Ich beschäftige mich momentan ein bisschen mit LED und bin dabei unter
anderem auf Low Current LED gestoßen und hätte eine Frage: Was ist an
Low Current LED so besonders? Bein eine normale 20mA LED muss ich die
20mA ja auch nicht voll ausnutzen wenn ich stromsparen will... Sind die
Low Current LED viel effizienter?
Low Current LED schrieb im Beitrag #3821532:
> Was ist an Low Current LED so besonders?
Sie bringen gleich viel Licht bei weniger Strom. Man kann sie daher
leicht verwechseln mit den "High Efficiency" LEDs, die bei gleich viel
Strom mehr Licht bringen...
Rätselhaft ist für mich, warum es die 20mA Typen für Anzeigezwecke
überhaupt noch gibt.
Billiger sind die mittlerweile auch nicht.
Sind das alles noch Restbestände?
Lothar Miller schrieb:>> Was ist an Low Current LED so besonders?> Sie bringen gleich viel Licht bei weniger Strom
Ähm, da hast du dir die Daten aber nicht nicht angesehen.
Historisch gab es zuerst recht dunkle GaAs und GaAsP 20mA LEDs.
Dann hat man AlGaInP superhelle 20mA LEDs erfunden, die mehr als 10 mal
heller waren als die alten dunklen LEDs.
Im gleichen Atemzug kan man auf die Idee, daß die bei 2mA so viel Licht
geben, wie die alten dunklen LEDs bei 20mA, also hat man sie als low
current LEDs beworben.
Angeblich sind die Chip-Kristalle kleiner als bei superhellen 20mA LEDs,
aber es ist dasselbe Material.
Danach kamen von Nichia noch viel hellere LEDs auf den Markt, auf Basis
von InGaN, zunächst in blau, weiss und echtgrün, inzwischen gibt es auch
gepumpte rote und gelbe.
Wenn man bei den normalen 20mA LEDs zum selben Preis eine sucht, die
schon bei 2mA heller ist als eine low current LED, dann wird man kaum
fündig. Die sind im Prinzip schon gleichhell (bei der gleichen
Bündeltung etc.).
Stefan M. schrieb:> Rätselhaft ist für mich, warum es die 20mA Typen für Anzeigezwecke> überhaupt noch gibt.> Billiger sind die mittlerweile auch nicht.> Sind das alles noch Restbestände?
Bei blauen &UV-Leds sind die low current noch etwas günstiger. Bei den
anderen spielt es keine Rolle mehr... Würde man auf Restbestände tippen.
Ich hab vor ein Paar Monaten welche bestellt die 2008 produziert
wurden...
Low Current LED schrieb im Beitrag #3821551:
> Müsse die zweite LED dann nicht heller sein bei 2mA.
Nein, sie muss nur so viel Licht abgeben, wie im Datenblatt angegeben.
Ob das reicht, das bewertest du...
MaWin schrieb:> Lothar Miller schrieb:>>> Was ist an Low Current LED so besonders?>> Sie bringen gleich viel Licht bei weniger Strom> Ähm, da hast du dir die Daten aber nicht nicht angesehen.
Oh doch, das tue ich, weil man genau diesen "griffigen" Schlagworten der
Marketingfuzzis nichts abgewinnen kann. Die Werbeslogans "Low Current"
und "High Efficiency" sind eben schon so alt, dass man sie heute
eigentlich nicht mehr verwenden dürfte.
Sagen wir es anders:
>>> Was ist an Low Current LED so besonders?
Sie sind bei 2mA spezifiziert.
"High Efficiency" LED sind dagegen wie "normale" LED bei 20mA
spezifiziert...
MaWin schrieb:> ... inzwischen gibt es auch gepumpte rote und gelbe.
Die muss man nach Gebrauch zurückgeben? Wie hoch ist der Pfandbetrag?
Was soll der Unfug?
Lothar Miller schrieb:>>>> Was ist an Low Current LED so besonders?> Sie sind bei 2mA spezifiziert.
