Hallo zusammen.
Da ich mich derzeit langsam ins Drehen einarbeite, bin ich heute auf
folgendes Problem gestoßen, was ich mit meinem jetzigen Wissen nicht
lösen kann:
Ich bearbeite ein 20mm dickes Messingrundmaterial.
Zunächst säge ich mir ein Stück mit der Metallsäge ab, dann spanne ich
es ins Futter der Drehbank und drehe die gesägte Fläche mit einem nach
links gerichteten Drehmeißel gerade. (blaue Markierung in Skizze).
Sobald die Fläche nun plangedreht ist und ich mit dem Drehmeißel direkt
am Werkstück bin, fahre ich mithilfe der Skala an der Drehspindel 20
Umdrehungen weiter, um dort mit dem gleichen Meißel von 1) eine kleine
Rille einzufräsen.
Nun wechsle ich den Drehstahl auf einen rechtsgerichteten (siehe
Skizze).
1. Frage: Wie erwische ich nun genau die Stelle, die 20mm von der
plangedrehten Fläche entfernt ist/also quasi die Rille?
Welcher Drehstahl ist nun geeignet, den Durchmesser des Messings auf ein
paar Millimeter zu reduzieren? Wie nennt man so einen?
Bin ich nämlich mit dem Drehstahl am Ende angelangt, habe ich das
Problem, dass der Drehstahl keine 90° an der Stelle des
Durchmesserwechsels ins Material dreht. (siehe rote Markierung links).
Gehe ich überhaupt richtig vor?
Wieviel darf ich pro Abtrag überhaupt vom Material anehmen?
Vielen Dank und Gruß!
Jk schrieb:> 1. Frage: Wie erwische ich nun genau die Stelle, die 20mm von der> plangedrehten Fläche entfernt ist/also quasi die Rille?
Je nachdem wie genau es sein soll...
Per augenmaß kommt man scho ziemlich genau hin. Oder in kleinen
Schritten und immer nachmessen. Ein zehntel sollten damit machbar sein.
> Welcher Drehstahl ist nun geeignet, den Durchmesser des Messings auf ein> paar Millimeter zu reduzieren? Wie nennt man so einen?
Ein gut geschliffener HSS Meißel sollte funktionieren. Nicht zuviel auf
einmal abnehmen.
> Bin ich nämlich mit dem Drehstahl am Ende angelangt, habe ich das> Problem, dass der Drehstahl keine 90° an der Stelle des> Durchmesserwechsels ins Material dreht. (siehe rote Markierung links).
mit einem linken Meißel machen.
> Gehe ich überhaupt richtig vor?> Wieviel darf ich pro Abtrag überhaupt vom Material anehmen?
probier es mal mit einem halben mm bis einem mm.
Danke erstmal für die schnelle Antwort! :)
>Ein gut geschliffener HSS Meißel sollte funktionieren
Ja ich habe einige Meißel, aber ich weiß nicht wie die alle heißen und
wofür man die meisten verwendet. Könntest du mir ein Beispiel geben?
Jk schrieb:>>Ein gut geschliffener HSS Meißel sollte funktionieren> Ja ich habe einige Meißel, aber ich weiß nicht wie die alle heißen und> wofür man die meisten verwendet. Könntest du mir ein Beispiel geben?
Ich kann dir das aus dem Stand leider nicht so gut erklären. Ein Teil
sind warhscheinlich Formmeißel, ein Teil Ab oder Einstechmeißel.
Generell kommt es bei den normalen Drehmeißeln aber auf das Material an,
also auf das Spanverhalten das Grundmaterials.
Die Links könnten dir helfen:
http://www.zellix.de/unischleif1.htm
Ich habe die Bücher "Drehen für Modellbauer" 1 und 2, die haben noch
einigen Inhalt über das richtige Meißel Schleifen.
Im Prinzip drehst du eine Nut,
auch wenn sie sehr breit und dafür wenig tief ist.
Man nennt das Stechdrehen.
Das macht man mit Nutenwerkzeugen, die links und rechts
die passende Aussenform haben.
Sie ähnels Abstechdrehstählen.
http://rexim.de/produkte/stechen-und-drehen/abstech-und-nutendrehwerkzeuge/
Da man als Bastler aber so etwas nicht hat, muss man sich eben mit dem
vorhandenen Werkzeug behelfen, zumindest wenn man nur ein mal so was
drehen will.
http://joomla.eduhi.at/bs1wels/images/pdf/drehen.pdf
Also mittendrin den Drehstahl wechseln.
Das gibt einen sichtbaren Übergang, aber du kannst ja üben, ihn
möglichst klein zu bekommen.
Zur Spandicke
http://rzwwwneu.fh-wuerzburg.de/fh/fb/kun/intern-neu/stuff/umbruch/teil_01_grundlagen.pdf
aber für Hobbyisten sind nicht die "möglichst schnell, wir haben auch
viel Kraft" Vorgaben der Industrie passend. Der Span sollte (bei Messing
mit der passenden Drehstahl) nicht unter 0.2mm dick sein, aber darf auch
nicht zu hohen Querschnitt haben sonst schafft deine Drehe die Kraft
nicht. So 0.25mm x 2mm kann man Hobbyistenfräsen wohl zumuten, darüber
sollte man in Stufen hineinfahren.
