Ich war heute zum ersten mal auf einer Fachmesse. Das ganze fand in
Frankfurt statt. Es war zum kotzen! Alles voll mit Menschen, eng, dicht
gedrängt. Tausend verschiedene Stände mit unsympathisch wirkendem
Personal, was überhaupt nicht dazu einlädt, mit denen ins Gespräch zu
kommen. An allen Stände wird dasselbe angeboten, nur mit unterschiedlich
vielen Knöpfen und in anderen Farben. Eine Halle voll mit Asiaten, denen
man besser nicht in die Augen schaut, weil sie einen sonst sofort
anlabern. Erniedrigt wirkende Frauen in hautengen Kleidern verteilen
Softeis an Messebesucher. Stundenlang rumrennen, bis einem die Füße und
der Rücken weh tun. Nirgendwo eine Möglichkeit sich hinzusetzen...
Darum meine Frage an erfahrene Messebesucher: Wie steht man so etwas
möglichst stressfrei durch?
Niewieder schrieb:> An allen Stände wird dasselbe angeboten
Den new-kids fällt nix neues mehr ein.
> Wie steht man so etwas möglichst stressfrei durch?
Nicht mehr zu/auf Messen gehen.
> Erniedrigt wirkende Frauen
Es soll BWL-Wixer geben, die immer noch denken: sex sells
Niewieder schrieb:> Ich war heute zum ersten mal auf einer Fachmesse. Das ganze fand in> Frankfurt statt.
Euromold?
Da sind wir (ich und Frau) Freitag :-)
> Darum meine Frage an erfahrene Messebesucher: Wie steht man so etwas> möglichst stressfrei durch?
1. Sich vorher überlegen, welche Firmen man besucht, dort dann auch
Termine vereinbaren. Einfach nur drüberlaufen ist Unsinn. Dann sitzt man
auch entsprechend oft ;-)
2. Maximal 4-5 Stunden pro Tag - mehr ist Stress. Besser den Besuch auf
zwei Tage aufteilen
3. Bequeme Kleidung, Pilotenkoffer, gute Schuhe!
4. Eigenes Essen mitnehmen - leichte Sachen: Obst, Salat, genug zu
trinken
5. Stände der "Großen" auslassen - die echten Innovationen finden sich
in den 2x2m-Spanplattenbuden mit Inhaber am Tresen.
Vorher einen Plan machen, welche Stände man besuchen möchte, dann
ergeben sich oft die Laufwege von alleine. Gesprächstermine schon vorher
organisieren, damit ist dann auch schon mal für Essen und Trinken
gesorgt, wenn man sich zur Mittagszeit beim "richtigen" Kundenberater
anmeldet.
Die Sitzplätze fallen dann auch gleich mit ab.
Große Firmen haben auch ihre eigenen Kundenbereiche, da wird man nicht
so wie das gemeine Messevolk abgefertigt.
In den "Asiahallen" nicht zur Mittagszeit auftauchen, die kochen sich
oft ihr essen am Stand mit nem Gaskocher. ;)
Nicht jeden Schrott mitnehmen, man muss alles durch die Gegend
schleppen.
Natürlich bequemes Schuhwerk anziehen.
Vorbereitung ist alles, damit der Besuch sich lohnt.
Niewieder schrieb:> Darum meine Frage an erfahrene Messebesucher: Wie steht man so etwas> möglichst stressfrei durch?
Auf schnöden Fachmessen ist manchmal recht unterhaltsam, sich den
Männern vom Zoll auf die Fersen zu heften und ihnen bei der Jagd auf
Produktfälscher zuzuschauen.
Gerade bei Chinesen & Co. ist ja diesbezüglich das Unrechtsbewusstsein
ihres Handelns vielfach nur marginal ausgeprägt. Es steckt oft nicht
einmal allzu grosse kriminelle Energie dahinter, sondern da schlägt
die chinesische Mentalität und Erziehung voll durch.
Um keinen Zweifel an ihrer Autorität aufkommen zu lassen, agieren die
Zöllner hier natürlich nicht in ihrer normalen Dienstbekleidung, sondern
in schwarzen Kampfanzügen mit Schusswaffe. Da schauen dann Mr. Wong
und Herr Li bisweilen recht dumm aus der Wäsche... ;-)
Niewieder schrieb:> Ich war heute zum ersten mal auf einer Fachmesse.>> Darum meine Frage an erfahrene Messebesucher: Wie steht man so etwas> möglichst stressfrei durch?
