Gyro als Mikrofon und anderes

OP #3769077
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Interassanter Artikel darüber, was mit missbrauchten Sensoren und 
Signalverarbeitung so möglich ist.

Mittels eines ein mit 200Hz (ohne k oder M davor!) gesampelten Gyros 
können gesprochene Wörter rekonstruiert werden.

http://www.golem.de/news/smartphone-hacker-koennen-gespraeche-ueber-gyroskop-abhoeren-1408-108637.html

http://crypto.stanford.edu/gyrophone/


Was mich nur wundert, ist dass sie den Gyro benutzen. Ich hätte 
erwartet, dass sich Schall auf das Accelerometer eher auswirkt.


Ein anderen Artikel, den ich beeindruckend fand:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Krypto-Schluessel-ueber-das-Erdungspotential-ausspionierbar-2294085.html
Mittels Masseschwankung am USB-(oder Ethernetanschluss)-Schirm können 
GPG-Schlüssel rekonstruiert werden.

Kennt ihr noch ähnlich faszinierendes?
#3769087
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Vlad Tepesch schrieb:
> Ein anderen Artikel, den ich beeindruckend fand:
> 
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Krypto-Schluessel-ueber-das-Erdungspotential-ausspionierbar-2294085.html
> Mittels Masseschwankung am USB-(oder Ethernetanschluss)-Schirm können
> GPG-Schlüssel rekonstruiert werden.

Gibt auch eine Methode entsprechende Schlüssel mittels Mikrofon über die 
Netzteilgeräusche herauszufinden. Ebenso ist es an einer Uni gelungen, 
Audioinformationen aus einem Video zu rekonstruieren. Also zumindest mit 
einer Chipstüte im Bild.
#3770725
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Sni Ti schrieb:
> Ebenso ist es an einer Uni gelungen,
> Audioinformationen aus einem Video zu rekonstruieren. Also zumindest mit
> einer Chipstüte im Bild.

Die etwas seriöseren von den unseriösen Artikeln, die das Thema ins 
Sommerloch stopften, verschwiegen nicht, dass man die Chipstüte mit 
einer Hochgeschwindigkeitskanera filmen muss, um auf eine für 
Sprachwiedergabe halbwegs brauchbare Abtastrate zu kommen...
Persönliche Seite #3770853
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Vlad Tepesch schrieb:
> http://www.golem.de/news/smartphone-hacker-koennen...

Zitat(e):

"Die Frequenz der meisten Stimmen bewegt sich zwischen 80 und 250 
Hertz."

Die meisten Menschen sprechen also so, wie die Sänger von (z.B.) "Korn" 
(teilweise) oder "Lordi" (meistens) singen?

"Bereits 2011 hatte ein anderes Forscherteam gezeigt, dass Smartphones 
anhand der Schwingungen des eingebauten Beschleunigungssensors erkennen 
können, welche Tasten auf einer Tastatur gedrückt werden, die sich in 
der Nähe befindet."

Aber sicher doch.

=)
OP #3770971
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Sni Ti schrieb:
>> Ebenso ist es an einer Uni gelungen,
>> Audioinformationen aus einem Video zu rekonstruieren. Also zumindest mit
>> einer Chipstüte im Bild.
>
> Die etwas seriöseren von den unseriösen Artikeln, die das Thema ins
> Sommerloch stopften, verschwiegen nicht, dass man die Chipstüte mit
> einer Hochgeschwindigkeitskanera filmen muss, um auf eine für
> Sprachwiedergabe halbwegs brauchbare Abtastrate zu kommen...

http://newsoffice.mit.edu/2014/algorithm-recovers-speech-from-vibrations-0804
1
Commodity hardware
2

3
In other experiments, however, they used an ordinary digital camera. 
4
Because of a quirk in the design of most cameras’ sensors, 
5
the researchers were able to infer information about high-frequency
6
vibrations even from video recorded at a standard 60 frames per second.
7
While this audio reconstruction wasn’t as faithful as that with the
8
high-speed camera, it may still be good enough to identify the gender 
9
of a speaker in a room; the number of speakers; and even, 
10
given accurate enough information about the acoustic properties of
11
speakers’ voices, their identities.

