Hallo,
ich hab hier ein Relais (Finder 4052), welches beim Schalten einer
230V-Last (2x PoE-Switch in diesem Fall) nach etwa 2000-2500
Schaltzyklen den Geist aufgegeben hat, weil die Kontakte verschweisst
sind.
Ein anderes Relais kommt nicht in Betracht (zumal da ja auch das gleiche
Problem auftreten würde, höchstens eben später).
Ich versuche gerade herauszufinden, wie ich Abhilfe schaffen kann, im
Web findet man Vorschläge für ein Snubber-Glied oder einen Varistor an
den Schaltkontakten - allerdings sind die Meinungen dazu gegenläufig,
die einen halten den Snubber für das Allheilmittel, die anderen den
Varistor.
Was stimmt denn nun bzw welche Lösung eignet sich für welches Problem?
Oder sollte man eine Kombination aus beidem verwenden?
Ralf
Ralf schrieb:> ich hab hier ein Relais (Finder 4052), welches beim Schalten einer> 230V-Last (2x PoE-Switch in diesem Fall) nach etwa 2000-2500> Schaltzyklen den Geist aufgegeben hat, weil die Kontakte verschweisst> sind.> Ein anderes Relais kommt nicht in Betracht (zumal da ja auch das gleiche> Problem auftreten würde, höchstens eben später).
Nein, dieses Problem ist stark abhängig von der Art des verwendeten
Kontaktmaterials. Falls es sich um hohe Einschaltströme handelt, gibt
es z.B. Relais mit Wolframvorlaufkontakten.
> Im Web findet man Vorschläge für ein Snubber-Glied oder einen Varistor> an den Schaltkontakten
Beide Lösungen helfen eher bei Ausschaltfunken. Was bei Dir besser
wirkt, müsstest Du ausprobieren.
Gruss
Harald
@ Ralf (Gast)
>230V-Last (2x PoE-Switch in diesem Fall) nach etwa 2000-2500>Schaltzyklen den Geist aufgegeben hat, weil die Kontakte verschweisst>sind.
Verschweißte Kontakte werden durch (zu) hohe Einschaftströme verursacht.
Die kommen hier wahrscheinlich von deinen Schaltnetzteilen.
Was für Typen sind das? Wie oft schaltest du? Wiie groß ist die Pause
NACH dem Ausschalten bis zum nächsten Einschalten? Die ist nämlich
wichtig, damit die NTCs zur Einschaltstrombegrenzung abkühlen können und
wieder hochohmig werden.
>Ich versuche gerade herauszufinden, wie ich Abhilfe schaffen kann,
Dazu musst du erstmal die Ursache kennen. Meine Vermutung, siehe oben.
>Web findet man Vorschläge für ein Snubber-Glied oder einen Varistor an>den Schaltkontakten - allerdings sind die Meinungen dazu gegenläufig,
Snubber und Varistor bringen nur was beim ABschalten von großen Lasten.
Dein PoE Swiches mit ihren Steckernetzteilen sind das nicht, das sind
Peanuts. Siehe oben.
Kontaktbrand bei einem Relais ist unvermeidlich.
Schließlich schaltest Du ja Strom.
Eine elektronische Synchronisation mit dem Nulldurchgang ist, auf Grund
der Geschwindigkeit nicht möglich.
In vielen Fällen hilft das Hinterfragen: Muss so oft geschaltet werden?
Schau Dir mal den, oft vorhandenen, Regler an.
Wir haben IMMER, wenn sehr häufig geschaltet werden musste,
elektronische Relais verwendet. Vor allem dann, wenn es um Ampere und
nicht um Milliampere ging.
Ralf schrieb:> Ein anderes Relais kommt nicht in Betracht (zumal da ja auch das gleiche> Problem auftreten würde, höchstens eben später).
Meiner Meinung nach ist für's Kleben der kapazitive Einschaltstrom
verantwortlich. Ein Varistor ist also nutzlos, während ein Snubber die
Situation noch verschlimmert.
Es gibt Relais mit voreilendem Wolframkontakt, welche für hohe
Einschaltströme (Lampen bzw. C) geeignet sind.
