Ich rate dir davon ab, irgendeine billige Wärmeleitpaste zu kaufen.
Es kommt natürlich darauf an, was du machen willst, aber das Problem
hierbei ist, dass LEDs sehr empfindlich auf Temperatur reagieren. Wäre
nur die Lebenszeit betroffen, wäre das ja egal. Allerdings ändern sich
auch die elektrischen und optischen Parameter sehr stark mit der
Temperatur. Wenn du also "experimentieren" willst, ist es wichtig, deine
LED und die Kühlung gleich so aufzubauen wie in der Zielanwendung. Die
zusätzlichen Kosten für ordentliche Wärmeleitpaste musst du halt einfach
akzeptieren.
Manchmal wird man allerdings bei den Deutschen auch "Beschissen"
Ich habe neulich Wärmeleitkleber gekauft in Deutschland ~6€ 5Gramm. Ein
Paar tage später habe ich ein verloren geglaubtes China Paket bekommen
mit Exakt diesem Kleber gleiche Verpackung gleiche Aufschrift jede Tube
extra in tüte eingeschweißt. Also ich würd sagen Exakt das zeug. Zwei
mal 5g für 1,30€
>Exakt das zeug. Zwei>mal 5g für 1,30€
so grün und rosa? Das Zeug ist alles, nur kein Wärmeleitkleber.
Im Prinzip sollte man sagen:
Der Trick bei den Pasten ist nicht die teuerste zu kaufen, sondern den
Spalt zu minimieren. Alle Pasten sind viel schlechter als Metall. Daher
sollte man einen hohen Anpresspruck und nur minimale Mengen Paste
verwenden. Am besten Bauteil solange hin und herschieben, bis alle Paste
drunter in den Ritzen hängt und das Metall auf Metall schabt. Hat man so
einen guten Kontakt, kann man bedenkenlos preiswerte Paste oder sogar
einfach Öl verwenden. Alles besser als Luft. Die billige Paste ist ja
auch nur Öl plus Keramikstaub, wobei letzterer vor allem das Öl am
weglaufen hindert.
Was ich bei LEDs aber mache ist, Wärmeleitkleber zu verwenden. Denn
wie will man die Dinger schon immer mechanisch anschrauben?
Und für Leitkleber kenne ich nur einen guten:
http://www.reichelt.de/ARCTIC-SILVER-K/3/index.html?&ACTION=3&LA=446&ARTICLE=38063&artnr=ARCTIC+SILVER+K&SEARCH=w%E4rmeleitkleber
Der hält ewig und ist bombenfest. Zudem trocnet er auch nach jahren
nicht aus, wie das die weiße Wärmeleitpaste irgendwann doch macht. Wie
gesagt: immer nur minimalst düne Schichten! Nie Viel-hilft-viel!
Warum überhaupt den Umweg über die Wärmeleitpaste? Auch die
Wärmeleitpaste leite die Wärme nicht wirklich sondern dämmt nur etwas
schlechter.
Kaufe doch die LEDs ohne Platine und Löte sie auf eine Platine mit
Alu-Kern.
someone schrieb:> Ich rate dir davon ab, irgendeine billige Wärmeleitpaste zu kaufen.> Es kommt natürlich darauf an, was du machen willst, aber das Problem> hierbei ist, dass LEDs sehr empfindlich auf Temperatur reagieren.
Also so stark reagieren die nicht auf Temperaturen. Zumindest nicht auf
Schwankungen von 20°C Raumtemperatur und 40-45°C Betriebstemperatur.
Es geht beim Test nicht um irgendwelche langen Betriebszeiten, sondern
dass man die LEDs einfach mal anwirft und schaut, was die so tatsächlich
hergeben.
Peter II schrieb:> Kaufe doch die LEDs ohne Platine und Löte sie auf eine Platine mit> Alu-Kern.
1) Ich habe noch nie eine Platine mit einem 50mm Alu-Kern gesehen. Und
wozu so etwas? Wenn ich einfach nur einen Kühlkörper nehme, dann kann
ich da ein LED Modul draufpacken und 5 Minuten später ein anderes. Ich
brauche keine 100 Alu-Blöcke.
> Da sollte man nicht am falschen Ende sparen.
Die von mir verlinke Fischer-Elektronik Paste ist Industriestandart*.
Nicht alles was an Freaks verkauft wird ist technisch sinnvoll.
Grüße Löti
*Diese Paste kann extrem dünn aufgetragen werden (Hobby ->
Rasierklinge) und das ist wichtiger als die Bestwerte(?) der
Freak-Produkte die eine breiartige Konsistenz haben!
Lothar S. schrieb:> Die von mir verlinke Fischer-Elektronik Paste ist Industriestandart*.>> Nicht alles was an Freaks verkauft wird ist technisch sinnvoll.