Hoffe das MIT ist dir seriös genug
#3771489
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Die etwas seriöseren von den unseriösen Artikeln, die das Thema ins
> Sommerloch stopften, verschwiegen nicht, dass man die Chipstüte mit
> einer Hochgeschwindigkeitskanera filmen muss, um auf eine für
> Sprachwiedergabe halbwegs brauchbare Abtastrate zu kommen...

Es sind doch Beispieldateien angehängt, mit denen man das Ganze 
vergleichen kann. Sicher sind die Aufnahmen ohne Highspeedcam nicht so 
dolle, aber es geht ja erst mal darum, zu zeigen, dass das möglich ist. 
Bei einem 4k Video lässt sich dann vielleicht auch noch besseres 
herausholen. Wenn man das als Echtzeitangriff verwendet, kann man auch 
eine entsprechende Cam verwenden.
Imho verschweigt keiner der Artikel, dass die die Chipstüte (oder 
anderen passenden Gegenstand) absichtlich platziert haben, das dürfte 
noch das größte Problem sein ;-)

Dafür sollte die Methode per Mikrophon die Verschlüsselung zu knacken 
schon deutlich "alltagstauglicher" sein:

http://www.extremetech.com/extreme/173108-researchers-crack-the-worlds-toughest-encryption-by-listening-to-the-tiny-sounds-made-by-your-computers-cpu
OP #3771511
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Dass sowas mit einer Framerate von 6000 geht, ist nicht sonderlich
> überraschend, aber wie soll man mit einer Framerate von 30 menschliche
> Sprache rekonstruieren?

lies dir den Artikel doch mal durch

http://newsoffice.mit.edu/2014/algorithm-recovers-speech-from-vibrations-0804
> The researchers also produced a variation on the algorithm for analyzing
> conventional video. The sensor of a digital camera consists of an array
> of photodetectors — millions of them, even in commodity devices. As it
> turns out, it’s less expensive to design the sensor hardware so that it
> reads off the measurements of one row of photodetectors at a time.
> Ordinarily, that’s not a problem, but with fast-moving objects, it can
> lead to odd visual artifacts. An object — say, the rotor of a helicopter
> — may actually move detectably between the reading of one row and the
> reading of the next.
>
> For Davis and his colleagues, this bug is a feature. Slight distortions
> of the edges of objects in conventional video, though invisible to the
> naked eye, contain information about the objects’ high-frequency
> vibration. And that information is enough to yield a murky but
> potentially useful audio signal.


Ich hab den Effekt auch schon benutzt, um Bilder auf das Flimmern von 
Wechselstrombetriebenen Leuchten zu testen.
#3771534
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Dass sowas mit einer Framerate von 6000 geht, ist nicht sonderlich
> überraschend, aber wie soll man mit einer Framerate von 30 menschliche
> Sprache rekonstruieren?

Vlad Tepesch schrieb:
> lies dir den Artikel doch mal durch
>[...]
> Ich hab den Effekt auch schon benutzt, um Bilder auf das Flimmern von
> Wechselstrombetriebenen Leuchten zu testen.

Hier sieht man das recht gut: 
https://www.youtube.com/watch?v=jjSto6Psg2c

Sprich, bei 60 Bilder / Sekunde mit 720 vertikalen Pixeln wären die 
Abtastrate im idealfall 43,2 kHz. Bei 4k dann schon 130kHz. Technisch 
wird das so nicht ganz so hinhauen*. Es ist definitiv erstaunlich, was 
die aus den Videos herausbekommen haben.

Spezielle Videokameras, bei denen der Effekt nicht auftritt, kosten 
gerne mehr als eine kleine Videocam oder DSLR ;-)

*) Bevor mir das jetzt jemand um die Ohren hat, das ist grob 
gemilchmädchenrechnet, soll aber veranschaulichen, wo die Samples 
herkommen ;-)
#3777421
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Mal davon abgesehen dass unterschiedliche Gegenstände die Video zu sehen
sein können die unterschiedliche Abstände zur Tonquelle haben - und
schon hat man weitere Samples. In einer Momentaufnahme in der sich zB
Chipstüten einen halben Meter und einen Meter weg vom Sprecher befinden
hat man einen Sample von ca. t-0.015s und einen von ca. t-0.03s ...

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