Das mit den Prüfklemmen ist eine Schnapsidee.
Irgenwann hast du dem Käfer die Beine verbogen oder abgerissen oder
Kurzschlüsse zu den Nachbarbeinen gemacht.
Wenn du bei deiner Schaltung nicht sicher bist oder noch exprimentieren
willst, setzt du rings um den Schaltkreis stinknormale Pfostenleisten,
die sich dann problemlos kontaktieren lassen.
Es ist ein Board wie man es im Laden kaufen kann. Nicht von mir gemacht.
Ich möchte nur mehr über die Funktionsweise des Boards erfahren...
Leider gibt es keine Blueprints dazu, lediglich zu den verbauten Chips
finde ich Infos, daher die Prüfklemmen.
Leider finde ich wenig Material zum Einsatz der Prüfklemmen bei so
kleinen Abständen. Deshalb frage ich hier.
roestzwiee schrieb:> Leider finde ich wenig Material zum Einsatz der Prüfklemmen bei so> kleinen Abständen.
Logisch, weil das nicht klappt. EZHook gibt einen Drahtdurchmesser von
0,16 mm an, der geht also gerade so in den Zwischenraum, aber es besteht
die Gefahr eines Kurzschlusses nach rechts und links, und benachbarte
Pins, etwa ein Datenbus, gehen garnicht.
Gefederte Prüfstifte in Mini-Mini-Ausführung sind eine Option, aber
schwierig zu positionieren.
Und dann gibt es noch Komplettadapter zum Draufsetzen auf das IC, aber
die sind für Testautomaten usw. und für Amateure nicht bezahlbar.
Georg
Bei solch kleinen Abständen funktionieren Klemmprüfspitzen nicht mehr
ordentlich. Vor allem müsste man sie mechanisch gut fixieren.
Das, was sich hingegen sehr bewährt hat, ist das Aufkleben einer
Stiftleiste neben oder auf das IC. Anschließend verdrahtet man die
Stiftleiste und die betreffenden Kontakte mit dünnem Kupferlackdraht, am
Besten unter dem Mikroskop.
Georg schrieb:> Gefederte Prüfstifte in Mini-Mini-Ausführung sind eine Option, aber> schwierig zu positionieren.
Danke, ich hatte die Prüfstifte schon bei einer Suche gefunden dachte
aber nicht, dass ich damit was anfangen könnte. Hab mir nun mal den
Wikipedia Artikel angesehen.
Versteh ich das richtig, dass ich ne Platte darüber schrauben müsste und
dann die Prüfstifte dazwischen klemmen?!
Andreas Schweigstill schrieb:> Das, was sich hingegen sehr bewährt hat, ist das Aufkleben einer> Stiftleiste neben oder auf das IC. Anschließend verdrahtet man die> Stiftleiste und die betreffenden Kontakte mit dünnem Kupferlackdraht, am> Besten unter dem Mikroskop.
Kennst du dafür ein Tutorial?
Ich kanns mir nicht ganz vorstellen, ohne zu löten? Wird das nur drum
gebunden?!
Danke Euch Beiden für die Ideen!
roestzwiee schrieb:> Kennst du dafür ein Tutorial?
Tutorial? 8-|
> Ich kanns mir nicht ganz vorstellen, ohne zu löten? Wird das nur drum> gebunden?!
Natürlich werden die Drähte angelötet. Das ist alles nur eine Frage des
Werkzeugs (Lötspitze, Mikroskop).
roestzwiee schrieb:> Versteh ich das richtig, dass ich ne Platte darüber schrauben müsste und> dann die Prüfstifte dazwischen klemmen?!
Im Prinzip ja, aber da kommt als Problem dazu, dass auch die Prüfstifte
natürlich nicht im Raster <= 0,5 mm nebeneinander passen. Man muss sie
zickzackförmig befestigen und anschliessen, so dass sie zur Prüfspitze
hin schräg zusammenlaufen auf eine Reihe mit 0,4 mm Pitch.
Dass ist echt Kunst, aber einfacher lassen sich solche Anschlüsse nicht
kontaktieren. Für professionelle Testadapter werden die Stifte durch
mehrere Führungsplatten geführt und S-förmig in verschiedene Richtungen
gebogen, so dass sie am anderen Ende vernünftig kontaktiert werden
können, z.B. mit einem Kabelbaum. Für die Berechnung der Bohrpositionen
in den Führungsplatten gibt es patentierte Software.
Es gibt auch "Flying Probes", Nadeln die mit Servos positioniert und zur
Platine abgesenkt werden, aber das geht meistens nur mit 2 Nadeln.
Georg
Georg schrieb:> Im Prinzip ja, aber da kommt als Problem dazu, dass auch die Prüfstifte> natürlich nicht im Raster <= 0,5 mm nebeneinander passen. Man muss sie> zickzackförmig befestigen und anschliessen, so dass sie zur Prüfspitze> hin schräg zusammenlaufen auf eine Reihe mit 0,4 mm Pitch.>> [...]>> Es gibt auch "Flying Probes", Nadeln die mit Servos positioniert und zur> Platine abgesenkt werden, aber das geht meistens nur mit 2 Nadeln.
Hört sich alles sehr aufwendig an. Ich habe kurz (1-2 Stunden) schon
nach Prüfstiften gesucht, leider noch erfolglos mit gefederten in einer
so kleinen Größe. Alles was ich dabei festgestellt hab, ist, dass die
Prüfstifte um so kleiner sie werden auch wieder einen stolzen Preis
bekommen.
Das Werkzeug dafür wird auch nicht günstig sein...
Ohne eine detaillierte Auflistung zu fordern, was denkst du würde das
ganze Kosten? (Ich bräuchte ~ 20-30 Pins abgetastet)
Andreas Schweigstill schrieb:> Natürlich werden die Drähte angelötet. Das ist alles nur eine Frage des> Werkzeugs (Lötspitze, Mikroskop).
Hmm... ich denke irgendwie werde ich das ganze Löten müssen. Hab mich
jetzt nach dem Motto "Do or Die" noch einmal am Löten versucht. Wenn
ich Erfolg habe lade ich euch Definitiv ein paar Bilder hoch.
roestzwiee schrieb:> leider noch erfolglos mit gefederten in einer> so kleinen Größe
Gibts, sogar für Pitch 0,4:
http://www.leitec.info/html/de/shop/items/CSP4/ECT-OB%20Semiconductor%20Brochure.pdf
Die Anforderungen sind natürlich entsprechend, du müsstest dir exakte
Führungsbohrungen mit 0,28 mm anfertigen können, und dann hast du das
Problem zunächst verlagert, denn am oberen Ende ist der Abstand nicht
grösser. Du kannst da eine vergoldete Leiterplatte draufsetzen, die die
Anschlüsse auf ein gröberes Raster verteilt, das ist so das übliche
Verfahren.
Mit einer Dremel kommst du da nicht weit, das ist Präzisionsmechanik.
Ausserdem lohnt sich der Aufwand nur, wenn du gleich einen Adapter für
alle Pins baust. (Stell dir vor, du bastelst eine Woche an einem
Adapter, und dann fehlt der Pin, an dem du jetzt was messen solltest).
Georg