Hallo,
ich habe ein Problem mit folgendem Schrittmotortreiber mit TB6560 von
Sainsmart:
http://www.sainsmart.com/new-4-axis-tb6560-cnc-stepper-motor-driver-controller-board-kit-57-two-phase-3a.html
Datenblatt:
http://www.toshiba.com/taec/components2/Datasheet_Sync/201103/DST_TB6560-TDE_EN_27885.pdf
Wenn ich z.b 1/16 Mikroschritt einschalte hat der Motor ein seltsames
verhalten. Er macht immer 15 kleine Schritte und Springt dann auf den
nächsten Ganzschritt sodass es zimlich nutzlos ist die Mikrosteps zu
benutzen.
Ich habe im Oszi den Strom in den Motorspulen angeschaut, dort sieht
man, dass das Signal wie ein Sinus verläuft, jedoch kommt am Ende jeder
Sequenz ein Peak (sieht aus wie eine Glockenkurve und ist vom Betrag her
deutlich höher als der restliche Strom)
Ich habe an 2 Boards gemessen, sodass ich einen Defekt an der Platine
ausschliessen kann , ist bei beiden das selbe.
Die Widerstände / Kondensatoren stimmen mit den Werten im Datenblass
überein.
Meine Frage:
Was ist die Funktion des 74HC123 im Schaltplan?
Hat eventuell jemand eine Idee was das Problem sein könnte, es ist wohl
ein Designfehler der Platine?
Bin für alle Tipps dankbar.
das haus schrieb:> Wenn ich z.b 1/16 Mikroschritt einschalte hat der Motor ein seltsames> verhalten. Er macht immer 15 kleine Schritte und Springt dann auf den> nächsten Ganzschritt sodass es zimlich nutzlos ist die Mikrosteps zu> benutzen.> Ich habe im Oszi den Strom in den Motorspulen angeschaut, dort sieht> man, dass das Signal wie ein Sinus verläuft, jedoch kommt am Ende jeder> Sequenz ein Peak (sieht aus wie eine Glockenkurve und ist vom Betrag her> deutlich höher als der restliche Strom)
Seltsam.
Ist das immer beim letzten Mikroschritt der Fall, also bei 1/8
Mikroschritt beim 8. Schritt?
Der TB6560 hat eine Indexierung (Pin M0), quasi ein Ausgang, der einmal
pro Zyklus auf High geht. Eventuell ist der aus Versehen angeschlossen?
> Ich habe an 2 Boards gemessen, sodass ich einen Defekt an der Platine> ausschliessen kann , ist bei beiden das selbe.> Die Widerstände / Kondensatoren stimmen mit den Werten im Datenblass> überein.>> Meine Frage:> Was ist die Funktion des 74HC123 im Schaltplan?
Das dürfte ein retriggerbares Monoflop sein, das für eine Stromabsenkung
sorgt, wenn eine gewisse Zeit kein Takt anliegt, um die Wärmeentwicklung
zu reduzieren.
@myfairtux:
danke für die schnelle Antwort.
Ob es immer genau der letzte puls ist weis ich nicht, ich habe kein
Speicheroszi und weis nicht genau wo ein Intervall anfängt. Bei 1/8
Schritt ist es auf jedenfall auch einmal pro Ganzschritt.
Pin M0 ist nicht angeschlossen.
Ich habe mal testweise den 74HC abgeklemmt, das Motorverhalten ist jetzt
anders (weniger weisses Rauschen (akustisch) sonst alles beim alten.
das haus schrieb:> @myfairtux:>> danke für die schnelle Antwort.>> Ob es immer genau der letzte puls ist weis ich nicht, ich habe kein> Speicheroszi und weis nicht genau wo ein Intervall anfängt. Bei 1/8> Schritt ist es auf jedenfall auch einmal pro Ganzschritt.
Laut Datenblatt ist M0 immer dann Low, wenn Ausgang A maximalen Strom
und Ausgang B minimalen Strom (=0 Ampere) hat. Lege Dir mal M0 auch auf
das Oszilloskop und schau, ob der Peak genau dann auftritt.
Könnte es auch sein, dass da einfach eine Serie defekter TB6560 den Weg
über China in diese Steuerungen gefunden hat?