Tja, mit einer präzisen Drehbank ist das normal kein Problem. Du muß das
halt auf zweimal machen. Wennst nur einen linken Seitenstahl hast ,dann
drehe die hinter Seite nach Wunsch.Vorne kannst das mit Gefühl mit einem
Abstechstahl versuchen. Aber grob vorstechen vorne würde ich schon
solange das Material noch voll ist weil es dann weniger schwingt und
eine schönere Fläche gibt. Langsam kurbeln und wenig wegnehmen ist
angesagt.Falls du zufällig noch einen rechten Seitenstahl hast dann wäre
das pefekt...,-)
@Jk
Hast du auf deiner Drehe einen Multifix?
Wenn nicht, würde ich mir die Anschaffung ernsthaft überlegen.
Man kann einen einfachen Drehling, auf 60° spitz angeschliffen,
dann in div. Winkeln spannen und dann die meisten Konturen die
man benötigt, drehen.
Wenn du so einen dünnen Hals drehen willst, wird es als Anfänger
nicht so einfach werden, denn wenn der Rohling immer dünner wird
bei zunehmendem Durchmesser, kann bei zunehmender Ausdünnung
irgendwann am Ende (d. Stirnfläche) nicht mehr gespant werden,
weil das Material wegen des Hebels sich dann verformt und
letztendlich abbricht. Man muss sich also Gedanken machen wie die
Kräfte wirken und wie man da am besten vorgeht.
Eine mitlaufende Spitze die in den Reitstock passt, wirst du
wohl haben?
Gesetz diesen Fall, bohrt man mit einem Zentrierbohrer eine
Zentrierbohrung in die dem Drehfutter abgewandte Stirn des Rohlings
und plant dabei gleich ein, das Übermaß des Rohlings wegen
dieser Bohrung, später soweit wieder plan zu drehen, bis die
Bohrung dabei verschwindet.
Dem Rohling zwischen Drehfutter und Spitze gespannt kann man dann
besser zu Leibe rücken, ohne das er bei der weiteren Bearbeitung
abbricht. Die Zustellung sollte dabei gefühlvoll gewählt werden.
Man muss sich nur Gedanken machen wie man dann das Werkstück zum
Plandrehen spannt, entweder am dicken Teil, wobei dann jede
Spanntoleranz dazu führt, dass die Planfläche zum Schaft einen
undefinierten Winkelfehler bekommt. Kann man dagegen den
dünnen Schaft spannen(ein etwas nachvollziehbare Skizze vom
angestrebten endgültigen Werkstück wäre hier hilfreicher), könnte
man einen Winkelfehler zur Planfläche größtenteils vermeiden.
Bezl. der Drehgeschwindigkeiten ist man ja an die Geschwindigkeiten
des Drehbankgetriebes(sofern vorhanden) gebunden. Abhängig von einer
geeigneten Schneidgeometrie des Drehmeißels wählt man die
Geschwindigkeit so, dass der Schnitt einerseits gleichmäßig und glatt
wird. Dabei kann sich das Werkstück und der Meißel bei ungünstigen
Bedingungen stark erwärmen, sollte aber nicht anfangen blau
zu werden oder zu glühen beginnen. Ganz schlecht für den gehärteten
Stahl.
Entweder wählt man dann ein niedrige Geschwindigkeit oder stellt
beim drehen weniger zu, also dünneren Span. Mit niedrigen
Geschwindigkeiten und hohem Vorschub(Zustellung) kann man schruppen,
also ordentlich Material abtragen und mit hohen Geschwindigkeiten
und geringen Vorschub kann man schlichten und glatte Flächen
erzeugen.
Statt eine Spitze zu benutzen könnte man eine Lünette benutzen, sofern
die bei der Maschine dabei ist, aber das ist etwas komplizierter und
sollte man zu Anfang erst mal lassen.
Im Endeffekt muss man eben üben, üben, üben und aus Fehlern lernen.
Irrtum vorbehalten.
Hallo zusammen!
Erstmal wirklich vielen Dank für euere Hilfe. Ihr seid spitze!
Ich habe es nun mit einem solchen Meißel gemacht, das hat prima geklappt
(siehe "stech.png"). Das ist ein Stechmeißel, oder?
Somit sind schöne 90°-Abstufungen entstanden, da der Meißel selbst
ebenso 90° abgestuft ist.
Meine Drehbank ist übrigens eine Proxxon SD 200. Die sollte anfang der
90er gebaut worden sein.
Nun hätte ich noch eine Frage.
Ich habe wie bereits beschrieben derzeit ein Vollmaterial (Messing) mit
einem Durchmesser von 30mm zum Testen.
Gibt es einen Stechmeißel, der derart "lang" ist, damit ich ohne zu
Sägen ein Stück von dem Rundmaterial abstechen kann?
Der von mir skizzierte Meißel hat nur eine Meißellänge von etwa 1 cm.
Somit fehlt noch etwa 0,5 cm, um das Rundmaterial komplett abstechen zu
können.
Könnt ihr mir helfen, welchen Meißel ich dafür brauche? (siehe Skizze
"abstechen.png")
Noch eine Frage:
Es soll in die Mitte des 30mm starken Rundmaterials ein Loch von 12mm
eingebohrt werden.
Wie ich gehe ich da am besten vor? Ich habe diese kleinen Vorbohrer.
Diese würde ich zunächst verwenden, damit der eigentliche Bohrer dann
schön packt. Aber: Mit welchem Bohrer kann ich eine saubere Bohrung
erzielen?
Außerdem fasst mein Futter keine 12mm (Spiralbohrer).
Danke euch! :-)
Jk schrieb:> Ich habe wie bereits beschrieben derzeit ein Vollmaterial (Messing) mit> einem Durchmesser von 30mm zum Testen.> Gibt es einen Stechmeißel, der derart "lang" ist, damit ich ohne zu> Sägen ein Stück von dem Rundmaterial abstechen kann?
