Hallo,
mir ist mein Elektroden-Schweißgerät abgeraucht (siehe Bilder). Es ist
ein IGBT-Inverner, genauer ein Chinakracher ;-). Bei der H-Brücke (4x
RJH60F5) sind zwei IGBTs hinüber, aber man sieht ihnen überhaupt nichts
an! Das Gate ist bei beiden mit Emitter und Collektor
"durchkontaktiert". Gibt es einen bestimmte Ursache für diese Art von
Ausfall? Liegt es womöglich am mangelnden Schutz des Gate? Wie auf den
Bildern zu erkennen, werden die IGBTs mit einem Übertrager angesteuert.
Dabei sind aber keinenerlei Schutzelemente vorhanden (wie Bsp.
Zennerdiode). Die C-E Strecke hat aber einen Snubber.
Anbei doch das Datenblatt der verbauten IGBTs (RJH60F5) und ein
Datenblatt von ähnlichen IGBTs die ich hier noch rumliegen habe
(FGH40N6S2D). Wäre es möglich die abgerauchten (bzw. alle vier) durch
die anderen zu ersetzen? Oder spricht etwas dagegen?
Wenn ein IGBT oder PowerMOSFET abraucht, dann in der Regel nicht, weil
das Bauteil selber kaputt ist, sondern weil z.B. die Ansteuerung falsch
war oder eine zu hohe Spannungsspitze aufgetreten ist. Mit einem Tausch
kann es sein, dass dein Gerät erstmal wieder geht, du solltest aber mehr
dran setzen, den tatsächlichen Fehler zu finden, also die Ursachen zu
beheben, nicht nur die Symptome
Ich vermute auch, dass etwas bei der Ansteuerung falsch gelaufen ist.
Die (China-)Billigware sind grundsätzlich auf Kante genäht, da wird dann
auch gerne mal auf Schutzmaßnahmen verzichtet. Bei diesem Gerät ist das
Gate der IGBTs garnicht vor Überspannung geschützt. Daher meine
Vermutung in diese Richtung. Was sagen die Experten? Soll ich da ein
paar Zennerdioden in die G-E Strecke einbauen? Und ist der oben genannte
Ersatztyp geeignet?
Habe die IGBTs durch die o.g. ersetzt. Hat auch funktioniert, aber beim
verschweißen der zweiten Stabelektrode hat sich das Gerät mit einem
lauten Knall wieder verabschiedet. Ein IGBT war explodiert! Habe diesen
geöffnet und ein Foto gemacht (erstes Bild). Der Schaden ist sehr gut zu
sehen. Habe auch die beiden abgerauchten original IGBTs aus Interesse
mal geöffnet (Bild 2 und 3). Aber da erkenne ich leider nicht so viel.
Muss ich eventuell die Gate-Ansteuerung ändern für die Ersatz-IGBTs? Die
Original Ansteuerung besteht aus Übertrager, 2 Widerständen, Diode und
Kondensator. Komme irgendwie nicht weiter.
Udo Schmitt schrieb:> Da lob ich mir doch unser altes Kupferschwein
Ja, früher war alles besser, selbst die Schweißgeräte ;)
hinz schrieb:> Snubber geprüft?
Ja, habe gerade durchgemessen: Alle Snubber-Widerstände haben 22 Ohm,
-Kondensatoren ca. 430-450pF.
Habe eben auch alle IGBTs durchgemessen, es sind doch zwei defekt, aber
beim zweiten von außen nichts zu erkennen. Es geht immer einer von der
High-side und einer Low-side defekt. Habe noch weitere Fotos von der
Ansteuerung gemacht.
Klaus Wachtler schrieb:> Habe noch zwei schöne schwere Schweißtrafos abzugeben, falls jemand will> ...
In welcher Region wohnst du?
Ich will heute abend das Schweißgerät von meinem Vater holen. Wenn du
eins abzugeben hast und das nicht zu weit weg ist schau ich es mir gerne
mal an.
Ich bin gerade in der Gegend Ingolstadt und evtl. heute abend in
Nürnberg, aber die Trafos stehen in Soltau (kannst du aber ran, wenn du
vorbeikommst).
Bin ansonsten erst in zwei oder drei Wochen wieder bei ihnen und könnte
sie dann irgendwo zwischen Soltau und Ingolstadt aus dem Fenster
werfen...
> Habe noch zwei schöne schwere Schweißtrafos abzugeben, falls jemand will> ...
gehört eher in die Kategorie "Markt".
Wäre nett wenn wir zurück zu meinem Problem kommen würden.
Hat denn keiner Interesse an Leistungselektronik?
Im Anhang ein grober Überblick über das Gerät, einen richtigen
Schaltplan habe ich leider nicht gefunden.
Wenn du mal einen gescheiten Schaltplan hier posten tätest, dann vllt.?
Das Schemata sagt ja eher nur prinzipiell was aus, und Kaffeesatzlesen
ist immer so ne Sache.
In welchem Betriebs-/Arbeist-Zustand passieren denn die Ausfälle, doch
sicherlich unter Voll-Last, oder schon im Stand-By, oder wobei genau?
Nach deinem Plan ist der C2 wie groß. kann man ja fast nicht glauben
dass da ein C im Leistungskreis drinnen ist, habe dazu aber keine
genauen Kenntnisse.
Das ist dann doch unter bestimmten Verhältnissen ein Schwingkreis,
woraus resultiert dass für den etwas andere Bedingungen gelten als für
normale Trafos angesteuerte Lastkreise.
Versuch doch mal spannungsfestere IGBT´s einzusetzen, mit der Theorie
ist das nämlich auch so ne Sache!
Elo fragte:
>In welchem Betriebs-/Arbeist-Zustand passieren denn die Ausfälle, doch>sicherlich unter Voll-Last, oder schon im Stand-By, oder wobei genau?
Lesen bildet:
>>....aber beim>>verschweißen der zweiten Stabelektrode hat sich das Gerät mit einem>>lauten Knall wieder verabschiedet.
Elo stellte fest:
>Wenn du mal einen gescheiten Schaltplan hier posten tätest, dann vllt.?>Das Schemata sagt ja eher nur prinzipiell was aus, und Kaffeesatzlesen>ist immer so ne Sache.
Lesen bildet:
>>Im Anhang ein grober Überblick über das Gerät, einen richtigen>>Schaltplan habe ich leider nicht gefunden.
