Alter Gips oder was falsch gemacht?

Gast #3585423
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Hallo,

eine kurze Frage an die Elektriker unter euch: Ich habe Gips zum 
Schalterdosen einsetzen angesetzt. Die Verpackung war schon einige Zeit 
offen  (bestimmt ein Jahr). Nach dem Einsumpfen hatte er gute 
Konsistenz. Ich habe drauf geachtet nicht allzu viel Sauerstoff 
einzubringen.

Dennoch: Nach etwa 10 Minuten (Verarbeitungszeit lt. Packung 60 
Minuten*) hatte ich nur noch grobe Brocken im Becher, die sich nicht 
mehr schmieren ließen. Jetzt weiß ich nicht einmal, ob die Schalterdosen 
tragfähig werden, die ich noch verarbeiten konnte.

Ist das ein Problem weil der Gips zu alt ist oder habe ich sonst etwas 
falsch gemacht?

Grüße!


* Ja, es ist kein "Elektriker-Gips". Habe aber kein Problem 24h zu 
warten, bis ich weiter arbeite.
Gast #3585572
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wichtig ist das 'einsumpfen', also auf keinen Fall umrühren. Erst 
Wasser, dann den Gips bis ein paar mm unter dem Wasserspiegel rein 
rieseln lassen. Aber mehr als 20 min kriege ich auch nicht hin, für die 
60 min müssen schon irgendwelche Zusätze drin sein. Andere Hausmittel 
sind ein Spritzer Zitronensaft oder Tapetenkleister hinzuzufügen.
#3585654
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> wichtig ist das 'einsumpfen', also auf keinen Fall umrühren. Erst
> Wasser, dann den Gips bis ein paar mm unter dem Wasserspiegel rein
> rieseln lassen.

Wobei ich mich immer gefragt habe, wo der Unterschied eigentlich 
herkommt. Es müsste dem Kristallwasser ja eigentlich egal sein, ob das 
Wasser zum Gips oder der Gips zum Wasser kommt...
Gast #3585681
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Georg A. schrieb:

>> wichtig ist das 'einsumpfen', also auf keinen Fall umrühren. Erst
>> Wasser, dann den Gips bis ein paar mm unter dem Wasserspiegel rein
>> rieseln lassen.
>
> Wobei ich mich immer gefragt habe, wo der Unterschied eigentlich
> herkommt. Es müsste dem Kristallwasser ja eigentlich egal sein, ob das
> Wasser zum Gips oder der Gips zum Wasser kommt...

Es ist anscheinend wichtig, daß die erste signifikante Menge Gips erst 
mal gut flüssig ist. Während des Rührens fügt man dann noch mal eine 
Spachtelspitze Gipspulver hinzu, bis die Konsistenz richtig ist. Aber es 
funktioniert auch anders herum. Auf dem Bau ging es manchmal nur 
verkehrt herum. Man tat im Serviceauto Gips in den Becher, und ging dann 
auf dem Bau Wasser suchen.

Für eine gute Mischung ist es aber sinnvoll, wenn man beides gleich am 
Verarbeitungsort stehen hat. Man muß da auch erst ein paar mal üben, bis 
es richtig gut gelingt. Vor allem die Geschwindigkeit.

Ein guter Gipsbecher ist übrigens aus weichem Gummi. Der läßt sich auch 
hervorragend reinigen, einfach ordentlich verbiegen. Mit den 
Hartplastikbechern geht es zwar auch, aber nicht ganz so gut.

Im Krankenhaus wiederum legen sie die Gipswickel erst mal ganz in 
Wasser, bis sie richtig durchgeweicht sind. Keine Ahnung, ob das 
Gipsbein gleiches Material ist, wie auf dem Bau. Aber ich staunte: Der 
Arzt konnte es, und es gab keinen Zwischenfall mit zu weich oder zu 
hart. Nach 5 Minuten ist das aber auch abgebunden.
Gast #3585709
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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Gips schrumpft; um das zu kompensieren, kann man Sand hinzufügen.
> Alternativ kann man auch gleich Rotband verwenden.

Rotband ist Putz und nicht zum Eingispen von Dosen zu gebrauchen. 
Genauso wenig eigenen sich die Spachtelmassen für Gipskarton. Das Zeug 
braucht viel zu lange zum Abbinden. Ich empfehle den Bastelgips ohne 
Verzögerer.

Und wie schon geschrieben, muss der Untergrund vorher angefeuchtet 
werden.
#3585834
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Wenn die Gipsmischung langsam aushärten soll: langsam st rühren.

Wenn die Gipsmischung sehr langsam aushärten soll: etwas Urin mit 
einrühren, das verlängert die Abbindezeit. Wenn dir das zu eklig ist, 
nimm Halt Harnstoff. Wenn dir das zu eklig vorkommen sollte, bedenke 
dass "Urea" nix anderes als Harnstoff ist und eimerweise in Kosmetica 
mit besonders hautverjüngender Wirkung drin.

Wenn die Gipsmischung schnell aushärten soll: feste rühren.
#3587727
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Michael Reinelt schrieb:
> Eigentlich sollte man Gips ohnehin nicht mehr verwenden. Grund ist das
> Schrumpfen, wenn er (Luft-)Feuchtigkeit aufnimmt.

