Bohren in Plastik

Gast #3790882
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Hallo
Habe hier ein Plastikgehäuse, mit einer
Wandstärke von 1,2mm. Möchte da ein Loch
rein machen mit einem Durchmesser von 16mm.
Wie macht man das am einfachsten ?
Gibt ja da Sufenbohrer und Schälbohrer. Sind
die dafür geeignet oder zerfranzt mir dann das
Bohrloch. ?
Gast #3790892
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Also wenn du mit einem 16mm HSS Bohrer draufhältst,
zerbricht wohl das dünne Plastik.
Bohrer ohne Schneidwinkel fressen sich nicht ins Material.
Stufenbohrer haben nicht so viel Schälfläche und einen Schneidwinkel von 
0.
Aber trotzdem würde ich das ohne Unterstützung nicht bohren.

Also ein passend ausgesägtes Holzbrett dick genug innen rein, eins oben 
drauf, Schraubzwinge hält zusammen, und dann per Bohrständer durchs Holz 
durchs Plastik ins untere Holz bohren. Das geht sogar mit dem 16mm HSS 
Bohrer wenn man mit 6mm vorbohrt (und geht nicht mit dem Stufenbohrer).

Wenn das mit dem einklemmen nicht geht; Lochsäge:

http://www.ebay.de/itm/16mm-Durchmesser-Lochsage-Schneidmeisel-rot-fur-Holzbrett-/350923621921
#3790896
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MaWin schrieb:
> Bohrer ohne Schneidwinkel fressen sich nicht ins Material.
> Stufenbohrer haben nicht so viel Schälfläche und einen Schneidwinkel von
> 0.

Du brauchst da nicht großes Fressen ins Material, Du schabst da hübsch 
langsam von den Rändern ab. Und das machst Du durch den Vorschb den Du 
per Hand oder Bohrständer gibst.

> Aber trotzdem würde ich das ohne Unterstützung nicht bohren.

Aber trotzdem würde ich es nicht übertreiben.

Zuerst mit nem einfachen kleinen Metallbohrer, z.B. 6mm, vorbohren um 
Platz für den Stufenbohrer zu schaffen. Dann mit dem Stufenbohrer 
langsam auf die gewünschte Größe aufbohren.

Hab neulich erst genau so ein Loch in ein ABS-Gehäuse gebohrt, hat 
wunderbar funktioniert.
Gast #3790900
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Michael schrieb:
> Hallo
> Habe hier ein Plastikgehäuse, mit einer
> Wandstärke von 1,2mm. Möchte da ein Loch
> rein machen mit einem Durchmesser von 16mm.
> Wie macht man das am einfachsten ?
> Gibt ja da Sufenbohrer und Schälbohrer. Sind
> die dafür geeignet oder zerfranzt mir dann das
> Bohrloch. ?

Stufenbohrer geht gut, mit niedriger Drehzahl und nicht zu 
ambitioniertem Vorschub. Macht richtig schöne saubere Plastik-Späne.

Doof ist dabei halt dass es die meistens nur mit geraden Durchmessern 
gibt, für Dich gerade kein Problem, aber wenn man ein Loch mit 17mm 
Durchmesser braucht...
Persönliche Seite #3791228
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…dann sollte der Werkzeugdurchmesser für die Fräse aber höchstens so 
groß wie der Lochdurchmesser sein. Und die meisten Fräsen die ich kenne 
verfügen nicht über einen so weiten Drehzahlbereich, dass man auch in 
thermisch empfindliche Werkstoffe fräsen könnte. (Aufgabenstellung sind 
16mm und ein ABS-Gehäuse hat meist auch nicht genügend Auflage, einer 
handelsübliche Fräse genügend Fläche zu geben. Aber ich lobe 
stellvertretend für alle anderen, die nicht an diesem Forum teilhaben, 
welch tolle Werkzeuge du zu basteln in der Lage bist. Eine einfache 
Stange mit Spitze auf der einen und Halterung für den Seitenanschlag der 
Fräse auf der anderen Seite ist Wissenschaft und Raumfahrttechnik. Bitte 
Unmengen Bilder anhängen ODER gleich einen Artikel aufmachen.)
Gast #3791230
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Michael schrieb:
> Was ist denn nun besser geeignet ?
> Stufenbohrer oder Schälbohrer ?

