Gast
#3780341
Morgen, mir ist klar dass dieses Thema potentielle Trolle anzieht. Aber ich habe ein ehrliches Interesse daran, mich würds echt interessieren. Ich arbeite als Embedded-SW Entwickler im Automotive-Umfeld. Wir haben ja hier sehr strenge Richtlinien. Einmal was die Sicherheit des Systems betrifft (ASIL usw.), wie der Code auszusehen hat (MISRA, Firmeninterne Richtlinien...) und einen Riesen-Haufen an Prozess außenrum (Traceability, Requirements-Engineering, Testing nach strikten Prozessen usw). Stundenlange Code-Reviews... Alles in Allem, ein Monsterwerk bis am Schluß mal 10 Zeilen Code rausfallen. Dazu noch aufgeblasene Architekturen wie AUTOSAR; mit zig Abstraktionsschichten um jeden Prozessor, selbst für ne 0815-Regelung, an die Auslastungsgrenze zu fahren. Ob das Ganze Prozedere nun gut oder schlecht ist, darüber will ich hier nicht urteilen. Aber ich würde gerne wissen, wie in anderen Branchen entwickelt wird. Ich habe letztens mal drüber siniert, wie dass denn wohl in Unternehmen aussehen mag die Software für Consumergeräte schreiben. Dabei denke ich weniger an Fernseher oder Router, denn da wird wohl hauptsächlich ein Linux drauf laufen mit Firmeneigener Applikation, wenn nicht sogar eine fertige GPL-Anwendung. Ich denke dabei eher an Waschmaschinen, Mikrowellen, Wecker usw. Also Geräte, wie nicht unmittelbar sicherheitskritisch sind und keine milliardenschwere OEMs die Entwicklung dirigieren. Gibt es da auch gewisse Standards, Architekturen, Prozesse, die die Entwicklung "aufblähen"? Oder wird da lockerer rangegangen? Achtung, provokanter Satz: grade bei Uhren, Wecker etc. kann ich mir vorstellen dass der Hardware-Entwickler so "nebenbei" die Firmware reinhackt, alles in ein .c-File mit Registerzugriffen an jeder Ecke. Kann mir da jemand Einblicke geben, in diese Welt?