Die Antworten hier sind bisher alle richtig.
Deswegen die eigenen Erfahrungen und die anderer vor dem naechsten
Besuch bedenken.
Das kann auch heissen, nicht hinzugehen.
Solange es noch ein freies Internet gibt, findet man dort die meisten
Informationen.
Und solange wir noch telefonieren duerfen, kann man in einem
5min-Telefongespraech schnell herausfinden, ob ein Lieferant ueberhaupt
in Frage kommt.
Niewieder schrieb:> Eine Halle voll mit Asiaten, denen> man besser nicht in die Augen schaut, weil sie einen sonst sofort> anlabern. Erniedrigt wirkende Frauen in hautengen Kleidern verteilen> Softeis an Messebesucher.
Bist du sicher, dass du nicht auf der falschen Art von Messe gelandet
bist..?
Moin,
Auf die Fachmesse geht man doch weil man geschäftlich an Fachbezogenen
Themen interessiert ist, und dann kann man all diese anderen
Nebensächlichkeiten doch gut ignorieren.
Wenn man nur von freundlichen Verkäufern in Apple-Elite-Atmosphäre
umgarnt und bequatscht werden will, dann muss man halt daheim bleiben.
schönen Gruß,
Alex
Wenn du das als Besucher schon so schlimm findest, stell dir erstmal
vor, wie das als Aussteller ist.
Kurz vor 9 auftauchen, teure bzw. kleine Sachen aus den Schränken holen
und wieder aufbauen. Und wenn man in München ist, gibts jeden Tag in der
früh auch noch "Guten Morgen Sonnenschein" von Nana Mouskuri.
Sich von ahnungslosen Idioten (aka Fachbesucher) blöd von der Seite
anlabern lassen ("aber die Konkurrenz macht das viel besser", "sie sind
aber teuer", ...).
1000mal dasselbe erklären. Am Ende der Messe hat man dann genau die
Formulierung, die 99.9% der Leute verstehen.
Keine Zeit für vernünftiges Essen und Trinken (öffentlich am Stand ist
eher ein NoGo). Gegen Ende des Tages wird man zum Zombie.
In Gesprächen höllisches Aufpassen, ob der Gegenüber echt so blöd tut
oder von der Konkurrenz ist und nur Tricks erfahren will.
Auf jeder Messe gibts auch jeden Tag mindestens eine abgebrochene
Existenz (Frührentner, etc.), der einem seine Leidensgeschichte erzählt.
Schauen, dass nichts Beine bekommt, gerade auf Endkundenmessen wird
ALLES als Werbegeschenk angesehen.
Und wenns blöd läuft, kommt noch irgendein prominenter Politiker mit
Gefolge vorbei, blockiert den Stand für eine halbe Stunde und stellt die
blödsten Fragen überhaupt.
Deshalb gibt es die Standparties, damit man sich immer am Ende des Tages
die Birne zudröhnen kann und bis zum nächsten Morgen wieder
zurückgesetzt ist.
Erniedriger schrieb:> Frauen in hautengen Kleidern verteilen>> Softeis an Messebesucher.>> Bist du sicher, dass du nicht auf der falschen Art von Messe gelandet> bist..?
Ich war neulich auf der Electronica und innerhalb von nur zwei Tagen bin
ich von so vielen gutaussehenden Frauen angequatscht worden wie in den
letzten 10 Jahren davor nicht. Und die wollten sich alle über
irgendwelche hochtechnische Geek-Themen mit mir unterhalten...
unglaublich.
Georg A. schrieb:> Auf jeder Messe gibts auch jeden Tag mindestens eine abgebrochene> Existenz (Frührentner, etc.), der einem seine Leidensgeschichte erzählt.>
^^ habt ihr da spontan auch an einen bekannten Foristen gedacht? :-) ich
denke da insbesondere an Messen in der Eifel.
Bernd K. schrieb:> Und die wollten sich alle über> irgendwelche hochtechnische Geek-Themen mit mir unterhalten...> unglaublich.
Was für eine billige Masche! Eigentlich wollten sie alle nur Sex mit
dir.
nicht hingehen :-)
Ich drücke mich jedes Jahr wieder - wir müssen nämlich danach eine
Präsentation darüber halten. Wenn man sich dann mal klar macht, was man
an Informationen von der Messe "mitnimmt", merkt man schnell, dass das
mehr oder weniger Zeitverschwendung ist.
