Hallo,
ich möchte für einen Sensor der sehr wenig Daten (1 Byte / Sekunde
maximal) ausliest per Funk übertragen. Distanz ca 30m-50m
Randbedingungen für die Elektronik:
Antenne muss auf Platine sein, dafür steht D=30mm Platz zur Verfügung
(rund).
In der Höhe steht kein Platz zur Verfügung, d.h. maximal ein paar
Millimeter für die Ansteuerung, aber kein Aufbau für die Platine.
Ist das möglich? Welche freien Funkfrequenzen wären noch geeignet oder
welche anderen Funktechnologien?
>In der Höhe steht kein Platz zur Verfügung, d.h. maximal ein paar>Millimeter für die Ansteuerung, aber kein Aufbau für die Platine.
Wenn ich sowas lese muss ich immer weinen.
Eigentlich macht man es umgekehrt. Erst wird ermittelt
was man an Elektronik braucht und dann stellt man ausreichend
Platz dafür zur Verfügung. Jeder der es anders macht fliegt
eigentlich immer auf die Fresse. Kein Platz für Kühlung
kein Platz für eine anständige Antenne damit die geforderte
Reichweite auch erzielt werden kann. Usw.....
Immer das gleiche hier.
RF schrieb:> Antenne muss auf Platine sein, dafür steht D=30mm Platz zur Verfügung> (rund).
Und dann 30m? Nee. Du kannst an die Stelle zwar z.B. ein RFM02/12
Funkmodul bauen (selberbauen fällt eh flach), aber für die Antenne
brauchst du eben 17cm gestreckte Länge bei 434Mhz oder 8,5cm bei 868
Mhz.
Ohne eine gestrechte saubere Antenne kommst du eben nicht auf 30m
Reichweite.
RF schrieb:> Wenn ich mit höherer Frequenz arbeite komme ich dann mit einer kleineren> Antenne weiter?
Hängt davon ab, was alles zwischen Sender&Empfänger liegt.
Evtl. findest du WLAN-Module (2.4GHz / 5GHz) in der Größe. Reichweite
müsste man ausprobieren.
Kannst dir auch die ZigBee-kompatiblen Controller anschauen. Wäre dann
meist 2,4GHz ISM-Band. 30 - 50m sind damit aber wahrscheinlich nicht
erreichbar.
Mit einem atmeg128rfa1 hab ich mit einer Stummelantenne 35m im freien
Feld erreicht.
Klar geht das, z.B. mit einem NRF24LE1, also ein NRF24L01+ mit integr.
CPU. Entwicklungswerkzeuge gibt es z.T. recht günstig, Compiler und Libs
kostenlos. Entweder Chip selber integrieren oder Platine verwenden:
http://www.aliexpress.com/item/NRF24LE1-ultra-small-size-module-15-23MM-Low-power-consumption-intron-51MCU/1460434547.html
CPU ist leider eine uralte 8051, aber angesichts der guten Unterstützung
im Web mit fertigem Code auch wieder relativ egal. Das Teil ist
bidirektional, also kann man eine gewisse "sichere" Übertragung bauen.
Frequenz ist hier allerdings 2.4GHz.
P.S.: wenn Du ein betriebsstabiles Gerät bauen möchtest, mache einen
großen bogen um diesen RFMxx-Müll, oder lese Dir zumindest die xtausend
Beiträge hier im Forum durch, die sich damit beschäftigen, diese Module
zu einem habbwegs dauerstabilen Zustand zu überreden.
RF schrieb:> Hm.>> Wenn ich mit höherer Frequenz arbeite komme ich dann mit einer kleineren> Antenne weiter?
Bei höherer Frequenz ist die Reichweite üblicherweise kürzer, die
Dämpfung durch Wände etc. größer.
So hat 5 Ghz WLan zwar wesentlich höhere Übertragungsraten, aber weniger
als die Hälfte an Reichweite von 2,4 Ghz.
Matthias Sch. schrieb:> RF schrieb:>> Antenne muss auf Platine sein, dafür steht D=30mm Platz zur Verfügung>> (rund).>> Und dann 30m? Nee. Du kannst an die Stelle zwar z.B. ein RFM02/12> Funkmodul bauen (selberbauen fällt eh flach), aber für die Antenne> brauchst du eben 17cm gestreckte Länge bei 434Mhz oder 8,5cm bei 868> Mhz.> Ohne eine gestrechte saubere Antenne kommst du eben nicht auf 30m> Reichweite.
Bei den RFM12, die ich viel verwende, kannst bei 868 Mhz und einer 8,6cm
Drahtantenne von einer Reichweite von ca. 20-25m ausgehen (durch 1-2
Wände).
Ohne Antenne oder gekrümmt reduziert es sich drastisch, ohne wohl nur
ein/zwei Meter.
Wenn es gerichtet sein kann, dann kannst mit einer Biquad-Antenne
ordentlich was herausholen, so komme ich bei mir aus der Wohnung durch
die Aussenwand ans andere Ende des Gartens, das sind eher 40m.
