Kontroll-Sender mit 5-10km Reichweite

Gast #3538790
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Hi!

Ich bin auf der Suche nach einer brauchbaren Schaltung für einen 
Kontrollsender mit passendem Empfänger, der einmal täglich einen kurzen 
Datenburst über eine Strecke von 5-10km ohne besonders gute Antenne 
senden können soll.

Die Übertragung soll lediglich signalisieren, daß der Sender noch da ist 
bzw. die von einem Akku versorgte Schaltung noch arbeitet und evtl. die 
Akkuspannung übermitteln.

Ich denke dafür ist keine besonders gute Übertragungsqualität nötig, 
eine einfache ein/aus-Tastung eines Festfrequenz-Systems sollte reichen. 
Es ist auch nicht so schlimm wenn einmal eine Übertragung fehlerhaft 
ist. Die Fehlerbehandlung soll nicht Aufgabe des Senders/Empfängers 
sein, darum kann sich ein µC kümmern. Es genügt, wenn ich die 
low/high-Pegel, die in den Sender eingespeist werden (100bps wären 
völlig ausreichend) am Empfänger wieder raus bekomme.

Meine Fragen dazu: Welche Sendeleistung müßte man so einem Sender in 
etwa zugestehen und auf welcher Frequenz dürfte man so einen Sender 
evtl. zugelassen betreiben? Schaltbilder für den Sender 
(Oszillator/Endstufe) und Empfänger ähnlicher Systeme wären klasse.

Die ganze Sache mit der Zulassung und daß ich beim Betrieb eines nicht 
zugelassenen Senders Ärger bekommen könnte ist mir bewußt und soll hier 
nicht zum Thema werden. Wenn das System irgendwann mal funktioniert 
könnte man glatt über eine Zulassung (falls für diese Art Sender 
möglich) nachdenken. Allerdings hört's dann auf ein Bastelprojekt zu 
sein und man müßte es bis zur Kleinserien-Reife bringen, um die Kosten 
zu decken.

Danke euch!
#3538801
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Auch wenn Du eher was anderes im Kopf hattest:

Embedded-Mobilfunkmodul (z.B. von Telit oder SIM) und ne SIM-Karte von 
nem Discounter mit SMS-Flatrate (z.B. Congstar, 3,90EUR/Monat).

Das ist vollkommen legal, leicht aufzubauen und überbrückt bei Bedarf 
auch deutlich mehr als 10KM. Die pragmatische Lösung eben.
Gast #3538891
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Yep, an GSM dachte ich natürlich auch schon. Allerdings killt mir das 
irgendwie den Bastelspaß an der Sache. Auch wenn der praktische Aufbau 
hinsichtlich des unzugelassenen Senders eher in diese Richtung geht.
#3539161
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Matthias Sch. schrieb:
> Ohne Zuhilfenahme eines vorhandenen Netzes (GSM, UMTS etc.) klappt das
> nicht. Und eine 'nicht besonders gute Antenne' hilft da schon gar nicht.

Das würde ich so nicht sagen. PWR-Funkgeräte erreichen bei guten 
Bedingungen mehr als 5 km Reichweite, und die haben auch keine 
"besonders guten Antennen".
Mit CB-Funkgeräten sind deutlich größere Reichweiten möglich, allerdings 
braucht man für 27 MHz eine entsprechend große Antenne.
(Firma: matzetronics) #3539195
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Johannes E. schrieb:
> PWR-Funkgeräte erreichen bei guten
> Bedingungen mehr als 5 km Reichweite, und die haben auch keine
> "besonders guten Antennen".

Das klappt nicht zuverlässig, sondern eben nur bei 'guten Bedingungen' 
(und schon gar nicht über 10km). Wenn du mit deinem PMR aufm Berg stehst 
und dein Gesprächspartner auch, kann das evtl. gehen. Hier soll aber 
jeden Tag zuverlässig ein Datenpaket gesendet werden. Ausserdem ist PMR 
mitten in einem Bereich angesiedelt, der auch gerne von uns 
Funkamateuren benutzt wird - da fällt ein Datensender bald auf, vor 
allem, wenn er illegal betrieben wird.
#3539213
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HF-Gast schrieb:
> Meine Fragen dazu: Welche Sendeleistung müßte man so einem Sender in
> etwa zugestehen und auf welcher Frequenz dürfte man so einen Sender
> evtl. zugelassen betreiben? Schaltbilder für den Sender
> (Oszillator/Endstufe) und Empfänger ähnlicher Systeme wären klasse.

Da reichen ein paar mW, wenn man es richtig macht.
Also richtige Frequenz waehlt, die richtige Modulationart, rauscharme 
Verstaerker, die richtige Antenne, die richtige Fehlerkorrektur, SNR 
Gewinn durch Spreizcodeanwendung oder aeusserst schmale Bandbreite.

Bestes Beispiel dafuer: die Voyager Sonden die unser Sonnensystem schon 
fast verlassen haben, wo aber immer noch Funkkontakt mit besteht.
#3539237
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Harald Wilhelms schrieb:
> Da benutzt man dann ja auch solche Antennen:
> http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/33/Mrao_ami_lba_ryle.jpg

Dafuer ist Voyager 1 auch 19028727840 km weg von uns zu Zeit.
Die kommt uns zur Zeit sogar wieder naeher wegen der Umlaufbahn der 
Erde.