Übrigens sind als Daten 100kHz als Schrittfrequenz angegeben. Die Chips
machen das zwar meist mit, aber von Toshiba garantiert werden nur 15kHz
(siehe "Maximum ratings" im Datenblatt)!
> Pin M0 ist nicht angeschlossen.
Ja, hab ich gesehen - ich dachte evetuell an eine (nicht gewollte)
Lötbrücke etc.
> Ich habe mal testweise den 74HC abgeklemmt, das Motorverhalten ist jetzt> anders (weniger weisses Rauschen (akustisch) sonst alles beim alten.
Ja, das dürfte auch nichts ausmachen. Wenn der 74HC korrekt
funktioniert, sollten an TQ1 und TQ2 bei anliegendem Taktsignal 0V
anliegen (maximaler Strom), die dann nach üblicherweise 1-2 Sekunden
ohne Taktsignal auf 5V gehen (=20% des Maximalstroms).
Hast Du mal mit einem anderen Motor getestet, um den Motor als Ursache
auszuschließen?
Ein Oszillogramm wäre natürlich hilfreich - zur Not abfotografiert.
Mir kommt das Widerstandsnetzwerk an NFA/NFB komisch vor.
Wenn nicht alle Schalter geschlossen sind, beeinflussen sich die
Strommessungen evtl gegenseitig.
Gruß
Roland
Stimmt. Da hat jemand nicht nachgedacht. Aber das dürfte nicht die
Ursache sein.
Was mir aber gerade aufgefallen ist: Wieso sind PGNDA und PGNDB nicht
auf Masse gelegt?
Das sollte nicht sein! Also: die Dinger erstmal mit GND verbinden.
Auch die Wahl des EL817 für das Enablesignal ist schlecht. Wenn die
Steuerung direkt nach einem Einschalten einen Schritt ausgibt, ist das
Enable bei dessen miesen Anstiegszeit eventuell noch gar nicht am Chip
angekommen. Die Optokoppler müssen beide die maximale Taktŕate vertragen
können.
Das sieht man leider bei fast allen Designs - offenbar kupfern alle nur
voneinander ab, ohne überhaupt zu verstehen, was sie da machen.
Tut mir Leid, das sagen zu müssen: irgendwie ist die ganze Schaltung
Murks.
Da hat jemand nur so eine Halbahnung von Elektronik und offenbar auch
das Datenblatt nicht angefasst.
Chris D. schrieb:> Was mir aber gerade aufgefallen ist: Wieso sind PGNDA und PGNDB nicht> auf Masse gelegt?
Im Plan hängen die wohl in der Luft...
Aber auffm Foto kann man zumindet Pin15 (PGNDA) in Verbindung mit 'ner
dicken Leiterbahn sehen... ist bestimmt nur im Schaltplan nicht
eingetragen...
@ myfairtux:
PGNDA und PGNDB sind auf GND, das wurde wohl nur beim erstellen des
Schaltplans vergessen, sonst düfte ja gar nichts funktionieren.
@ Roland:
Danke für den Tipp mit dem Widerstandsnetzt, das hatte ich irgendwie
übersehen, dass es da zwangsläufig zu Crosstalk kommt. Ich habe mal die
Widerstände an den offenen Schaltern abgelötet und das scheint das
Problem zwar nicht vollständig zu lösen, aber es ist deutlich besser als
vorher.
Ich habe im Anhang 2 Bilder des Sinus mit crosstalk (oszi_mit_R) und
ohne die widerstände (oszi_ohne_R) Bei höheren Geschindigkeiten ist
nicht mehr ein Peak am ende jedes Sinus zu erkennen, sondern die Kurve
ist einfach insgesammt verwachen wie man auf dem Bild sieht
Wenn man den Decay mode auf 0% stellt ist es sehr gleichmässig, bei
höherer Geschwindigkeit werden die Motoren so aber sehr laut, wenn man
den Decay Mode auf 25% stellt tritt das Problem wieder auf (bei
niedriger Gescwindigkeit), allerdings schwächer aus zuvor.
Ich werde das jetzt mal provisorisch die Widerstände weglöten und dann
andere Steuerung organisieren.
Danke an alle für die Hilfe