Hallo Zusammen,
ich wollte mich mal erkundigen, ob ein Thyristor in beide "Richtungen"
leitend ist, wenn er am Gate angesteuert wird. Oder verhält es sich
wirklich wie eine Diode, die zum Zeitpunkt x eingeschaltet werden kann
und die negative Halbwelle der Wechselspannung wird wie bei einer Diode
geblockt (trotz Gate Ansteuerung)
Besten Dank und Gruß
Jan
jan schrieb:> Oder verhält es sich> wirklich wie eine Diode, die zum Zeitpunkt x eingeschaltet werden kann> und die negative Halbwelle der Wechselspannung wird wie bei einer Diode> geblockt (trotz Gate Ansteuerung)
Ja, genau so.
Wenn du was anderes benötigst: Triac!
@ jan (Gast)
>ich wollte mich mal erkundigen, ob ein Thyristor in beide "Richtungen">leitend ist, wenn er am Gate angesteuert wird.
Nein. Das kann nur der TRIAC.
>Oder verhält es sich>wirklich wie eine Diode, die zum Zeitpunkt x eingeschaltet werden kann>und die negative Halbwelle der Wechselspannung wird wie bei einer Diode>geblockt (trotz Gate Ansteuerung)
Ja.
Vielen Dank für die Info...
Da würde ich gleich noch eine Frage anknüpfen, wenn ich darf?!
Jetzt wird's gruselig:
Angenommen ich habe einen simplen Wechselstromsteller mit einer Diode
für den positiven Zweig und antiparallel dazu ein Thyristor für den
negativen Zweig.
Was würde passieren, wenn ich den Thyristor schon in der positiven
Halbwelle mit einschalte, wo eigentlich die Diode leitend ist? Wenn der
Thyristor eine steuerbare Diode ist, würde der Stromfluss ja trotzdem
durch die Diode stattfinden, da der Thyristor in Sperrrichtung arbeitet?
Was passiert im Nulldurchgang der Spannung bzw. Strom der Diode? Zündet
nun der Thyristor im Stromnulldurchgang und lässt die negative Halbwelle
komplett durch? Oder "vergisst" er den Zündbefehl, welchen ich dem
Thyristor in der falschen Halbwelle serviert habe?
Danke nochmal an alle
Besten Dank für die Info.
Ja das ist bekannt, aber mir fehlt die Info, ob der Thyristor nun
während der positiven Halbwelle trotzdem durchschaltet, oder nicht...
Ich glaube es gibt da auch unterschiede mit welcher Pulsbreite die
Thyristoren am Gate angesprochen wird? Mich interessiert ganz speziell,
ob ein Thyristor mit negativen Steuerwinkeln, also vor der natürlichen
Kommutierung durchgeschaltet werden kann. Und wenn nicht, wie er sich
nun in der negativen Halbwelle verhält.
Danke nochmal an alle
Der Thyristor geht an wenn das Gate genügend bestromt wird. Sobald der
Strom im Hauptzweig genügend klein wird geht er wieder aus. D.h. wenn du
in der Halbwelle wo der Thyristor in Sperrrichtung ist versuchst zu
Zünden, kann sich kein Strom im Hauptzweig aufbauen. Der Zündimpuls wird
sich also nicht gemerkt.
Vor der Kommutierung bist du in der negativen Halbwelle. Oder versteh
ich dein Problem falsch?
Die Zündung des Thyristors erlaubt, daß ein Strom fließt. Solange der
Strom mindestens so groß wie der Haltestrom ist, leitet der. Fließt
weniger, geht der Thyristor aus.
jan schrieb:> Angenommen ich habe einen simplen Wechselstromsteller mit einer Diode> für den positiven Zweig und antiparallel dazu ein Thyristor für den> negativen Zweig.
Solche Wechselstromsteller gibt es normalerweise nicht. Als es noch
keine Triacs gab, nahm man entweder zwei antiparallele Thyristoren
oder einen Thyristor im Gleichstrompfad eines Brückengleichrichters.
> Was würde passieren, wenn ich den Thyristor schon in der positiven> Halbwelle mit einschalte, wo eigentlich die Diode leitend ist?