Elo staunte:
>kann man ja fast nicht glauben>dass da ein C im Leistungskreis drinnen ist, habe dazu aber keine>genauen Kenntnisse.
Wer keine Kenntnisse hat, sollte Tatsachen nicht in Zweifel ziehen.
Elo riet:
>Versuch doch mal spannungsfestere IGBT´s einzusetzen, mit der Theorie>ist das nämlich auch so ne Sache!
Hey! Doch noch ein vernünftiger Rat...
Im Anhang ein Schaltplan eines anderen Gerätes. Es ist zwar auf MOSFET
Basis und hat mehr Funktion. Im Prinzip aber vergleichbar. Dieses Gerät
arbeitet bei 100kHz, mein Gerät bei rund 130kHz.
Was mir besonders ins Auge gefallen ist: Bei meinem Gerät ist keine
Glättungsdrossel verbaut. Das würde bedeuten, dass Kurzschlüsse am
Ausgang komplett bis in die primäre H-Brück durchschlagen würden. Grade
beim Schweißen passiert das permanent (Tropfenübergang usw.). Folge wäre
ja enorm hohe (aber kurze) Stromspitzen in der H-Brücke(während der
einzelnen Pulse). Mit Glättungsdrossel wäre der Stromfluss auch in der
H-Brücke viel ruhiger und gleichmäßiger (während der einzelnen Pulse).
Wären also solche Stromspitzen eine mögliche Todesursache der IGBTs?
Habe noch ein wenig nachgedacht: Die Schweißkabel sind ja relativ lang
und würden eine parasitäre Induktivität (im niedrigen µH Bereich)
darstellen, das könnte bei 130kHz Schaltfrequenz ausreichend sein als
"Glättungsdrossel", oder?
Habe mir auch ein paar Gedanken zur Verlustleistung in den IGBTs
gemacht: Der Ersatztyp hat laut Datenblatt(s.o.) eine Ein- und
Ausschaltverlustenergie von bis zu 1µJ bei 130kHz. Das wären ja schon
gut 130W Verlustleistung dazu kämen ja noch die Leitungsverluste von bis
zu 2V*40A*50% = 40W. D.h. insgesamt an die 200W Verluste pro IGBT. Das
wäre an sich ja kein Problem, da die Dinger bis zu 290W ab können. Aber
bei dem Schweißgerät sind die IGBTs über eine Isolier-Silikonfolie auf
dem Külkörper, was die Kühlung doch recht schlecht macht, oder? Könnte
das die Ursache für den Tod sein?
@ Aufmerksamer Leser
Danke für den völlig sinnlosen Post.
Beitrag "Re: Inverter Elektroden-Schweißgerät abgeraucht -> IGBT defekt"
Das das Gerät bei der zweiten Elektrode erneut verreckt ist, ist keine
brauchbare Beschreibung. Es beschreibt bestenfalls ein wenig das "wann",
aber nicht die Umstände. So kann man z.B. zwei Elektroden in einem Stück
nahezu durchgängig verbraten, Elektrodenwechsel vernachlässigt, oder
diese langsam intervalleise verbraten wie beim Punktschweißen. Wenn dann
noch "Pausen zwischen den Punkten liegen" sinkt die Wahrscheinlichkeit
eines thermischen Problems. Außerdem hat so ein Gerät zusätzlich
verschiedene Einstellmöglichkeiten. Ohne Detals raten wir nur.
Bloß weil er keinen Schaltplam zur Hand hat, schafft dies noch lange
nicht die Notwendigkeit desselben ab. Dann ist einer zu besorgen oder zu
erstellen. Ein irgendwoher kopierter Vergleichsplan ist auf
Ähnlichkeiten und Abweichungen zu überprüfen und mit den realen des
diskuierten Gerätes zu füllen.
Irgendein Prinzipschaltplan, ein Fragment oder ein Gerät anderer Bauart
hilft da kaum weiter.
Unter welchen Bedingungen genau ist der erste Defekt aufgetreten. Wie
waren die Bedingungen beim zweiten Defekt?
> Das das Gerät bei der zweiten Elektrode erneut verreckt ist, ist keine> brauchbare Beschreibung. Es beschreibt bestenfalls ein wenig das "wann",> aber nicht die Umstände. So kann man z.B. zwei Elektroden in einem Stück> nahezu durchgängig verbraten, Elektrodenwechsel vernachlässigt, oder> diese langsam intervalleise verbraten wie beim Punktschweißen. Wenn dann> noch "Pausen zwischen den Punkten liegen" sinkt die Wahrscheinlichkeit> eines thermischen Problems.
Also gut ich präzisiere: Habe die erste Elektrode (3,2mm, bei ca. 130A)
in mehreren Abschnitten(ca. 3-4) jeweils mit kurzen Unterbrechungen
(2-3s) geschweißt. Die zweite Elektrode (selber Typ und Strom) habe ich
versucht in einem Stück zu verschweißen. Nachdem ca. 75% der Elektdode
verschweißt wurde, gab es den oben genannten Knall.
> Außerdem hat so ein Gerät zusätzlich> verschiedene Einstellmöglichkeiten. Ohne Detals raten wir nur.
Nicht bei diesem Gerät, hier lässt sich nur der Schweißstrom einstellen.
> Bloß weil er keinen Schaltplam zur Hand hat, schafft dies noch lange> nicht die Notwendigkeit desselben ab. Dann ist einer zu besorgen oder zu> erstellen. Ein irgendwoher kopierter Vergleichsplan ist auf> Ähnlichkeiten und Abweichungen zu überprüfen und mit den realen des> diskuierten Gerätes zu füllen.
Wie gesagt, einen Schaltplan genau zu diesem Gerät habe ich nicht finden
können. Daher der Schaltplan des anderen Gerätes, Besonders im
Leistungsteil sind die Geräte sehr ähnlich. Die Unterschiede habe ich
oben genannt. Des weiteren habe ich einige Fotos vom Schweißgerät
hochgeladen. Da kann man auch so einiges erkennen. Wenn spezielle Fragen
auftreten, kann ich gerne mal genau nachgucken und/oder messen und hier
berichten.
> Unter welchen Bedingungen genau ist der erste Defekt aufgetreten.
Der erste Defekt ist gleich beim ersten Schweißversuch aufgetreten, also
erste Elektrode nach wenigen cm Schweißnaht.
> Wie waren die Bedingungen beim zweiten Defekt?
s.o.