Wenn du Löcher für Buchsen brauchst ist der Stufenbohrer besser
da er grade löcher macht.
Schälbohrer machen konische Löcher.

Bild mit den 2 Löchern Kunststoff links 11mm rechts 12mm
Bild mit einem Loch Plexi.

Gruss
Werner
Angehängte Dateien:
#3791408
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(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #3791518
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Ich habe mit Stufenbohrern die allerbesten Erfahrungen bei empfindlichen 
Materialien gemacht. Ein weiterer großer Vorteil des Stufenbohrers 
besteht darin, dass man ihn in einem Zug auch zum Entgraten verwenden 
kann, indem man ganz vorsichtig mit der nächsten Stufe auf dem Material 
aufsetzt. Mit einem normalen Senker trifft man bei weichem Material 
niemals so genau das Bohrloch wie mit einem Stufenbohrer.
#3791568
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Kunststoffe sind sehr verschieden. Für eher zähes Material (z.B. ABS, 
HD-PE, PP) geht der Blechschälbohrer und Stufenbohrer. Für eher hartes, 
sprödes Material (Polystyrol, Hart- PVC, Plexiglas) geht der scharfe 
Holzbohrer besser - es bleibt aber schwierig. Manchmal ist da der 
Lötkolben (oder ein heißer Blechring) die bessere Wahl, auch wenn es 
stinkt.
Gast #3791573
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Michael schrieb:
> Damit ging es nicht. Das Plastik ist gerissen.

Vielleicht sollten wir doch mal so langsam klären, um welchen Kunststoff 
es sich eigentlich handelt. Oder habe ich das irgendwo überlesen?

Außerdem:

Hast Du einen Bohrständer?

Welcher Drehzahlbereich ist möglich?

Ist das Loch später sichtbar oder in irgendeiner Weise verblendet?
Gast #3792074
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Michael schrieb:
> Habe mir mal einen Stufenbohrer ausgeliehen
> 8-30mm. Damit ging es nicht. Das Plastik ist gerissen

Natürlich nicht, weil die Dinger für Plastik Unsinn sind. Da könnte man 
auch normale HSS-Bohrer nehmen. Ein Blechschälbohrer macht das mit 
Abstand am besten, und kostet daher auch min. das Doppelte. So Angaben, 
daß damit das Loch nicht rund wird u.ä. musst Du einfach ausblenden, das 
übliche Geschnacke halt...
Die Löcher sind mit dem Schälbohrer wie mit einer Reibahle poliert, und 
man bekommt damit hochgenau jeden beliebigen Durchmesser hin. 
Kreisrunder als mit jedem anderen Bohrer! Der einzige Nachteil ist das 
konische Loch, aber damit kann man meist leben.

Bei nur 16mm kannst Du sogar die preiswerte Version bis 20mm kaufen, 
kostet nichts im Vergleich zu den größeren Typen.
#3792100
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Man kann ein 18mm Loch mit sowas machen:

http://www.zujeddeloh.de/produkte/fraesen/werkzeuge_--288/hss-tin_fraesersatz_4-schneidig_--_6001.html

Die Fräser sind stirnschneidend.
Es setzt allerdings ein festes Einspannen des zu bohrenden Objektes und 
eine sehr langsame Drehzahl voraus.

Jedwede Senker oder konische Schälbohrer generieren konische Bohrungen. 
Aussen zu groß, innen zu klein.
Gast #3792256
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Habe es nun raus wie es am besten geht.
Benutze einen Schälbohrer.
Nur wenn ich damit langsam versuche das
Loch größer zu machen, geht das schief.
Der Kunststoff reist an der Seite des Bohrloches
aus. Es bildet sich ein Riss der vom Bohrloch in die
Mitte des Gehäuse läuft.
Bohre ich aber mit voller Geschwindigkeit, dann geht es.
Dabei schmilzt der Kunststoff und der Bohrer geht wie Butter
durch das Material. Die schneide des Bohrers schneidet
dann gleichzeitig den entstandenen Grad ab und so bekomme
ich ein sauberes Bohrloch.
#3792257
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Die Blechschälboher haben das Problem dass die Schneidkräfte nach außen 
wirken und damit ein einreißen der Bohrung verursachen können. Das kommt 
vor allem wenn man mit zu viel Vorschub, oder ohne gute Führung 
arbeitet. So super rund wird das Loch auch nicht, wenn das Material 
ausweichen kann, etwa an einer Kante. Für ein Blech ist das OK, aber 
halt kaum für eher sprödes Polystyrol.
#3792265
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Michael schrieb:
> Nur wenn ich damit langsam versuche das
> Loch größer zu machen, geht das schief.