Aber klar - so wird das in der Massenfertigung oft gemacht: Automatisch
spannendes Futter und Rundmaterial, dass von hinten immer weiter
durchgeschoben wird. Dann wird der "rausschauende Teil bearbeitet und
zum Schluß abgestochen.
Der Begriff, den Du suchst, ist ein "Abstechmeissel"
So etwas hier könnte für 15mm (halber Durchmesser reicht ja) ausreichen
- wenn nicht, musst Du den an den entsprechenden Stellen dünner
schleifen:
http://www.rc-machines.com/media/images/org/Bild%203382_76583.jpg> Der von mir skizzierte Meißel hat nur eine Meißellänge von etwa 1 cm.> Somit fehlt noch etwa 0,5 cm, um das Rundmaterial komplett abstechen zu> können.
Richtig.
Es gibt auch passende Schnellspannhalter für sehr dünne Abstechmeissel
mit Wechselplatten: je dünner, desto weniger Material geht verloren.
Einfach mal Tante Google mit Abstechmeissel füttern und die Bilder
ansehen - es gibt Dutzende von Lösungen.
> Noch eine Frage:> Es soll in die Mitte des 30mm starken Rundmaterials ein Loch von 12mm> eingebohrt werden.> Wie ich gehe ich da am besten vor? Ich habe diese kleinen Vorbohrer.> Diese würde ich zunächst verwenden, damit der eigentliche Bohrer dann> schön packt.
Genau. Mit dem Zentrierbohrer (ich denke, das ist was Du meinst) bringst
Du eine Zentrierung an. Dabei muss der nicht einmal genau fluchten: es
entsteht auf jeden Fall ein zentrischer Innenkegel, der dann den
eigentlichen Bohrer führt.
Wenn Du keine 12mm-Bohrer spannen kannst: wofür hast Du eine Drehbank?
;-)
Wenn Du keinen Adapter hast: den 12mm-Bohrer verkehrt herum ins
Bohrfutter einspannen und den Bohrerschaft soweit abdrehen, dass er
eingespannt werden kann. Aber: das dürfte HSS sein - also einen
entsprechenden scharfen HM-Meissel nehmen. Ich hoffe, Deine Drehbank
verträgt das - meine tuts ;-)
> Aber: Mit welchem Bohrer kann ich eine saubere Bohrung> erzielen?> Außerdem fasst mein Futter keine 12mm (Spiralbohrer).
Ich würde mit einem kleinen Bohrer (4-5mm) vorbohren, und dann den 12er
hinterherschicken.
Wenn Du es ganz sauber haben willst, kannst Du auch mit einer
Bohrstange/Innendrehmeissel arbeiten: also dann auf bspw. 11,5mm
aufbohren und den Rest mit dem Meissel sauber wegnehmen.
Oder Du ahlst den Rest aus .... oder, oder - es gibt 1000 Möglichkeiten
:-)
Viel Spaß :-)
Chris, vielen Dank für deine umfangreiche Antwort! :)
Es ist mir ja peinlich, solch dämliche Fragen zu stellen. Aber zwischen
Informatik (da wo ich herkomme) und Mechanik gibt es eben doch diverse
Unterschiede grins
Ich werde dann entsprechend deiner Tipps nach dem jeweiligen Material
suchen und schauen, ob ich das alles so hinbekomme.
Morgen werde ich dann nochmal ein paar Versuche starten, denn üben kann
nicht schaden, zumal ich heute das erste Mal gedreht habe.
Grüße
Jk schrieb:> Chris, vielen Dank für deine umfangreiche Antwort! :)>> Es ist mir ja peinlich, solch dämliche Fragen zu stellen. Aber zwischen> Informatik (da wo ich herkomme) und Mechanik gibt es eben doch diverse> Unterschiede *grins*>> Ich werde dann entsprechend deiner Tipps nach dem jeweiligen Material> suchen und schauen, ob ich das alles so hinbekomme.>> Morgen werde ich dann nochmal ein paar Versuche starten, denn üben kann> nicht schaden, zumal ich heute das erste Mal gedreht habe.>>>> Grüße
Der Metallbauer: Wenn du einmal begriffen hast, wo du die
Schneiden, Freiwinkel usw. brauchst, nimmst du dir einen alten
Drehmeißel und gehst zu Schleifbock.
In wenigen Sekunden schleifst du dir den passenden Meißel.
Wenn der nicht richtig funktioniert, hast du nicht richtig geschliffen.
Das erspart jede Menge Spezialwerkzeug und hilft auch bei
exotischen Aufgaben.
Grüße Bernd
Jk schrieb:> Gibt es einen Stechmeißel, der derart "lang" ist, damit ich ohne zu> Sägen ein Stück von dem Rundmaterial abstechen kann?
Es gibt Stechmeißelhalter mit langen Stechmeißel zum einspannen.
http://www.drehen-fraesen-bohren.de/Abstechhalter%20C-Modell.jpg
Damit kann man auch tiefer stechen, aber aufpassen, denn bei großen
Rohling-Durchmesser ist auch die wegen des größeren Umfangs die
Schnittgeschwindigkeit größer, wo dann viel Reibungswärme frei
gesetzt wird und die empfindlichen Schneideecken leicht überhitzt
und beschädigt werden können. Merkt man dann am lauten Schnitt
und wenn man nicht höllisch aufpasst kann der Meißel auch ganz
plötzlich fressen weil die zum Halter nicht dünner sind, sondern
gleich dick. Mit Kühlmittel kann man das u.U. vermeiden,
aber die Sauerei will man sich nicht wirklich antun, egal ob
wässerig oder Öl(verdampft gern und ist auch nicht schön da im
stinkenden Ölnebel zu arbeiten).
Zur Mitte hin kann/sollte man dann mit höherer Schnittgeschwindigkeit
arbeiten. Manchmal ist es auch vorteilhaft wenn der Stahl 1/10mm
unterhalb der Drehachse angesetzt wird und dabei besser schneidet
(so meine Erfahrung).
Bernd Funk schrieb:> In wenigen Sekunden schleifst du dir den passenden Meißel.
Können wir uns als Praxiserfahrene auf MINUTEN einigen?
Einfaches Nachschärfen schafft man auch in 10..20..30..Sekunden,
aber nicht wenn man auf viele Eigenschaften beim schleifen achten
muss, mal ganz abgesehen davon, dass das Werkzeug ´sich dabei erwärmt
und zwischendurch öfter mal gekühlt werden muss.
Chris D. schrieb:> Jk schrieb:>> Ich habe wie bereits beschrieben derzeit ein Vollmaterial (Messing) mit>> einem Durchmesser von 30mm zum Testen.>> Gibt es einen Stechmeißel, der derart "lang" ist, damit ich ohne zu>> Sägen ein Stück von dem Rundmaterial abstechen kann?>> Aber klar - so wird das in der Massenfertigung oft gemacht: Automatisch> spannendes Futter und Rundmaterial, dass von hinten immer weiter> durchgeschoben wird. Dann wird der "rausschauende Teil bearbeitet und> zum Schluß abgestochen.
Nur, das der TO gar keine Langdrehmaschine kennt oder hat, sondern
nur so eine Bastelmaschine mit der man wirklich nur einfach
Kleinigkeiten schafft. Also sollte die Antworten dem entsprechen
was man dem TO vermitteln sollte und auch für ihn Sinn macht.
Da bist du mit deiner "Großen" in deiner Halle viel zu verwöhnt.
> Der Begriff, den Du suchst, ist ein "Abstechmeissel">> So etwas hier könnte für 15mm (halber Durchmesser reicht ja) ausreichen> - wenn nicht, musst Du den an den entsprechenden Stellen dünner> schleifen:>> http://www.rc-machines.com/media/images/org/Bild%203382_76583.jpg
Hat aber Grenzen. Schau mal oben was ich da verlinkt habe. Das ist
ein bisschen besser und flexibler.
>> Noch eine Frage:>> Es soll in die Mitte des 30mm starken Rundmaterials ein Loch von 12mm>> eingebohrt werden.>> Wie ich gehe ich da am besten vor? Ich habe diese kleinen Vorbohrer.>> Diese würde ich zunächst verwenden, damit der eigentliche Bohrer dann>> schön packt.>> Genau. Mit dem Zentrierbohrer (ich denke, das ist was Du meinst) bringst> Du eine Zentrierung an. Dabei muss der nicht einmal genau fluchten: es> entsteht auf jeden Fall ein zentrischer Innenkegel, der dann den> eigentlichen Bohrer führt.
Da reicht auch schon ein Anbohrer. Ein Zentrierbohrer geht zwar
genauso, aber der ist eigentlich für die Nutzung eine Spitze auf dem
Reitstock gedacht. Jedes Werkzeug hat eben eine ihm zugedachte Aufgabe
für die es konstruiert wurde. Kann natürlich ein Informatiker nicht
wissen, aber lernen.;-b Außerdem hat der Zentrierbohrer 60° und ein
üblicher Spiralbohrer eine 90°-Spitze, was nicht optimal zusammen passt.
Der Anbohrer hat eine 90°-Spitze und ist daher bestens geeignet.
> Wenn Du keine 12mm-Bohrer spannen kannst: wofür hast Du eine Drehbank?> ;-)> Wenn Du keinen Adapter hast: den 12mm-Bohrer verkehrt herum ins> Bohrfutter einspannen und den Bohrerschaft soweit abdrehen, dass er> eingespannt werden kann. Aber: das dürfte HSS sein - also einen> entsprechenden scharfen HM-Meissel nehmen. Ich hoffe, Deine Drehbank> verträgt das - meine tuts ;-)
Standard-HSS-Spiralbohrer sind nur auf der Länge des Spänekanals
gehärtet. Der Schaft ist dagegen ungehärtet und kann auch mit einfachen
Drehmeißeln abgedreht werden. Sollte man aber nicht zu heiß abdrehen,
sonst kann es passieren das der Schaft plötzlich hart wird (ist mir mal
in der Lernphase passiert).
Eine saubere Bohrung muss man ahlen. Alles andere ist nur ein Loch
in der Mitte. Das ist dann aber schon was für Fortgeschrittene.
Ob so eine kleine Drehbank wie die des TO Ahlen überhaupt aufnehmen
kann, möchte ich mal bezweifeln. Sollte man vorher abklären.
Jk schrieb:> Chris, vielen Dank für deine umfangreiche Antwort! :)>> Es ist mir ja peinlich, solch dämliche Fragen zu stellen. Aber zwischen> Informatik (da wo ich herkomme) und Mechanik gibt es eben doch diverse> Unterschiede *grins*
Hey, willkommen im Club der "mechanisierenden Informatiker" ;-)
Dumme Fragen gibt es nicht - das sind nämlich alles nur Fragen, die
andere sich nicht zu stellen getrauen.
> Ich werde dann entsprechend deiner Tipps nach dem jeweiligen Material> suchen und schauen, ob ich das alles so hinbekomme.>> Morgen werde ich dann nochmal ein paar Versuche starten, denn üben kann> nicht schaden, zumal ich heute das erste Mal gedreht habe.
Ich kann das gut nachfühlen. Handwerkliche Tätigkeit ist ein starker
Kontrast zum sonstigen Aufgabenspektrum eines Informatikers.
Und es tut einfach gut, wenn man abends eben etwas Reales in der Hand
hält und nicht nur irgendeine Klasse fehlerfrei läuft.
Deswegen bin ich sehr froh, dass sich meine Entwicklungen sowohl aus
Sparten der Informatik (und Chemie) als eben auch so archaischen Dingen
wie Metallguss (wir benötigen für manche Bauteile spezielle Legierungen)
oder eben fräsen, drehen, schweißen zusammensetzen.
Da steht dann eben abends etwas auf dem Tisch, das auch einem Laien
einen hohen Wert vermittelt, etwas, von dem man sagen kann: das habe ich
heute hergestellt.
Und natürlich muss man anfangs in der Metallbearbeitung viel lernen und
ich lerne immer noch jeden Tag. Wenn man dann noch das Glück hat, einen
erfahrenen Feinmechaniker zu kennen, der sich freut, sein Wissen und
seine Tricks weitergeben zu können, dann wäre es fast Sünde, dieses
wertvolle Wissen nicht wie ein Schwamm aufzusaugen.
Jetzt habe ich Dank Logger auch wieder etwas über gehärtete und
ungehärtete HSS-Bohrer gelernt.
Also: viel Freude beim Drehen - und einfach mal experimentieren!
@Logger:
Das mit dem Stangenmaterial und der Automatisierung war nur als Beispiel
gedacht, weil der OP sich so anhörte, als fände er seine Vorstellung
extrem außergewöhnlich. Und Du überschätzt meinen Maschinenpark hier ;-)
Ich hab hier auch nur eine kleine Tischdrehbank, vermutlich nicht viel
größer als die Proxxon. Aber selbst damit konnte ich bisher alles
herstellen, was ich benötigte, selbst V4A lässt sich damit gut drehen
:-)
Aber ab morgen habe ich dann hoffentlich eine "richtige" Drehbank. Bin
schon etwas aufgeregt (Männer eben ;-)
Jk schrieb:> Gibt es einen Stechmeißel, der derart "lang" ist, damit ich ohne zu> Sägen ein Stück von dem Rundmaterial abstechen kann?http://www.ebay.de/itm/Abstechhalter-Abstechstahl-10mm-f-kl-Drehmaschinen-/231125332772
Allerdings nimmt der immer 3mm Materialbreite weg, da ist Sägen besser:
Weniger Materialverlust und damit weniger Arbeit.
Zumal bei längeren Teilen die Drehbank das Teil so weit weg vom
Spannfutter nicht mehr hält, und zwischen den Spitzen kannst du nicht
abstechen, und 30mm passen nicht durch dein Drehfutterloch, bleibt nur
die Lünette und die ist bei deiner Maschine (falls überhaupt dabei) ohne
Rollen.
> Mit welchem Bohrer kann ich eine saubere Bohrung erzielen?
Möglichst kurzen.
Mit Zentrierbohrer ein kurz eingespanntes Stück mittig anbohren ist
schon mal gut.
Kannst du nicht kurz einspannen (weil das Teil dicker als der
Spindelducrhlass ist), ist schon mal schlecht, dann eine Lünette als
Hilfestellung.
Mit einem Bohrer etwas dicker als der Kern deines nachfolgenden Bohrers
weiterbohren ist schlau, so 5mm bei 12mm Spiralbohrer.
Dann mit dem dickeren Bohrer. Wenn du nur 10mm spannen kannst, gibt es
auch 12,mm Bohrer mit 10mm Schaft.
Es kann aber schlauer sein, erst mal nur 10mm zu bohren, und das Loch
dann mit einem Innendrehstahl auszubohren. Oder sogar mit einer
Reihahle, denn die wird durch den Spindeldurchlass passen.
Jk schrieb:> es ins Futter der Drehbank und drehe die gesägte Fläche mit einem nach> links gerichteten Drehmeißel gerade. (blaue Markierung in Skizze).> Sobald die Fläche nun plangedreht ist und ich mit dem Drehmeißel direkt> am Werkstück bin, fahre ich mithilfe der Skala an der Drehspindel 20> Umdrehungen weiter, um dort mit dem gleichen Meißel von 1) eine kleine> Rille einzufräsen.> Nun wechsle ich den Drehstahl auf einen rechtsgerichteten (siehe> Skizze).> 1. Frage: Wie erwische ich nun genau die Stelle, die 20mm von der> plangedrehten Fläche entfernt ist/also quasi die Rille?
Das ist ganz einfach: du drehst mit dem linken Drehmeissel per Augenmaß
die rechte Seite vom Hals bis ca 2mm vor die Rille. Dann drehst du die
entstehende Fläche plan, sodass der kopf ca. 1mm dicker ist als geplant.
Jetzt merkst du dir die Längsskala (oder hast diese idealer Weise zum
Plandrehen genullt). Maschine aus, Kopfdicke ausmessen, differenz zum
Soll bilden -->> überdrehen auf Sollmaß.
Es kommt natürlich drauf an wie schlank der Hals ist. Auf der Skizze
sieht es schon gewagt aus, 8mm durchmesser bei 100mm länge oderso. Da
würde ich zunächst einen sehr kurzen Hals drehen...
THT, bye uwe
Auf jeden Fall mit Zentrierbohrer anbohren und mit mitlaufender
Körnerspitze oder zwischen Spitzen drehen. Die Planfläche zum Schluß
andrehen. Dazu das Teil kurz spannen, auf dem 20mm langen Ende.
Oder überlegen ob es nicht mehrteilig geht. Man könnte z.B. für den
Mittelteil ein passendes Rundmaterial wählen und nur die zwei Teile
außen aus dem 20er Rund drehen. Bohrung rein und mit Loctite verkleben.
Fertsch.
Hallo zusammen.
Mensch, ich möchte euch ja nicht zu sehr loben. Aber ich finde es toll,
dass man mir hier so hilft.
Nun habe ich heute für mein Dampfmaschinen-Projekt folgendes gedreht und
gefräst.
Das eine ist der Zylinder, den ich zunächst plangedreht, abgestochen und
anschließend plangefräst habe.
Das zweite Foto zeigt den Zylinderkopf, den ich ebenso gedreht habe! :-)
(Ein bisschen stolz bin ich schon...ich weiß schon. Ein Witz für euch!)
Grüße
Jk schrieb:> (Ein bisschen stolz bin ich schon...ich weiß schon. Ein Witz für euch!)
Nein, kannst mit Recht stolz sein. Jedes neue Teil ist eine
Herausforderung, welche man nur mit Fantasie lösen kann.
Nicht wie bei Programmierern, wo X+Y+r=C das Ergebnis fest vorgegeben
ist.
Chris D. schrieb:> Jetzt habe ich Dank Logger auch wieder etwas über gehärtete und> ungehärtete HSS-Bohrer gelernt.
Das ist eigentlich das primitivste Grundwissen für jemanden, der es mit
Schweiß und langer Lehrzeit gelernt hat. Es freut mich auch, wenn ein
Elektroniker so wie du etwas dazulernen will.
Chris D. schrieb:> Aber selbst damit konnte ich bisher alles> herstellen, was ich benötigte, selbst V4A lässt sich damit gut drehen> :-)
Und warum hast du dir da eine neue angeschafft?
Den Experten kann man daran erkennen, das er mit einfachsten Mitteln zum
Ziel kommt.
Und nicht daran, das er die kompliziertesten Maschinen bedienen kann.
Mein Lehrmeister sagte, was machst du, wenn du im "Felde" nur eine Feile
und Säge Hast.
> herstellen, was ich benötigte, selbst V4A lässt sich damit gut drehen
V2A--->Silberstahl ist kein Themaa, das geht.
Michael_ schrieb:> V2A--->Silberstahl ist kein Themaa, das geht.
Hallo,
Ich hoffe, dass du hiermit nicht sagen willst, dass V2A das selbe wie
Silberstahl sei!
Denn V2A ist 1.4301 und Silberstahl 1.2210. die beiden haben recht wenig
miteinander gemeinsam, außer dass die Basis Eisen ist.
Gruß
Michael_ schrieb:> Mein Lehrmeister sagte, was machst du, wenn du im "Felde" nur eine Feile> und Säge Hast.
Daher lässt man die Lehrlinge in Metallberufen ja auch ein halbes Jahr,
neben anderen metallbearbeiteten Tätigkeiten, den Umgang mit der Feile
üben.
Michael_ schrieb:> Es freut mich auch, wenn ein> Elektroniker so wie du etwas dazulernen will.
Chris D. ist aber kein Elektroniker, sondern Informatiker.
Michael_ schrieb:> Jk schrieb:>> (Ein bisschen stolz bin ich schon...ich weiß schon. Ein Witz für euch!)>> Nein, kannst mit Recht stolz sein. Jedes neue Teil ist eine> Herausforderung, welche man nur mit Fantasie lösen kann.> Nicht wie bei Programmierern, wo X+Y+r=C das Ergebnis fest vorgegeben> ist.
Naja, Fantasie ist immer gefragt, wenn man kreativ tätig ist. Das ist
bei einer Implementierung nicht anders als beim Herstellen eines
mechanischen Teils.
> Chris D. schrieb:>> Jetzt habe ich Dank Logger auch wieder etwas über gehärtete und>> ungehärtete HSS-Bohrer gelernt.>> Das ist eigentlich das primitivste Grundwissen für jemanden, der es mit> Schweiß und langer Lehrzeit gelernt hat. Es freut mich auch, wenn ein> Elektroniker so wie du etwas dazulernen will.
Ich befinde mich immer noch in der Lehrzeit ohne festen Lehrplan :-)
> Chris D. schrieb:>> Aber selbst damit konnte ich bisher alles>> herstellen, was ich benötigte, selbst V4A lässt sich damit gut drehen>> :-)>> Und warum hast du dir da eine neue angeschafft?
Weil ich eine Drehbank haben möchte, mit der ich vernünftig arbeiten
kann, ohne irgendwelche Verrenkungen zu machen. Und eine richtige
Drehbank aus Guss ist eben doch noch etwas anderes als eine
Tischdrehbank - mal von Spitzenhöhe und -weite ganz abgesehen.
> Den Experten kann man daran erkennen, das er mit einfachsten Mitteln zum> Ziel kommt.
Ich bin ja keiner, den Anspruch werde ich auch nie haben.
> Und nicht daran, das er die kompliziertesten Maschinen bedienen kann.
