Hallo Leute !
Nur mal kurz nachgefragt:
Dass eine rote LED (2 V) an einer einzelnen 1,5 V Batterie nur kaum
sichtbar glimmt, ist ja durchaus zu erwarten. Warum leuchtet sie aber
richtig hell, wenn sie an einem µC angeschlossen mit 1,5 V gepulst, also
per PWM betreiben wird ???
1.) 1,5 V Batterie --> LED + Vorwiderstand --> kaum zu erkennendes
Glimmen
2.) 2 x 1,5 V Batterie --> µC --> 1,5 V PWM --> LED + Vorwiderstand -->
helles Leuchten
Kann mir das jemand erklären?
Danke,
Matze
Schau Dir mal eine Dioden-Kennlinie an.
Deine PWM hat nicht 1,5 Volt sondern 3 Volt, zwar nicht durchgehend die
ganze Zeit über, aber damit kann eine LED schon was anfangen.
Ich dachte eigentlich, das Pulsen zwischen der eingestellten
PWM-Spannung und der Betriebsspannung des µC passiert so schnell, daß
sich die so erreichte Ausgangsspannung am µC-Pin nicht wirklich von
ungepulster Spannung unterscheidet bzw. sich zumindest nicht derart
drastische Auswirkungen ergeben.
Hmmmm .....
Matze schrieb:> Ich dachte eigentlich, das Pulsen zwischen der eingestellten> PWM-Spannung und der Betriebsspannung des µC passiert so schnell, daß> sich die so erreichte Ausgangsspannung am µC-Pin nicht wirklich von> ungepulster Spannung unterscheidet bzw. sich zumindest nicht derart> drastische Auswirkungen ergeben.
Dann hast Du PWM nicht verstanden. Wenn die Frequenz so schnell oder die
Ausgänge so langsam wären, dass die Pulse am Ausgang nicht mehr
erscheinen, ist der ganze Sinn von PWM dahin. Dann würdest Du die
Leistung in den Ausgangsstufen verheizen.
Wenn man Gleichspannung haben will, kann man hinter den PWM-Ausgang ein
LC-Filter schalten. Das würde verlustarm aus den Pulsen Gleichspannung
machen.
Gruß Dietrich
Hinzu kommt noch, daß Dioden, und somit auch LEDs, eine
Vorwärtsflußspannung haben. Unterhalb dieser Spannung lassen sie kaum
Strom durch. Oberhalb lassen sie (zuviel) Strom durch. Darum benötigt
man eigentlich eine Stromquelle und keine Spannungsquelle.
Die billigste brauchbare Methode ist eine Spannung oberhalb der
Flußspannung zu nehmen und einen Vorwiderstand so zu dimensionieren, daß
bei der Differenz zwischen der maximalen Versorgungsspannung
(Schwankungen?) und der minimalen Flußspannung (temperaturabhäng) nicht
mehr als der Nennstrom durch den Widerstand und somit auch durch die
Diode fließt. Gedimmt wird nun per PWM, indem der Strom ein und
ausgeschaltet wird.
Du vergleichst aber mit 1,5 Volt. Daß ist unterhalb der Flußspannung. Da
fließt nahezu kein Strom und ist somit permanent (beinahe)
ausgeschaltet.
Das hätte dir bei der Berechnung des Vorwiderstandes auffallen können,
wenn du ihn nach der Differenz berechnet hättest. Ich vermute Du hast
ihn entweder geraten, geschätzt oder nach der Versorgung berechnet, ohne
die Flußspannung zu berücksichtigen. Denn sonst hättest du den
Widerstand anhand eines negativen Spannungsabfalls berechnen müssen.
Dann hätte etwas im Kopf geleuchtet oder geklingelt. ;-)
PS:
Den Effektivwert einer PWM hann man nicht so einfach linear berechnen,
nicht einmal bei ohmschen Lasten. Der Effektivwert ergibt sich erst aus
PWM-Wert in Kombination mit den Eigenschaften der angschlossenen Last.
Also danke Euch erst mal für die Erläuterungen.
