Ach stress dich nicht so.
Nach dem Sichten von gefühlten 1000en Lebensläufen (ich sitz in nem
Auswahlgremium): Nimm einfach ein Standardformat und machs mir leicht,
das Ding zu überfliegen.
Ich geh so durch:
- Job. Aktueller Job. Was macht der und wo? Wie lange ist er da dabei?
Wie lang ist er im Durchschnitt wo? Kenn ich nen Laden? Wie hat sich das
entwickelt?
- Studium? Check, vorhanden. Was, wann, wie lange ist mir eigentlich
egal, solange es im Rahmen ist (zB "MINT-Fach", keine 10 Jahre)
- Besondere Skills, wenn nötig - sind die vorhanden?
- Ist irgendwas "komisch"?
- Hast du das für mich geschrieben - oder 1000 andere Firmen?
Das ist der Grobüberblick.
Wenn das passt, lese ich im Details die Jobbeschreibungen, schau mir die
Arbeitszeugnisse an und setze mich generell ernsthafter mit dem Ding
auseinander.
Das Layout sollte helfen, dass ich diesen Überblick schnell habe. Es
muss lesbar sein. Irgendein Tabellenartiges Konstrukt, wo die wichtigen
Infos auffindbar sind. Ich erwarte keinen Designer, aber wenn du mir
halbseitige "Blöcke" gibts, habe ich keine Lust, die zu lesen.
Vielleicht lese ich sie auch nicht, weil du einer von 300 Bewerbern
bist, und ich es mir leisten kann, dich nicht mal anzuschauen. Klingt
fies und unprofessionell, und ist es vermutlich auch, ist aber so.
Word-Standard-Lebenslauf und ein Foto, das ansatzweise professionell
aussieht - oder keins. So ein richtig Designer-Lebenslauf macht eher
skeptisch - du bist schließlich kein Designer.
Die ganzen Bücher? Haben wohl eine Zielgruppe. Ja, es gibt erschreckend
viele Leute, die Urlaubsfotos schicken, mit "Schreibschrift"-Font
"unterschreiben" und sonstigen Unsinn machen. Für die sind solche Bücher
geschrieben.
Bullshit kann ich übrigens auch gegen den Wind riechen.
Weil Bewerber vergessen immer eines: HR (und verlängerte Arme, die zB
technisches Prescreening machen, so wie ich) sehen sehr, sehr, sehr viel
mehr Bewerbungen als der typische Bewerber sich je ausdenken kann. Wir
kennen jede Standardformulierung, die neueste Mode von Hesse/Schrader,
und ja, wir haben jede "clevere" Vertuschung schon mal gesehen.
Meine 2 Cent.
Kollegen mögen in ihrem Arbeitsstil variieren.