Temperaturbeständigkeit von Zweikomponentenkleber

OP #3555971
Lesenswert?

Hallo,

ich muss an mehrere Heizspulen jeweils einen Temperatursensor (DS18B20).

Die Heizspulen werden etwa 85°C heiss und sind in einem Messinggehäuse 
untergebracht.

Kann man das mit jedem Zweikomponentenkleber kleben?
Klebestellen kann man ja mit erhitzen auf 200°C wieder lösen. Hat jemand 
erfahrungen in so einem Temperaturbereich gemacht.

Mir geht es eher darum ob es auch langfristig hält. Die Temperatur wird 
wohl häufiger schwanken (Thermoelektrischer Strallantrieb).

Oder welchen kleber könnt Ihr empfehlen?

Gruß
IngoF
Moderator Persönliche Seite #3555983
Lesenswert?

Ja, das ist selbst mit normalem Epoxydharz kein Problem. Wir kleben 
schon über Jahre genau diesen Sensor in einen kleinen Alublock ein, der 
dann mit der zu messenden Oberfläche verschraubt wird.

Geht tadellos und das selbst bei 95°C.

Als Kleber nehmen wir das Gießharz E45GA von Breddermann.

Wenn es noch höhere Temperaturen dauerhaft aushalten muss, nehmen wir 
entsprechende Produkte von Lord, bspw. 406E/19 GB
Die sind nicht ganz billig, dafür in einer Topqualität, also mehr als 
preiswert.
OP #3556139
Lesenswert?

Chris D. schrieb:
> Als Kleber nehmen wir das Gießharz E45GA von Breddermann.

Das klingt ja schon mal gut.

Habe 5-Minuten EPOXY von R&G. Habe gerade noch ein Datenblatt gefunden. 
Dort steht etwas von Wärmebelastbarkeit von 60°C.
Der wäre dann ja wohl für diesen Zweck leider nicht geeignet.

Bei den E45GA gibt es so eine Angabe der Wärmebelastbarkeit nicht...

Hatte bisher einen Thermoelektrischen Sensor auch mal testweise mit 
meinem R&G verklebt. Weiss jetzt allerdings nicht mehr ob ich den dann 
noch weiterverwenden sollte. mit 85°C bin ich dann wohl zu weit über der 
60°C-Grenze.

Edit:
Habe gerade noch etwas Harz und Härter "L" von R&G gefunden.

Dabei gabe es folgenden Satz im Technischen Datenblatt:
1
Um die Wärmeformbeständigkeit zu erhöhen und optimale Festigkeitswerte zu erzielen, werden die Bauteile bei erhöhter Temperatur
2
nachgehärtet

für 90°C Wärmeformbeständigkeit müssten die Teile bei 70°C für 15 
Stunden nachgehärtet werden.

Allerdings steht das im Bereich vom Härter "EPH161". Müsste also auf 
jeden Fall neu einkaufen. mit meinen "Resten" scheint das wohl nicht zu 
gehen.

Werden die Teile bei euch auch Nachgehärtet?
#3556243
Lesenswert?

@Ingo F.

Hm, es ist jetzt mal nicht meine Absicht Chris Ds. seinen Beitrag zu
negieren, aber du schreibst was von kleben, wogegen Chris Vorschlag
aufs Vergießen abzielt. Sicher sinnvoll, wenn nicht da das
Temperaturproblem wäre.
Mich hat das Problem mal kürzlich beschäftigt und bin dabei
auf PUR-Kleber gestoßen, obwohl ich jetzt nicht sagen kann,
ob das eine Lösung wäre.

Hier mal ein Link und der Hinweis mal auf die Temperaturangaben,
die da gemacht werden, zu achten. Leider hab ich mit dem Zeug
noch keine Praxiserfahrung, aber vielleicht kann das ja dein
Problem lösen?

http://www.ebay.de/itm/PUR-MONTAGEKLEBER-KLEBER-COSMOPUR-K1-BEIGE-4-STUCK-SONDERPREIS-/121271227865?pt=DE_Haus_Garten_Heimwerker_Leime&hash=item1c3c5415d9
OP #3557149
Lesenswert?

Hallo Michael,

Also vermutlich werde ich mir von R&G Harz"L" und Härter"EPH161" kaufen. 
Dort stehen auch schon in den Datenblättern die Wärmeformbeständigkeit.

Es sind einmalig 15 Stellantriebe die ich kleben muss. Die werden dann 
mit etwa 75 Grad nachgehärtet. Mit meinem Reflow-Pizza-ofen sollte das 
kein Problem sein.

Hat den Vorteil dass ich den Rest auch für den Modellbau verwerten kann.
Außerdem bekomme ich den Sensor geradso durch die Öfnnungen durch und 
kann da eigentlich nur einen Tropfen Kleber mit durch bekommen.
Mit dem PUR Kleber ist eine gute Idee. Nur nicht für meinen Fall.

Habe auch noch etwas Uhu Endfest 300 herumliegen. Laut Datenblatt ist 
das im Temperaturbereich von -40 bis +100 Grad verwendbar.

DANKE an alle....
OP #3557279
Lesenswert?

Thomas L. schrieb:
> uhu Endfest 300 ist auch über 100 Grad verwendbar. Steht auch im
> technischen Merkbalatt. Auch die Aushärtetemperatur kann bis 180 Grad
> hoch sein.

Ja, stimmt.. Allerdings reichen für meine Zwecke die 85 Grad.

Habe auch Berichte dazu gefunden dass jemand seinen Auspuff am 
Modellmotor damit geklebt hat.
Die Klebung soll bei einer kleinen Überhitzung noch gehalten haben wären 
sich die Lötung (Schmelztemperatur >180°) gelöst haben soll.
#3559753
Lesenswert?

Ich habe an einem Benzinmotor Eigenbau-Temperaturfühler verbaut, die 
habe ich mit diesem Kleber vergossen:
http://www.reichelt.de/KLEBER-FAST-M/3/index.html?&ACTION=3&LA=446&ARTICLE=35339&artnr=KLEBER+FAST-M&SEARCH=weicon#av_tabprod
Nicht vom "Stahlgefüllt" in die Irre führen lassen, eine messbare 
Leitfähigkeit konnte ich noch nicht feststellen.
Ausfälle habe ich auch noch keine.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren