Bis zu welcher Geschwindigkeit (km/h) funktioniert ein Handy ?

OP #3619434
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Der Titel enthält schon den Großteil der Frage.
Also, dass es bei 130 geht weiß ich schonmal (Als BEIFAHRER 
telefoniert).
Nur: Wo ist Schluss ?
GPS macht ja absichtlich bei 400 oder so dicht um Raketen zu verhindern.
Macht GSM das auch ?

PS: Das sind theoretische Überlegungen und ich hab nicht vor mein 
Handy auf 400+ km/h zu beschleunigen (dazu ist es etwas teuer ^^).
Gast #3619449
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Max D. schrieb:
> Nur: Wo ist Schluss ?

Ich denke mal "das kommt drauf an".

Stell dir vor, du hast hast einen hohen exponierten Sender, welcher ein 
ein großes Areal abdeckt. Je nach Distanz zum Mobilgerät dürfte relative 
Geschwindigkeit aus ziemlich gering sein.

Kritischer dürfte hier eher Timing Advance sein, welche ab einer 
gewissen Distanz nicht mehr kompensiert werden kann

LTE wurde sogar testweise zur Versorgung von Flugzeugen eingesetzt. 
Einfach gesagt wurden die Sektor-Antennen einfach umgekippt. Hat 
angeblich ziemlich gut geklappt und die Anzahl der notwendigen Stationen 
war übersichtlich.
Gast #3619475
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So weit ich mich erinnere, funktioniert GSM bis 250km/h. Das Problem 
darüber war glaube ich die Synchronisation des Zeitmultiplex (7 
Gespräche/Kanal). Wie es bei UMTS ist weiss ich nicht. Super Buch dazu: 
Benkner, Digitale Mobilfunksysteme.
Gast #3619477
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Hallo,
bei welcher Geschwindigkeit GSM nicht mehr geht, ist von der Bewegung, 
der Umgebung und dem Standort der Basisstation abhängig.

1. Relative Bewegung (Dopplereffekt): Wenn die Basistation quasi in 
Fahrtrichtung steht, ist die Geschwindigkeit des Fahrzeugs gleich der 
relativen Geschwindigkeit. Wenn die Basisstation 5km weit weg fast 
senkrecht zur Fahrtrichtung steht, ist die relative Gschwindigkeit in 
Richtung des Senders fast Null.

2. Fading: Sehr viel wichtiger, als der Dopplereffekt und die Änderung 
der Freiraum-Streckendämpfung ist die variable Dämpfung des Signals 
durch Mehrwegeausbreitung. Das führt zu einem Flatterfading mit 
Signalunterbrüchen.

3. Handover: ab einer gewissen Geschwindigkeit geht der HAndover 
vermutlich auch nicht  mehr zeitgerecht vonstatten.

4. Distanz zur Basis: Ab einer gewissen Distanz ist die Regelung der 
Zeitverschiebung des Sendeslots nicht mehr möglich und der Teilnehmer 
wird "abgehängt".

5. Telefonieren in Zügen: Dort wird meist im Zug selbst eine 
Mini-Basistation betrieben, damit die Verbindung stabiler ist und die 
Sendeleistung der Telefone nach unten reguliert werden kann.

Gruss
#3619616
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Bei analogem Funk kennt man vor allem das sogenannte Flatterfading. 
Dessen Frequenz steigt mit dem Tempo. Das tritt vor allem bei geringer 
Feldstärke auf, so wird es auch beim Digitalfunk davon abhängen, wie 
groß die Entfernung zum nächsten Funkmast ist. Bäume und ähnliches 
verursachen Reflektionen, die ebenfalls das Signal stören, es kommt also 
auf die Umgebung an.
Gast #3620243
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Das gibt dann zentrifugalen Doppler-Effekt ;-)

Lustig finde ich immer, wenn in Hollywoodfilmen die Leute aus einem 
(entführten) Verkehrsflugzeug heraus telefonieren. Die BTS möchte ich 
sehen, die auf Reiseflughöhe justiert ist und bei >400km/h noch Handover 
schafft. Lt GSM-Spec ist irgendwo bei 250km/h Schluss, wenn ich das aus 
der Vorlesung von Prof Vary richtig behalten habe.
Gast #3620292
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@sould eye:
Du kennst die häufig in USA verwendeten Mobilfunkstandards und deren 
Möglichkeiten? Du weisst, wie das mit den Mobiltelefonen an Board von 
Flugzeugen geht?

