Dithering in seiner einfachsten Form ist eine sehr schöne und einfach zu
verstehende Sache:
Wenn man normalerweise an einen Wandler ein Signal schickt, das als
Amplitude nur noch ein Bit besitzt, dann wird das gesamte Signal
fürchterlich verzerrt, weil der Wandler nur zwischen zwei Werten hin-
und herschalten kann. Er rundet alle Zwischen auf oder ab.
Wenn die Signalamplitude unter ein halbes Bit rutscht, hört man gar
nichts mehr, da alles Zwischenwerte für den Wandler auf einen einzigen
Wert gerundet werden.
Dithering in seiner einfachsten Form sendet ein zufällig hin- und
herpendelnden Wert mit der Amplitude einer oder 2 Quantisierungsstufen.
Das klingt wie weißes Rauschen und im Mittel liegt der ausgegebene Wert
bei de Nulllinie.
Wird nun ein sehr leises Signal zu diesem zufälligen Bitstrom
hinzuaddiert, so verschiebt sich der ausgegebene Wert im Mittel von der
Nulllinie weg und zwar um genau den Betrag des eigentlich sehr leisen
Nutzsignals. Damit wird dieses zusätzlich zum eigentlich verhältnismäßig
lauten Rauschen des Dithering hörbar.
Aber viel besser ist, daß nun die Verzerrungen verschwinden, denn durch
das Rauschen wird die Ausgabe von Zwischenstufen wieder möglich.
Ergo: Bei Wandlern mit geringer Bit-Anzahl ist Dithering sehr nützlich,
um die digitalen Verzerrungen kleiner Amplituden zu verringern. Das
funktioniert hörbar auch bei 16- und sogar bei sehr guten
20-Bit-Wandlern. Weitere Bit z.B. bei 24-Bit-Wandlern werden ohnehin nur
noch zu weißem Rauschen so daß dort auf Dithering verzichtet werden
kann.