Hallo,
ich suche aktuell eine Fräse für allgemeine 3D Sachen in Alu und Plastik
sowie Platinen. Ich wollte eine HF Spindel kaufen, blöderweise finde ich
weder für Chinaspindeln noch die Elte Dinger
Tiefenregler/Gravuranschläge.
Daher ein paar Fragen:
reicht eine Spindel mit 24tsd upm zum fräsen feiner Strukturen? (0.5 mm
pitch)
reicht im Gegenzug eine 200 Watt Spindel mit 60tsd upm um mit 4 mm
Fräsern Alu zu bearbeiten?
kennt jemand Bezugsquellen für Tiefenregler für Elte / Chinaspindeln?
nützt ein 3D Taster vielleicht etwas statt Tiefenregler?
Macht es Sinn eine Kress mit Tiefenregler zum Platinenfräsen neben der
HF Spindel zu kaufen?
wie wichtig ist ein Tiefenregler allgemein beim Platinenfräsen und kann
man ihn umgehen?
Thomas schrieb:> 60tsd upm um mit 4 mm> Fräsern Alu zu bearbeiten?
WTF? Bitte beschäftige Dich mal ein wenig mit Schnittgeschwindigkeiten
(mach mal ein paar Beispielrechnungen auf dem Papier!), bevor Du
einkaufen gehst.
öhm, die 60000 sind die Grenze. Halt für kleine Fräser. ich habe ein
bisschen rumgerechnet und 200 Watt und Alu gehen gerade so bei 4 mm. Bin
mit nur nicht sicher.
Thomas schrieb:> So kennt man das Forum... Hat jemand vielleicht sinnvollere Antworten> parat?
Warum ? Der Link ist die richtige Antwort auf deine Frage zu 3D-Fräsen.
Ich würde erst mal sagen google mal den unterschied zu 2D - 2,5D und 3D
fräsen.
was du suchst nennt man 2,5D Fräsen.
Thomas schrieb:> ich suche aktuell eine Fräse für allgemeine 3D Sachen in Alu und Plastik> sowie Platinen. Ich wollte eine HF Spindel kaufen, blöderweise finde ich> weder für Chinaspindeln noch die Elte Dinger> Tiefenregler/Gravuranschläge.
Du willst eine Eierlegende Wollmilchsau.
Um Platinen zu fräsen (nicht sehr sinnvoll) brauchst du keine sehr
stabile Anlage.
Aber um Metall in 3D zu fräsen sollte es sehr stabil sein.
Und wie schon gesagt, du willst sicher 2,5D. Für richtiges 3D brauchst
du mindestens 5 Achsen. Das wird teuer.
Ja, stimmt. ich habe 3D geschrieben, weil Relief und nicht nur 3 Ebenen
und fertig.
Die Fräse ist nicht dass Problem, nur die Spindel. Ich denke im Moment
an normale 1 kW HF und schau mal wie weit ich komme.
Thomas schrieb:> Die Fräse ist nicht dass Problem, nur die Spindel.
Leiterplatten-Bohrmaschinen haben für den Zweck eine Z-Achsen-Steuerung,
sind also echt 3D, wenn auch die Z-Achse nur kurz ist. Für die
Tiefensteuerung kommt dann noch ein Sensor dazu, der die Oberfläche der
Leiterplatte abtastet. Für das Bohren von Blind Vias muss diese
Vorrichtung auch sehr präzise arbeiten.
Georg
Georg schrieb:> Leiterplatten-Bohrmaschinen haben für den Zweck eine Z-Achsen-Steuerung,> sind also echt 3D, wenn auch die Z-Achse nur kurz ist.
Noch einer der keine Ahnung hat.
Sind schon wieder Ferien?
Georg schrieb:> Leiterplatten-Bohrmaschinen haben für den Zweck eine Z-Achsen-Steuerung,> sind also echt 3D, wenn auch die Z-Achse nur kurz ist
Junge das kann doch nicht so schwierig sein.
X-Y Achsen ist 2D Fräsen
X-Y-Z Achsen ist 2.5D Fräsen
X-Y-Z-A-B-C Achsen ist 3D Fräsen
Der Begriff 3D bei Fräsmaschinen hatt sich so eingebürgert
um die Leute besonders bei den Hobbyfräsen hinters Licht zu führen.
ohne eine vierte Achse ist 3D fräsen nicht möglich.
