Das Piepen dürfte hier weniger das Problem sein, sonst würde die
Oberfräse mehr stören. Das Problem sind die niedrigen Frequenzen, die
durch den schrittweisen Betrieb des Motors entstehen [1] und über das
Gestell an den Boden abgegeben werden.
Es gibt verschiedene Abhilfemaßnahmen, die aber z.T. auch wieder
Nachteile mit sich bringen:
- Ansteuerung per Halbschritt, besser per Mikroschritt (1/4, 1/8, ggf.
1/16, wenn die Software schnell genug ist). Entgegen der landläufigen
Meinung wird das Drehmoment nur unwesentlich reduziert, und auch nur in
Bereichen, in denen der Motor noch sein volles Moment erreicht.
- Entkopplung der Motoren über Dämpferelemente [2]. Bringt zusätzliche
Nachgiebigkeiten und reduziert somit die Genauigkeit. Bei "Käsefräsen"
spielt das aber keine wesentliche Rolle. Auch möglich: Anbindung der
Motoren über Zahnriemen. Dann bleibt zwar der Motor mit dem Gestell
verbunden, die Last ist aber über den dämpfend wirkenden Zahnriemen
angekoppelt. Eine sinnvolle Riemenvorspannung ist wichtig, sonst baut
man sich ein schwingungsfähiges System auf.
- Entkopplung der Maschine vom Tisch bzw. den Tisch vom Untergrund. Kann
sich ggf. Nachteilig auf das Fräsergebnis auswirken, weil die Maschine
in sich dann stärker schwingt.
- [Nachtrag]: Falls die Motoren überdimensioniert sind (insbesondere im
unteren Drehzahlbereich) kann es auch helfen, den Motorstrom niedriger
einzustellen. Gerade im Hobby-CNC Bereich werden die Motoren oft viel zu
groß gewählt, weil Erfahrungswerte fehlen und man spätere Änderungen
vermeiden will.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
[1]
http://www.schrittmotor-blog.de/einschwingverhalten-von-schrittmotoren/
[2] http://www.schrittmotor-blog.de/resonanzen-bei-schrittmotoren/