Wie kann ich schnell die Unterschiede zwischen dem Originalzustand einer
Linuxdistribution und dem aktuellen System finden, um in etwa zu wissen,
welche Dateien ich sichern muß bevor ich eine Neuinstallation vornehme?
Linui schrieb:> Wie kann ich schnell die Unterschiede zwischen dem Originalzustand> einer> Linuxdistribution und dem aktuellen System finden, um in etwa zu wissen,> welche Dateien ich sichern muß bevor ich eine Neuinstallation vornehme?
Warum willst du überhaupt neuinstallieren?
Je nach erhoffter Wirkung sind nämlich verschiedene Dateien interessant.
Im Grunde gibt es drei "Bereiche":
1. Dein /home da liegen alle Dateien auf denen du so rumrödelst
(Downloads, Bilder, Musik, Filme)
2. Die Programme aus den Paketquellen, die rettest du nicht als Datei
sondern als Liste
3. Programme die du selber manuell installiert hast. Die landen meistens
in /opt ,da schadet also ein Blick auch nicht
Oft kommen aber ach der Neuinstallation Probleme zurück die von einem
unsauberen Programm herrühren. Weil das installierst du in aller Regel
wieder hinterher.
Schau lieber mal wo es hakt und richte das ohne neuinstallation.
Ganz so einfach ist es nicht. Datenbanken liegen gern unter
/usr/lib/..., angepasste Konfiguration in /etc, nur als Beispiel. Ich
sichere vorsichtshalber alles und lösche dann nach einer genügend langen
Probezeit.
(Die letzte Neuinstallation liegt allerdings schon ein paar Jahre
zurück.)
Gruß Jay
/var ist auch interessant, von Mailboxen über Datenbanken bis hin zu
deiner gesamten PHP-Web-Entwicklungsarbeit der letzten Jahre könnte da
alles mögliche liegen. Hängt halt davon ab, was du mit dem System alles
gemacht hast.
Ich versuche immer, eine Art Log zu führen, was ich seit der "sauberen"
Erstinstallation alles verändert habe. Sprich Konfigurationsanpassungen,
Installation von Paketen etc.
Jay W. schrieb:> Datenbanken liegen gern unter> /usr/lib/
Du meinst /var/lib
Denn alles in /usr kann er bequem wieder aus den Paketquellen
installieren, nichts anderes befindet sich dort, da muss er nur wissen
was er mal installiert hatte, oder meist nicht mal das: man
installiert es erst dann wenn man merkt daß es fehlt, manch alter Kram
den man nur einmal benutzt hat wird dann auf natürliche Weise
automatisch verschwunden sein.
Bernd K. schrieb:> Jay W. schrieb:>> Datenbanken liegen gern unter>> /usr/lib/>> Du meinst /var/lib>> Denn alles in /usr kann er bequem wieder aus den Paketquellen> installieren, nichts anderes befindet sich dort, da muss er nur wissen> was er mal installiert hatte, oder meist nicht mal das: man> installiert es erst dann wenn man merkt daß es fehlt, manch alter Kram> den man nur einmal benutzt hat wird dann auf natürliche Weise> automatisch verschwunden sein.
bequem ist relativ. Unter /usr/local/... kann schon mal selbst
kompiliertes liegen, was einen Tage gekostet hat bis es denn endlich mal
kompilierte. Das wäre zumindest mal einen Blick wert.
Grüße,
Micha
Generell nur /home, oder wenn du die installierten Programme speichern
willst, kommt das auf die Distribution an. Außer in außergewöhnlichen
Fällen ist außerhalb von /home nichts interessantes.
Max D. schrieb:> Warum willst du überhaupt neuinstallieren?
Weil man das so macht. Wird an jeder Ecke empfohlen. Eine Norm mit
Geltungsgrund ohne Geltungsinhalt.
Linui schrieb:> Max D. schrieb:>> Warum willst du überhaupt neuinstallieren?>> Weil man das so macht. Wird an jeder Ecke empfohlen.
Hm. Verwechselst du da nicht Linux mit Windows (wo diese Empfehlung
allerdings auch eher für Versionen aus dem vorletzten Jahrtausend galt)?
Oliver
Oliver schrieb:>> Weil man das so macht. Wird an jeder Ecke empfohlen.>> Hm. Verwechselst du da nicht Linux mit Windows (wo diese Empfehlung> allerdings auch eher für Versionen aus dem vorletzten Jahrtausend galt)?
Nicht zwangsläufig. Bei Linux Mint ist das die offiziell empfohlene
Update-Strategie bei einer neuen Version, zumindest solange man keine
rolling release verwendet. Allerdings gibts da auch einen Backup, der
die relevanten Teile sichert und anschliessend wieder einspielt.