Habe mit aus ein paar normalen Trafos einen Trenntrafo gebastelt und ein
bisschen mit dem Oszilloskop gespielt. Im Anhang zwei Bilder der Signale
vor dem GDT und dahinter (also an den IGBTs) und die sind alle 4
gleich). Jeweils mit 10V/DIV und 2µs/DIV. Sehen die Signale in Ordnung
aus?
Keiner eine Meinung zum Spannungsverlauf der Signale am Gate der IGBTs?
Ist die Spannungsspitze (im Bild markiert) problematisch? Es sind
immerhin 4-5 V! Könnte das dazu führen, dass der gesperrte IGBT der
Halbbrücke da einschaltet obwohl der leitende noch nicht gesperrt hat?
Also mit anderen Worten: Könnte das einen Kurzschluss in der Brücke
verursachen?
Gut wäre, wenn Du die Signalverläufe an 2 diagonal gegenüberliegenden
Gate-Anschlüssen zusammen auf einen Schirm bringen könntest.
(Mehrkanal-Oszi)
Dann siehst Du ganz genau, ob die sich überlappen.
Vielleicht läßt sicher der Nutzer "Kaffeetante" ja noch mal blicken, der
liefert ja brilliante und extrem hilfreiche Beiträge....
mfG Paul
Paul Baumann schrieb:> Gut wäre, wenn Du die Signalverläufe an 2 diagonal> gegenüberliegenden> Gate-Anschlüssen zusammen auf einen Schirm bringen könntest.> (Mehrkanal-Oszi)
Das ist Unsinn! Bei der Schaltung wird offensichtlich ein GDT für die
ganze H-Brücke eingesetzt! Ein GDT ist ein übertrager, den man zur
Potentialzrennung nutzt. Hier ist er mit einer Primärwicklung und vier
Wicklungen auf der Sekundärseite - für jeden IGBT einer - aufgebaut.
Misst man an den Gates eines Zweiges, so bekommt man die 325V
Netzspannung mit 2x dem Signal von oben.
> Dann siehst Du ganz genau, ob die sich überlappen.
Ach ja, die Ein- und Ausschaltzeiten der IGBTs sind ja völlig unwichtig
bei solchen Überlegungen.
Helfershelfer schrieb:
>Das ist Unsinn!
Meinst Du wirklich?
> Bei der Schaltung wird offensichtlich ein GDT für die>ganze H-Brücke eingesetzt!
Offensichtlich?
Ich sehe was, was Du nicht siehst.....
>Ein GDT ist ein übertrager, den man zur>Potentialzrennung nutzt.
Wirklich? Ich dachte, ein Übertrager dient der Herstellung von
Speiseeis.
>Hier ist er mit einer Primärwicklung und vier>Wicklungen auf der Sekundärseite - für jeden IGBT einer - aufgebaut.
Interessant. Wie weiß der jeweilige IGBT dann, daß gerade ER gemeint
ist?
Bei EINER Primärwicklung und 4 Sekundärwicklungen ist das ja nicht
ganz einfach zu entscheiden....
>Ach ja, die Ein- und Ausschaltzeiten der IGBTs sind ja völlig unwichtig>bei solchen Überlegungen.
Das glaube ich Dir nicht....
;-)
Pass auf: Bevor Du die Texte von Anderen als Unsinn brandmarkst, wäre
es besser, erst mal den eigenen Text auf Unsinn zu untersuchen.
MfG Paul
Paul Baumann schrieb:> Helfershelfer schrieb:> Das ist Unsinn!>> Meinst Du wirklich?
Na sagen wir mal Sinnfrei, besser?
>> Bei der Schaltung wird offensichtlich ein GDT für die >ganze H-Brücke> eingesetzt!>> Offensichtlich? Ich sehe was, was Du nicht siehst.....
Nein, andersherum wird ein Schuh draus ;)
Siehe Fotos vom ersten posting.
>> Hier ist er mit einer Primärwicklung und vier >Wicklungen auf der> Sekundärseite - für jeden IGBT einer - aufgebaut.>> Interessant. Wie weiß der jeweilige IGBT dann, daß gerade ER gemeint> ist?
Bin zwar kein Experte, aber vielleicht könnte er aus der an seinem Gate
anliegenden Spannung Informationen ziehen, ob er denn gemeint ist oder
nicht. ;)
> Pass auf: Bevor Du die Texte von Anderen als Unsinn brandmarkst, wäre> es besser, erst mal den eigenen Text auf Unsinn zu untersuchen.>
Da muss ich erst noch ein Gerät für bauen, Sorry, kann etwas dauern.
Schweißerjunge schrieb:> Keiner eine Meinung zum Spannungsverlauf der Signale am Gate der> IGBTs?
Der Verlauf ist meiner Meinung nach, i.O
> Ist die Spannungsspitze (im Bild markiert) problematisch? Es sind> immerhin 4-5 V! Könnte das dazu führen, dass der gesperrte IGBT der> Halbbrücke da einschaltet obwohl der leitende noch nicht gesperrt hat?> Also mit anderen Worten: Könnte das einen Kurzschluss in der Brücke> verursachen?
Nein, die Spitze geht erst auf negativ und zurück auf 0, daran kann es
nicht liegen.
Das Problem ist, dass Gerät funktioniert ja. Das macht schwierig im
Leerlauf den Fehler zu lokalisieren.
Sterben die IGBTs immer in selber Seite?
Schweißerjunge schrieb:>> Unter welchen Bedingungen genau ist der erste Defekt aufgetreten.>> Der erste Defekt ist gleich beim ersten Schweißversuch aufgetreten, also> erste Elektrode nach wenigen cm Schweißnaht.
Das ist eine entscheidende Information! Das mit dem zweiten Ausfall
zusammen läßt vermuten daß die Ursache an anderer Stelle des Gerätes zu
finden ist und die sterbenden IGBTs nur ein Symptom sind.
Ich bin mir nicht ganz sicher was genau Du da dem Oszi vorgesetzt hast.
Ich nehme an Du hast den ganzen Inverter mit deinem "Trenntrafo"
versorgt und die Bilder sind im Leerlauf oder bei geringer Leistung
gemacht worden. Normalerweise mißt man gegen "Masse". Da Du aber einen
"Trenntrafo" einsetzt hast Du da mehr Möglichkeiten. Ich halte es aber
für wenig sinnvoll zu raten wo du deinen Bezugspunkt angesetzt hast. Man
kann raten aber es bleibt trotzdem Spekulation. Wir sehen nicht was Du
machst. Also beschreibe es bitte präzise und eindeutig, so daß es auch
ein Fremder der es nicht sieht eindeutig nachvollziehen kann.
