Maximale Kapazität keramischer Kondensatoren im Format 0603 ?

#3809421
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Hallo Gemeinde,

was kann man derzeit mit maximaler Energiedichte im MLCC - Verfahren 
erreichen ?

Ein Chinamann bot mir Kondensatoren im Fomat 0603 500 st. 22 uF / 50 
Volt an. Ich hielt das für einen Fehler und habe die 9 Dollar incl. 
Versand ausgegeben. Dann habe ich die Dinger nachgemessen. Es sind 
tatsächlich 17,6 uF - liegt also in etwa in der Toleranz.

Ich kann schon das kaum glauben. Sind die 50 Volt auch möglich ?
Auch wenn es nur 6,3 Volt wären fände ich es Erstaunlich.

Wo ist hier der Haken?

Gruß T.
Gast #3809430
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Thilo Haala schrieb:
> Wo ist hier der Haken?

Die Kapazität wird zwar immer höher, die Zuverlässigkeit sinkt aber, und 
so viel (Verlust)leistung könen sie auch nicht abführen.
Das Keramikmateriel wird immer piezomässiger, eine überlagerte 
Gleichspannung reduziert die Kapazität erheblich, die Kapazität sinkt 
bei 50V sicher auf unter 5uF.

Thilo Haala schrieb:
> liegt also in etwa in der Toleranz

Wahrscheinlich wurden sie richtig für 22uF hergestellt, dann aber am 
Ende der Produktion als Ausschuss aussortiert, daher waren sie so 
billig. Die Herstellung wird auch 22uF schaffen.
#3809467
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MaWin schrieb:
> Die Kapazität wird zwar immer höher, die Zuverlässigkeit sinkt aber, und
> so viel (Verlust)leistung könen sie auch nicht abführen.
> Das Keramikmateriel wird immer piezomässiger, eine überlagerte
> Gleichspannung reduziert die Kapazität erheblich, die Kapazität sinkt
> bei 50V sicher auf unter 5uF.

Kann man denn MLCC in gößeren Bauformen als Ersatz für LOW-ESR Elkos 
einsetzen? Ich habe auch einige in der Bauform 3225 mit 10 UF / 50 Volt 
bekommen. Der Serienwiderstand liegt (gemessen) ziemlich niedrig.

Danke und Gruß.
Gast #3809486
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Thilo Haala schrieb:
> Kann man denn MLCC in gößeren Bauformen als Ersatz für LOW-ESR Elkos
> einsetzen?

Nein.

Also nicht unbesehen.

Sie sind meist viel zu gut :-)

Ich habe hier gerade den TPS61030, der "because of this, the control 
loop has been optimized for using output capacitors with an ESR of above 
30mOhm" und mindetens 22uF sehen will, dazu schlagen sie Tantal vor.

Nun haben Reichelts 22-100uF Tantal den 100-fachen ESR und sind für 4A 
damit vollkommen ungeeigneter Schrott, und die 22uF MLCC von Reichelt 
gehen auf 3mOhm runter, sind also viel zu gut.

Leider verloren, die Beschaffung passender Kondensatoren wird wieder 
eine Odyssee.
#3809534
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MaWin schrieb:
> Leider verloren, die Beschaffung passender Kondensatoren wird wieder
> eine Odyssee.

Ja wie jetzt!? Soll das heissen man DARF keine 3 mOhm Kondenstoren 
nehmen?
Oder ist das nun eine Eigenheit dieses chips?

Ich habe immer nur die Warnungen vor zu hohen Serienwiderständen gehört. 
War das evtl. der Tatsache geschuldet, dass es zu diesem Zeitpunkt gar 
keine Möglichkeit gab Kondensatoren diese Kapazität mit "zu niedrigem" 
ESR herzustellen?