Maik schrieb:> X-Y Achsen ist 2D Fräsen>> X-Y-Z Achsen ist 2.5D Fräsen>> X-Y-Z-A-B-C Achsen ist 3D Fräsen
Was natürlich Unsinn ist.
X-Y nennt man 2d, X-Y-Z nennt man 3d. Wenn die Z-Achse aber vorwiegende
nur beim Ein- oder Auslauf gebraucht wird, sonst aber entlang einer
Ebene gefräst wird, wird auch von 2,5D-Bearbeitung gesprochen - was sich
aber nicht auf die Fräse, sondern auf das CAM bezieht. Die Fräse ist
dann immer noch voll 3d und kann mit einem 3D-CAM auch voll 3d fahren.
X-Y-Z-A oder X-Y-Z-B nennt man "4-Achsen-Fräsen" und
X-Y-Z-A-B entsprechend "5-Achsen-Fräsen".
X-Y-X-A-B-C hieße dann 6-Achsen-Fräsen, wobei mir das allerdings das
noch nie begegnet ist. Vielleicht bei einem Scherzkeks, der einen
Werkstückwechsler als "Achse" bezeichnet.
Thomas schrieb:> So kennt man das Forum... Hat jemand vielleicht sinnvollere Antworten> parat?
Die meisten Antworten sind Unsinn. Passen damit aber auch leider zur
Frage:
Ein Fräsplotter, der gut für Leiterplatten ist, ist leider genau für
alle anderen Zwecke nicht so toll. Damit solltest Du Deine Anforderungen
also etwas überdenken: Was ich Dir wichtiger: Leiterplatten oder Alu?
Klötze oder Platten?
Für Leiterplatten und nichtmetallische Plattenmaterialien bist Du mit
Deinen Drehzahlen im Bereich 2k-30kU/min schon voll in Ordnung. Da ist
eine HF-Spindel, Kress, Proxxon IBE/S o.ä. Mittel der Wahl. Welche
genau, hängt von den restlichen Parametern Deiner Maschine ab (von denen
Du noch nicht geschrieben hast).
Für Metall sind dann eher Drehzahlen 100-10000 U/min interessant (je
nach Werkzeugdurchmesser). Da können die HF-Spindel, (langsame) Kress,
Suhner oder ein Spindelselbstbau die richtige Wahl sein.
Also: Was für eine Maschine hast/planst Du und was willst Du wirklich
damit machen?
Viele Grüße
W.T.
P.S.: Ich mache auch Leiterplatten an einer nicht wirklich perfekt dazu
geeigneten Maschine (BF20), die deshalb folgerichtig zwei Spindeln hat.
Leiterplatten fräsen macht allerdings keinen Spaß, weil die Z-Achse
wegen des schweren Kopfes sehr langsam ist. Eben perfekt für 2,5D :-)
P.P.S.: Hast Du Dir schon Gedanken über ein 3d-CAM gemacht?
P.P.P.S:
Thomas schrieb:> wie wichtig ist ein Tiefenregler allgemein beim Platinenfräsen und kann> man ihn umgehen?
Das hängt von der Leiterplattengröße ab. Bei Größe Euro-Platine kann man
darauf verzichten, muß aber mit einem etwas erhöhten Werkzeugverschleiß
rechnen, weil man auch etwas FR4 mit wegfräsen muß. Bei FR2 geht
Euro-Größe UFB
> Macht es Sinn eine Kress mit Tiefenregler zum Platinenfräsen neben der> HF Spindel zu kaufen?
Ich würde sagen: Nein. Bis zu den Preis für eine Extra-Kress mit
Tiefenregler durch eingesparten Verschleiß wieder drin hast, mußt Du
viel fräsen.
Hauptsächlich will ich kleine Aluteile und Plastiksachen fräsen.
Platinen auch nur für kleine Sachen, wenn ich nicht die Ätzbrühe
anrühren will. Also mal ein QFP Adapter oder so. Oder
Lötpastenschablonen.
Ich denke ich nehme ne normale 1,5 kW HF Spindel ohne TR, schau mal was
damit so geht und kaufe dann eine 50.000er von Step-Four mit ein paar
wenigen hundert Watt, denn die ist leicht und Step-Four verkauft
passende Tiefenregler. Kostet insgesamt sicher weniger als die
eierlegende Wollmilchsau.
CAD: Rhino
CAM: Condacam
Thomas schrieb:> Hauptsächlich will ich kleine Aluteile und Plastiksachen fräsen.> Platinen auch nur für kleine Sachen, wenn ich nicht die Ätzbrühe> anrühren will. Also mal ein QFP Adapter oder so. Oder> Lötpastenschablonen.
