten, daß die am Monitoring beteiligten Geräte mit der
gleichen Geschwindigkeit laufen. Bin deswegen selbst vor Jahren mal vor
einem Rätsel gestanden.
Danke euch allen für die vielen guten Ideen!
Thomas O. schrieb:> Oder einen Hub ohne Switch Funktion dann kann man doch auch alles> Mitsniffen.
Das klingt irgendwie logisch. Ich glaub der Throwing Star LAN Tap macht
das auch so.
Wo kriege ich einen Hub ohne Switchfunktion her? Gibt es kaum mehr,
oder?
shark schrieb:> Danke euch allen für die vielen guten Ideen!>> Thomas O. schrieb:>> Oder einen Hub ohne Switch Funktion dann kann man doch auch alles>> Mitsniffen.>> Das klingt irgendwie logisch. Ich glaub der Throwing Star LAN Tap macht> das auch so.
Nein. Der hat gar keine Elektronik und schließt einfach die RX-Leitungen
von zwei Ports an die durchgeschliffenen TX-Leitungen an. Deswegen
brauchst du bei dem zum Full-Duplex-Sniffen auch wieder zwei NICs.
shark schrieb:> Wo kriege ich einen Hub ohne Switchfunktion her? Gibt es kaum mehr,> oder?
Deswegen ja einen (besseren) Switch nehmen. Der eine Port Monitoring
Funktion bietet.
Oder (wie ebenfall schon gesagt) einen PC als Ethernet-Bridge
konfigurieren und dann den Traffic an einem (oder auch beiden)
beteiligten Interfaces mitschneiden.
XL
Thomas O. schrieb:> Oder einen Hub ohne Switch Funktion dann kann man doch auch alles> Mitsniffen.
Ein Hub ist ein Hub und ein Switch ist ein Switch. Ein Hub mit
Switch-funktionalität wäre mir neu, aber anders herum geht es. Siehe
unten.
Bei einem Hub kannst du den gesamten Trafic lesen, weil nicht gefillter
wird, und immer alles an alle geschickt wird.
Nimm einen Switch und sorge dafür das er in den Failopen-Mode schaltet
(z.B. per MAC-Flooding/Switch-Jamming), wenn du keinen Hub findest. Oder
wie oben beschrieben per ArpSpoofing. Sonst die Variante mit dem PC und
den zwei Karten.
Wenn du keine lust hast dir mühsam die benötigten Tools zusammen zu
suchen empfehle ich dir Kali Linux (ehemals BackTrack, basiert auf
Debian), das bringt all die schönen sachen mit wie Metasploit,
Wireshark, BeEf, dsniff, aircrack, tcpflow, armitage usw., also alles
was du für dein Vorhaben brauchst.
Have Fun
Ihr seid so gut und bringt so tolle Vorschläge, so dass ich mich kaum
entscheiden kann. :-) Aber ich bin neugierig und habe noch Fragen:
arpspoof leitet den Verkehr über einen anderen PC um, das ist eine
praktische Sache. ARP-Pakete kenne ich aus dem Traffic-Dump, da sind zum
Beispiel diese "Who-has...". hoffentlich bringen die veränderte
ARP-Pakete im Netzwerk sonst nichts durcheinander.
Zum Hub: Ich hab noch keinen reinen Hub gefunden, anscheinend will sowas
keiner kaufen. Wie erkenne ich bei einem Switch, ob er sich auch als
reiner Hub verwenden lässt? Dazu muss ich den Switch ja auf diese
Funktion umschalten. Bei den üblichen "Technischen Daten" der Switche
habe ich noch keinen mit einer solchen Funktion gefunden. Habt ihr einen
Tipp?
bei einem Hub erhalten alle Rechner alle Datenpakete ich denke hier
liegen jeweils alle Sende und Empangsleitungen parallel. Wenn ein
Teilnehmer senden habe die anderen Sendepause, das wird also mit jedem
Teilnehmer langsamer. Bei einem Switch werden die partner direkt
miteinander verbunden. Wenn als A mit C sprechen will, kann zur gleichen
Zeit B mit D sprechen.
Bei einem Hub wirst deine Hardware also auch nach Empfängern ausfiltern
müssen, bei einem Switch ist alles auf der Leitung für dies eine
Station, hier wird also ein Port Mirror einfach dadurch zu
bewerkstelligen sein das du dich auf die 2 Paare mit drauf hängst.
