Hi, Roland,
> Ich habe die vergangenen Tage herum experimentiert. Allerdings verstehe
> ich die Ergebnisse nicht so ganz.
Je mehr Variable im Experiment, desto eher steigt der Verstand aus. Denn
wenn Du die eine Variable veränderst und dann den vorigen Zustand wieder
herstellt, dann möchtest Du auch das vorige Ergebnis wieder sehen.
Aber je mehr Variable, desto größer die Gefahr, dass die gewollte und
durchdachte Veränderung auch eine zweite Variable verändert - und zwar
unbemerkt. Die Wiederherstellung des vermeintlich letzten Zustandes
stellt diesen dann nicht mehr her - schon ist Grund zur Verwirrung.
> ... mir an einer festen Station, der Sender ist mobil. Nun habe ich den
> Sender relativ weit weggestellt. Daten werden empfangen! Nun bin ich mit
> dem Sender rausgegangen. Empfang war weg.
Beispiel: Sobald Du einen Dipol über die Erde erhebst, sieht Dein
Empfänger nicht nur diese Antenne, sondern auch deren Spiegelbild im
Boden.
Ergebnis: Bei einer bestimmten Geometrie empfängt er fast nichts, weil
sich bei ihm Antenne und Spiegelbild gegenseitig auslöschen.
Du wohnst mit Sicherheit nicht auf einem Antennenmessgelände und hast
nicht nur ein Haus hinter Dir, sondern viele weitere Einflüsse.
> Ich verstehe das nicht. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass je
> "größer" die Antenne ist, desto besseren Empfang habe ich.
Grundsätzlich ist das so. Aber schau mal in den Rothammel, das
Antennenbuch. Unter "Kolineare Dipole". Auf deren Antennendiagramm - je
mehr Dipole vertikal übereinander gestockt sind, desto mehr Einzüge hat
da vertikale Antennendiagramm.
Schau mal auf endgespeiste kolineare Dipolzeile - die schaut schräg in
die Luft. Weil nach einem Lamba Stockungsabstand in der Luft die Welle
auf dem Kabel noch nicht so weit vorangekommen ist.
EXperiment heißt also nicht nur: "Einfach mal rausgehen." Sondern auf
beispielsweise auf einem kiesbestreuten Flachdach das eine Gerät fest
montieren, mit dem anderen erst mal auf derselben Höhe messen, dann
dessen Höhe verändern - und erneut messen.
Wer Maßempfänger hat, der ist im Vorteil. Dein WLAN verändert ja auch
noch seine Kanäle - und sagt Dir das nicht.
Also:Experimentieren ja, aber methodisch.
Ciao
Wolfgang Horn