Und dann noch dieses "Maker"-Gelumpe die letzten Jahre oder diese
Buzzwords wie "Industrie 4.0" oder "Internet of Things" - jeder möchte
einem was dazu verkaufen. Dabei ist das eher Zeitverschwendung, wenn man
nicht in der richtigen Branche ist.
Ich suche lieber zielgerichtet - man kann bei einem neuen Projekt mal
einen Distrie oder Hersteller anschreiben oder einladen.
Und wer sagt, dann wäre man vom Geschehen abgekoppelt: Dafür gibt es:
- Das Internet
- Fachzeitschriften
- FAEs von Distributoren
Zu der tollen "Frauenwerbung":
Für mich ist es vorbei, wenn irgendwer für Elektronik mit halbnackten
Frauen wirbt (Hallo PCB-Pool!). Vor Allem in der Elektronikbranche - das
ist lächerlich, entwürdigend und unseriös
WehOhWeh schrieb:> nicht hingehen :-)>> Ich drücke mich jedes Jahr wieder - wir müssen nämlich danach eine> Präsentation darüber halten. Wenn man sich dann mal klar macht, was man> an Informationen von der Messe "mitnimmt", merkt man schnell, dass das> mehr oder weniger Zeitverschwendung ist.
Nur, "um jemanden da gehabt zu haben" würde ich auch niemanden dorthin
schicken. Und dann auch noch so eine ätzende Präsentation anfertigen.
Kein Wunder, dass man dann nichts mitnimmt :-)
Man muss sich schon gut vorbereiten. Ich rechne immer soviele Stunden
Vor- und Nachbereitung wie reine Messezeit!
Und man sollte sich auch nicht zu viel vornehmen: lieber weniger
Termine, die aber tiefgehend, also richtig mit hinsetzen, zusammen etwas
trinken, auch noch über anderes reden als das eigentliche Geschäft.
Ich muss natürlich auch sagen, dass es mit einer (hübschen :-) Frau an
der Seite einfacher ist, ein angenehmes Gespräch zu führen. Ist einfach
so, wir sind eben auch nur Männer ;-)
> Und dann noch dieses "Maker"-Gelumpe die letzten Jahre oder diese> Buzzwords wie "Industrie 4.0" oder "Internet of Things" - jeder möchte> einem was dazu verkaufen. Dabei ist das eher Zeitverschwendung, wenn man> nicht in der richtigen Branche ist.
Oh Gott - bloß weg :-)
> Ich suche lieber zielgerichtet - man kann bei einem neuen Projekt mal> einen Distrie oder Hersteller anschreiben oder einladen.>> Und wer sagt, dann wäre man vom Geschehen abgekoppelt: Dafür gibt es:> - Das Internet> - Fachzeitschriften> - FAEs von Distributoren
Alles richtig, aber auf der Messe hat man das deutlich konzentrierter
und ich muss sagen, dass man viele Ideen und Technologien einfach nicht
auf dem Schirm hat. Man kann eben zu hause nur zu den Technologien
einladen, die man schon kennt und Google zeigt einem auch nur das an,
was man sucht.
Messen haben bei mir fast immer den "Ich wusste gar nicht, dass es so
etwas gibt!"-Effekt.
Und Papier ist mir da geduldig - auf Messen kann man die Sachen immer
direkt sehen, anfassen, begutachten.
> Zu der tollen "Frauenwerbung":> Für mich ist es vorbei, wenn irgendwer für Elektronik mit halbnackten> Frauen wirbt (Hallo PCB-Pool!). Vor Allem in der Elektronikbranche - das> ist lächerlich, entwürdigend und unseriös
Ja, das muss nicht sein und mir tun die immer etwas Leid.
Manche Firmen übertreiben es einfach mit dem Outfit.
Leckere Fruchtsalate und Popcorn nehmen wir aber trotzdem gerne von
ihnen an :-)
Chris D. schrieb:> Sich vorher überlegen, welche Firmen man besucht, dort dann auch> Termine vereinbaren.
Kommt drauf an, was man sucht.