Manchmal ist ein wenig Komplexität aber von Vorteil.
> Mein Lehrmeister sagte, was machst du, wenn du im "Felde" nur eine Feile> und Säge Hast.
Dann würde ich ihm heute antworten: ich hole mein Smartphone raus und
rufe jemanden an, der die passende Maschine hat und mir das in einem
Bruchteil der Zeit erledigt, die ich mit meinen Mitteln benötigen würde.
Und in der Zeit verdiene ich mit meinem anderen Geschäft deutlich mehr
als derjenige von mir haben möchte.
Alte Weisheiten sind gut und schön - aber wenn die Anspruchslosigkeit
zum Selbstzweck wird, dann macht man etwas falsch.
So, neue Drehmaschine ist jetzt hier vor der Halle und wird gleich mit
nem Kumpel zusammen ausgeladen :-)
Wenn sie steht, mach ich mal Bilder. Hatte ich ja schon versprochen :-)
Logger schrieb:> Michael_ schrieb:> Es freut mich auch, wenn ein Elektroniker so wie du> etwas dazulernen>> will.Chris D. ist aber kein Elektroniker, sondern Informatiker.
Sogar studierter ;-)
Ist aber nicht wichtig, da ich jetzt eh hauptsächlich fachfremd arbeite
:-)
Chris D. schrieb:> Sogar studierter ;-)> Ist aber nicht wichtig, da ich jetzt eh hauptsächlich fachfremd arbeite> :-)
Korrekt wäre "Akademischer Informatiker" aber du kannst dich gern
nennen wie du willst, solange es wahr ist.
Natürlich ist das wichtig, denn das ist das, was deine Persönlichkeit
ausmacht und das ist das wichtigste im Leben.
Was man dazu noch kann, ist dann mehr oder weniger Beiwerk was den Ruf
ausmacht, wenn auch andere an diesen Fähigkeiten partizipieren
dürfen.;-b
Logger schrieb:> Chris D. schrieb:>> Sogar studierter ;-)>> Ist aber nicht wichtig, da ich jetzt eh hauptsächlich fachfremd arbeite>> :-)>> Korrekt wäre "Akademischer Informatiker"
Oder hierzulande auch "Diplominformatiker"
> Natürlich ist das wichtig, denn das ist das, was deine Persönlichkeit> ausmacht und das ist das wichtigste im Leben.
Finde ich nicht. Meine (damalige) Ausbildung hat wenig mit meiner
Persönlichkeit zu tun. Es ist einfach ein Nachweis gewisser Fähigkeiten.
> Was man dazu noch kann, ist dann mehr oder weniger Beiwerk was den Ruf> ausmacht, wenn auch andere an diesen Fähigkeiten partizipieren> dürfen.;-b
Bei mir sorgt das Beiwerk für 100% Umsatz ;-)
Aber: mich hat in der ganzen Zeit meiner Selbstständigkeit noch niemand
nach meinem Titel gefragt - die Leute wollten immer nur eins: die Lösung
ihres Problems.
So sollte es ja auch sein :-)
Chris D. schrieb:> So, neue Drehmaschine ist jetzt hier vor der Halle und wird gleich mit> nem Kumpel zusammen ausgeladen :-)
Und da hast du noch Zeit hier zu posten?
Also, ich würde da erst wieder in drei Tagen ein Lebenszeichen
von mir geben. Wohl nur Kiste runter von der Pritsche und erst
mal in die Halle bugsiert und fertig? Mögliche Transportschaden
bleiben dabei aber erst mal unentdeckt. Hatte ich mal mit ner
Bandsäge, aber wurde kulant vom Händler geregelt.
Logger schrieb:> Manchmal ist es auch vorteilhaft wenn der Stahl 1/10mm> unterhalb der Drehachse angesetzt wird und dabei besser schneidet> (so meine Erfahrung).
Zum Abstechen würde ich das aber nicht empfehlen. Meine Erfahrung ist
da, dass der Meißel (auf den besonders beim Abstechen hohe Kräfte
wirken) sich durch das Spiel des Planschlittens auf der Gewindespindel
leicht zu tief in das Werkstück eingräbt. Der Planschlitten fährt dann
ruckartig Richtung Werkstück, der Meißel verklemmt und das Werkstück ist
meistens für die Tonne. Zum Abstechen spanne ich den Meißel deshalb
lieber etwas über der Mitte ein. Kommt natürlich auch drauf an, wie
leichtgängig der Planschlitten ist.
Jk schrieb:> Ein bisschen stolz bin ich schon...
Warte erstmal bis die Dampfmaschine läuft, das Erfolgsgefühl ist nochmal
größer als das bei einer blinkenden LED ;-)
Hier mal meine ersten Versuche mit der Drehmaschine:
http://www.youtube.com/watch?v=xDekyMox0Gshttp://www.youtube.com/watch?v=S_py1Div_lo
Den Dampfkessel empfehle ich nicht unbedingt zur Nachahmung, für eine
andere Maschine hab ich mir dann einen Kessel von Wilesco gekauft, da
hat man doch ein etwas besseres Gefühl...
Logger schrieb:> Chris D. schrieb:>> So, neue Drehmaschine ist jetzt hier vor der Halle und wird gleich mit>> nem Kumpel zusammen ausgeladen :-)>> Und da hast du noch Zeit hier zu posten?
Klar, hab da ja gerade auf meinen Kumpel gewartet :-)
> Also, ich würde da erst wieder in drei Tagen ein Lebenszeichen> von mir geben. Wohl nur Kiste runter von der Pritsche und erst> mal in die Halle bugsiert und fertig?