Zu den Oszibilder
Die Überschwinger sind eine Sache. Was mich noch mehr aufhorchen läßt
ist aber die unterschiedliche Form der steigenden und fallenden Flanken.
Schweißerjunge schrieb:> Im Anhang zwei Bilder der Signale> vor dem GDT und dahinter (also an den IGBTs) und die sind alle 4> gleich).
Sind die Messungen am jeweiligen Gate der verschiedenen IGBTs wirklich
alle gleich, d.h. abgerundete steigende Flanken und die Überschwinger
nur bei den fallenden Flanken bei allen IGBT_Ansteuerungen?
Ich will Dich nun nicht dazu verleiten an der hohen Spannung der Brücke
zu messen, aber mache doch mal ein Oszibild vom Ausgang des Inverters,
also der anderen Seite des Trafos. Ich habe die Dioden in der
Ausgangsstufe unter Verdacht. Unter Umständen würde dies aber erst unter
Last richtig deutlich werden. So kann es z.B. auch vorkommen daß eine
Diode zunächst funktioniert und dann unter Last bzw. bei Erwärmung
versagt und abgekühlt unter Teillast dann wieder funktioniert. Das hatte
ich schon öfter, wenn auch bei anderen Geräten.
Ein (Teil)Defekt des Ausgangsgleichrichters könnte erklären warum die
IGBTs sich in beiden Fällen so schnell verabschiedet haben.
Das ist zwar auch nur mehr oder weniger geraten, aber was bleibt einem
übrig aus der Ferne ohne echten Plan?
Carsten R. schrieb:> ...ist aber die unterschiedliche Form der steigenden und fallenden >Flanken.
bedingt durch Laden(über Gatewidestand)/Entladen(über Diode) der
Gateladung ises normal. Dazu kommt noch der unterschiedliche Rise- und
Fall Time der Steuer IC (ich tippe auf x3525).
Mir scheint der Trafo selbst bei der Frequenz zu klein, ohne
ausreichende Kühlung iser innerhalb von Minuten so heiß, dass die
Primärwicklung nur noch reiner Widerstand mit paar Milliohm darstellt.
Tany schrieb:> bedingt durch Laden(über Gatewidestand)/Entladen(über Diode) der> Gateladung ises normal. Dazu kommt noch der unterschiedliche Rise- und> Fall Time der Steuer IC (ich tippe auf x3525).
In der Leistungsklasse, dürfte zum Entladen des Gate, mindestens ein
p-n-p Emitterfolger eingesetzt sein. Da dürfte die Trafowicklung beim
Einschalten höher belastet sein, weil sie den Gatestrom hier selbst
bringen muss, mir sieht es auf den Bildern auch so aus, als ob die
ansteigende Flanke zummindest oben, flacher ist. Kann aber auch
täuschen, da die Fotos nicht senkrecht auch den Röhrenschirm geschossen
sind.
Freut mich, dass inzwischen ein paar mehr sich zu Wort melden!
Nach langer Suche habe ich jetzt ein Schaltplan eines baugleichen
Gerätes gefunden. Ob dieser aber in allen Details gleich ist, speziell
die Steuerung, kann ich nicht garantieren. Der Leistungsteil ist aber
identisch zu meinem Gerät.
Tany schrieb:> Carsten R. schrieb:>> ...ist aber die unterschiedliche Form der steigenden und fallenden >Flanken.>> bedingt durch Laden(über Gatewidestand)/Entladen(über Diode) der> Gateladung ises normal.
Ja, dank Schaltpan ist nun klar daß sich die steigenden Flanken von den
fallenden Flanken i diesr Art und Weise unterscheiden. Die Ansteuerung
scheint somit ok, auch wenn nicht alles ausgeschlossen ist.
Für weitere Untersuchungen müßte man die Ein- und Ausgänge am Trafo
betrachten, idealerweise bei Leerlauf und unter Last. Schön wäre auch
die Ansteuerung unter Last zu betrachten um zu sehen ob da irgendeine
Art von Strombegrenzung eingreift. Das sollte eigentlich so sein, auch
wenn der Schaltplan teilweise nicht zu entziffern ist. Mein Chinesisch
ist auch ein wenig eingerostet ;-)
Ich würde mit dem Ausgang beginnen (weniger gefährlich). Bei den
Eingängen sollte man wirklich wissen was man tut. Dort hat man es nicht
nur mit über 300 Volt zu tun. Durch die Schaltvorgänge, insbesondere bei
einem Fehler, können die Spannungen abermals deutlich höher liegen.
Wenn man sich da nicht sicher ist sollte man es lassen. Das ist es dann
nicht Wert, besonders bei einem Chinaböller.
Carsten R. schrieb:> Schaltpan ist nun klar
Klar ist nur, daß der Deckel zweier IGBTs aufging.
Ob diese falsch angesteuert wurden oder der obere UND der untere IGBT
gleichzeitig leitend wurden (aus anderen Gründen) ist noch nicht zu
erkennen. Wenn nun die eine Hälfte der Brücke noch lebt, sollte man die
Daten den restlichen gesunden Teile nochmals vergleichen. Evtl. sind die
eingesetzten Neu-Teile auch mit etwas anderer Kennline während die
Originale extra ausgemessen waren?
oszi40 schrieb:> Carsten R. schrieb:>> Schaltpan ist nun klar>> Klar ist nur, daß der Deckel zweier IGBTs aufging.
Nimm doch nich nur ein paar Worte mitten aus einem Satz. Das "klar"
bezog sich eindeutig auf die unterschiedliche Signalform zwischen
steigenden und fallenden Flanken die sich bei der angegebenen Schaltung
ergibt. Natürlich sind damit nicht alle Fehlermöglichkeiten
ausgeschlosesen. Das steht da auch ein Satz tiefer. Darum wären ja
weitere Mesungen unter Last interessant, insbesondere dort wo die IGBTs
verreckt sind.
> weitere Mesungen unter Last interessant
Kommt darauf an, wieviel Transisitor-Nachschub noch verfügbar isr.
Wahrscheinlich stirbt erst der eine und reißt den anderen durch
Überlastung schnell mit in den Abgrund weil alles etwas knapper
dimensioniert wurde?