Ohne Wechsel des Relais-Typs bleibt somit nur ein NTC (den der
Switchfabrikant eingespart hat) um den Einschaltstrom zu begrenzen.
Für die Dimensionierung benötigt man den Wert des Eingangs-C.
Ralf schrieb:> welches beim Schalten einer> 230V-Last (2x PoE-Switch in diesem Fall
Das sind Shcaltnetzteile, die offenbar eine schlechte
Einschaltstrombegrenzung haben, so daß viel mehr Strom geschaltet wird,
als eigentlich als Last auf dem Switch steht
Beispielsweise steht dort 23 Watt aks 1.0A drauf und es zieht beim
Einschalten 100A, wofür man ein 100A Relais brauchen würde.
Die Lösung ist also eine Einschaltstrombegrenzung, normalerweise durch
einen NTC, oder einen später überbrückten Widerstand, oder auch bei
kleiner Leistung einfach nur über einen Widerstand.
Und wenn Du nicht irgendwas umbauen willst, sondern ein fertig kaufbares
Produkt suchst, dann schließ das hier vor Deinen Switch:
http://www.reichelt.de/ESG-3/3/index.html?&ACTION=3&LA=446&ARTICLE=100664&artnr=ESG+3
Davon gibt es auch eine Hutschinen-Variante.
In der Firma haben wir eine PC-Konfigurationsstraße, da werden immer 14
PCs gleichzeitig angeschaltet. Die hängen an einem Schütz mit 3 Phasen
und 3 LS, und dennoch haut es da ohne die Einschaltstrombegrenzer immer
die LS raus. Mit den Einschaltstrombegrenzern ists überhaupt kein
Problem mehr.
Loeti riet:
>Kleiner Tipp:>Schalte das Netzteil der Switches nicht primärseitig am Eingang sondern>sekundärseitig am Ausgang. Sollte helfen.
Genial.
Vielleicht ist der Strom auf der Sekundärseite höher als auf der
Primärseite? Gibt das eventuell noch schönere Funken?
Vielleicht geht ein Schaltnetzteil ohne Last schneller hoch?
Eventuell will er nicht sinnlos Energie verbraten und deshalb komplett
abschalten?
Kleiner Tip: Denke nach, bevor Du Tips gibst.
> Vielleicht ist der Strom auf der Sekundärseite höher als auf der> Primärseite?
Der Einschaltstrom wohl eher nein.
> Gibt das eventuell noch schönere Funken?
Wohl eher nein.
> Vielleicht geht ein Schaltnetzteil ohne Last schneller hoch?
Wenn's ein Glump is' wohl wahr... .
> Kleiner Tip: Denke nach, bevor Du Tips gibst.
Halt Dich d'ran feiger Anonymus.
Grüße Löti
Ralf schrieb:> 2x PoE-Switch> Relais (Finder 4052) 8 Ahttp://www.finder-relays.net/en/finder-relays-series-40.pdf
Es gibt auch kräftiger Kontakte, die 3 Zyklen länger halten.
Ursache des Übels wird aber, wie schon bekannt, der überhöhte
Einschaltstrom der Schaltnetzteile sein. Ein zementierter 10
Ohm-Widerstand in Reihe wäre evtl. eine Notlösung. Eigentlich sollte man
aber dem Switch-Hersteller seine Teile um die Ohren hauen.
> Ich würde mich da mal nach SSRs umsehen
Die vertragen meist max. den 20fachen Nennstrom als Einschaltstrom für
einen Halbwelle.
Dazu müsste man das Datenblatt des SSR genau ansehen und den
Einschaltstrom der Netzteile wissen.
Grüße Löti
Hallo zusammen,
vielen Dank für die zahlreichen Antworten - es scheint ein Dauerbrenner
zu sein (kleines Wortspiel)...
@Harald:
> Beide Lösungen helfen eher bei Ausschaltfunken. Was bei Dir besser> wirkt, müsstest Du ausprobieren.
Ich denke dass es ums Einschalten geht, da einer der Kontakte im
geschalteten Zustand geklebt hat - freilich kann ich für's nächste
Layout auch einen Varistor mit einsetzen, schaden kann er wohl eher
nicht.