Das stimmt im Prinzip, aber bei LEDs ist innerhalb des erlaubten
Strombereichs schon weitgehend die Helligkeit dem Strom proportional,
d.h. eine LED, die bei 20 mA 10 mal heller ist als eine andere, ist das
auch bei 2 mA. Die Frage ist bloss, ob der Hersteller das nachmisst und
im Datenblatt garantiert. In der Praxis ist eine superhelle also auch
eine Low Current LED.
Für viele Zwecke muss man das heute auch so handhaben, denn LEDs mit
wenigen mcd bekommt man kaum noch und helle/superhelle blenden das
Bedienpersonal, wenn nicht ernsteres. Also runter mit dem Strom.
Georg
Georg schrieb:> In der Praxis ist eine superhelle also auch> eine Low Current LED.
Aber eine Low Current nicht unbedingt für 20mA spezifiziert (geeignet?).
Udo Schmitt schrieb:> Aber eine Low Current nicht unbedingt für 20mA spezifiziert (geeignet?).
Vielleicht sind das ja 20mA-LEDs mit erhöhtem Bahnwiderstand,
also eigentlich Ausschuss, den man, statt ihn wegzuwerfen,
dann als "2mA-Low Current LEDs" doch noch verticken kann?
Hallo,
genaues sagt immer das Datenblatt -wenn denn der genaue Typ der LED Typ
bekannt ist , leider keine Selbstverständlichkeit bei kleinen
Bastlermengen aus billigen Quellen.
Bis jetzt ist mir allerdings noch keine LED (selbst kleinste SMD
Formate) vorgekommen die nicht 20mA Dauerstrom aushält - bei vielen
modernen LED liegt die Grenze sogar oft bei 50mA (für normale Einzelchip
LEDs - für die Powerled die aus vielen einzelnen LED Halbleiter
aufgebaut sind sind die Ströme natürlich deutlich höher).
Praktiker
Die normalen LEDs sind teils nicht für kleine Ströme Spezifiziert. Da
kann dann die Helligkeit bei 1 mA oder so nicht mehr garantiert werden,
auch wenn über 95% der LEDs da noch brauchbar sind.
Die Low Current LEDs können einen kleineren Kristall haben und
entsprechend besser mit wenig Strom klar kommen. Zumindest sollten sie
für den kleinen Strom spezifiziert sein, auch wenn sie auch in der Regel
10 mA oder so vertragen werden. Vom Wirkungsgrad sind sie halt oft
ähnlich der etwas effizienteren Typen.
Hallo,
>Ulrich H. schrieb:> Die normalen LEDs sind teils nicht für kleine Ströme Spezifiziert.
Dafür gebe mal bitte ein Beispiel.
> Da kann dann die Helligkeit bei 1 mA oder so nicht mehr garantiert> werden, auch wenn über 95% der LEDs da noch brauchbar sind.
Ich kenne keine normale LED, die nicht bei niedrigem Strom benutzbar
wäre.
Ich kenne auch keine LED, die nicht ein annäherd lineares Verhalten
bezüglich Strom zu Helligkeit hätte.
In der Regel gibt es nur ein gewisses Derating bei Strömen nahe dem
spezifizierten Maximum auf Grund der Erwärmung des Chips.
Selbst HP-LED, die man mit 3A befeuern kann, leuchten schon bei 1mA
entsprechend dem geringen Strom ganz ordentlich.
Es scheint mir deshalb ziemlich überflüssig, einen minimalen LED-Strom
zu spezifizieren.
Das einzige was sogenannte Low-Currend-LED von anderen LED unterscheiden
könnte, ist die Tatsache, dass diese nicht für höhere Nennströme (z.B.
20mA) geeigent sind.
Bezüglich der Effizienz sind viele alte Low-Currend-LED eh lahme Funzeln
im Vergleich zu aktuellen LED mit höchster Effizienz (z.B. blau oder
"verkehrsgrün" (520...530nm).
Ich betreibe LED in sehr vielen Anwendungen auch nur mit geringen
Strömen um 1...3 mA oder sogar noch unter 1mA. Heller will man die oft
gar nicht haben, weil es sonst blendet.
Gruß Öletronika
U. M. schrieb:> Dafür gebe mal bitte ein Beispiel.
Nach fast 15 Monaten?