Mal davon abgesehen geht "normales" GSM bis ca. 250km/h, aber GSM-R bis 
500km/h (z.B. für den ICE bzw. TGV). Alles eine Sache der Parameter...
Persönliche Seite #3620611
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Das Problem ist primär das "handover", also der Wechsel von einer 
Funzelle in die nächste. Die dabei möglichen Geschwindigkeiten sind 
netzabhängig, d.h. im E-Netz (1.8 GHz) gibt es andere Resultate als im 
D-Netz (0.9 GHz) oder per UMTS/LTE.

Das Telephonieren in schnellfahrenden Zügen wird zumindest in einigen 
Zügen durch eine im Zug untergebrachte Mobilfunkzelle unterstützt, die 
wiederum mit anderer Technik mit dem restlichen Funknetz verbunden ist.
Gast #3623501
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Daniel F. schrieb:
> bis ca. 200km/h weiß ich, dass mein Garmin Dakota 20 funktioniert - habe
> es mal im Railjet ausprobiert

GPS:
Startgeschwindigkeit einer Fokker F50 lt. Handy-GPS: 230 km/h
Reisegeschwindigkeit einer Langstreckenmaschine: 919 km/h

Designparameter für LTE war, wimre 250 km/h (zumindest zum telefonieren, 
nicht Videsostreaming).

Martin
#3624121
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Der begrenzende Faktor bei GSM 900 und 1800 sowie technisch verwandter 
Systeme (GSM850/1900) ist das Timing in TDMA-Zeitschlitz.
Der Doppler-effekt tritt aufgrund der stets verwendeten PLLs (GSM lässt 
sich prinzipbedingt nicht mit einfachen HF-Schwingkreisen aufbauen, oder 
das Handy ist größer als der Schaltschrank eines Kernkraftwerks :)) und 
automatischen Abstimmungen erst wesentlich später in Erscheinung.

In GSM(-900) gibt es pro Verkehrsfrequenz 8 Zeitschlitze für 7 von 
einander unabhängige Teilnehmer. Zeitschlitz 0 dient zur Syncronisation 
und Frequenzkorrektur. Jeder dieser 7 Teilnehmer sendet/empfängt 
innerhalb seines zugewiesenen Zeitschlitzes von 577µs Länge. Da die 
Laufzeit der Funksignale hierbei schon Einfluß habt, bekommt jedes 
Telefon von der Basisstation (über den Steuerungskanal) fortlaufend 
einen Vorlaufwert ("Timing advance", TA), um wieviele 3,7µs-Schritte das 
Telefon eher senden muß, damit das Signal rechtzeitig eintrifft. (daher 
die mögliche Ortung in 550m-Schritten um eine BTS herum).

Bewegt sich das Telefon derart schnell, daß die Information des 
ermittelten TA zum Zeitpunkt des Sendens eigentlich schon falsch ist, 
kommt das Signal nicht mehr rechtzeitig bei der BTS an und die 
Verbindung wird (zum Schutz des Netzes) einfach abgebrochen. Es gibt in 
jedem Zeitschlitz auch noch eine gewisse Toleranz aufgrund von 
sogenannter Guardbits oder Guardtime (etwa 30µs), einem kurzen 
Zeitabschnitt am Ende eines jedes Zeitschlitzes, bei dem eigentlich 
keine Infos mehr gesendet werden, aber diese Toleranz ist relativ gering 
(viele BTS machen schon bei weniger als 3 TA-Steps dicht).
Bei GSM-900 ist das bei ca 220km/h in Richtung von oder zur benutzen BTS 
der Fall, bei GSM-1800 schon bei 180 km/h aufgrund weniger Guardbits 
durch Nutzung von half-Rate-frames (TCH/H).