Die Biquad-Antenne ist aber 2 Quadrate von 8,6cm Kantenlänge gross.
Das alles mit der "erlaubten" Sendeleistung. Es gibt natürlich auch
RFM12BP (oder wie das heisst) mit ordentlich mehr Power...
http://www.pollin.de/shop/dt/Mzg4OTgxOTk-/Bausaetze_Module/Module/Funkmodul_RFM12BP_868_Sende_Empfangsmodul.html
Ach ja, evtl. ist das noch ein Faktor: das alles mit einer
Übertragungsrate von 9600 Baud, wenn man das massiv nach unten schraubt,
mit Paketwiederholung arbeitet, und nur kurze Datenpakete (wenige Bytes
hat), könnte deutlich mehr Reichweite erzielbar sein, das Doppelte kann
ich mir gut vorstellen.
Harald schrieb:> P.S.: wenn Du ein betriebsstabiles Gerät bauen möchtest, mache einen> großen bogen um diesen RFMxx-Müll, oder lese Dir zumindest die xtausend> Beiträge hier im Forum durch, die sich damit beschäftigen, diese Module> zu einem habbwegs dauerstabilen Zustand zu überreden.
Sind die soo schlimm? Bei mir laufen eine handvoll Schaltungen damit und
ich hab nur eine, die gelegentlich abstürzt und das mE. nicht wg. des
RFM12. Die anderen laufen wochenlang ohne Problem.
holger schrieb:> Erst wird ermittelt> was man an Elektronik braucht und dann stellt man ausreichend> Platz dafür zur Verfügung.
Losgelöst von realen Zwängen einfach drauf los entwickeln.
Schöne Vorstellung aber es ist eigentlich der Normalfall das sich die
Elektronik an Platzvorgaben anzupassen hat.
RF schrieb:> Ist das möglich? Welche freien Funkfrequenzen wären noch geeignet oder> welche anderen Funktechnologien?
Ja, ist möglich.
PCB Antennen können viele Formen haben und die unglaubwürdigsten
Konstruktionen haben manchmal überraschend gute Werte.
Wer auf Schmerzen steht macht das mit ganz, ganz, ganz billigen 433Mhz
Modulen und einem robusten Nervenkostüm.
Im 2,4Ghz Bereich sind Chip oder PCB Antennen winzig und wenn man sich
den HF Teil + Protokoll + 'allem anderen' + Zertifizerung nicht zutraut
(ein Zeichen das man bei klarem Verstand ist) kann man nach Bluetooth
Class 1 Modulen suchen.
Wahlloser Google Zugriff: Wie hören sich 2 x 28 x14mm an ?
http://de.rs-online.com/web/p/bluetooth-module/7652888/
Die Module gibt es in allen Größen, Farben, Formen und
Geschmacksrichtungen also such Dir was aus.
Conny G. schrieb:> Bei den RFM12, die ich viel verwende, kannst bei 868 Mhz und einer 8,6cm> Drahtantenne von einer Reichweite von ca. 20-25m ausgehen (durch 1-2> Wände).
Ich habs schon öfter geschrieben, aber das A und O für gute Ergebnisse
mit den RFMs ist eine saubere Siebung der Betriebsspannung mit Drossel
und Cs und auch einige Tiefpässe (220R/47p) in den Datenleitungen. Mit
einem sauber gesiebten RFM01 (beim Empfänger ists besonders wichtig) auf
868MHz und einer Lambda/4 gehen dann gut 200m bei einer Bitrate von
4800.
Matthias Sch. schrieb:> Conny G. schrieb:>> Bei den RFM12, die ich viel verwende, kannst bei 868 Mhz und einer 8,6cm>> Drahtantenne von einer Reichweite von ca. 20-25m ausgehen (durch 1-2>> Wände).>> Ich habs schon öfter geschrieben, aber das A und O für gute Ergebnisse> mit den RFMs ist eine saubere Siebung der Betriebsspannung mit Drossel> und Cs und auch einige Tiefpässe (220R/47p) in den Datenleitungen. Mit> einem sauber gesiebten RFM01 (beim Empfänger ists besonders wichtig) auf> 868MHz und einer Lambda/4 gehen dann gut 200m bei einer Bitrate von> 4800.
Ich habe Drossel und Cs für die Betriebsspannung, aber noch keine
Tiefpässe in den Datenleitungen. Das werde ich mal probieren.
Habe auch noch keinen systematischen Test mit der Drossel gemacht,
könnte sein, dass das eh schon über die o.g. 25m geht.
Conny G. schrieb:> Ich habe Drossel und Cs für die Betriebsspannung
Ich löte direkt aufs RFM Board noch einen 1µF SMD direkt an den Vcc
Anschluss. Beim RFM01 Modul ist daneben eine Massefläche, die sich dazu
sehr gut eignet.
Als Vcc Drossel eine 47µH-220µH. Dazu setze ich die Module ein wenig ab
und baue sie in ein kleines Blechgehäuse direkt an den Antennenfuss.