Die großen Helligkeitsunterschiede innerhalb einer Produktionspackung
"Normal-LEDs" bei sehr geringen Strömen waren "früher" jedenfalls
unübersehbar.
U. M. schrieb:> Es scheint mir deshalb ziemlich überflüssig, einen minimalen LED-Strom> zu spezifizieren.
Für Dich als Hobbybastler ist das sicher richtig.
Bei professionellem Einsatz geht es aber darum, Helligkeits- und
Farbortstreuungen zu minimieren. Daher ist für jede LED ein
Bemessungsstrom angegeben. Bei diesem Strom wurde das Binning
durchgeführt, und um diesen Arbeitspunkt herum gelten die spezifizierten
Farborte und Helligkeiten, sowie das vom Hersteller garantierte
Alterungsverhalten. Die Abhängigkeiten Cx(IF), CY(IF) und eta_opt(IF)
sind im Datenblatt charakterisiert, aber ziemlich großen Toleranzen
unterworfen.
Wenn es auf Reproduzierbarkeit ankommt, sollte eine LED nicht unterhalb
50% des Bemessungsstromes betrieben werden.
@ U. M. (oeletronika)
>Das einzige was sogenannte Low-Currend-LED von anderen LED unterscheiden>könnte, ist die Tatsache, dass diese nicht für höhere Nennströme (z.B.>20mA) geeigent sind.
Sagt wer?
LowCurrent LED ist doch nur ein alter Begriff aus der Steinzeit der
LED-Technik, als der Wirkungsgrad mal einen Sprung nach vorn machte, und
man feststellte, mann könne die doch auch mit nur 2mA sinnvoll
betreiben, und damit auch bei diesem Strom spezifizieren.
@ soul eye (souleye)
> Alterungsverhalten. Die Abhängigkeiten Cx(IF), CY(IF) und eta_opt(IF)
Vor 15 Monaten ging es aber nicht um LEDs für Beleuchtungszwecke ...
Stefan M. schrieb:> Rätselhaft ist für mich, warum es die 20mA Typen für Anzeigezwecke> überhaupt noch gibt.> Billiger sind die mittlerweile auch nicht.> Sind das alles noch Restbestände?
Herstellungsverfahren bekannt, erprobt, routiniert. An einer CashCow
dreht man nur noch ungern. Das könnte ich mir als Gründe vorstellen.
soul e. schrieb:> Jens G. schrieb:>>> Vor 15 Monaten ging es aber nicht um LEDs für Beleuchtungszwecke ...>> Die meisten LEDs produzieren Licht.
Ein Laserpointer produziert auch Licht, das ist aber nicht für
Beleuchtungszwecke gedacht. ;)
Hallo,
> soul e. schrieb:> Für Dich als Hobbybastler ist das sicher richtig.
Na da erkennt man doch gleich den echten "Fachman".
> Bei professionellem Einsatz geht es aber darum, Helligkeits- und> Farbortstreuungen zu minimieren.
Und was hat das mit einem minimalen LED-Strom zu tun?
Aber egal, einen minmalen LED-Strom gibt es weiterhin nicht, auch wenn
es bei bestimmten Anwendungen sinnvoll ist die LED mit einem definierten
Strom zu betreiben.
> Daher ist für jede LED ein Bemessungsstrom angegeben.
Was soll "Bemessungstrom" sein?
Es gibt einen Nennstrom (Messstrom für die Datenblattwerte) und in den
maximum Ratings einen max. Strom.
Zeige mir doch bitte, wo in einem Datenblatt ein minimaler Strom
festgelegt ist oder wo eine Empfehlung steht, dass LED nicht mit einem
geringen Strom betrieben werden sollen.
> Bei diesem Strom wurde das Binning durchgeführt,
Das ist natürlich so. Auf irgend was muss der Hersteller sich ja mit
seinen Messwerten beziehen. Bei vielen einfachen LED sind es die 20mA.
