Turbodiesel "muht" und "zwitschert" (VW T5). Wertverlust durch Teillackierung?

OP #3731112
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Eine Probefahrt zwecks Gebrauchtwagenkauf lässt folgende Fragen offen:

- Ein "Muhen" (1-2 s, steigende Frequenz, fallende Amplitude, 
"muuhhii..") nach Abschalten - laut einem Autoforum könnte dies ein 
verschlissenes Ventil am Turbolader sein 
(http://www.t5-board.de/threads/anleitung-austausch-magnetventil-n75-wie-man-fuer-10-das-muhen-beseitigt.60278/). 
Ist das ein spezifisches Problem oder gibt es das bei anderen Fahrzeugen 
auch? Ist die Diagnose mit dem Ventil korrekt? Gibt es eine Beschreibung 
von der Funktion im Zusammenhang mit dem Turbo (habe keine Ahnung von 
Kraftwagen)?

- Ein "Zwitschern" bei 2000 U bei wenig Last, reproduzierbar. Ich weiß 
aber nicht, ob es aus dem Motorraum kam, oder evtl. durch Vibrationen an 
Reibungspunkten von Kabinenteilen als "Quietschen" erzeugt wird. Ist mir 
bei einem ähnlichen Fahrzeug nicht aufgefallen.

- Gibt es Probleme, die dazu führen, dass man den Motor leichter 
abwürgt? Er ist mir zweimal ausgegangen (Anfahren/Gangwechsel), das 
passiert sonst eigentlich nur sehr selten (auch bei ungewohnten Autos).

- Haben Diesel mit Rußpartikelfilter auch einen Katalysator?

- Lässt sich der Zustand des Kats/Filters ab/auslesen? Nicht, dass der 
aufgrund von unerkannten Motorproblemen jetzt schon kurz vor "voll" ist, 
und dann ein teurer Tausch ansteht.

- Sind die hinteren Bremsscheiben mit anderen Bremsklötzen ausgestattet 
und grundsätzlich weniger belastet (andere Schleifspuren / Rostreste als 
vorn)?

- Wozu gibt es hinten ein Differential (bei Vorderradantrieb)?
#3731740
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Adam Adam schrieb:
> Eine Probefahrt zwecks Gebrauchtwagenkauf lässt folgende Fragen offen:
>
> - Ein "Muhen" (1-2 s, steigende Frequenz, fallende Amplitude,
> "muuhhii..") nach Abschalten - laut einem Autoforum könnte dies ein
> verschlissenes Ventil am Turbolader sein

Hört sich für mich nach einem verschließenem Keil-/Rillenriemen an.

> Ist das ein spezifisches Problem oder gibt es das bei anderen Fahrzeugen
> auch? Ist die Diagnose mit dem Ventil korrekt? Gibt es eine Beschreibung
> von der Funktion im Zusammenhang mit dem Turbo (habe keine Ahnung von
> Kraftwagen)?

Wenn ein Ventil muckt, dann hat man auch gewöhnlich einen
Leistungsverlust, mal vom unrunden Lauf ganz abgesehen.
Beim Turbo sollte man sich aber schon auskennen, bevor man
so eine Diagnose über defekte Ventile stellt.

> - Ein "Zwitschern" bei 2000 U bei wenig Last, reproduzierbar. Ich weiß
> aber nicht, ob es aus dem Motorraum kam, oder evtl. durch Vibrationen an
> Reibungspunkten von Kabinenteilen als "Quietschen" erzeugt wird. Ist mir
> bei einem ähnlichen Fahrzeug nicht aufgefallen.

Kugellager zwitschern gern, wenn die trocken und verschliessen sind.
Gerade die Spann-/Umlenkrolle vom Zahnriemen würde ich da mal in
den Fokus nehmen. Ansonsten sind die meisten Lager ölgeschmierte 
Gleitlager, von denen man selten Geräusche zu hören bekommt.

> - Gibt es Probleme, die dazu führen, dass man den Motor leichter
> abwürgt? Er ist mir zweimal ausgegangen (Anfahren/Gangwechsel), das
> passiert sonst eigentlich nur sehr selten (auch bei ungewohnten Autos).

Kann an der Einstellung, der Kraftstoffversorgung oder der
Luftversorgung liegen. Sollte sich auslesen lassen.
Beim Diesel kann auch Luft im System sein oder die Düsen klemmen.

> - Haben Diesel mit Rußpartikelfilter auch einen Katalysator?

Da ich noch keine solche Mühle hatte, kann ich die Frage leider nicht 
beantworten.

> - Lässt sich der Zustand des Kats/Filters ab/auslesen? Nicht, dass der
> aufgrund von unerkannten Motorproblemen jetzt schon kurz vor "voll" ist,
> und dann ein teurer Tausch ansteht.