Dann quillt er. In Räumen mit hoher rel. Luftfeuchte kann das fatal 
werden.
Mit Gips die Dose nur fixieren, den Rest dann mit Putz.
In Feuchträumen/Küche gar kein Gips sondern Schnellzement verwenden.

Gips/Zement etc haben offen nur eine begrenzte Lebensdauer, da sie 
Feuchtigkeit, Luftsauerstoff oder CO2 aufnehmen die sie langsam abbinden 
lassen.
Länger aufbewahren geht nur mit wirklich luftdichten Behältnissen.
Ansonsten besser nur die Menge kaufen die man braucht, und die reste 
dann wegwerfen.

Ich habe keine Ahnung ob und wie die Hausmittelchen a la Spüli, Seife 
oder Harnstoff wirken, allerdings hätte ich da Bedenken was damit über 
die Jahrzehnte passiert. Ich hätte keine Lust das Zeugs nach 10 jahren 
wieder rauszukloppen und die Bude neu zu tapezieren, weil irgendwo sich 
was verfärbt oder bröselt.
#3587739
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Vergipser schrieb:
> (Verarbeitungszeit lt. Packung 60 Minuten*)

Vergipser schrieb:
> * Ja, es ist kein "Elektriker-Gips". Habe aber kein Problem 24h zu
> warten, bis ich weiter arbeite.

Dann würde ich auf jeden Fall guten Haftputz nehmen, statt Gips.
Und egal ob Gips oder Putz: stark saugende Untergründe immer befeuchten. 
Ich habe dafür (und zum Tapeten ablösen) ein 5l Gloria Sprühgerät, das 
funktioniert super und hält ewig.
Gast #3587887
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Weiteres Hausmittel: Ein schluck Bier mit untermischen.

Oder einfach was weniger anrühren. Je nach Bohrung reicht die Menge in 
einem Gipspott die man problemlos durchrühren kann bei mir für 3-5 
Dosen.

Mauer gut nass machen, Gips anrühren, großzügig ins Loch klatschen, Dose 
rein drücken und ausrichten. Nächste Dose... das ist eigentlich in 5 
Minuten kein Problem.

Wenn du natürlich erst mit dem angerührten Gips in den 4. Stock latschen 
musst...
Gast #3589087
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Häuslebauer schrieb:
> Gips ist Calciumsulfat und wird ohne Alterungserscheinungen Millionen
> von Jahren alt. Wenn dort ein MHD draufsteht

Unsinn, (gebrannter) Gips wird schlecht wenn er durch Lagerung 
Feuchtigkeit aufnimmt.

Gips ist nicht Gips schrieb:
> Rotband ist Putz und nicht zum Eingispen von Dosen zu gebrauchen.

Rotband braucht zwar länger zum abbinden, wenn man mehr als 1 Dose setzt 
ist das aber ein Vorteil. Darf halt noch kein Kabel an der Plastikdose 
zerren.
Gast #4973848
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Moltofill hat auch eine längere Topzeit.

Peter schrieb:
> Wer mehr als eine Dose setzen will: rotband und gips mischen und ihr
> habt je nach Mischung eine beliebig lange Verarbeitungszeit.

Und diese Weisheit musste nach drei Jahren unbedingt noch verkündet
werden? Hör auf mit dieser Leichenflederei und mach einen neuen Thread
auf, aber mit einer Frage bitte.
Gast #4974591
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In diesen Säcken ist eine Mischung aus Gips und einem Verzögerer.

In den Produktdatenblätter dieser Verzögerer finden sich auch Angaben 
zur Haltbarkeit.

Z.B. 
http://deu.sika.com/de/gypsum-mortar-redirect/Trockenm%C3%B6rtel%20und%20Gipstechnologie/02a006/02a006a/02a006a100/02a006a102.html

Habe die Erfahrung gemacht, nach 2 Jahren kann man einen offenen Sack 
nur mehr wie reinen Gips verarbeiten.
Gast #4974974
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Häuslebauer schrieb:
> Gips ist Calciumsulfat und wird ohne Alterungserscheinungen Millionen
> von Jahren alt.

Das, was problemlos Millionen von Jahren alt wird, ist
1
Calciumsulfat-Dihydrat (Ca[SO4]· 2 H2O)

Das, was in der Tüte ist, ist
1
Calciumsulfat (Ca[SO4])
In feuchter Umgebung wandelt sich letzteres in ersteres um und dann ist 
es zum Eingipsen von Dosen eben nicht mehr zu gebrauchen.

p.s.
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Nein, tut er nicht.
Gast #4975244
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fast jeder Elektrofachmann den ich kenne benutzt nur 2 Sorten.. Gips und 
Hagalith, alles andere sind Notlösungen.

Gips bindet in 5-10minuten ab und Hagalith lässt sich das mit der 
Wasserzufuhr ein wenig steuern bei 10-20 Minuten oder sogar länger.

Beide Sorten können bei falscher Lagerung sterben, das nennt man dann 
der Gips ist "Tot".

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