Hartlöten Flussmittel

Gast #3543254
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Meine erste Hartlötung ist erfolgreich gelungen.
Zwei 6-10mm Teile aus Stahl an einer Leuchte sind wieder aneinander.
Dazu mußte ich aber mir für 10 EUR eine Stange Silberlot (30cm) mit 
Flussmittelumhüllung zulegen.
Gelötet habe ich mit einer kleinen alten Benzinlötlampe.

Für weitere Sachen hätte ich aber noch Lot ohne Flussmittel da.
Es hat 730°C und ist wahrscheinlich Kupfer-Phosphorlot.
Leider finde ich für Flussmittel keine Angebote, wahrscheinlich wegen 
des Cadmiumgehaltes.
Kann man da etwas aus Küche oder Werkstatt nehmen?
Eignet sich da auch das Flussmittel für Silberlot, welches ja auch 
wieder recht teuer ist?
Gast #3543403
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Borax, sagt mir etwas.
Aus was besteht so ein Flussmittel?
Ich hab mal Fotoentwickler selbst gemischt und ich glaube, da war Borax 
dabei. Da muß ich mal meine Chemikaliensammlung sichten.
Eigentlich möchte ich kein Geld dafür ausgeben.
Was hat eigentlich ein Klemptner so um 1920 gemacht?
Er ist zu seiner Drogerie gegangen und hat sich ein Mittelchen abfüllen 
lassen.
Nur welches?
Gast #3543566
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Michael_ schrieb:
> Für weitere Sachen hätte ich aber noch Lot ohne
> Flussmittel da. Es hat 730°C und ist wahrscheinlich
> Kupfer-Phosphorlot. [...]
> Eignet sich da auch das Flussmittel für Silberlot,
> welches ja auch wieder recht teuer ist?

Naja, Du kannst ja Grundwerkstoff, Lot und Flussmittel nicht
völlig beliebig kombinieren.

Meine dunkle Erinnerung sagt folgendes:

Hartlöten von Teilen aus Kupfer ist ein Sonderfall; da war
irgendwas mit Phosphor, ja. Einzelheiten sind mir entfallen.

Stahlteile können hartgelötet werden mit

a) Messinglot. Notwendiges Flussmittel habe ich vergessen;
ist m.W. ohne Schweissbrenner nicht machbar, weil Lötlampen
die notwendigen 900°C nicht erreichen. Vorteil: Lot ist
sehr preiswert.

b) Silberlot. Flussmittel weiss ich auch nicht. Als Arbeits-
temperatur für Silberlot werden meistens etwa 720°C genannt;
das geht noch mit der Lötlampe - ist also für den Privatmann
machbar. Nachteil: Im Vergleich zum Messinglot wahnsinnig teuer.

Genauere Angaben kann ich leider nicht liefern. Online ist
auch recht wenig zu finden :-/
Gast #3543692
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Das Silberlot was ich habe, hat eine Arbeitstemperatur von 680°C.
Das billige, wo ich 5x50cm für 4 EUR erstanden habe, hat eine 
Arbeitstemperatur von 730°C. Mehr steht da nicht drauf, ist aber da 
Kupfer Phosphor.
Bei 900°C wird es mit der Lötlampe sicher eng. Aber Fahrradrahmen möchte 
ich ja nicht löten.
Eher kleine Teile. Ein Brillengestell hab ich noch vor, da ist die 
Lötlampe wieder zu groß.
Gast #3544026
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Europa-Buch Metall

Beispiele Flußmittel:
F-SW 11 Lötwasser
F-SW 21 Lötfett/öl
F-SW 31 Kolophonium

F-SH 1  fluor- u. borhaltige F. zum Hartlöten bei Arbeits-
        temperaturen über 600°C, Wirktemperaturbereich 550
        bis 800°C

F-SH 2  (Borax)borhaltiges F. zum Hartlöten bei Arbeitstem-
        peraturen über 800°C. Wirktemperaturbereich 750
        bis 1100°C

F-LH 1  Flußmittel zum Hartlöten von Leichtmetallen, Rück-
        stände wirken stark korrodierend und müssen mit
        Salpetersäure abgebeizt werden



  Gruppe    Kurzzeichen  Zusammensetzung         Arbeitstemp.

Kupferlote:   L-SCu     99,9% Cu sauerstofffrei     1100°C
              L-CuZn40  40% Zn, bis 1,3% andere
                        (Si,Sn,Mn,Fe) Rest Cu       900°C


Silberhaltige
Hartlote  :   L-Ag12    12%Ag,48%Cu, Rest Zn          830°C
              L-Ag40Cd  40%Ag,20%Cd,19%Cu,Rest Zn     610°C

Phosphorhaltige
Hartlote  :   L-Ag2P    2%Ag, 6%P, Rest Cu            710°C

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