Im ICE kann man übrigens gar nicht mit der BTS draußen telefonieren 
(schon allein wegen der gut schirmenden Metallröhre names Zug + seinen 
metallbedamften Fenstern. Dort telefoniert man über im ICE mitfahrende 
GSM-Repeater. Dazu hat die deutsche Bahn eine eigene Netzlizenz und 
entsprechende "Roaming"-Verträge mit den vier Netzbetreibern.
Gast #4567002
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viele Halbwahrheiten aber grundsätzlich fasch!
es gibt für die Netzbetreiber einige Möglichkeiten die Problem des 
Dopplereffekts (UMTS) und die daraus resltierende Frequenzverschiebung 
zu kompensieren....
Im ICE sind Repeater eingebaut...
HalfRate wird von der BSC konfiguriert , damit über einen Zeitschlitz, 2 
Gespäche gleichzeitig geführt werden können-  hat nichts mit 
Dopplerproblemen zu tun (Half Rate gibt es auch bei GSM 450, 800, 900 
u.s.w.)
Der ICE ist nicht so schnell, das man die Problem des Dopplereffekt 
nicht in den Griff bekommt.
Gast #4568147
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also: konzentrisch um die BTS kann ich so schnell GSMfonieren bis die 
flüssigen Kristalle aus dem Display dampfen oder sich die Bauteile auf 
der von der BTS abgewandten Seite von der Platine lösen.

Ich darf nur nicht die Schnürung meiner Pilotenhose (Anti-g-Anzug) 
lösen.
Gast #4568294
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Blechdosen schrieb:
> Neulich im Flieger (Dash) hat das GPS meines Smartphones auf
> Reiseflughöhe um die 570kmh angezeigt. Scheint also kein Problem zu
> sein.

Bei deinem Flug hast du auch keinen der beiden Grenzwerte 
überschritten.

Das "COCOM Limits" für GPS-Empfänger schlägt über 1000 kn (1852 km/h) 
und bei einer Höhe über 60000 Fuß (18000 m) zu. Auch scheint Uneinigkeit 
bei den Herstellern darüber zu herrschen, ob für eine Unterdrückung der 
Ausgabe eine UND- oder eine ODER-Verknüpfung zwischen den beiden 
Bedingungen zu implementieren ist.
Gast #4600235
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./. schrieb:
> Im ICE bei 275 km/h kein Problem (1994).
>
> Im Auto bei 265 km/h ist es schon schwieriger wegem dem Motorengeraeusch
> noch etwas zu verstehen (A1/A7/A20).

Fährst Du einen Traktor? Wenn Du Dir einen richtigen Pkw zulegen 
würdest, könntest Du auch bei 300 km/h und mehr problemlos auf 
verschiedene Arten kommunizieren.
#4600368
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Soso. Peter kennt sich aus.
Zeig mir z.b. einen Mercedes der bei ca. 278 km/h im Fahrerraum so
ruhig ist damit man noch in aller Ruhe telefonieren kann. Und das
als Beifahrer, da der Fahrer in diesem Moment sicher kein Brötchen ist
und ein bisschen Whatsappt.

Oder was verstehst du unter vernünftigem Auto?
Gast #4600503
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Jörg E. schrieb:
> Zeig mir z.b. einen Mercedes der bei ca. 278 km/h im Fahrerraum so
> ruhig ist damit man noch in aller Ruhe telefonieren kann.

Verstehen tut man dich dank Noise Suppression meistens prima. 
Vorausgesetzt man verwendet das richtige Headset. Nur umgekehrt ists 
schwierig ;-)
Gast #5137673
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> im Landeanflug, hatte noch ca. 500km/h

Im eigentlichen Landeanflug sind es deutlich weniger als 300 km/h.
Weiss ich dank G.P.S..
Gast #5137776
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(º°)·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.· schrieb im Beitrag 
#5137673:
> Im eigentlichen Landeanflug sind es deutlich weniger als 300 km/h.
> Weiss ich dank G.P.S..

Das würde ich nicht unterschreiben - dank GPS :-)
#5137783
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Dieter F. schrieb:
>> Im eigentlichen Landeanflug sind es deutlich weniger als 300 km/h.
>> Weiss ich dank G.P.S..
>
> Das würde ich nicht unterschreiben - dank GPS :-)

Wenn man unter Landeanflug grosszügig alles versteht, was ab Verlassen 
der Reiseflughöhe und dem Aufsetzen passiert, dann könnt ihr euch je 
nach Flugzeug und Wetter mit jedem Wert zwischen 800 km/h und 0 km/h 
bewerfen. Irgendwo passt es immer. ;-)

Auch mit genauerer Festlegung des Begriffs ist noch allerhand Spielraum: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Flugphasen

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