Nimm Holzbohrer. Deren Prinzip besteht darin, zuerst diverse Fasern der 
Oberfläche zu brechen und dann erst das innere Fleisch der Bohrung zu 
entfernen - im Gegensatz zu Metallbohrern, die zuerst das Bohrzentrum 
schwächen.

Gockel mal nach "Schlangenbohrer"(n). Deren Schneiden haben einen 90° 
Winkel zur Bohrachse.

Aber immer langsam drehen lassen, sonst gibts nur Geschmiere.
#3792519
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Myxo Matrose schrieb:
> Nimm Holzbohrer.

Ich hatte ja schon oben diese ganz simplen Holzbohrer genannt.
Damit kann man gut durch dickes Holz, aber sie eignen sich auch 
hervorragend für Kunststoff.
Zum einen haben sie eine Spitze wie übliche Holzbohrer und dann fräsen 
sie quasi ein Loch.
Günstig - alle Größen in Millimeterschritten zu haben.
Angehängte Dateien:
#3792590
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Beim Holzbohrer muss man in der Regel so etwas wie Holz hinter legen.

Die billigen Flachfräsborer gehen überraschend gut für den Preis, 
jedenfalls meistens. Es gibt auch da Ausschuss - also den Bohrer einmal 
vorher in was unkritischem testen. Gut gehen ggf. auch solche Bohrer mit 
Vorschneidern außen.

Die Schlagenbohrer sind dagegen eher problematisch, weil sie in der 
neuen Form meist nur 1 Schneide haben, da ist die Zentrierung relativ 
kritisch und bei dünnem Material mit Unterlage kaum hinzubekommen. Das 
sind einfach Bohrer für tiefe Löcher ins volle, und wenn es auch ein 
Ausreißen beim Austritt nicht so ankommt.
Gast #3792609
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Also die Flachfräsborer gehen nicht.
Das Problem ist, wenn der Bohrer an einer
Stelle schon durch ist, aber an der anderen stelle
noch nicht, dann reißt das Plastik an dem Bohrloch.
Das Plastik ist nur 1,2mm dick und sehr spröde.
Und durch den Bohrer wird das Plastik sehr stark
belastet, so das risse entstehen.
Wie es am besten geht habe ich ja schon oben beschrieben.
Gast #3792745
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Also er bohrt doch offenbar bei minus 50 Grad in sonnengebleichtes 
Polystyrol? Und/oder die Bohrmaschine dreht rückwärts / der Schlag lässt 
sich nicht abstellen o.ä... Anders sind die genannten Effekte echt kaum 
noch zu erklären.

Die genannten Bohrer funktionieren ALLE ohne Ausschuss, lediglich sind 
die Ergebnisse etwas unterschiedlich, und Geschmacksache.
#3792802
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Die Flachfräsbohrer sind nicht alle gleich. Auch da gibt es relativ gut 
funktionierende und welche die vor allem zum Farbe rühren geeignet sind.
Sonst sind die Flachfräsbohrer eher eine billige Lösung die für den 
Preis oft überraschend gut geht, aber halt kein hochwertiger Bohrer. Die 
bessere Ausführung ist der Kunstbohrer mit Vorschneidern im etwa 90 Grad 
Winkel versetzt.

Wichtig ist oft auch dass der Bohrer wirklich senkrecht auftrifft. Ein 
Bohrständer oder ähnliches ist das ein große Hilfe.

Relativ sprödes Polystyrol (auch da ist nicht alles gleich) ist auch 
nicht einfach zu bohren. Je nach Teil hat man ggf. auch noch Spannungen 
im Kunststoff - einige Teile lassen deshalb auch fast nicht bohren (der 
Extremfall wäre ein aufgeblasener Luftballon).

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