Bevor ich die nächsten IGBTs opfern würde, wäre ein gründlicher
Vergleich mit dem gesunden Brückenzweig mittels Komponententester
angesagt. Evtl. ist auch ein Snubber-Glied defekt wie weiter oben schon
vermutet wurde. Erst WENN die optische und stromlose Prüfung keine
Hinweise gibt, würde ich daran denken, Spannung anzulegen UND diese
Versorgungsspannungen auch mal genauer zu messen. Evtl. ist die
Impuls-Ansteuerung zwar schön symmetrisch aber durch Offset so
verschoben dass ein Zweig schon leicht angesteuert wird während der
andere noch voll angesteuert ist? Es gibt viele Möglichkeiten. Die
einfachste wäre gewesen, das ganze Gerät als Garantiefall gleich
zurückzusenden.
Ich wollte nicht gleich noch einen Satz IGBTs vernichten, daher hatte
ich die Messungen oben ohne IGBTs aufgenommen. Habe jetzt auch alle
Bauteile, die zwischen Gate und GDT waren, herausgelötet und vermessen:
eine Diode ist hin und zwei Widerstände. Ob die schon nach dem ersten
IGBT Ausfall kaputt gehangen sind oder erst beim zweiten mal, kann ich
nicht sagen.
Da die Ersatz-IGBTs deutlich schneller sind, will ich jetzt auch die
Vorwiderstände anpassen. Wäre es eventuell sinnvoll auch einen
PNP-Transistor zum Entladen zu verwenden?
Schweißerjunge schrieb:>...Bauteile, die zwischen Gate und GDT waren, herausgelötet und vermessen:> eine Diode ist hin und zwei Widerstände. Ob die schon nach dem ersten> IGBT Ausfall kaputt gehangen sind oder erst beim zweiten mal, kann ich> nicht sagen.>
oh...,das hättest du detaillierter angeben können. Sind die kaputte
Widerstände und Diode an einem IGBT oder sind sie verteilt an mehrere?
Ich habe deshalb oben gefragt, ob die IGBTs von selber Seite sterben.
> Wäre es eventuell sinnvoll auch einen> PNP-Transistor zum Entladen zu verwenden?
Nein. Die Entladung sieht gut aus.
Tany schrieb:> Schweißerjunge schrieb:> ...Bauteile, die zwischen Gate und GDT waren, herausgelötet und> vermessen:> eine Diode ist hin und zwei Widerstände. Ob die schon nach dem ersten> IGBT Ausfall kaputt gehangen sind oder erst beim zweiten mal, kann ich> nicht sagen.>> oh...,das hättest du detaillierter angeben können. Sind die kaputte> Widerstände und Diode an einem IGBT oder sind sie verteilt an mehrere?
Habe erst alles ausgelötet und erst hinterher getestet, kann's also
nicht sagen. Bin mir aber ziemlich sicher, dass die IGBTs an der selben
Stelle sterben.
Ich glaube so langsam kommen wir der Lösung näher. Ich habe jetzt neue
Widerstände und Dioden zwischen GDT und IGBTs eingebaut. Anschließend
habe ich das Gate-Emitter Spannung gemessen, zunächst ohne eingelötetem
IGBT und anschließend mit. Bilder siehe Anhang (10V/DIV und 2µs/DIV).
Wie man sieht sind die steigenden Flanken bei eingebautem IGBT deutlich
verschliffen. Ist das noch im Rahmen? Die fallenden Flanken sind wohl
ok? Zunächst hatte ich die High-side IGBTs eingebaut und gemessen.
Anschließend habe ich einen Low-side IGBT eingebaut und wollte messen,
doch bevor ich ein Foto machen konnte ist dieser Low-side IGBT aus
einander geflogen(Foto). Die H-Brücke war natürlich unbelastet, d.h. der
Trafo war abgeklemmt. Außerdem waren die IGBTs nicht an den Kühlkörper
geschraubt (wie gesagt war auch keine Last dran), daher ist wohl der
eine IGBT so schnell eingegangen. Die einzig mögliche Ursache kann doch
nur ein Kurzschluss in dem Brückenzweig sein!? Entweder ist der eine
IGBT eines Zweiges noch nicht vollständig gesperrt während der andere
einschaltet oder er schaltet wieder ein. Schätze ich die Lage richtig
ein?
Ich habe mich jetzt ein wenig in das Thema IGBTs Ansteuerung eingelesen
und speziell die Problematik der wiedereinschaltenden IGBTs. Dabei bin
ich auf die Lösung mit dem Namen "active miller clamping" gestoßen.
Dabei wird das Gate niederohmig an Emitter gelegt, so dass der IGBT auch
wirklich ausgeschaltet bleibt. Meine Frage ist jetzt, wie legt man so
eine Ansteuerung aus? Hättet ihr ein paar Tipps?
Schweißerjunge schrieb:> Im Anhang zwei Bilder der Signale> vor dem GDT und dahinter (also an den IGBTs)Schweißerjunge schrieb:> Ich wollte nicht gleich noch einen Satz IGBTs vernichten, daher hatte> ich die Messungen oben ohne IGBTs aufgenommen.
Das ist natürlich gemein. Erst antäuschen und dann doch anders machen.
Messungen an den IGBTs durchführen die dann doch nicht vorhanden sind.
Schweißerjunge schrieb:> Dabei bin> ich auf die Lösung mit dem Namen "active miller clamping" gestoßen.
Das hilft dir nicht wirklich, da die IGBTs hier sogar mit einer
negativen Spannung abgeschaltet werden. Die würde dadurch auch
reduziert, auch wenn ein nicht ganz so niederohmiger Widerstand die
Schwingung um die Nulllinie etwas reduzieren könnte.
Ich kann auf dem Schaltplan den Regel-IC nicht entziffern. Kannst du den
mal in deiner Schaltung identifizieren? Ich würde die deadtime erhöhen
um eine möglicherweise vorhandene Überschneidung durch die
verschliffenen Signale zu verhindern. Du hast ja selbst gesehen wie die
Ecken runder werden mit den IGBTs am Treiber.
Du hast nicht zufälligerweise ein 2-Kanal-Oszi zur Hand? Paul hat ja
schon vor einiger Zeit auf diese Möglichkeit hingewiesen. Das wurde aber
noch nicht abgeklärt.
Leider können wird den Leistungstrafo nicht durchmessen, bzw können dies
schon, haben aber nicht sie Spezifikatioen zum Vergleich, was den
Aufwand erhöht.