Vielleicht wäre seotwas für dich geeignet um sich einfach mit auf die
Leitung zu hängen
shark schrieb:> Zum Hub: Ich hab noch keinen reinen Hub gefunden, anscheinend will sowas> keiner kaufen. Wie erkenne ich bei einem Switch, ob er sich auch als> reiner Hub verwenden lässt? Dazu muss ich den Switch ja auf diese> Funktion umschalten. Bei den üblichen "Technischen Daten" der Switche> habe ich noch keinen mit einer solchen Funktion gefunden. Habt ihr einen> Tipp?
Diese Funktion hat jeder Switch. Ein Switch hat eine Tabelle im RAM
liegen von Port <-> MAC-Zuordnungen. Kommt auf einem Port ein
Ethernet-Frame an, wird die MAC in der Tabelle nachgeschaut und der
Frame auf dem zugehörigen Port wieder ausgegeben.
In die Tabelle passen, je nach Switch-Größe und -Preis, irgendwas
zwischen einigen hundert und etlichen tausend Einträgen.
Wenn die Tabelle voll ist, kann der Switch nicht mehr wissen, welche MAC
zu welchem Port gehört, deswegen geht er in den Failopen-Modus und
verhält sich wie ein Hub und sendet immer alles an jeden Port raus.
Also brauch man nur ein bissl MAC flooding machen um die Tabelle
überlaufen zu lassen.
Kaj schrieb:> Nimm einen Switch und sorge dafür das er in den Failopen-Mode schaltet
Aber er komme bitte nicht auf Idee, seine Kiste einfach in den gleichen
eh schon im Kundennetz vorhandenen Switch zu stopfen und diesen zu
flooden. Es könnte sonst passieren, dass er die anschliessende Begegnung
mit dem Admin nicht unbeschadet übersteht.
A. K. schrieb:> Kaj schrieb:>> Ein Hub ist ein Hub und ein Switch ist ein Switch.> Genau genommen ist ein Switch eigentlich ein "switching Hub". ;-)
Immer diese Körner picker... :P
shark schrieb:> Zum Hub: Ich hab noch keinen reinen Hub gefunden, anscheinend will sowas> keiner kaufen.
Richtig, sowas will heute keiner mehr kaufen, weils für große Netze halt
scheiße ist. Einen Hub kannst du für kleine LAN-Partys (um die 6 Leute)
nehmen, oder für versuchs aufbauten, sonst sind Hubs so gut wie
ausgestorben.
A. K. schrieb:> Kaj schrieb:>> Nimm einen Switch und sorge dafür das er in den Failopen-Mode schaltet> Aber er komme bitte nicht auf Idee, seine Kiste einfach in den gleichen> eh schon im Kundennetz vorhandenen Switch zu stopfen und diesen zu> flooden.
Muss ich erwähnen das so eine MAC-Flooding und ähnliches (auch Arp
Poisoning) aktion als Angriff gewertet wird, und sowas nur unter
zustimmung des Netzbetreibers oder im eigenen Netz erlaubt ist?! Ich
erwähne das hier doch lieber mal.
Also lieber shark, sowas darfst du nur, und ausschließlich in deinem
Heimnetzwerk machen, bzw. wenn du es in der firma machst, dann in einem
getrenten Netzwerk (z.b. Versuchsaufbau, 3 PCs ein Switch/Hub, keine
Verbindung zum restlichen Firmennetz), und/oder mit schriftlicher
genehmigung der Firma! Das verwenden einiger Tools kann je nach umstand
als Straftat geahndet werden ("Hackerparagraph")! (wenn du es in deinem
eigenen kleinen Netzwerk machst, entfällt der letze Satz!)
Grüße
Hallo!
arpspoof klappt prima, jedenfalls im getrennten Subnetz. In der
Produktivumgebung will ich das doch lieber nicht einsetzen.
Kropf schrieb:> http://www.netgear.de/products/business/switches/prosafe-plus-switches/gs105e.aspx#
Danke, hat mir überzeugt, steht nun vor meiner Nase. :-)
Leider verzweifle ich nun am Login: weder 192.168.0.1 noch 192.168.1.1
bringen eine HTML-Seite. Zwar liegt zusätzlich eine CD bei, aber die
Utilities sind für Windows (verwende ich nicht).
Grundsätzlich funktioniert der Switch, aber ich muss ihn ja
parametrieren - wegen dem Port-Monitoring.
Hat jemand eine Idee?
shark schrieb:> Leider verzweifle ich nun am Login: weder 192.168.0.1 noch 192.168.1.1> bringen eine HTML-Seite. Zwar liegt zusätzlich eine CD bei, aber die> Utilities sind für Windows (verwende ich nicht).> Grundsätzlich funktioniert der Switch, aber ich muss ihn ja> parametrieren - wegen dem Port-Monitoring.