Wenn es um Bekanntes geht, das man nur mal sehen will, dann weiß man
vorher, auf welchem Stand es zu finden sein wird, und man kann den
einplanen. Noch einfacher ist es aber dazu zu (MediaMarkt) zu gehen,
dann weiß man auch gleich, was es kostet und kann es mitnehmen.
Wenn man aber auf eine Messe geht weil man wirklich NEUES sehen will,
dann weiß man ja vorher noch nicht, daß es das gibt, es soll einen ja
überraschen. Da bleibt nichts anderes übrig, als an allen Ständen
vorbeizulaufen und wenigstens einen Blick auf das Angebotene zu werfen.
Natürlich ist es selten, daß mal mal über was wirklich Neues stolpert,
mit 1 pro Messe ist man gut bedient.
Dort bleibt man dann am Stand hängen und es ergeben sich meist
interessante Gespräche. Den ganzen Rest einer Messe kann man vergessen.
"Um 9:00 Uhr auftauchen", sowas sagt nur ein Verkäufer...
Als Techniker bist du schon 7:30 Uhr auf der Messe, deckst die Maschinen
wieder ab, Unterhälst dich mit der Standwache (damit auch Nachts nichts
einen Anhänger findet), ja nach Jahreszeit ist es entweder Scheißkalt
oder
elendig Warm (München/Nürnberg). Wenn du Glück hast kommst du aber
wenigstens in den genuß einer "Lauwarmen" Dusche da ja alle im Hotel
genau zu dieser Messe wollen du aber dann doch etwas Früher als die
"Herren Vertriebler" heraus mußt. Anzug ist Pflicht (Abgesehen von
Cooperate Identy Messen) in Ungewohnter Haltung und nur stehend hast du
dann am ersten Abend direkt Rückenschmerzen. Einige Kunden kommen nur
zur Messe um noch mal Ausdrücklich darauf Hinzuweisen welche nicht
eingehaltene Versprechen Ihres letzten Kaufes bei einer der früheren
Messen immer noch nicht in die vom Vertrieb Versprochene Realität
umgesetzt wurden.
Abends ist dann Gruppenmeeting für nicht Ausgelastete Vertriebler
angesetzt, Essen gehen, Saufen bis zum Verlust der Muttersprache.
DU allerdings gehst erst wenn die Maschinen wieder Abgedeckt sind, die
Messepflanzen (Leihgaben der Messe) in einem Abschließbaren Raum
gebracht wurden, der ein mind. 3 Tägiges Überleben der Pflanzen
gewährleistet.
Nun nur noch auf die Standwache warten und schon kann es zum Essen
gehen, Trinken ist nicht, morgen Früh bist du ja wieder der erste am
Stand.
Dann noch Wachsam vor der neusten Entwicklung deiner Firma die Asiaten
mit Kamera unter den feuchten Achselhöhlen vom Stand treten! (Idee nicht
von mir, O-Ton Oberster Manager). Dann noch die Nörglerfraktion "Boahh
ist das Teuer" mit dem Standartsatz "Sorry, Preise bitte mit dem Swinger
besprechen" abwimmeln und den Technikinteressierten die Schulung im
Hause nahelegen da Ihre recht in die tiefe gehenden Fragen zwar bei mir
wohlwollend auf Resonanz stoßen, aber den Verkauf behindern.
Ich bin froh nicht mehr auf die Produktronika oder der SMT gehen zu
müßen!
Einziger Wehrmutstropfen ist das man Kollegen von anderen Firmen dann
halt nur noch beim Kunden trifft, dort aber in Ruhe sich Austauschen
kann.
Achso Messe Auf / Abbau habe ich noch vergessen, aber das wäre dann ein
eigener Thread Wert....
Niewieder schrieb:> Darum meine Frage an erfahrene Messebesucher: Wie steht man so etwas> möglichst stressfrei durch?
Gar nicht.
Aber spätestens nach der 2. Messe hat man verinnerlicht, das es eine
sinnlose Veranstalltung ist, der man zukünftig fern bleibt.
Und allen anderen ist einfach nicht zu helfen.
Wolfgang Erbes schrieb:> Aber spätestens nach der 2. Messe hat man verinnerlicht, das es eine> sinnlose Veranstalltung ist, der man zukünftig fern bleibt.> Und allen anderen ist einfach nicht zu helfen.
Die meisten sind ja auch nur wg. den Weibern da.