@Falk:
> Verschweißte Kontakte werden durch (zu) hohe Einschaftströme verursacht.> Die kommen hier wahrscheinlich von deinen Schaltnetzteilen.> Was für Typen sind das? Wie oft schaltest du? Wiie groß ist die Pause> NACH dem Ausschalten bis zum nächsten Einschalten? Die ist nämlich> wichtig, damit die NTCs zur Einschaltstrombegrenzung abkühlen können und> wieder hochohmig werden.
Die SNT-Typen muss ich prüfen.
Die Schaltung dient dazu, Geräte auf einen stabilen Bootvorgang zu
prüfen. Die Geräte setzen nach dem Hochfahren einen
Niederspannungsrelaiskontakt, welcher meiner Schaltung als Trigger
dient, um die Stromversorgung für 2s zu unterbrechen. Die Bootzeit
selbst liegt im Bereich 30-60s.
Setze ich nun NTCs ein, dann muss ich die entsprechend dimensionieren,
weil für die kleinste Schaltdauer 100ms geplant ist.
> Snubber und Varistor bringen nur was beim ABschalten von großen Lasten.> Dein PoE Swiches mit ihren Steckernetzteilen sind das nicht, das sind> Peanuts. Siehe oben.
Ja, ich denke auch dass es der Einschaltstrom ist (siehe auch oben).
@Amateur:
> In vielen Fällen hilft das Hinterfragen: Muss so oft geschaltet werden?
Der Softwerker will aussagekräftig wissen, ob die Geräte beim Hochfahren
in einen Deadlock laufen können.
> Schau Dir mal den, oft vorhandenen, Regler an.
Welchen? Den Regler der PoE-Switches? Bringt mir nichts, ich kann nicht
jede Schaltung für ein bestimmtes Lastnetzteil auslegen :/
> Wir haben IMMER, wenn sehr häufig geschaltet werden musste,> elektronische Relais verwendet. Vor allem dann, wenn es um Ampere und> nicht um Milliampere ging.
Was nach diesem Lerneffekt ebenfalls Einzug in ein neues Layout haben
mag :) Sofern diese Sorte Relais nicht wesentlich teurer ist oder
platzmäßig mehr beansprucht. Kannst du Empfehlungen geben?
@ledem:
> Es gibt Relais mit voreilendem Wolframkontakt, welche für hohe> Einschaltströme (Lampen bzw. C) geeignet sind.
Hmm... ich befürchte dass Finder nix im gleichen Formfaktor im Angebot
hat, d.h. wenn überhaupt ist das eine Option für's nächste Layout.
> Ohne Wechsel des Relais-Typs bleibt somit nur ein NTC (den der> Switchfabrikant eingespart hat) um den Einschaltstrom zu begrenzen.> Für die Dimensionierung benötigt man den Wert des Eingangs-C.
Dann fällt das raus, da die Last wechselt. Außer man kann einen
WorstCase annehmen, aber das dürfte dann einen dicken NTC geben, oder?
@Mawin:
> Die Lösung ist also eine Einschaltstrombegrenzung, normalerweise durch> einen NTC, oder einen später überbrückten Widerstand, oder auch bei> kleiner Leistung einfach nur über einen Widerstand.
2) und 3) scheiden aus - kleine Leistung kann ich nicht garantieren, und
für einen geschalteten Widerstand habe ich keinen Platz um die
galvanische Trennung zu realisieren.
@Gerd:
> Und wenn Du nicht irgendwas umbauen willst, sondern ein fertig kaufbares> Produkt suchst, dann schließ das hier vor Deinen Switch:> ...
Danke, wusste gar nicht dass es sowas fertig gibt.
@Lothar:
> Schalte das Netzteil der Switches nicht primärseitig am Eingang sondern> sekundärseitig am Ausgang. Sollte helfen.
Geht mit dem gegenwärtigen Design nicht, das ist auf 230V ausgelegt (bis
auf meinen Bug mit den Kontakten ;)
Aber evtl wird es mal eine "Sekundärschaltschaltung" geben.