Ja, das reichte für heute.
> Mögliche Transportschaden> bleiben dabei aber erst mal unentdeckt.
Macht nix, ich hab die ja selbst mit nem Sprinter abgeholt ;-)
Neu ist die übrigens nur für mich, die Maschine selbst ist wohl älter
als ich, eine Boley 5LZ :-)
Noch eine Frage hätte ich:
Ich habe ja an meiner Drehbank einen Reitstock. Und im Werkzeugkasten
fand ich ein Bohrfutter mit Welle, das so ziemlich genau so aussieht wie
dieses hier:
http://www.drechselbedarf-schulte.de/img_shop/products/.5/771_2450.jpg
Man beachte das Ende dieser Welle. Es ist ein abgeflachtes,
recktwinkliges Ende.
Leider weiß ich nicht, wie ich dieses Futter im Reitstock fest
einspannen kann.
Wenn ich es in den Reitstock schiebe, und langsam drehe, merke ich
keinerlei Arretierung hinten im Reitstock, sodass sich das Futter fest
im Reitstock befindet bzw nicht mehr mitdrehen lässt.
Gibt es da irgendeinen Trick, es zu befestigen?
So wie es sich anfühlt, hält das garnicht da drin. Ich weiß aber, dass
mein Vater damals damit gearbeitet hat.
Gruß
Es muß sehr sauber sein und dann mit Zack rein.
Wenn die Flächen noch in Ornung sind, hält das.
Niemals drehen! Das flache Vierkant am Ende dient zum zurückschlagen.
Jk schrieb:> Noch eine Frage hätte ich:>> Ich habe ja an meiner Drehbank einen Reitstock. Und im Werkzeugkasten> fand ich ein Bohrfutter mit Welle, das so ziemlich genau so aussieht wie> dieses hier:> http://www.drechselbedarf-schulte.de/img_shop/products/.5/771_2450.jpg
Deine "Welle" ist ein sog. "Morsekegel". Das sind Kegel, die aufgrund
ihres sehr flachen Winkels selbsthaltend sind, d.h. man steckt diese
einfach mit etwas Schwung ind die dafür vorgesehene Aufnahme und das
hält dann sicher, ganz ohne verschraubung. Das abgeflachte Ende wird
z.B. bei Ständerbohrmaschinen benutzt, um den Morsekegel mit Hilfe eines
Austreibers (meist ein kleiner Keil) wieder zu lösen. Dazu hat die
Aufnahme einen beidseitigen Schlitz, in den man den Austreiber stecken
und dann mit einem leichten Hammerschlag den Morsekegel lösen kann.
Einfach mal nach "Austreiber Morsekegel" suchen, dann findest Du Bilder,
die das beschreiben.
> Man beachte das Ende dieser Welle. Es ist ein abgeflachtes,> recktwinkliges Ende.>> Leider weiß ich nicht, wie ich dieses Futter im Reitstock fest> einspannen kann.>> Wenn ich es in den Reitstock schiebe, und langsam drehe, merke ich> keinerlei Arretierung hinten im Reitstock, sodass sich das Futter fest> im Reitstock befindet bzw nicht mehr mitdrehen lässt.>> Gibt es da irgendeinen Trick, es zu befestigen?
Einfach etwas flotter einstecken :-)
Gelöst wird der Kegel bei Reitstöcken, die ich kenne, einfach so, dass
man den Nagel ganz nach hinten zum Anschlag fährt und dieser dann der
Kegel löst.
Es gibt übrigens verschiedene Größen an Morsekegeln, die mit MK
abgekürzt werden, also "MK 1", "MK 2" ... usw.
Ok, das hilft schon mal sehr!
Ich werde es daheim probieren. So ist es eben, wenn man niemanden aus
dem Bereich kennt, der einem manchmal mit einem Satz manche Sachverhalte
erklären könnte.
Hier übrigens noch ein kleines Update vom Kolben, den ich gestern
gedreht habe! :)
Ein Vorschlag: Du könntest den Kolben auch bauen.
Nur den Kolben drehen. Die Pleuelstange einfach aus fertigem
Stangenmaterial nehmen. Kurbellager wieder als Einzelteil drehen.
Alle Teile mit Gewinden verbinden oder in Bohrung verlöten.
So könnte man evtl deutlich filigranere Baugruppen herstellen.
Jk schrieb:> Hier übrigens noch ein kleines Update vom Kolben, den ich gestern> gedreht habe! :)
Hübsch.
Wenn der Kolben im Zylinder laufen soll, wird der Zylinder
gewöhnlich noch gehont. Das ist eine spezielle Schleiftechnik,
die man auch auf der Drehbank machen kann. Allerdings hab
ich Zweifel ob die Konstruktion für dein Vorhaben überhaupt
funktionieren wird. Richtige Kolben haben nämlich auch noch
Kolbenringe oder andere Dichtungen. Daher wäre es besser
gewesen auch vorher erst mal Rat einzuholen, bevor du
evtl. Material vergeudest.
Michael_ schrieb:> Das flache Vierkant am Ende dient zum zurückschlagen.
Das ist der Austreiberlappen.
Chris D. schrieb:> Es gibt übrigens verschiedene Größen an Morsekegeln, die mit MK> abgekürzt werden, also "MK 1", "MK 2" ... usw.
Adapter zwischen diesen Größen gibts auch. Hab meine Drehe ja auch
schon 30Jahre. Man, wie die Zeit vergeht.