Carsten R. schrieb:> Schweißerjunge schrieb:> Im Anhang zwei Bilder der Signale> vor dem GDT und dahinter (also an den IGBTs)>> Schweißerjunge schrieb:> Ich wollte nicht gleich noch einen Satz IGBTs vernichten, daher hatte> ich die Messungen oben ohne IGBTs aufgenommen.>> Das ist natürlich gemein. Erst antäuschen und dann doch anders machen.> Messungen an den IGBTs durchführen die dann doch nicht vorhanden sind.
Sorry, hab mich nicht immer verständlich ausgedrückt.
> Schweißerjunge schrieb:> Dabei bin> ich auf die Lösung mit dem Namen "active miller clamping" gestoßen.>> Das hilft dir nicht wirklich, da die IGBTs hier sogar mit einer> negativen Spannung abgeschaltet werden. Die würde dadurch auch> reduziert, auch wenn ein nicht ganz so niederohmiger Widerstand die> Schwingung um die Nulllinie etwas reduzieren könnte.>
Ich vermute, das ein IGBT einer Halbbrücke wieder einschaltet, in dem
Moment in dem der andere einschaltet. Wegen der Miller-Kapazität. Da der
Ersatz IGBT scheller schaltet, ist die Ansteurung kritischer. Da in dem
Momemt in dem ein IGBT einschaltet ist sein Halbbrücken-Gegenstück noch
nicht negativ vorgeladen. Wird ja nur ein GDT für die ganze h-Brücke
verwendet.
> Ich kann auf dem Schaltplan den Regel-IC nicht entziffern. Kannst du den> mal in deiner Schaltung identifizieren? Ich würde die deadtime erhöhen> um eine möglicherweise vorhandene Überschneidung durch die> verschliffenen Signale zu verhindern. Du hast ja selbst gesehen wie die> Ecken runder werden mit den IGBTs am Treiber.
Regler ist ein uc3846
>> Du hast nicht zufälligerweise ein 2-Kanal-Oszi zur Hand? Paul hat ja> schon vor einiger Zeit auf diese Möglichkeit hingewiesen. Das wurde aber> noch nicht abgeklärt.
Ja, ist ein 2-Kanal. Habe aber keine Differential-tastköpfe.
>> Leider können wird den Leistungstrafo nicht durchmessen, bzw können dies> schon, haben aber nicht sie Spezifikatioen zum Vergleich, was den> Aufwand erhöht.
Kann ein Foto hochladen, wenn es hilft. Der war aber auch abkeklemmt
beim letzten Versuch, steht auch da.
Schweißerjunge schrieb:> Der war aber auch abkeklemmt> beim letzten Versuch, steht auch da.
Mein Fehler, das hatte ich überlesen.
Schweißerjunge schrieb:> Ja, ist ein 2-Kanal. Habe aber keine Differential-tastköpfe.
Das wird auch nicht benötigt. Mit geht es darum die Steuersignale vom
Ausgang des GDT sowohl von der Higside also auch von den Lowside der
abgerauchten Halbbrücke in einem Bild zu haben um zu sehen wie groß die
deadtime zwischen den beiden Seite ist.
Um nicht noch einen Satz IGBTs zu Grillen kannst du mal schauen wie du
die IGBTs an den Treiber anschleßen kannst ohne die 3xx Volt anzulgen.
Ein wenig gebastelt könnte man auch mit kleinen Kerkos die kapazitive
Last der IGBTs näherungsweise simulieren, sofern passende Größen
vorhanden wären. Aber daß ist auch nur eine Näherung.
Schweißerjunge schrieb:> Regler ist ein uc3846
Den Kondensator an Pin 8 auslöten und nachmessen. Was ist der Sollwert
und was ist der Istwert, sofern die Möglichkeit besteht den bei hohen
Frequenzen einzumessen? Ansonsten einfach nur ersetzen und Sollwert
bitte nennen. Ist die Kapazität zu gering macht es PFUPP. Testweise
kann man die Kapazität erhöhen sollte der Kondensator wider erwarten in
Ordnung sein. Dann würde ich die Kapazität um ca 50% aufstocken und ein
neues Oszibild mit 2 Kanälen von den Treiberausgängen der Halbbrücke
machen um zu sehen wie stark sich die deadtime geändert hat.
Schweißerjunge schrieb:> Da in dem> Momemt in dem ein IGBT einschaltet ist sein Halbbrücken-Gegenstück noch> nicht negativ vorgeladen. Wird ja nur ein GDT für die ganze h-Brücke> verwendet.
Daran hatte ich nicht gedacht. Ich bin davon ausgegangen daß du als
"Masse" den Emitter genommen hast und man das daher auf dem Oszibild
sehen müßte. Genaugenommen sieht man da auch so einen Ausreißer. Aber
wenn ich gerade nicht verkehrt herum denke ist dieser Ausreißer exakt
anders herum als es für ein falsches Auslösen nötig wäre. Tany hat das
auch schon so festgestellt.
> Schweißerjunge schrieb:>> Ja, ist ein 2-Kanal. Habe aber keine Differential-tastköpfe.>> Das wird auch nicht benötigt. Mit geht es darum die Steuersignale vom> Ausgang des GDT sowohl von der Higside also auch von den Lowside der> abgerauchten Halbbrücke in einem Bild zu haben um zu sehen wie groß die> deadtime zwischen den beiden Seite ist.>
Naja, bei einem 2-Kanal Oszi, wie dem bei mir, ist die Masse gemeinsam
ausgeführt. Man hat immer das Problem, dass die Zwischenkreisspannung
mal dazwischen und mal weg ist, je nachdem welcher IGBT durchschaltet.
Aber um die Totzeit zu sehen, braucht man das garnicht. In den
Oszi-Fotos von oben ist die Totzeit doch ganz gut zu sehen. Wie gesagt,
es ist nur ein GDT, wenn also die Gate-Spannung negativ wird, so wird
sie beim Gegenstück einer Halbbrücke positiv. Hat dann aber die selbe
Form wie das positive Signal. Die Verzerrung/Asymmetrie rührt ja nur
daher, dass die Lade- und Entladewiderstände am Gate unterschiedlich
sind.
