Stahl sauber ätzen

Gast #3712650
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Hallo,

ich möchte Stahl "sauber" ätzen für die weitere Verarbeitung.

Nach längerem hin und her suchen im Internet wird mir oft Salzsäure 
empfohlen. Da bin ich nicht der Freund von.

- Entsorgung
- Gefahrquellen

Dann dachte ich an Natriumperdulfat wie man es bei Reichelt und Co 
bekommt zum Platinen ätzen. Geht das auch?

Es muss kein Material abgetragen werden. Es geht nur um gründlich 
sauber. Der grobe Schmutz ist vorher schon runter. Es geht weitgehenst 
um Fette und Öle und nicht sichtbaren Schmutz der sich noch darauf 
befindet.
#3712658
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Sebastian schrieb:
> Es geht weitgehenst um Fette und Öle
die von Säure erst gar nicht angegriffen werden

Sebastian schrieb:
> Es muss kein Material abgetragen werden.

Das passiert aber bei Säuren und ähnlich wirkenden Stoffen und zwar NUR 
an den entfetteten Stellen!

Was du suchst ist eine Reinigung.
Am besten reinigt man mechanisch, mit entsprechend passenden 
Lösungsmitteln oder wässrigen Tensidlösungen.
Je nach Verschmutzungsart auch mehrstufig und/oder sprühend.

Siehe z.B.
http://www.wigol.de/de/produkte/produktkataloge/
Gast #3712755
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Ich nehme zum reinigen von Metallen, um z.B. vorm streichen/lackieren 
Fett und Schneidöl abzulösen, Isopropanol. Das Werkstück drinnen baden 
oder damit unter Druck absprühen. Das löst Fett bombig und durch 
mechanische Bearbeitung (mit der Bürste schrubben) geht auch anderer 
Dreck mit runter.

Isopropanol hinterlässt auf dem Werkstück nach der Verdunstung keine 
Rückstände.

Es gibt auch spezielle Isopropanolhaltige Reinigungssprays. Die sind 
aber i.d.R. teuer.
#3712954
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Wir verwenden im Betrieb einfachstes Spülmittelkonzentrat.

Ein Eimer Wasser, Spülmittel und Schwamm mit Scheuerseite.
Das wird sauber und fettfrei, mit dem Rest kann man das Klo putzen.

Lösemittel, gleich welcher Art, sind eher schwierig.
Fett und Öl wird gelöst, gleichmäßig verteilt und dann
trocknet das wieder.

Grüße Bernd
Gast #3713139
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Bernd Funk schrieb:
> Lösemittel, gleich welcher Art, sind eher schwierig.
> Fett und Öl wird gelöst, gleichmäßig verteilt und dann
> trocknet das wieder.

nö. Da wird nichts verteilt.
Die guten Reinigungsanlagen habn eine eigne Destillationsstufe dabei, 
die Lösungsmittel und Dreck trennt. Das Lösungsmittel (üblicherweise 
Tetrachlorethen oder Aceton) wird wiederverwendet, der Dreck entsorgt.

Wenns nur alle paar jahre mal ein Kleinteil ist: Bremsenreiniger. So 
reichlich aufsprühen, dass eine größere Menge abtropft. Man muss das 
Werkstück waschen (fast so wie die Hände unter fließendem Wasser) und 
nicht etwa einweichen!
Persönliche Seite #3713214
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Klaus Kaiser schrieb:
> Ich nehme zum reinigen von Metallen, um z.B. vorm
> streichen/lackieren
> Fett und Schneidöl abzulösen, Isopropanol. Das Werkstück drinnen baden
> oder damit unter Druck absprühen. Das löst Fett bombig und durch
> mechanische Bearbeitung (mit der Bürste schrubben) geht auch anderer
> Dreck mit runter.
>
> Isopropanol hinterlässt auf dem Werkstück nach der Verdunstung keine
> Rückstände.
>
> Es gibt auch spezielle Isopropanolhaltige Reinigungssprays. Die sind
> aber i.d.R. teuer.

Ja wollte ich auch antworten, Aceton, perfekt fuer Oel, Fett, Klebriges, 
usw.

Allerdings sehr leicht brennbar, aufpassen wenn Aceton in grossen Mengen 
verwendet wird. Am besten im Freien und nichts brennbares in der Naehe.
Gast #3714186
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Matthias L. schrieb:
> Also, ich hab' hier 'ne Flasche Bremsenreiniger, der gründlich nach
> Benzin riecht und sich auch wie Leichtbenzin verhält. Brennt auch gut.
> Wäre im Feuerlöscher vielleicht etwas fehl am Platz.

Im Tetra Löscher wird "Tetra" drin sein.
In der Galvanik wurden Die Teile mit "Tri" entfettet.
Das riecht sehr "brennbar". Die Leute dort haben sich einen Schabernack 
gemacht, indem sie vor dummen Besuchern ein Streichholz angerissen haben 
und die damit geschockt, indem sie es in den Bottig geworfen haben.
#3714209
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Tetra(chlorkohlenstoff) ist zwar unbrennbar und löst Fett gut, ist aber 
in auch nur halbwegs aktuellen Feuerloschern nicht mehr drin. 
Tri(chloretan) löst Fett auch sehr gut, war aber noch nie in 
Feuerlöschern drin. Und mein Bremsenreiniger brennt, ist also kein 
Tetra. Wenn man nach "Bremsenreiniger Datenblatt" googelt, findet man 
ein paar Sicherheitsdatenblätter, die Kohlenwasserstoffe im 
Bremsenreiniger ausweisen - keine chlorierten. Im Feuerlöscher wird man 
also auf der Suche nach Fettlösern eher nicht fündig.
Gast #3714704
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Matthias L. schrieb:
> Wenn man nach "Bremsenreiniger Datenblatt" googelt, findet man
> ein paar Sicherheitsdatenblätter, die Kohlenwasserstoffe im
> Bremsenreiniger ausweisen - keine chlorierten

Verständlich. Tetrachlormethan hat den Ruf weder Gesundheits- noch 
Umweltfreundlich zu sein.
Dementsprechend ist seine Verwendung als Reinigungs- oder 
Feuerlöschmittel in Europa verboten.
Gast #3714850
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Matthias L. schrieb:
> Tri(chloretan) löst Fett auch sehr gut, war aber noch nie in
> Feuerlöschern drin.

Hab ich auch nicht gesagt. Ich kenne es aus grauer Lehrzeit, als es noch 
eine Galvanik im Betrieb gab, die etwa 1967 geschlossen wurde. Da gab es 
einen Bottich, wo die fettigen gestanzten Teile reingehangen wurden.
Das Zeug macht süchtig und mancher Arbeiter mußte ein kleines Fläschchen 
mit in den Urlaub nehmen um zu schnüffeln.
Dann wurden die Teile cadmiert. Heute unvorstellbar.

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