Das Ganze mit dem Leuchtstärkeunterschied ist mir auch eher zufällig
beim Herumexperimentieren aufgefallen, hat also eigentlich keinen
konkreten anwendungstechnischen Hintergrund. Ich habe mich dann halt nur
gewundert, wie eine LED bei 1,5 V noch so dermaßen hell leuchten kann.
Der Knackpunkt dabei war eben, daß ich nicht wußte, daß die
PWM-Impulsspitzen einen deutlich merkbaren Einfluß auf das
Leuchtverhalten der LED haben.
Wenn ich das PWM-Singnal jetzt also glätten würde, um an der LED eine
"saubere" Gleichspannung anzulegen, würde sich dann auch das
Leuchtverhalten bei gleichen PWM-Werten entsprechend ändern? Also wenn
ich z. B. die LED vorher "ungeglättet" innerhalb von 2 Sekunden von PWM
= 255 bis PWM = 0 ausgeblendet habe, und dann mit LC-Filter den gleichen
Fade-Out durchführe. Inwiefern würde ich das am Helligkeitsverlauf
merken?
Vergiß das mit der Gleichspannung. Wenn Du das auch noch filterst,
kommst Du in den Bereich der Schaltnetzteile. Dir fehlt dann aber noch
die Rückkopplung. Dazu bedarf es etwas mehr an Know-How. Zudem geht es
bei LED um den Strom, und nicht um die Spannung! Wenn du das bezüglich
der Spannung betrachtest wird das nicht fuktionieren.
Solange die zugeführte Energie und somit die verbauten Komponenten zur
LED passen, nagelt die Kennlinie der LED die Ausgangsspannung im Bereich
der Flußspannung fest. Die LED schluckt den Strom und ändert dabei nur
geringfügig die Flußspannung. Die PWM steuert dann den Strom durch die
Spule.
Für den kontinuierlichen Stromfluß in der Spule gilt dann:
Ist das Tastverhältnis der PWM größer als das Verhältnis von
Eingangsspannung zu Ausgangsspannung/Flußspannung, so steigt der Strom.
Ist das Verhältnis kleiner, so sinkt der Strom. Steigen oder Fallen sagt
aber nichts über die aktuelle Stromstärke aus. Ohne diese Information
kann man den Strom nicht stabil halten, die LED wird sehr schnell durch
Überstrom zerstört.
Alternativ bleibt noch der lückende Betrieb der Spule. Dann ist der
Stromfluß proportional zur On-zeit. Du steuerst dann den Strom. Das ist
dann aber keine saubere Gleichspannung. Sie pendelt dann grob gesagt
zwischen der Flußspannung (vom aktuellen Strom abhängig) und 0 wenn der
Strom lückt, ergänzt mit einem "Klingeln" durch den Lückbetrieb. Wenn
man dann noch einen Kondensator einbaut, wird es Zeit eine
Simulationssoftware zu bemühen und/oder ein Oszilloskop zu benutzen um
zu sehen was passiert.
Ob die Spule kontinuierlich oder lückend betrieben wird hängt im Groben
von Faktoren wie Induktivität und Frequenz ab, aber auch andere Dinge
wie die Sättigungsgrenze nehmen Einfluß. Die Induktivität einer Spule
ist keineswegs konstant. Man kann es beliebig aufblähen.
Daher rate ich dir:
Betrachte LEDs bezüglich des Stromes und takte zum Dimmen den Strom oder
verwende fertige Module, bis Du mit Spulen vertrauer bist. Über die
Spannung sind Dioden schwer zu kontrollieren. Man regelt besser den
Strom und die Spannung ergibt sich dann aus der Kennlinie.
Matze schrieb:> Kann mir das jemand erklären?
Scherzkeks.
> 1.) 1,5 V Batterie --> LED + Vorwiderstand> 2.) 2 x 1,5 V Batterie --> LED + Vorwiderstand
Worin liegt wohl der Unterschied?
Vielleicht 3V statt 1.5V?
Und wenn sie unter 2V quasi nicht leuchtet, überrascht dich das
Ergebnis?
Mach deine PWM langsam und du siehst eine blinkende LED und hast
begriffen, dass LEDs einen STROM brauchen um zu leuchten, und der Strom
erst dann in der benötigten Menge über den Vorwiderstand zu fliessen
beginnt, wenn die 2V überschritten werden.