Du musst zur Einrichtung des port mirroring einmalig die Utilities auf
einem Windows-PC installieren und benutzen. Wie in dem verlinkten
Youtube-Video oben erwähnt haben die GS105E/GS108E weder webserver noch
telnet command-line interface:
"What are the configurable features of ProSafe Plus Switch?
The user can configure the following features on the ProSafe Plus
Switch:
Port Mirroring
VLAN
QoS
Rate Limit
Broadcast Storm Filtering
How can I configure ProSafe Plus Switches?
To configure a ProSafe Plus Switch, install the configuration software
from the resource CD included with the device onto a Windows PC."
LG, Sebastian
Martin Maurer schrieb:> Schau mal hier:>> http://pcsupport.about.com/od/netgear-default-passwords/a/gs105e-default-password.htm>> 192.168.0.239 oder per DHCP vergeben
Danke, hab ich probiert, nützt leider nichts. Der Switch ist im Moment
das einzige Gerät, das am Rechner hängt, das heißt, die Switch-IP müsste
zuverlässig vorbestimmbar sein.
Sebastian Wangnick schrieb:> Du musst zur Einrichtung des port mirroring einmalig die Utilities auf> einem Windows-PC installieren und benutzen. Wie in dem verlinkten> Youtube-Video oben erwähnt haben die GS105E/GS108E weder webserver noch> telnet command-line interface:
OK, damit hatte ich nicht gerechnet. Dann ist der Switch für mich
wertlos und geht zurück. Schade... :-(
Andere Empfehlungen?
> OK, damit hatte ich nicht gerechnet. Dann ist der Switch für mich> wertlos und geht zurück. Schade... :-(>> Andere Empfehlungen?
Installier dir doch eben ne VM mit nem Windows und alles ist schick. ist
ja nun kein großer aufwand.
Grüße
shark schrieb:> Nochmal zum Netgear GS150E: da habe ich vorhin haarsträubende Sachen zum> Thema Sicherheit gelesen. Für mich wär das nicht relevant, weil ich nur> Tests damit machen will, aber für den normalen Einsatz schon.>> http://www.linux-magazin.de/Ausgaben/2012/10/Switch
Na ja, habe den billigsten genommen, den ich gefunden habe. Sollte auch
nur ein Beispiel sein und die HPs haben vermutlich auch irgendwelche
Macken. Ob die zB mit jedem Webbrowser gehen ... Mußt schon selbst
wissen, was du einsetzt/einsetzen kannst. Die guten werden immer weniger
bezahlbar (wo auch immer die Grenze liegt), haben Routereigenschften
sprich sind unübersichtlicher.
Die einzige Lösung bei der dir ein Admin nicht die Kabelpeitsche* näher
bringt heißt Mirror Port!
Wenn man das transparent machen will, sollte man das ohnehin unter
Realbedingungen tun. Einen Gigabit-Port auf 10 oder 100Mbit zu drosseln,
nur um einen gammeligen Hub anschließen zu können, entspricht nicht
gerade Transparenz. Da kommen längst tot geglaubte Techniken wie die
Kollisionserkennung im Ethernet wieder hoch...
Die HP 1810G-8 und 24 gehen mit IE und Firefox. Chrome und Obstsoftware
habe ich nicht probiert. Es geht also definitiv auch von Linux aus.
Die einfachen Switches sind nunmal generell nicht manageable oder haben
nur Web-Oberflächen.
Erst ab der 2600er/2900er Serie gibts bei HP ne CLI, und vorher macht
natürlich auch ein RS232 keinen Sinn.
Man muss nur aufpassen wenn man das Management-VLAN bei der 1810G-Serie
ändert, denn wenn man nicht einen Port bereits entsprechend für den
Zugang vorbereitet hat, steht man draußen. Dann will man das
Konsolenkabel anschließen, wundert sich kurz und dann weiß man warum der
nächste Switch mit CLI gekauft wird, auch wenn er doppelt so viel
kostet.
Stellenweise bekommt man noch alte Cisco 29xx - die sind billig, weil
lange End of Live und weil sie Gigabit allenfalls per GBIC können. Dafür
mit Konsolenanschluss und managable.
*) Kabelpeitsche: ca. 1m 100DA 0,8mm im Sternvierer. Abgesetzt und auf
Bündel aufgeteilt.
Deneriel schrieb:> *) Kabelpeitsche: ca. 1m 100DA 0,8mm im Sternvierer. Abgesetzt und auf> Bündel aufgeteilt.
Ne du. Das nimmt man heutzutage nichtmehr, die LART 2000 ist eigentlich
Standard. 8 Cat 6 Patchkabel mit RJ45 am Ende und vier
LWL-Einzelpigtails mit ST-Steckern (wegen Gleichberechtigung undso)