Es gibt aber auch Dateblätter, die sich auf 10mA beziehen oder auch auf
2mA (z.B. bei Low Currend LED).
http://www.kingbright.com/content/listitem/psearch/241> und um diesen Arbeitspunkt herum gelten die spezifizierten> Farborte und Helligkeiten, sowie das vom Hersteller garantierte> Alterungsverhalten.
Das Alterungsverhalten ist eh weit empfindlicher gegen die Chiptemp.
Niedrige LED-Ströme werden also kaum was verschlechtern.
> Wenn es auf Reproduzierbarkeit ankommt, sollte eine LED nicht unterhalb> 50% des Bemessungsstromes betrieben werden.
Um welche Reproduzierbarkeit willst du bei billigen farbigen LED
diskutieren, wenn z.B. die minmalen und max. Grenzen eines Binning im
Verhältnis 1:3 bis 1:5 steht?
http://www.kingbright.com/attachments/file/psearch/000/00/00/L-1154YD%28Ver.10B%29.pdf
Abgesehen davon kann man Messwerte auch bei niedrigeren Werten
reproduzieren. Da die Lichtleistung annähernd linear zum Strom ist, kann
man LED einer Ausmessung auch bei 1/10 des Nennstromes mit meist
ausreichdend reproduzierbaren Eigenschaften einsetzen.
In solchen Fällen professionelle Anwendungsfälle anzuführen ist doch
Esoterik.
Gruß Öletronika
Ich habe rote LEDs, die bereits mit 1 µA deutlich leuchten, während
andere noch dunkel sind. Das ist ein einziger Typ, kein anderer hatte
das geschafft. Da reicht eine Langdrahtantenne und sie leuchtet.
Hallo,
> eProfi schrieb:> rote LEDs, die bereits mit 1 µA deutlich leuchten,> Da reicht eine Langdrahtantenne und sie leuchtet.
Langdrahtantenne??? Du übertriebst masslos ;-)
Ich habe gestern mal ausprobiert, wie weit man mit dem Strom runter
gehen kann und man noch was leuchten sieht. Habe dazu eine sauhelle
grüne LED mit ca. 530nm genutzt (sogenanntes "verkehrsgrün").
An einem Netzteil mit großem Vorwiderstand im Bereich von 10MOhm machte
es mich dann sehr stutzig, dass die LED immer noch leuchtet, auch wenn
die Ausgangsspannung Null ist :-?)
Das kann ja nun eigentlich gar nicht sein, oder? Ich habe die Sache
weiter verfolgt und festgestellt, dass es auch ausreicht, wenn man ein
Pin an PE (Erde) legt und an das andere Pin einen guten halben Meter
Litze dran macht (Quasi "Kurzdrahtantenne").
Dann leuchtet diese LED schon deutlich ohne jede sichtbare
Stromversorgung. Fasst man das freie Ende an, wird es noch deutlich
heller. Da reichen also schon paar pF Kapazität um ausreichenden Strom
"einzufangen".
Um diese Dreckeffekte auszuschließen habe ich dann einen 9V-Block mit
100MOhm Vorwiderstand benutzt. Auch das reicht aus, um dies LED im
angedunkelten Raum gut sichtbar leuchten zu lassen. Die Intensität ist
dann evt. vergleichbar mit einem Glühwürmchen.
Der Strom liegt im Bereich um 80nA. Mit sehr guten blauen LED geht das
auch.
Und noch ein weiterer netter Effekt.
Wenn man herumläuft und dann eine solche LED mit einem Pin mal kurz an
PE kontaktiert, dann blitzt diese unter Umständen sehr deutlich auf.
Damit kann man ESD sehr gut sichtbar machen.
Gruß Öletronika
> diese unter Umständen sehr deutlich auf.
Vorsicht: unter Umständen kann die Polarität falsch herum sein und das
das Ende oder eine Schädigung der LED bedeuten (maximale Sperrspannung
beachten).
Bei ESD sind durchaus größere Leistungen im Spiel, das geht mit jeder
LED und sogar mit Glimmlampen (Phasenprüfer), die sind wenigstens
bipolar.
Das Problem bei einer Antenne ist, dass sie sich auf eine Gleichspannung
auflädt, also einen R oder eine niederkapazitive D antiparallel zur LED
klemmen.