Hallo,
ich bräuchte mal einen Rat, ob ich die VDE0100 korrekt ausgelegt habe.
In einer Wohnung verläuft NYM-J 5x1,5 (Drehstrom) vom Zählerplatz zu
einer AP-Verteilerdose im Leerrohr geführt (Betondecke). Dieser
Abschnitt ist unzugänglich und ich kann ihn (leider) NICHT austauschen.
Nun soll eine Außenanlage errichtet werden. Dazu benötige ich 36m
Kabellänge NYY. Der Verlauf geht 16m im Isolationsrohr auf dem
Mauerwerk, der Rest von 20m Länge im Isolationsrohr im Erdreich.
Die typischen Fragen lauten: 1. Welches Kabel muss verwendet werden? 2.
Welche Absicherung muss erfolgen?
Grüße aus dem Flachland!
P.S.: Meine Überlegung: Natürlich einen Sicherungsautomaten, der
dreiphasig abschaltet. Da ohne Wärmedämmung geführt wird wäre 16A
erforderlich, Charakteristik B. Zulässige Leitungslänge 82m -> passt.
Jedoch wäre der Spannungsabfall dann bei fast 10%. Ist das vertretbar?
Lieber doch das 2,5mm^2 Kabel nehmen?
Was soll denn mal dran an diese Leitung? Also welche Leistung.
Verstehe ich das richtig, du hast vom Zählerplatz zu irgend einer
AP-Dose 5x1,5mm² liegen? Mit wieviel ist die denn abgesichert?
Und von dieser Aufputz-Dose willst du jetzt noch weitere 36m Kabel
legen?
Wie lang ist das Kabel vom Zählerplatz zu deiner AP-Dose?
Dennis
Hallo nochmals,
hatte ich vergessen zu schreiben: Vom Zähler zur AP-Dose sind es
geschätzt 6-8 Meter. Sonst hast du alles richtig verstanden mit den
5x1,5 und der Rest. Zur Zeit ist das Kabel mit 16A abgesichert, aber
jede Phase EINZELN. Ich hatte mal gelesen, dass ein Leerrohr immer
gänzlich abgeschaltet werden muss. Sprich hier: 3 Sicherungen mit einem
Querriegel. Aber vielleicht war das damals mal anders. Hätte es dann
Bestandsschutz oder MUSS ich es ändern?
Genutzt werden soll der CEE-Anschluss später evtl. für
Häcksler/Kreissäge/Holzspalter (Garage) und Rasenmäher/Elektrogrill
(Garten). 16A sollten also eigentlich ausreichen.
Grüße!
SaftyMan schrieb:> Hätte es dann> Bestandsschutz oder MUSS ich es ändern?>> Genutzt werden soll der CEE-Anschluss später evtl. für> Häcksler/Kreissäge/Holzspalter (Garage) und Rasenmäher/Elektrogrill> (Garten). 16A sollten also eigentlich ausreichen.
Wenn da eine CEE ran kommen soll, müssen schon alle drei Phasen
abschalten. Also musst du es ändern, weil du eine Anlage erweiterst.
Außerdem muss da noch ein FI davor.
Also hast du eine Leitungslänge von 44m. Ist schon ganz schön
beachtlich. Ich nehme an, du nutzt eine CEE mit eingebauter Schukodose,
oder? Weil ich glaube, du hast keinen Rasenmäher oder E-Grill mit CEE
Anschluss :-) Und somit wirds mit dem Spannungsfall interessant, da es
ja auch möglich ist, dass nur eine Phase belastet wird. Ich bin jetzt
ehrlich gesagt gerade zu faul den Spannungsfall mit 2,5mm² auszurechnen.
Also 8m 1,5mm² und dann 36m 2,5mm². Es könnte evtl. auch mit 2,5mm² eng
werden.
Dennis
Wenn das 5x1.5 eh im Leerrohr geführt ist, sollte sich das auch
irgendwie austauschen lassen. So kommst du auf lächerliche Werte für die
Absicherung. Drehstromkabel im Rohr ist schon mal auf 15A begrenzt, d.h.
13A Absicherung ist der nächste erlaubte Wert. Dazu kommt die
Betrachtung des gesamten Leitungswiderstandes.
@Dennis H.
lt. meiner Berechnung machen die 36m 3,1% und die 8m 1,15% aus. Zusammen
multipliziert sind das etwa 4,21%. Damit liegt der Wert knapp über den
gewünschten 3%. Ist das nicht für die o.g. Geräte vertretbar? Ich meine
der Aufwand wäre erheblich ein noch dickeres Kabel zu nehmen. Und so ein
Häcksler /Säge/Holzspalter wird wahrscheinlich auch mit 215V prima klar
kommen.
@Helge A.
Jein. Ich werde noch einmal versuchen das Kabel bewegt zu bekommen.
Evtl. geht das ja.
Für die Verlegung B2 mit drei Adern entnehme ich ebenfalls 15A. Jedoch
sind diese bei 30°C Umgebungstemperatur. Da das Leitungsführung durch
das Haus und im Erdreich erfolgt setzte ich 25°C Umgebungstemperatur an.
Da sind dann exakt 16A dem Tabellenwerk zu entnehmen.
SaftyMan schrieb:> Ist das nicht für die o.g. Geräte vertretbar?
Du hast gefragt, ob das nach den Normen so okay ist. die 3%
Spannungsfall von Zähler bis Endverbraucher stehen in der DIN18015, die
für Wohnungen zuständig ist. Alles was außerhalb privaten Wohnbereichs
ist, darf sogar einen Spannungsfall von 3,5% nach 0100t520 haben.
Würdest du aber trotzdem nicht hinkommen. Schlussletztendlich bist
allein du dafür verantwortlich, wenn du an deiner Anlage rumbaust. Somit
musst du das selbst entscheiden, ob dieser Spannungsfall für dich okay
ist. Nach den Normen ist er nicht okay.
SaftyMan schrieb:> @Helge A.> Jein. Ich werde noch einmal versuchen das Kabel bewegt zu bekommen.> Evtl. geht das ja.> Für die Verlegung B2 mit drei Adern entnehme ich ebenfalls 15A. Jedoch> sind diese bei 30°C Umgebungstemperatur. Da das Leitungsführung durch> das Haus und im Erdreich erfolgt setzte ich 25°C Umgebungstemperatur an.> Da sind dann exakt 16A dem Tabellenwerk zu entnehmen.
Du kannst auch einfach Kabel nehmen, das bis 180Grad belastbar ist. Es
bringt nicht viel, sich die Normen so zu verbiegen, das es wieder zu
deinen Vorstellungen passt. Du kannst durchaus im Erdreich weniger
Temperatur annehmen, aber nicht in deinem Haus. Das Nadelöhr bleibt, die
1,5mm² bis zu dieser AP-Dose.
Dennis
Für den Herd habe ich 2.5mm² Einzeladern statt einem Kabel ins Rohr
eingezogen, das geht einfacher. Die 5 Aderenden einzeln mindestens auf
einer Länge von 50mm mit den neuen Adern verdrillt, verlötet und mit
etwas Kraft durchgezogen. Super ist ein Helfer, der die neuen Adern am
anderen Ende gleichzeitig reinführt. Dann kommt man sogar um 2 Bögen /
Knicke rum.
Ich hab hier grad eine ähnliche Aufgabe: In 20m Entfernung Häuschen mit
Bierkühler, Kühlschränken, Friteuse, Grill, Licht. Das Erdkabel ist
schon eingegraben, nur ins Haus muß ich noch rein..