@Bernd:
> Ich würde mich da mal nach SSRs umsehen, die SHARP-Dinger sollten das> wohl abkönnen. Im 0-Durchgang einschalten und verhalten sich wie ein> Relais
Okay, ich schau mir das mal an, danke.
@Lothar:
> Die vertragen meist max. den 20fachen Nennstrom als Einschaltstrom für> einen Halbwelle.> Dazu müsste man das Datenblatt des SSR genau ansehen und den> Einschaltstrom der Netzteile wissen.
Kann man ja ermitteln - ich denke aber, dass man um die
Einschaltstrombegrenzung nicht herum kommt, ein SSR machts einfach nur
zuverlässiger.
Ralf
Wollte mir nun auch eine Relaisplatine machen für paar Schaltnetzteile
zu schalten.
Das größe Netzteil nimmt 230V 2A laut Typenschild.
Oben wurde gesagt ein 10 Ohm Zementwiederstand ? Wieviel Watt? dafür
nehmen?
Reicht da 5W
(5W AXIAL 10 :: 5Watt Drahtwiderstand, Serie 208-8, 10 Ohm)
http://www.reichelt.de/5W-AXIAL-10/3/index.html?&ACTION=3&LA=446&ARTICLE=2595&artnr=5W+AXIAL+10&SEARCH=5w+axial+10
Wenn der erst geschaltet wird und 0,5 bis 1 Sek später die 230V direckt
geschaltet werden?
Beim Ausschalten auch über den Wiederstand gehen ?
Also, hier mal mein aktueller Stand:
Ich habe nun, um das Problem zumindest kurzfristig zu entschärfen, einen
Leistungsschütz verwendet - dieser wird von der Relaisschaltung
angesteuert und schaltet die Last entsprechend. Der Schütz sollte das
Relais nicht so stark belasten wie die beiden SNTs der PoE-Switches.
Mittelfristig plane ich, vom Steckergehäuse weg und hin zu einem
größeren Pultgehäuse o.ä. zu kommen, in welchem sich eine Schukodose und
ggf der o.a. Schütz befindet.
Vorher werde ich aber eine Versuchsschaltung machen, bei der ein
weiteres der Finder-Relais verwendet wird, um einen NTC als
Eingangsstrombegrenzung zu schalten, und natürlich auch einen Varistor
für den Abschaltfunken. Das spart evtl dann den Schütz.
Ralf
Ralf schrieb:> Ich habe nun, um das Problem zumindest kurzfristig zu entschärfen, einen> Leistungsschütz verwendet
Du hast zwar keinen Platz für einen Vorwiderstand, aber Platz für ein
Schütz, aha.
Maik schrieb:> 2A laut Typenschild
Das wäre schön.
> Reicht da 5W Widerstand
P=U*I Das ist knapp. Wenn Du ihn schnell genug mit Relaiskontakt
überbrückst, lötet er sich wenigstens nicht selbständig aus. Deswegen
oben das kleine Wort "notfalls" als Bemerkung.
Das Problem ist nur das er ja in Reihe ist und ich da grad auf dem
Schlauch stehe wegen der Berechnung/Leistung/Spannung für den
Wiederstand..
Könnten ja zb auch 500 Ohm sein und den dann wegschalten...
Nur der Wiederstand verändert ja einiges wodurch die Spannung und
Strom.. am Netzteil ja nicht mehr die sind die es ohne ihn sind...
@Mawin:
>> Ich habe nun, um das Problem zumindest kurzfristig zu entschärfen, einen>> Leistungsschütz verwendet> Du hast zwar keinen Platz für einen Vorwiderstand, aber Platz für ein> Schütz, aha.
Einen Schütz bekomme ich nicht in das Steckergehäuse. Den Widerstand je
nach mech.Größe vielleicht schon, aber A) weiss ich nicht, was die
Softwerker als nächstes an den Kasten hängen und B) muss für einen NTC
oder sonstwas doch schon etwas mehr in das Layout eingegriffen werden,
meinst du nicht? ;)
Also war Schütz AUSSERHALB des Gehäuses eine schnelle Möglichkeit, wenn
auch nicht die, die ich gerne gehabt hätte.
Ralf