Hier kann man sie die aktuellen km Staende ansehen.

http://voyager.jpl.nasa.gov/where/index.html

Mehr als 50W hat deren Sender aber auch nicht. Und er will ja nur 10km.
#3539472
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Matthias Sch. schrieb:
> Ausserdem ist PMR
> mitten in einem Bereich angesiedelt, der auch gerne von uns
> Funkamateuren benutzt wird - da fällt ein Datensender bald auf, vor
> allem, wenn er illegal betrieben wird.

Bei PMR gibt es doch DCS (Digital Coded Squelch), das ist ja auch eine 
Art digitaler Datenübertragung, die dem Sprachsignal überlagert wird.

Wenn man auf die gleiche Weise irgendwelche anderen Daten digital 
überträgt und in dieser Zeit "zufällig" gerade nicht gesprochen wird, 
ist das dann illegal?

Gibt es eigentlich Vorschriften, was ein reiner Funk-Empfänger, der 
PMR-Funk empfangen kann, für Eigenschaften haben muss? Ist es irgendwie 
verboten, einen reinen Empfänger für PMR-Funk mit einer stationären 
Richtantenne zu bauen und zu betreiben.

Wenn Signale nur in eine Richtung übertragen werden sollen, müsste sich 
mit einer entsprechenden Empfangsantenne doch eine deutlich größere 
Reichweite erzielen lassen, auch wenn der Sender nur eine normale 
Stummel-Antenne hat.
Gast #3540462
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Helmut Lenzen schrieb:
> Da reichen ein paar mW, wenn man es richtig macht.
> Also richtige Frequenz waehlt, die richtige Modulationart, rauscharme
> Verstaerker, die richtige Antenne, die richtige Fehlerkorrektur, SNR
> Gewinn durch Spreizcodeanwendung oder aeusserst schmale Bandbreite.
>
> Bestes Beispiel dafuer: die Voyager Sonden die unser Sonnensystem schon
> fast verlassen haben, wo aber immer noch Funkkontakt mit besteht.

Das ist genau die Antwort, die der TO gesucht hat.
Die bringt ihn sicherlich weiter!
#3540632
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Rhabarberpapa schrieb:
> Das ist genau die Antwort, die der TO gesucht hat.
> Die bringt ihn sicherlich weiter!

Und ob ihn das weiter bringt. Die Frage nach der Sendeleistung um eine 
bestimmte Entfernung zu ueberbruecken ist eine Frage nach dem SNR wobei 
man noch ein Signal detektieren kann. Und das haengt wiederum davon ab 
welche Bandbreite man zulaesst und wie gut seine Antenne ist. Je mehr 
Bandbreite man benutzt um so besser muss das SNR sein damit man noch was 
empfaengt. Reduziert man z.B die Bandbreite um den Faktor 10 so wird 
auch das SNR um diesen Faktor besser. Daher man kann dann sozusagen 
Signal unter dem Rauschen erkennen. Das kann man auf 2 verschiedenen 
Wegen erreichen, man macht sie Empfaengerbandbreite sehr schmal oder man 
Spreizt das Signal auf, also man benutzt eine groessere Bandbreite als 
noetig und korreliert anschliessend im Emfaenger das Signal mit dem 
gleichen Spreizcode.

Das eine schmalbandige Verfahren wird im Amateurfunj als QRSS betrieben 
wo man mit sehr kleinen Sendeleistungen sehr weit kommt, allerdings mit 
dem Nachteil eine sehr geringen Informationsmenge.

Das andere wird beim GPS aufgenutzt wo man die Bandbreite kuenstlich 
aufblaeht und sie anschliessend im Emfaenger wieder reduziert. Auch hier 
liegt das Signal erstmal im Rauschen verborgen.

Andreas hat ja auch schon mal mit sowas experimentiert

Beitrag "Codierte Funkuebertragung (war: "Korrelation ist besser...")"
Gast #3541471
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Hallo,

also rein praktisch gesehen:

Nutz ein GSM Modul.

Die im Amateurfunk verwendete Verfahren um mit geringsten 
Sendeleistungen (bzw. geringe Sendeleistungen an Behelfsantennen) sind 
zwar in der Anwendung recht einfach aber das dahinterstehende Wissen ist 
alles andere als Trivial, die Grundideen sind zwar simpel aber alle 
Details wirklich bis auf "Adam und Eva" zurück zu verfolgen bzw. bis auf 
Bitebene zu verstehen ist wohl den wenigsten möglich - daher wird das 
nichts mit den Bastelspaß (du verwendest dann letztendlich auch nur 
fertige Software - der Hardwareanteil kann allerdings auf der Sendeseite 
tatsächlich recht gering gehalten werden).
Falls generelles Interesse besteht google doch mal nach (Amateur) -funk 
verfahren und Betriebsarten  welche mit extrem geringen Sendeleistungen 
bzw. (und) geringen Bandbreiten auskommen - du wirst überrascht sein 
welche Mitmenschen letztendlich dafür verantwortlich sind - die haben 
nicht "nur" die Amateurfunkprüfung erfolgreich bestanden... ;-)

mfg

    ham

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