Genau diese Fischer-Paste habe ich auch seid Jahren in Gebrauch
und immer damit Probleme gehabt. Letztes Jahr hab ich mir dann
die empfohlene Hochleistungspaste mal besorgt und eingesetzt
und bis heute noch keine Ausfälle gehabt.
"Industriestandard" muss also kein Qualitätskriterium sein.
Die Industrie hat auch kein Geld zu verschenken und deren
Einkäufer werden schon Kosten/Nutzen abzuwägen wissen.
Ratgeberbär schrieb:> Öl plus Keramikstaub,
Ich habe mal gehört, das Zinkoxyd gut geeignet ist. Das würde auch in
professionellen Wärmeleitpasten verwendet und ist leicht erhältlich
(als Pulver in Apotheken).
> Was ich bei LEDs aber mache ist, Wärmeleitkleber zu verwenden.
Wenn man das Pulver dann z.B. mit UHU-Plus mischt, hat man seinen
selbstgemachten Wärmeleitkleber. Selbst ausprobiert habe ich das
aber noch nicht.
> Wie gesagt: immer nur minimalst düne Schichten! Nie Viel-hilft-viel!
ACK!
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Wenn man das Pulver dann z.B. mit UHU-Plus mischt, hat man seinen> selbstgemachten Wärmeleitkleber.
Der bei 70 GradC abfällt.
Geil wie blöde manche Leute sein müssen.
Ratgeberbär schrieb:> Wie gesagt: immer nur minimalst düne Schichten! Nie Viel-hilft-viel!
Volle Zustimmung. Der Sinn ist ja, mikroskopische Unebenheiten an den
Auflageflächen auszugleichen, so dass die Wärme dort besser abgeleitet
wird als wenn dort lediglich Luft (welche die Wärme nunmal schlecht
leitet) vorhanden wäre.
Ich habe bisher ehrlich gesagt keine großen Unterschiede zwischen
günstiger (nicht "billiger"!) und teurer Wärmeleitpaste ausmachen
können. Ja, mit der teuren wird vielleicht eine LED oder auch die CPU im
PC zwei oder drei Grad kälter. Das rechtfertigt in meinen Augen aber
meist aber nicht den unverhätlnismäßig höheren Preis.
Ich für meinen Teil nutze mittlerweile auch nur noch die Wärmeleitpaste
von Fischer und investiere das gesparte Geld dann lieber in einen
besseren Kühler/Kühlkörper.
Viele Grüße
Daniel
Teo Derix schrieb:> Die da welcher Art gewesen wären?
Das das Teil, was gekühlt werden sollte, ohne Vorwarnung nicht mehr so
funktionierte, wie es sollte. Nach drauf schmieren frischer Paste ging
es dann wieder problemlos eine Zeit, manchmal Monate, manchmal auch
über ein Jahr. Es lag immer nur an der Paste. Wenn die zu trocken wird,
erfüllt sie einfach nicht mehr ihren Zweck. Das hab ich in verschiedenen
Systemen unterschiedlicher Natur erlebt.
MaWin schrieb:>> Wenn man das Pulver dann z.B. mit UHU-Plus mischt, hat man seinen>> selbstgemachten Wärmeleitkleber.>> Der bei 70 GradC abfällt.>> Geil wie blöde manche Leute sein müssen.
Hast Du diese Mischung schon mal ausprobiert? UHU-Plus alleine
wird bei 100° zwar etwas weicher, hat aber immer noch eine hohe
Haftkraft.
Gruss
Harald
Tim K. schrieb:> Leider kann ich mit dem Faktor Wärmeleitfähigkeit wenig anfangen.
Ja doch, das ist elementar wichtig, wie z.B. die verschiedenen Angaben
bei einem Leistungstransistor Wärmewiderstände an den Übergängen vom
Kristall ans Gehäuse, und vom Gehäuse an den Kühlkörper. Elektrisch ist
das Analogon eine RC-Schaltungskette.
Eine halbe kleine Tube 1990 gekauften weißen Wärmeleitkleber habe ich
immer noch, und ist noch völlig brauchbar.
Realist schrieb:> Genau diese Fischer-Paste habe ich auch seid Jahren in Gebrauch> und immer damit Probleme gehabt.
...
> Das das Teil, was gekühlt werden sollte, ohne Vorwarnung nicht mehr so> funktionierte, wie es sollte. Nach drauf schmieren frischer Paste ging> es dann wieder problemlos eine Zeit, manchmal Monate, manchmal auch> über ein Jahr.
Wenn die Paste im Betrieb austrocknen kann ist dein Spalt viel zu groß
und Du hast einen Montagefehler.
Grüße Löti