Sven B. schrieb:
> Natriumpersulfat ätzt nur extrem langsam, außer man rührt ständig um
> bzw. belüftet und macht es warm. Wenn nicht, dauert das gut und gerne
> irgendwie 2 Stunden bis so eine Platine fertig ist.
Sehr richtig, genau so ist es.
Verglichen mit Eisen-III-Chlorid ist Natriumpersulfat schon prinzipiell
eine lahme Ente (ungefähr Faktor 10!) - bereits ein Semester Chemische
Reaktionstechnik reicht zum Verständnis aus.
Das gilt umso mehr, wenn ein für Eisen-III-Chlorid günstiges
Ätzverfahren gewählt wird, z.B. Schaumätzen, wo eine Platine nach
spätestens 2 Minuten ganz locker fertig sein sollte: der Abtrag beträgt
hierbei bei frischer Lösung von 35% Gewichtsanteilen und 45°C etwa 0,5mü
pro Sekunde. Da kommt das saubere, aber lahme NaPS nicht mit. Deshalb
hat man im industriellen Umfeld dort vor Jahrzehnten Katalysatoren auf
Quecksilberbasis angewendet.
Ein eventuelles unvorsichtiges Erhitzen auf etwa 60°C oder mehr tut ein
übriges, um die NaPS-Brühe ganz systematisch zu zerlegen, indem sie
Sauerstoff abspaltet. Ätzen tut sie dann natürlich nur noch schlecht
oder gar nicht. Die optimale Arbeitstemperatur liegt bei knapp über
40°C.