Die Frage ist falsch gestellt. Es ist technisch nicht möglich
einen Thyristor in der Sperrrichtung einzuschalten, egal ob Du
ein Signal ans Gate legst oder nicht.
Gruss
Harald
Mit anitiparalleler Diode zu einem Thyristor bekommst du im
Wechselstromnetz, abhängig von der Phasenlage der Zündung, einen mehr
oder weniger hohen Gleichspannungsanteil. In Verbindung mit einem Trafo
z.B. kannst du damit Rauchzeichen erzeugen. ;-)
Der Thyristor "merkt" sich seine Zündung, solange der sog. Haltestrom
nicht unterschritten wird. In Sperrrichtung wird er niemals zünden, d.h.
wenn der Zündstrom entfernt wird, bevor sich in Durchlassrichtung
mindestens der Haltestrom aufgebaut hat, wird der Thyristor sofort
wieder sperren.
Beachte, dass bei induktiven oder kapazitiven Lasten der Spannungs- und
der Stromdurchgang nicht phasengleich sind.
Wie schon von anderen Diskussionsteilnehmern erwähnt, suchst Du
vermutlich ein TRIAC und nicht einen Thyristor. Aber auch ein TRIAC wird
im Stromdurchgang wieder gelöscht.
Thyristoren/TRIACS neigen bei hohen Spannungsimpulsen (genauer:
Spannungsimpulsen mit hoher Anstiegsgeschwindigkeit) zur Selbstzündung.
Dieser Wert ist i.A. auch im Datenblatt angegeben. Diese
Spannungsanstiege können durch Störspitzen auf der Netzspannung oder
Wackelkontakte, z.B. beim Stecken/Ziehen des Netzsteckers, erzeugt
werden. Deswegen eignen sich Thyristoren/TRIACS meist nicht zur
elektrisch sicheren Netztrennung von Verbrauchern.
Besten Dank für die zahlreichen Beiträge.
Ich habe kein spezielles Problem, zerbreche mir aber in der Theorie den
Kopf. Mir geht's eigentlich nur darum, dass ich die Funktion solcher
Schaltungen von Grund auf verstehe...
Mich interessiert vor allem, wie die Strom und Spannungsverläufe bei
verschiedenen Lastszenarien und Aussteuerungen aussehen. Der
Vorwärtszweig wird halt nicht gesteuert (Diode). Da gehe ich davon aus,
dass die positive Halbwelle von der Diode komplett durchgelassen wird
(auch wenn da der Thyristor angesteuert würde) und den Kondensator bis
zum Scheitelwert der Spannung auflädt. Der Strommaximalwert muss ja um
-90° verschoben sein, fängt daher bei t=0 bei Î an.
Was passiert nun, wenn der Thyristor bei 90° der Netzspannung
eingeschaltet wird? (in der Zeichnung gestrichelt dargestellt) Schaltet
der Thyristor bei 180° der Netzspannung (also bei Alpha=0) durch und
wird bei (3/2)pi wieder gelöscht? Sollte ja so sein, da an der Stelle
der Stromnulldurchgang ist? (Natürlich muss er dazu erstmal
eingeschaltet sein?
Ich hoffe, ihr versteht mein "Problem"...
@Andreas Schweigstill: genau um die Problematik mit der
Phasenverschiebung geht's. Wenn ich die Schonzeit der Thyristoren mit
einkalkuliere und eine genaue Phasenverschiebung von -90° habe, leitet
der Thyristor dann überhaupt bei dem Steuerwinkel von -(MINUS!!!)90°
(also Ansteuerung während der positiven Halbewelle, wenn der Strom
seinen Nulldurchgang hat?
Danke nochmal vielmals für die sehr hilfreichen Infos
Gruß Jan
Oh du hast eine Blindleistungskompensationsanlage. Der Kondensator wird
durch die Diode ständig auf Unetz Peak gehalten. Wird der Thyristor dann
im Netzpeak geschaltet läuft er ohne Einschwingvorgang an. Danach wird
der Thyristor ständig gezündet das er nicht mehr ausgeht.
...kennt sich damit noch jemand aus und kann mir eventuell weiterhelfen?
So ein W1 Steller findet man in einschlägiger Literatur ausschließlich
mit R-L-Lasten, doch wie sieht sowas mit einer kapazitiven Last aus?
Danke und Gruß
Jan