>> Den Kondensator an Pin 8 auslöten und nachmessen. Was ist der Sollwert> und was ist der Istwert, sofern die Möglichkeit besteht den bei hohen> Frequenzen einzumessen? Ansonsten einfach nur ersetzen und Sollwert> bitte nennen. Ist die Kapazität zu gering macht es PFUPP. Testweise> kann man die Kapazität erhöhen sollte der Kondensator wider erwarten in> Ordnung sein. Dann würde ich die Kapazität um ca 50% aufstocken und ein> neues Oszibild mit 2 Kanälen von den Treiberausgängen der Halbbrücke> machen um zu sehen wie stark sich die deadtime geändert hat.>
Ich habe mal mit den Werten für den Kondensator die Totzeit
nachgerechnet: das passt ziemlich gut zum Oszi-Signal, mit rund 1µs.
> Schweißerjunge schrieb:>> Da in dem>> Momemt in dem ein IGBT einschaltet ist sein Halbbrücken-Gegenstück noch>> nicht negativ vorgeladen. Wird ja nur ein GDT für die ganze h-Brücke>> verwendet.>> Daran hatte ich nicht gedacht. Ich bin davon ausgegangen daß du als> "Masse" den Emitter genommen hast und man das daher auf dem Oszibild> sehen müßte. Genaugenommen sieht man da auch so einen Ausreißer. Aber> wenn ich gerade nicht verkehrt herum denke ist dieser Ausreißer exakt> anders herum als es für ein falsches Auslösen nötig wäre. Tany hat das> auch schon so festgestellt.
Also Masse des Tastkopfes war auch jeweils am Emitter. Signal am Gate
ist also auch richtig herum im Bild zu sehen.
Schweißerjunge schrieb:> In den> Oszi-Fotos von oben ist die Totzeit doch ganz gut zu sehen.
Ja natürlich sieht an die Totzeit eines Sinals. Mir geht es aber darum
zu sehen wieviel von der deadtime zwischen den beiden Signalen noch
übrig ist wenn die Treiber auch einen IGBT als Last haben. Du siehst
doch selbst wie stark das Signal dadurch verschliffen ist.
Schweißerjunge schrieb:> Wie gesagt,> es ist nur ein GDT, wenn also die Gate-Spannung negativ wird, so wird> sie beim Gegenstück einer Halbbrücke positiv. Hat dann aber die selbe> Form wie das positive Signal.
Das ist alles sehr schön in der Theorie, aber trotz der beiden
Gegensätzlichen Signale sind die IGBTs dann noch nicht aus, da sie nicht
verzögerungsfrei schalten. Darum ist es wichtig zu sehen wie groß die
tote Zone zwischen den beiden verschliffenen Signalen bei belastetem
Treiber ist, um bei Bedarf den Kondensator für die deadtime wie
beschrieben zu vergrößern.
Die IGBTs sind komplett ohne Trafo und Last abgeraucht. Da halte nicht
nur ich einen shoot through für die wahrscheinlichste Erklärung. Warum
da groß herumdiskutieren wenn man das dank 2-Kanal-Oszi ausmessen kann?
Nicht vermuten sondern methodisch prüfen lautet die Devise. Die
Vermutungen geben nur die Reihenfolge vor was zuerst geprüft wird,
sollten aber keine Ergebnisse vorab ungeprüft in den Raum
hineindefineren.
Hatte die letzten Tage wenig Zeit, jetzt geht's aber weiter.
Habe jetzt die beiden Gate Signale gleichzeitig gemessen. Dabei waren
die IGBTS natürlich raus und stattdessen die untere E-C Strecke
kurzgeschlossen, obere offen und zwischen G-E bei beiden Schalten einen
2,4nF Kondensator um die Gate Kapazität (ca. 2,8nF) nachzubilden.
Also die Totzeit erscheint mir mit ca. 1µs groß genug, die IGBTs
brauchen zum Anschalten ca. 90ns.
Ich vermute das Problem an anderer Stelle: Sobald ein IGBT einschaltet,
ist der andere der Halbbrücke noch nicht negativ vorgeladen. Auf Grund
der Miller-Kapazität bekommt der andere IGBT (der aus bleiben soll)
daher eine Spannungsspitze am Gate, die zum Durchschalten ausreicht. Wie
also dagegen vorgehen? Active miller clamping?
So habe jetzt noch etwas ausprobiert: Da von den original verbauten
IGBTs noch zwei am Leben waren, habe ich einen zum testen wieder
eingebaut (high-side). Trafo war auch diesmal wieder abgeklemmt. Dabei
war die Gate Spannung recht ordentlich, zwar etwas verschliffen, wie in
den Bildern oben, aber sonst absolut sauber. Dann habe ich an der selben
Halbbrücke einen Lastwiderstand eingebaut (low-side, 200 Ohm / 300 W).
Dabei habe ich die GE und CE Spannungen am Oszi aufgenommen (siehe
Bild). Wie zu sehen: entstehen an der CE-Strecke recht hohe Schwingungen
(bis 50V) im eingeschalteten Zustand. Was aber viel schlimmer ist, das
selbe passiert auch an der GE-Strecke. Hatte anfangs parallel zur Last
eine Freilaufdiode eingebaut (direkt auf Platine, fast recovery diode),
falls die Zuleitungen zu lang sein sollten (parasitäre Induktivitäten).
Aber nach Entfernen dieser Diode gab es absolut keinen Unterschied.
Warum sind die Schwingungen so heftig, besonders am Gate?
Hallo,
nach meinen leidvollen Erfahrungen, kommt Schwingen zu mindesten 50% vom
(ungünstigen) Messaufbau. Koppel den Oszi mal über ein paar Kiloohm an.
Old-Papa
> nach meinen leidvollen Erfahrungen, kommt Schwingen zu mindesten 50% vom> (ungünstigen) Messaufbau. Koppel den Oszi mal über ein paar Kiloohm an.
Habe ich ausprobiert, aber leider ohne Erfolg.
Habe dann zwischen Gate und Emitter den Kondensator von 10nF auf rund
100nF erhöht und den Gate Wwderstand auf rund 5 Ohm verkleinert. Dabei
wurde die Amplitude der Schwingung etwas kleiner, aber immer noch recht
stark ausgeprägt. Waran liegt das? Ist die Ansteuerung (-Schaltung) so
bescheiden?
Die Schwingung ist, auch wenn's nicht so schön aussieht, völlig normal.
Schweißerjunge schrieb:> Habe dann zwischen Gate und Emitter den Kondensator von 10nF auf rund> 100nF erhöht
Damit machst du die Sache noch schlimmer.
