Laserthermometer

Gast #3864144
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Laserthermometer gesucht
Für den Handwerkerbereich suche ich ein Laserthermometer, um die 
Temperatur von Farben und Flüssigkeiten zu messen. Bis zu 100 EUR bin 
ich bereit auszugeben.
Hat jemand Erfahrung mit einem zuverlässigen und preislich passenden 
Thermometer?
Gast #3864221
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Das Problem mit den nicht matten Oberflächen haben grundsätzlich alle 
Pyrometer. Organische Verbindungen (auf die Lacke sollte das zutreffen) 
haben normalerweise einen Emissionsgrad von 0.95. Klare Flüssigkeiten 
sind denk ich eher problematisch.
Ich hab mir vor ner weile das Turnigy Pyrometer von Hobbyking gekauft - 
wenn ich mich recht erinnere weil es dazu nen Thread hier im Forum gab 
und das Ding auch einstellbaren Emissionsgrad hat. Dieses Feature lassen 
sich die Hersteller normalerweise recht teuer bezahlen.
Gebraucht hab ich einen andern Emissionsgrad bisher aber auch noch nie. 
Das größte Problem ist nämlich den Emissionsgrad von dem zu 
untersuchenden Medium zu kennen. Da gibt es zwar Tabellen, aber die hat 
man kaum gerade zur Hand wenn man sie braucht. Und eine Oxidschicht 
verändert auch gleich wieder alles...
Gast #3865025
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tempnick schrieb:
> Klare Flüssigkeiten
> sind denk ich eher problematisch.

Nein, ausser ein paar Exoten, wie perfluorierte Kohlenwasserstoffe, 
machen auch die keine Schwierigkeiten.

Elektrisch gut leitende Metalle, aus denen man Spiegel baut, wie 
Aluminium, Kupfer, Silber, Gold und überraschender Weise auch Edelstahl 
haben geringe bis sehr geringe Emissionskoeffizienten, sie "spiegeln", 
so daß man in unkontrollierter Weise die Temperatur der gespiegelten 
Gegenstände misst.

Das Aufkleben eines Papieretiketts oder eines Stückchen Klebebands 
reicht aber schon aus, um diese Spiegelung (im mittleren IR(!) ) zu 
beseitigen und wieder brauchbare Meßwerte zu bekommen.
Gast #3865556
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foo schrieb:
> Bei flüchtigen Flüssigkeiten kann es aber passieren, dass man nicht die
> Temperatur der Flüssigkeit misst, sondern die Temperatur des darüber
> befindlichen Dampfes, weil der für die IR-Strahlung fast völlig
> undurchlässig ist.

Und warum sollte der Dampf kälter sein, als die Flüssigkeitsoberfläche, 
aus der er gerade rausdampft?

Bei verdampfenden Flüssigkeiten, die nicht richtig sprudelnd kochen, 
besteht eher das Problem, dass die Flüssigkeit an der Oberfläche durch 
Verdunstungskälte gegenüber dem Hauptflüssigkeitsvolumen kälter ist.
Gast #3867097
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tempnick schrieb:
> Gebraucht hab ich einen andern Emissionsgrad bisher aber auch noch nie.
> Das größte Problem ist nämlich den Emissionsgrad von dem zu
> untersuchenden Medium zu kennen. Da gibt es zwar Tabellen...

...oder bessere Infrarottheromoeter, die zwei verschiedene Wellenlängen 
messen und somit Temeratur und Emmissionsgrad bestimmen können.
Gast #3867541
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npn schrieb:
> Das hat aber nix mit der elektrischen Leitfähigkeit zu tun, sondern nur
> damit, daß die Oberflächen spiegeln.

Und für die hohe Reflexion sind die vielen ungebundenen Elektronen in 
den Metallen verantwortlich, und in sofern hat das schon etwas mit der 
elektrischen Leitfähigkeit zu tun.

>Ob du jetzt poliertes Alu (gut leitend) hast
> oder einen Glasspiegel (nicht leitend), ist für den
> Emissionsgrad ziemlich egal :-)

Hier irrst du schon wieder.
Leg mal ein Stück blankes Metall und einen Glasspiegel nebeneinander auf 
eine Kochplatte und miß deren Temperatur mit einem IR-Thermometer!
Du wirst dich wundern...
Gast #3869893
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Karl Otto schrieb:
> Schreiber schrieb:
>> oder bessere Infrarottheromoeter, die zwei verschiedene Wellenlängen
>> messen und somit Temeratur und Emmissionsgrad bestimmen können.
>
> interessant! Das geht?  Haste Link?

Ja, das findet man unter der Bezeichnung Quotientenpyrometer. Ist aber 
nicht ganz billig:
http://www.mercateo.com/kw/quotientenpyrometer/quotientenpyrometer.html
Gast #3870471
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foo schrieb:
> Und für die hohe Reflexion sind die vielen ungebundenen Elektronen in
> den Metallen verantwortlich, und in sofern hat das schon etwas mit der
> elektrischen Leitfähigkeit zu tun.

Es sei angemerkt, dass keinesfalls nur Metalle spiegeln, denn es gibt ja 
auch dielektische Spiegel mit sehr hoher, aber oft stark winkel- und 
wellenlängenabhängiger Reflexion, elektrisch nicht leitend, siehe

http://en.wikipedia.org/wiki/Dielectric_mirror
Gast #3874781
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> gibt ja auch dielektische Spiegel

Du meinst "dielektrische Spiegel".
Das weiß ich längst, aber an Farbeimern sind sie eher selten 
anzutreffen.


>und natürlich auch die Totalreflexion bei hinreichend flachem
>Einfallswinkel, etwa bei Glas.

Nein, beim Übergang vom dünneren (Luft) ins optisch dichtere Medium 
(Glas) tritt keine Totalreflektion auf.
Gast #3874825
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foo schrieb:
>> gibt ja auch dielektische Spiegel
>
> Du meinst "dielektrische Spiegel".

Ja.

> Nein, beim Übergang vom dünneren (Luft) ins optisch dichtere Medium
> (Glas) tritt keine Totalreflektion auf.

Totalreflexion tritt beim Übergang vom optisch dichteren ins optisch 
dünnere Medium bei flachem Einfallswinkel auf.

Oben hatte jemand irgendwie spiegelnde Oberflächen mit freien Eektronen 
im Metall in Zusammenhang gebracht -- so dass man denken könnte, nur 
Metalle könnten spiegeln.

Wobei mir gerade einfällt -- Yalu hatte mal sein IR-Thermometer 
getestet, war wohl eher preiswert und nicht schlecht. Finde ich jetzt 
aber nicht wieder den Thread...

So ein Ding wollte ich mir auch mal holen, nur: Immer wenn man es dann 
mal brauchen könnte ist die Batterie leer. Wie bei meinem el. 
Meßschieber.

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