Gruß T.
Gast #3809568
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Hi,
die hochkapazitiven MLCC haben einen großen Nachteil: Die 
Kapazitätsabnahme bei steigender Spannung. Gerade die 10µ/10V 0603 sind 
da kaum brauchbar, da bei Nennspannung nur noch ~20% der Nennkapazität 
vorhanden ist, trotz X5R bzw X7R Material. Nennkapazität wird aber bei 
0,x Volt gemessen.
Für deinen 22µ bedeutet das nur daß er bis 50V nicht durchschlägt. Aber 
eine Aussage über die Restkapazität wird da nicht getroffen.
Interessierte können sich bei Murata Datenblätter für einzelne Typen 
downloaden. Üblich sind ja Familiendatenblätter.
Gast #3809570
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MaWin schrieb:
> Ich habe hier gerade den TPS61030, der "because of this, the control
> loop has been optimized for using output capacitors with an ESR of above
> 30mOhm" und mindetens 22uF sehen will, dazu schlagen sie Tantal vor.
>
> Nun haben Reichelts 22-100uF Tantal den 100-fachen ESR und sind für 4A
> damit vollkommen ungeeigneter Schrott, und die 22uF MLCC von Reichelt
> gehen auf 3mOhm runter, sind also viel zu gut.
>
> Leider verloren, die Beschaffung passender Kondensatoren wird wieder
> eine Odyssee.

Serienwiderstand ist bei dir noch nicht erfunden?
#3809575
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Samsung erreicht mit X5R im 0402 Gehäuse max. 15 uF/4V und im 0603 
Gehäuse max. 47 uF/4V (22 uF/10V)
http://www.samsungsem.com/servlet/FileDownload?filename=linkdown/product/HighCapacitanceCapacitors_12022.pdf
Yageo oder Murata im 0603 Gehäuse mit X5R ebenso 22 uF/10V
http://www.yageo.com/documents/recent/UPY-GPHC_X5R_4V-to-50V_18.pdf
http://psearch.murata.com/capacitor/product/GRM188R61A226ME15%23.pdf
Taiyo Yuden hat 47 uF/6.3V im 0603 Gehäuse angekündigt
http://www.yuden.co.jp/or/cms/wp-content/uploads/2013/10/130925Small-size-High-capacity-MLCC_e_HP.pdf

Falls es bei einem Hersteller trotzdem 22 uF/50V/X5R im 0603 Gehäuse 
gibt, wäre das etwas überraschend...
#3809699
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testtest schrieb:
> Hi,
> die hochkapazitiven MLCC haben einen großen Nachteil: Die
> Kapazitätsabnahme bei steigender Spannung. Gerade die 10µ/10V 0603 sind
> da kaum brauchbar, da bei Nennspannung nur noch ~20% der Nennkapazität
> vorhanden ist, trotz X5R bzw X7R Material. Nennkapazität wird aber bei
> 0,x Volt gemessen.

Da passt aber gut in die Natur der heutigen Werbung...

Arc Net(arc) schrieb
> Falls es bei einem Hersteller trotzdem 22 uF/50V/X5R im 0603 Gehäuse
> gibt, wäre das etwas überraschend...

Ja - sowas hab ich mir auch gedacht, zumal man die Spannungfestigkeit 
nicht so ohne weiteres prüfen kann. Oder weiß jemand einen praktikablen 
Weg ?

Wenn wir nachher Zählen, prophezeie ich mindestens 10 Spass - Beiträge 
zu dieser Frage :-(

Das mit den 80%igen Verlusst finde ich viel problematischer....

Danke und Gruß
Gast #3810236
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Hallo,

die Fähigkeit, Energie zu speichern, ist nicht wirklich so stark 
gewachsen die letzten Jahr. Die "kleinen mit der großen Kapazität" 
verlieren mit steigender Spannung massiv Kapazität, viel mehr als die 
klobigen älteren Typen.

Das liegt daran, dass ferroelektrische Dielektrika auch in Sättigung 
gehen, wie ein Ferritkern. Meist sind das ja X5R / X7R, was Klasse 2 
wäre. Umso kleiner, umso weniger Fleisch ist dran und umso weniger passt 
rein, wie ein Ferritkern eben.

Also mit Vorsicht zu genießen, das Ganze. Vor allem, wenn man die als 
Kapazitäten für Spannungsregler verwendet, da gibs schnell eine böse 
Überraschungen, weil man immer ein DC-Bias hat - dann ist der große 
Kondensator plötzlich sehr klein.

Ich frage mich wo da der Anwendungsbereich sein soll.
Das taugt weder für Spannungsregler, noch für Pufferkondensatoren und 
erst recht nicht für Signale (Verzerrungen).

Das gilt natürlich nicht für  COG und allgemein Klasse 1 Typen. Die 
gibts aber nicht mit 22µ in 0603.

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