Also, wenn es die EUROMOLD war in Frankfurt: Die war am Dienstag auch
schon überdurchschnittlich arg voll, im Vergleich zu anderen Messen.
Eigentlich hätte ich mir den Besuch dort, wie nach intensiver
Internetsuche im Vorfeld vermutet, sparen können: 3D-Druck ist noch
nicht wirklich brauchbar, außer evt. für Komik- Figuren und
Eifelturmminiaturnachbildungen, wenn man auf Details keinen großen Wert
legt. Peinlich: Das Männergegaffe auf die Frau auf dem Drehteller, die
sich für eine 3D- Reproduktion hat scannen lassen.
IAA NFZ ist auch super. 10 Tage Messemarathon, keine Chance als am Stand
zu essen, dann wird man aber ständig von Laien angequatscht obwol die
Pizza vor der Nase mehr als deutlich "verpiss dich" sagt. Die guten
Kunden kommen an den ersten beide Tagen, die anderen nimmt man halt mit.
Um 9 geht der Tag am Stand los, um 20 Uhr gehts nach hause. Zwischendrin
hat man gut und gerne 90 Sekunden "Privatsphäre" während man seine Wurst
auf übel stinkeden Scheißhäusern abdrückt.
Und dann immer wieder die totalen Volltrottel (Einkäufer mit 0 Komma Nix
an Technikaffinität) die die immer gleichen dummen Fragen stellen.
RTFM!!!
Am besten ist dann aber: Wenn dann mal tatsächlich richtige
Interessenten kommen, dann 3 auf einmal. Und dann geht das Geruder los,
weil gute Kunde zumeist nur 10-15 Minuten einplanen (die wollen selbst
wieder ganz schnell weg).
Mit dem Abbau ist man dann bis 23-24 Uhr beschäftigt.Nicht, weil man
will, sondern weil man nicht mit dem Auto rein darf.
Am schlimmsten war allerdings dieses Jahr die Elektronica. Die Müncner
heizen wie die letzten deppen. Ich bin nach 10 Minuten gestorben! Und
dann soll ma mit 3qm Schweißringen seriöse Gespräche führen. Gott sei
dank war ich nur Fachbesucher dort.
Hilfreich ist, am letzten Tag zu gehen. Da sind die Hostessen schon so
gut wie zu hause und nervennicht mehr so penetrant. Wichtig ist: Man
darf niemals den Teppich eines Standes betreten, sonst sclägt der
Wachhund an und beißt zu.
Wie man da überlebt?
Einfach nicht hingehen. Ich war vor 20 Jahren zum letzen Mal auf einer
Messe, und lebe immer noch ...
Wenn ich etwas brauche, dann informiere ich mich dediziert. Ich brauche
keine überteuerten Messen.
Marx W. schrieb:> Die meisten sind ja auch nur wg. den Weibern da.
Da halte ich geschlechtsneutral dagegen:
Kein intelligenzbewehrter Mensch, findet andere Menschen auf Messen
attraktiv.
Aber gut - wenn das Blut aus dem Kopf in andere Organe gepumpt wird ...
Leute, mal ne Frage.
Hab nen ehem. Studienkollegen , der gab seinen IT Büro Job auf und ist
nun sehr oft international unterwegs auf so Zahnmedizinmessen, die
müssen den Stand aufbauen und Zahn-Software (3D Gebiss usw) herzeigen.
Ist sicher auch ein gutes Geschäft für 3D Drucker.
Der prahlt immer so dermaßen dass es jetzt so super ist, reist
international, immer unterwegs, postet fast jeden Tag Bilder in
Facebook, wo er überall ist.. in welchen super Hotels usw
Wenn wer so prahlt da kann fast irgendwas nicht stimmen, was denkt ihr?
Und gemäß den posts hier sind Messen nicht gerade prickelnd..
klausi schrieb:> international unterwegs auf so Zahnmedizinmessen
Merkst was?
Ist halt für Mediziner und nicht Ingenieure. Die lassen sich nicht in
Karnickelhöhlen stecken.
klausi schrieb:> die> müssen den Stand aufbauen und Zahn-Software (3D Gebiss usw) herzeigen.> Ist sicher auch ein gutes Geschäft für 3D Drucker.
