Hallo,
die Erklärung ist ansich keine so grosse Sache. Deine
Übertragungsfunktion sei:
mit
bzw.
der Laplace-Transformierten des Eingangs- bzw. Ausgangssignals deines
Übertragungssystems.
Kreuzweises Ausmultiplizieren ergibt:
wenn jetzt der Zählergrad m grösser ist als der Nennergrad, dann
erkennst du jetzt schon, dass auf der rechten Seite bei U mehr
Ableitungen stehen als auf der linken Seite bei Y. Angenommen, m=3 und
n=2, dann ist dein Zählergrad in der Tat höher als der Nennergrad. Man
erhält für dieses Beispiel:
Du kannst beide Seiten durch
dividieren, dann erhältst du:
Die inverse Laplace-Trafo davon lautet doch dann:
Jetzt solltest du auch sehen, warum es nichts bringt, wenn du beide
Seiten durch
dividierst, denn dann hättest du auf der linken Seite nur Integrale von
y(t), aber dich intressiert ja nicht wirklich das Integral von y(t),
sondern dein Systemausgang y(t)...
Auf alle Fälle ist auf der rechten Seite noch immer eine Ableitung von
u(t). Und das geht nicht. Anschaulich: um die Steilheit einer Kurve in
einem gegebenen Punkt zu bestimmen, musst du den 'zukünftigen' Verlauf
der Kurve kennen. Wenn du dort nicht weisst, wie es weiter geht, dann
kannst du auch die Steilheit nicht bestimmen, aber nichts anderes wäre
die Ableitung d/dt ja... oder mathematisch:
Im Zähler kommt
vor, und obwohl Delta t beliebig klein gemacht werden kann, bedeutet
das dennoch, dass du, zum Bestimmen der Ableitung, 'ein wenig' in die
Zukunft guckst, was nicht möglich ist.
Umgekehrt, wenn der Zählergrad kleiner oder maximal gleich dem
Nennergrad ist, dann kann man genauso verfahren, wie ich es oben
angedeutet habe: man kann durch die grösste Potenz von s dividieren und
kann dann alle Ableitungen so 'entfernen' und alles mit Integralen
ausdrücken, und die kann man ja einfach berechnen, denn dazu musst du
nicht in die Zukunft gucken, musst wohl aber alle vergangenen Werte
kennen und aufsummieren, und das ist ja 'kein Problem'.