Da würde ich doch einfach mal die Werkstatt deines Vertrauens fragen.
Denn die haben auch das Equipment dazu. "Volle" Kats gibts es meines
Wissens nicht. Wenn die nicht mehr funktionieren, dann nur weil der
Keramikkörper gebrochen ist oder weil durch viele Stadtfahrten ein paar
von den Kapilaren dicht sind. Eine stramme Autobahnfahrt unter Vollast
kann da manchmal Wunder wirken, vor allem wenn man günstige AU-Werte
für den TüV braucht.

> - Sind die hinteren Bremsscheiben mit anderen Bremsklötzen ausgestattet
> und grundsätzlich weniger belastet (andere Schleifspuren / Rostreste als
> vorn)?

Konstruktionsbedingt sind die Vorderachsen vom Schwerpunkt immer
höher belastet als die Hinterachse. Merkt man am einfachsten daran
das die Nase bei einer ordentlichen Bremsung nach unten geht und
das Heck nach oben(Schwerpunktverlagerung).
Also haben die Vorderbremsen am meisten zu ackern.
Wenn die Bremsscheibenabnutzung der Hinterachse ein ungleiches 
Erscheinungsbild zeigt, kann das an festsitzenden Bremsbacken
(durch Dreck), an festsitzenden Bremszylindern oder am
Bremskraftregler (sofern vorhanden) liegen.
Da kann so einiges was kaputt gehen. Wenn dann noch
elektronische Hilfssysteme(z.B. ABS) mit im Spiel sind kann
eigentlich nur Auslesen helfen, aber ob damit auch rein
mechanische Mängel erkannt werden, kann ich nicht sagen.
Glaube ich aber nicht.

> - Wozu gibt es hinten ein Differential (bei Vorderradantrieb)?

Nun, die Vorderachse wird angetrieben und die Hinterräder sind 
normalerweise freilaufend (solange es kein Allrad ist). Beim
Allrad müsste dann auch hinten ein Differenzial eingebaut sein,
dass man sperren kann, aber das ist gewöhnlich nur bei Geländewagen
so oder bei Fahrzeugen wo es Sinn machen würde, z.B. bei LKWs
im Baustelleneinsatz. Die kämmen dann auch aus Schlammlöcher
wieder raus, wo ein Normalantrieb nichts bringen würde.
#3731773
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Michael ... schrieb:
> Bremsbacken
> (durch Dreck), an festsitzenden Bremszylindern

Hinten sind Scheiben und deshalb Bremsklötze und Bremskolben.:-)
Belehrmodus aus.

Da es sich scheinbar um einen Allrad handelt, wird die Mühle zu 90% aus 
öffentlicher Hand sein und ist wahrscheinlich in Folge "runter 
geritten".

Meine Meinung auch: Finger weg. Kauf einen beim Händler mit Garantie, da 
du wie du schreibst keine Ahnung von Fahrzeugen hast. Bei mir wäre es 
etwas anderes, da ich fast alle Reparaturen selber machen kann, weil ich 
das vor einigen Jahrzehnten gelernt habe.
OP #3738936
Lesenswert?

Danke für das Feedback.
Also habe ich als Normalo keine Chance, einen Gebrauchtwagen zu 
beurteilen, für den noch ein nennenswerter Preis gefordert wird.
Ist also die Frage, bin ich bereit, den geforderten Preis zu zahlen und 
kann ich mir die evtl. bald anfallende Wartung leisten..

Was ist Teil eines "Ankaufstests"? Fotos von den Kratzern brauche ich 
nicht.
#3738967
Lesenswert?

Adam Adam schrieb:
> Also habe ich als Normalo keine Chance, einen Gebrauchtwagen zu
> beurteilen, für den noch ein nennenswerter Preis gefordert wird.

Zumindest kann man nicht ausschließen, dass du daneben liegst. Aber das 
kann auch Profis passieren.
Es ist eigentlich schon schwer, einen Neuwagen zu beurteilen. Kenne 
einige Horrorgeschichten wo ein Neuwagen nur in der Werkstätte stand. Da 
hat man halt zumindest zu Beginn Garantie.

> Ist also die Frage, bin ich bereit, den geforderten Preis zu zahlen und
> kann ich mir die evtl. bald anfallende Wartung leisten..

Kosten für Wartung sollte man immer im Hinterkopf haben, auch wenn das 
Auto gut in Schuss ist.

> Was ist Teil eines "Ankaufstests"? Fotos von den Kratzern brauche ich
> nicht.

Am besten fragst du da direkt bei ADAC oder Konsorten nach. Aber die 
machen schon mehr. Die haben einfach Ahnung von Autos, können dir gleich 
sagen was wohl bald fällig ist. Ich glaube bei Bedarf schauen die sich 
auch die Brennräume des Motors an.

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