Schweißerjunge schrieb:> So habe jetzt noch etwas ausprobiert: Da von den original verbauten> IGBTs noch zwei am Leben waren, habe ich einen zum testen wieder> eingebaut (high-side). Trafo war auch diesmal wieder abgeklemmt. Dabei> war die Gate Spannung recht ordentlich, zwar etwas verschliffen, wie in> den Bildern oben, aber sonst absolut sauber. Dann...
und die andere Seite? Hast du den Trafo mal geprüft?
Um die Brücken auf Kurzschluß zu überprüfen, kann man die , statt 300V
DC, mit einem Labornetzteil mit Strombegrenzung versorgen. Die
Stromversorgung für die Steuerung muß natürlich auch gewährleistet sein.
Anstelle von Trafo hängt man ein Lastwiderstand ran und man kann alles
in der Ruhe messen, dokumentieren.
Tany schrieb:> Die Schwingung ist, auch wenn's nicht so schön aussieht, völlig> normal.>
Dass es am Gate ein wenig nachschwingt, ok 2-3V, geschenkt, aber hier
mit bis zu 7-8V finde ich ziemlich heftig. Wie könnte man das
verbessern?
> Schweißerjunge schrieb:>> Habe dann zwischen Gate und Emitter den Kondensator von 10nF auf rund>> 100nF erhöht> Damit machst du die Sache noch schlimmer.>
Wieso schlimmer? Die Schwingung wurde in der Amplitude kleiner.
> und die andere Seite? Hast du den Trafo mal geprüft?
Naja, wenn auch ohne Trafo die IGBTs auseinander fliegen, kann man den
erst einmal ausschließen. (siehe oben)
> Um die Brücken auf Kurzschluß zu überprüfen, kann man die , statt 300V> DC, mit einem Labornetzteil mit Strombegrenzung versorgen. Die> Stromversorgung für die Steuerung muß natürlich auch gewährleistet sein.> Anstelle von Trafo hängt man ein Lastwiderstand ran und man kann alles> in der Ruhe messen, dokumentieren.
Eine komplette Laborausstattung habe ich leider nicht. Ich werde mir
dafür aber noch was überlegen.
Habe jetzt aus Verzweiflung einen anderen GDT besorgt und angebaut.
Ergebnis siehe Bild. Oben ist die Gate-Spannung unten die C-E Spannung.
Als Last ist jetzt ein Widerstand von rund 1400 Ohm dran.
Kann doch wirklich nicht normal sein, das das Gate Signal so kacke
aussieht, oder?
Nehmen wir mal an, die Ansteuerung hat früher besser funktioniert? So
könnte es auch sein, daß z.B. nun die Betriebsspannung durch gealterete
Elkos instabil wird und die Schwingungen nur eine Folgeerscheinung sind?
Außerdem wurde ich die IGBTs in ihren Daten nochmals gründlicher
vergleichen. Ein anderer Typ kann andere Kapazitäten und andere
Verstärkung haben.
Wie gesagt: es waren die original verbauten IGBTs (zwei hatten ja
überlebt).
Inzwischen habe ich die H Brücke wieder komplett aufgebaut. Dabei
besteht eine Halbbrücke aus den original IGBTs und die andere aus viel
langsameren Exemplaren, die ich noch gefunden habe. Auf den Fotos
zusehen (je 100V/DIV): Ausgangsspannung der H Brücke unbelastet und
belastet mit 200 Ohm. Schwingungen sind sehr schön zu sehen. Habe mir
natürlich auch alle vier Gate Signale angeschaut: Das Kuriose ist, die
Schwingungen (wie die von oben) sind nur an den High-Side IGBTs zu
sehen, die Low-Side Signale absolut sauber. Wie gesagt (wenn auch
implizit) sowohl low-side wie auch high-side IGBTs sind jeweils
unterschiedlich.
Hallo Schweisserjunge, hallo Leistungsbastler...
was ist denn aus dem Projekt geworden?
Ich habe hier auch so ein defektes Gerät, das ich mir mal anshen soll.
Leider bin ich in Leistungselektronik auch nicht so fit, und mit IGBTs
hatte ich noch nie zu tun.
Ich habe mir das Gerät noch nicht genau angesehen, aber es sind wohl
Widerstände an den IGBTs abgebrannt, also sind diese sicherlich auch
(teilweise) kaputt.
Normalerweise würde ich 4 x neue IGBTs in etwas stärker holen und die
anderen kaputten Bauteile ersetzen.
Die IGBTs wären dann z.B. RJH60F6 (statt RJH60F5), die sind dann für
Ic=45A @ 100°C (statt 40A).
Allerdings haben die gleich deutlich mehr Gate-Kapazität: 3,8 nF statt
2,8 nF.
(Es gibt auch noch einen RJH60F7 für 50A, dann mit 4,7 nF Cgate)
Ich fürchte, ohne Änderung der Treiberschaltung kann man nicht einfach
größere IGBTs einbauen, oder?
Gibt es schon neue Erkenntnisse oder Ideen zu dem Thema, bevor ich
anfange Bauteile wegzubrennen? (bei Digikey kosten die IGBTs über 5 EUR
pro Stück)
Paul
Hi hallo
Ich habe ein ähnliches Problem in einem anderen Gerät mit einem
RJH60F7. Leider finde ich hierfuer keine Bezugsquelle.
Kennt denn jemand eine ? oder sogar ein Alternativmodel ?
Gruesse
Daniel
Mein 250A IGBT Schweißgerät AI9302 hat einen Kurzschluß zwischen dem
Netzinverter und dem Kühlkörper. Im Netzinverter vieles abgeraucht. Nach
längeren Suchen fand ich durchgeschlagene Gummiwärmeleitscheibe unter
dem einem IGBT.
Nach Austausch der Gummi gegen Glimmerscheiben und natürlich der
abgebrannten Elkos, Brückengleichrichter und NTC- Widerständen
funktioniert das Gerät wieder.
Grundsätzlich alle Wärmeableitscheiben überprüfen, vor weiteren Aktion.
Gibt es an dem Ding eine Sicherung, meins hat tadellos funktioniert. Bis
ich den Stecker gezogen habe. Beim wieder einstecken macht das Ding
keinen Mucks mehr. Evtl ist der AN AUS Schalter innen hin. Weiß jemand
wo es Ersatzteile gibt?? Sonst muss ich was basteln...
Bernhard Schwanitz schrieb:> Evtl ist der AN AUS Schalter innen hin. Weiß jemand> wo es Ersatzteile gibt?
Das ist ein Standardteil, das hat jeder Elektronikteilehändler auf
Lager.