Hallo ich wollte Fragen, ob es Vorschriften beim Verlegen von Leitungen
gibt. Darf man zum Beispiel offene Leitungen haben? Also ich kenne
jemanden bei dem auf einem Flur die Leitungen aus der Decke kommen und
dann an der anderen Seite wieder herreingeehn ohne das sie befestigt
sind also sie hängen einfach so in der Luft. Dabei sind die
unterschiedlich lang sieht nach einem ziemlichen Chaos aus. Mein
Bekannter meinte als ich ihn ansprch, dass das in Ordnung sei und er
demnächst einfach Bretter davor machen wolle.
Meine frage ist, ob es irgendwelche Regeln gibt, das Leitungen befestigt
sein müssen oder so? Kennt sich da jemand aus?
So weit ich weiß nein. Also keine Vorschriften. Aber vllt sollte ein
Elektriker oder so mal gefragt werden. Eigentlich ist ja in Deutschland
alles geregelt.
Im Zweifelsfall gibt es Ausbildungshandbücher für Elektroinstallateure.
Da bitte aber nur das aktuelle Exemplar verwenden, da die Regelungen
sich von Jahr zu Jahr ändern können. Das macht dich aber trotzdem nicht
zu einer Elektrofachkraft und du brauchst für den vollen
Versicherungsschutz ohnehin die Abnahme vom Elektriker.
Eigentlich sollten Leitungen immer an mindestens einer Seite fest sein.
Dadurch kommt es fast nie vor, daß man sie verlegt. Sollte es aber
trotzdem passieren, kann man vom festen Ende weitersuchen, bis man den
Rest wiederfindet.
Ob es dazu allerdings Vorschriften gibt, weiß ich nicht.
Wobei hier noch nicht gesagt wurde um was für Leitung es sich handelt.
Es kann ja auch eine Klingelleitung, LAN, Sat, Lautsprecher oder sonst
was sein.
Es gibt Verlegezonen. Diese legen fest in welchem Bereich welcher Typ
von Leitung verlegt werden darf. Sonst können sich die Unterschiedlichen
Medien behindern. Tiefe und Abstand sind auch festgelegt, auch die
Verlegung in Hohlwänden, Abstände zu Türen, Schalterhöhe, Abstand Decke,
Abstand zu Schwachstrom oder Antenne usw. Es gibt einen gewissen
Spielraum dabei. Wir sind in DE, da gibt es für alles Vorschriften
Helga schrieb:> ob es Vorschriften beim Verlegen von Leitungen gibt.
Sicher, es gibt Vorschriften (z.B. Leitungquerschnitt)
und es gibt Empfehlungen (z.B. wo die Leitung liegen sollte).
> dass das in Ordnung sei und er> demnächst einfach Bretter davor machen wolle.
Damit wird das eine abgehängte Decke auf der die Leitungen
einfach so rumliegen dürfen (NYM ausreichenden Querschnitts
vorausgesetzt).
Jan S. schrieb:> du brauchst für den vollen> Versicherungsschutz ohnehin die Abnahme vom Elektriker
Bei jedem schweren Schaden (Brand oder Tod) wird die Ursache
durch die Polizei ermittelt. Wer das verursachende Kabel
verlegt hat, haftet, wenn ihm nicht fachgerechte Arbeit
nachgewiesen werden kann. War es der Elektriker, zahlt seine
Betriebshaftpflicht, die sich aber bei grober Fahrlässigkeit
auch rausredet. Warst du es selber, zahlst du selber.
War es fachgerecht, zahlt die Brandschutzversicherung, egal
wer es verlegt hat.
Jürgen D. schrieb:> Wobei hier noch nicht gesagt wurde um was für Leitung es sich handelt.> Es kann ja auch eine Klingelleitung, LAN, Sat, Lautsprecher oder sonst> was sein.
Oder Firmen-, Elektronen-, Löcher-, Wärme- Reise- oder Bauleiter.
Die Frage sieht doch eher nach typischem Getrolle an einem langweiligen
Abend aus.
Nein es ist keine Scherzfrage, auch wenn sie komisch klingen mag.
Stromleitungen, Kabel wie auch immer sind gemeint. Ich wollte im grunde
nur wissen, ob sie an Kabelschellen befestigt oder durch Rohr geführt
oder in Putz verlegt sein oder auf ner Kabelbühne gelegt sein müssen?
Man könnte ein frei hängendes Kabel theoretisch auch als "kurze
Freileitung" sehen (wie z.B. zwischen 2 Telefonmasten). Voraussetzung
dafür ist, daß diese Leitung an beiden Enden fachgerecht abgefangen ist
und die Biege- und Zugbelastung auf das Kabel gering ist. Das möchte ich
bei deiner Beschreibung bezweifeln, und eine solche Verbindungsart wäre
sehr ungewöhnlich innerhalb eines Gebäudes.
Liegen / lagen die Leitungen auf einer abgehängten Decke, ist bzw. war
das erlaubt. Da gibt es den Freiraum "Absprache zwischen den Gewerken"
in den Normen und derjenige hat den kürzeren gezogen, der sich nit an
die Absprache hält. Ein Elektrischer könnte sich also damit herausreden,
daß dort eine Zwischendecke hingehört.
> also sie hängen einfach so in der Luft
Die benutzten Siemens-Lufthaken sollten der DIN entspechen.
http://de.wikipedia.org/wiki/DIN-VDE-Normen_Teil_1
Interessantere Frage ist, was später Versicherung und Vermieter im
Brandfall meinen.
oszi40 schrieb:> Interessantere Frage ist, was später Versicherung und Vermieter im> Brandfall meinen.
Gar nix werden die wegen einer wilden Verlegung von Leitungen sagen.
Zuhause verbrauchst du so wenig Strom, dass sich die Kabel nicht
wirklich erwärmen. Auch wenn die Versicherer sich aus allem rausreden,
aber das schaffen sie nicht. Deswegen kann man selbst nach Norm
(DIN18015) in Wohnräumen die Häufung außer acht lassen.
Dennis
Dennis H. schrieb:> Zuhause verbrauchst du so wenig Strom, dass sich die Kabel nicht> wirklich erwärmen.
Woher weiß Du jetzt, ob er nicht seinen Backofen und die Waschmaschine
darüber betreibt und alle Klemmstellen noch ok sind? Es gab schon genug
ausgebrannte Dosen und herausgerissene Kabel ...
Sicher gab es das, aber daran ändert eine saubere Verlegung der
Leitungen nichts. Hier gehts nur darum, ob es okay ist, alles völlig
wild in einer Zwischendecke zu verkabeln. Selbst hinter einer
Gipskarton-Wand liegt alles willenlos drin. Klar hast du die
Durchführungen in den Profilen, trotzdem legt kein Eli in so einer Wand
ein Kabel in den Installationszonen.
Dennis