A. K. schrieb:> Bei Linux Mint ist das die offiziell empfohlene> Update-Strategie
Das basiert doch auf Ubuntu? Ich hab in meinem Leben noch kein Ubuntu
zwecks Update neu installiert, immer nur auf normalem Wege zur nächsten
Version geupdated, ich hab nen Thinkpad hier den hab ich von 6.06 über
die Jahre hinweg bis nach 12.04 gebracht, von kleinen Schluckaufs in der
Paketverwaltung ab und zu (die sich oftmals nur durch Deinstallation
veralteter oder störender Pakete beheben ließen) mal abgesehen noch nie
fatale oder auch nur ernsthafte Probleme. Einmal hab ich ihn sogar von
13.x wieder auf 12.04 gedowngraded (wegen Treiberproblemen), auch das
ging auch erstaunlicherweise ohne auch nur einen einzigen Fehler. Mit
meinem Desktop verfahre ich ebenso, ebenfalls keine Probleme.
Bernd K. schrieb:>> Bei Linux Mint ist das die offiziell empfohlene>> Update-Strategie>> Das basiert doch auf Ubuntu?
Wahlweise Ubuntu oder Debian. Auf die von Debian-Testing abgeleitete
trifft das nicht zu. Zur Version auf Basis von Ubuntu siehe Abschnitt E
in http://community.linuxmint.com/tutorial/view/2
> sudo mv / /dev/null
Dieser Befehl verschiebt das komplette Root-Dateisystem nach /dev/null.
Hier wird also alles gelöscht, alle Daten. Ist das für dich lustig?
@ Linui (Gast)
Ich habe vier Partitionen auf meiner Festplatte.
1. 30GB für das Betriebsystem (z.B. XUbuntu 14.04) incl. dem
Home-Verzeichnis.
2. 30GB für das Betriebsystem (z.B. XUbuntu 14.10) incl. dem
Home-Verzeichnis.
3. 2GB SWAP-Speicher (ist eh immer leer da ich genügend RAM habe)
4. Der Rest ist für meine "Daten" Partition die ich dann als Verzeichnis
in meinem Home-Verzeichnis mounte.
In der Daten-Partition sind alle Unterlagen, Fotos, der Workspace von
Java, C usw., aber auch viele Programme die ich nicht auf der
Root-Partition installiert habe.
Ich kann meine Einstellungen des XFCE-Desktops nicht sichern, das muss
ich jedes halbe Jahr neu einrichten.
Oben auf dem Desktop habe ich eine Leiste mit Schnellstartern und
Verknüpfungen zu Skripen und zu Ordnern.
Unten ist nur die Taskleiste der Programme.
Links ist eine Leiste in der ich mir den Systemstatus (Temperatur,
Auslastung, CPU-Frequenz, Netzwerkaktivität) anschauen kann.
Wenn ich XUbuntu 14.10 auf die 2. Partition installiere entferne ich
vorher XUbunu 13.10!
Die Version 14.04 bleibt aber drauf und ich kann die Einstellungen von
dort auf die neue 14.10-er Version kopieren.
... das ist so eine Art funktionierendes Backup im Falle mit der
Neuinstallation irgend etwas nicht mehr stimmt.
Die ganzen Änderungen dich ich gemacht habe um verschiedene Dinge zum
laufen zu bringen ("public_html"-Verzeichnis, Änderungen in der fstab,
Änderungen in /etc/udev/ für den USBasp-Stick usw. muss ich immer
händisch übernehmen)
Bei Thunderbird und Firefox muss man in der ini-Datei die versteckten
Profile-Ordner im Home-Verzeichnis einen anderen Pfad angeben, sonst
werden all deine eMails in dem Home-Verzeichnis abgelegt.
Wenn das Root-System neu ist, aber schon alles eingerichtet wurde mache
ich ein Backup des Root-Systems incl. leerem Home Verzeichnis mit "dd"
weil ich es schon erlebt habe dass Linux nach einem Update einige
Probleme hatte.
Meine Ganzen Daten sind ja eh nicht im Home-Verzeichnis, sondern nur die
Einstellungen.
Die Daten aus der "Daten-Partition" sicherst du einfach nach Bedarf auf
externe Speichermedien.
Irgend welche Musik oder Videos sind nicht so wichtig wie die Logindaten
von Webseiten und das sind dann auch nur unter 1MByte.
Irgend welche Dokumente, z.B. der Bauantrag müssen ja eh zur Sicherheit
auf einer Backup-Festplatte abgespeichert werden.
(solch ein billiger Konsumer-PC kann plötzlich mal kaputt gehen und
alles was in ihm steckt mit sich reißen)
Mike J. schrieb:>> sudo mv / /dev/null> Dieser Befehl verschiebt das komplette Root-Dateisystem nach /dev/null.> Hier wird also alles gelöscht, alle Daten.
Nein, das funktioniert nicht.
> Ist das für dich lustig?
Einfach nur ein Idiot mehr, der sich für witzig hält.