Also von der Auslegung eher "Blöcke aus Metall" und Platinchen nur als
Nebenprodukt. Dafür ist ein Tiefenregler sicherlich übertrieben. Und
eine Extra-Spindel vermutlich auch.
Thomas schrieb:> CAM: Condacam
Und damit kennt man zumindest Deine Investitionsklasse :-)
Walter Tarpan schrieb:> X-Y nennt man 2d, X-Y-Z nennt man 3d. Wenn die Z-Achse aber vorwiegende> nur beim Ein- oder Auslauf gebraucht wird, sonst aber entlang einer> Ebene gefräst wird, wird auch von 2,5D-Bearbeitung gesprochen - was sich> aber nicht auf die Fräse, sondern auf das CAM bezieht. Die Fräse ist> dann immer noch voll 3d und kann mit einem 3D-CAM auch voll 3d fahren.
Und schon wieder wird die Geschichte des CAD/CAM neu geschrieben!
Doch!
Thomas schrieb:> Ja, stimmt. ich habe 3D geschrieben, weil Relief und nicht nur 3 Ebenen> und fertig.
Du schreibst doch hier, das du richtiges 3D mit mehr als 3
Freiheitsgraden machen willst.
Erklär mal, was du unter Relief verstehst.
Nein will ich nicht. 3-Achs-Fräsen. Mehr nicht. Aber es ging eigentlich
um Spindeln und Gravuranschläge, nicht darum ob ich noch ne Drehachse
montiere.
Also doch nur 2,5D.
Vor Jahren hab ich auch mal Recherche zum Platinenfräsen gemacht.
Unter anderen hier:
http://www.stepwalk.de/
Oder bei BUNGARD.
Lies dir unbedingt aber das hier vorher durch:
http://www.bungard.de/iso/seiten/aetzenundfraesen.htm
Zum richtigen Fräsen wirst du aber was stabileres brauchen.
Vielleicht bei ISEL:
Thomas schrieb:> Ich habe ne BZT PFK.
So langsam ergibt sich ein Bild...
... dann bleibe ich bei meiner Aussage oben:
Walter Tarpan schrieb:> Für Leiterplatten und nichtmetallische Plattenmaterialien bist Du mit> Deinen Drehzahlen im Bereich 2k-30kU/min schon voll in Ordnung. Da ist> eine HF-Spindel, Kress, Proxxon IBE/S o.ä. Mittel der Wahl. Welche> genau, hängt von den restlichen Parametern Deiner Maschine ab (von denen> Du noch nicht geschrieben hast).>> Für Metall sind dann eher Drehzahlen 100-10000 U/min interessant (je> nach Werkzeugdurchmesser). Da können die HF-Spindel, (langsame) Kress,> Suhner oder ein Spindelselbstbau die richtige Wahl sein.
Ich habe nichts groß außer 4 mm Fräsern vor. Vielleicht ein paar
Flugmodelle aus Balsa, vielleicht ein Bisschen Plexiglas etc. Mal sehen.
Ist eine Entdeckungsreise für mich :-)
Da hast du ja ein brauchbares Teil.
Aber mit mehr als 5 TEUR scheinst du ja für dein Hobby genug zur
Verfügung zu haben.
Die meisten hier werden privat nicht soviel dafür ausgeben und können
dir da nicht so recht weiterhelfen.
Welche Vorkenntnisse hast du eigentlich?
Deinen Fragen nach mußt du noch sehr viel lernen.
Welche Ausstattung hast du eigentlich geordert?
Also um nochmal auf die 2, 2.5 und 3D Sache zurückzukommen. Ich nehme
mal die Nomenklatur aus Inventor CAM (für Studenten kostenlos). Inventor
wirds wohl hoffentlich wissen, deren Software kostet ja
bekanntlicherweise nicht wenig.
2,5 D = 3 Achsen fräsen = X, Y, Z
Damit kann man logischer Weise alle Punkte im Raum erreichen aber nicht
auf allen Wegen. Darum kann man damit 3 Achsen nur ein Relief fräsen!
3D = min 4 Achsen, meistens sind es 5.
Anzahl der Achsen ungleich Dimensionsbezeichnung !!!
132 schrieb:> Anzahl der Achsen ungleich Dimensionsbezeichnung !!!
Es hat ja auch niemand behauptet, man könnte mit einer 5-Achs-Steuerung
5-dimensionale Teile fräsen :-)
Georg