Da sind auf der Euromold auch jede Menge von. Irgendwo stand was von
3.999$ für so ein Teil.
klausi schrieb:> Der prahlt immer so dermaßen dass es jetzt so super ist, reist> international, immer unterwegs, postet fast jeden Tag Bilder in> Facebook, wo er überall ist.. in welchen super Hotels usw>> Wenn wer so prahlt da kann fast irgendwas nicht stimmen, was denkt ihr?
Was soll da nicht stimmen?
Er bezieht sein Selbstwertgefühl offenbar aus dem Neid der Anderen und
der Anzahl der Likes, die er auf Facebook erhält. Machen viele FB-User.
Niemand postet dort irgendetwas negatives. Also, einfach nicht blenden
lassen von so einem Poser.
Niewieder schrieb:> Martin Schwaikert schrieb:>> Wichtig ist: Man>> darf niemals den Teppich eines Standes betreten, sonst sclägt der>> Wachhund an und beißt zu.>> Heißt?
Naja, dass dann sofort die abgerichteten Hostessen auf einen zustürmen
und sofort ihre Hilfe anbieten. Das sind aber noch die angenehmsten.
Schlimm sind dann die Berufsvertreter, die noch fünf Meter weiter einen
Geruch aus Alkohl und üblem Stuhlgang aus ihrem Mund verbreiten (oftmals
auch Spucke in den Mundwinkeln haben, beim Reden einen Faden ziehen oder
am Schlimmsten: Einen von oben nach unten wandernden Glibberboppel an
der Lippe haben) und Dich nach allen Regeln der modernen Kunst zulabern,
bis Dir Blut aus den Ohren läuft. Man will ja höflich sein und versucht
das Gespräch elegant abzuwürgen. Diese Menschen sind allerdings absolute
Autisten und nicht in der Lage, die ablehnsten Gestiken richtig zu
interpretieren sodass Du heilfroh sein kannst, wenn Du nach 30-45
Minuten endlich das Weite suchen kannst.
Deshalb: NIEMALS, wirklich NIEMALS auf den Teppich eines Standes treten.
Martin Schwaikert schrieb:> Deshalb: NIEMALS, wirklich NIEMALS auf den Teppich eines Standes treten.
Wenn man Hunger bekommt oder der Koffeinspiegel bedrohlich niedrig ist
oder einem die Füße weh tun dann kann man sich durch geschickte Auswahl
der Stände (vorzugsweise solche mit Sitzgelegenheiten und
Gesprächsthemen die man selbst vorgibt und gezielt steuert weil man
bereits genau weiß das das was man angeblich dringend braucht von denen
leider nicht geliefert werden kann) bis zur vollständigen Sättigung
verköstigen und erholen während andere irgendwo Schlange stehen um sich
für 9€ ne überteuerte Bratwust zu holen.
Heiner schrieb im Beitrag #3903041:
>> Deshalb: NIEMALS, wirklich NIEMALS auf den Teppich eines Standes treten.>> Besser ist es, auf den Teppich des Standes zu SCHEISSEN!
Deshalb haben die Stände der Firmen die da schon etwas mehr Erfahrung
haben meist keine Teppiche sondern Bodenplatten aus glatten abwaschbaren
Materialien, vorzugsweise in dunklen Farben gehalten. Musst mal drauf
achten.
IchGlaubeEsNicht schrieb im Beitrag #3903225:
>>Naja, dass dann sofort die abgerichteten Hostessen auf einen> zustürmen>>und sofort ihre Hilfe anbieten. Das sind aber noch die angenehmsten.>>Schlimm sind dann die Berufsvertreter, die noch fünf Meter weiter einen>>Geruch aus Alkohl und üblem Stuhlgang aus ihrem Mund verbreiten>> Frag mal die Hostessen, wie die Typen wie dich beschreiben.
Bisher hatten wir immer viel Spaß am Stand. Mit einigen teilt man sich
noch WA Gruppen und schickt sich dämliche Videos und Bilder zu :)
Nix gibt's. Bei uns wird abends nicht gesoffen. Man geht nach dem Abbau
noch auf firmenkosten essen und dann in die heier. Hillers in Hannover -
sehr empfehlenswert.
Herr Mueller schrieb im Beitrag #3903834:
> Martin Schwaikert schrieb:>> Nix gibt's. Bei uns wird abends nicht gesoffen. Man geht nach dem Abbau>> noch auf firmenkosten essen und dann in die heier. Hillers in Hannover ->> sehr empfehlenswert.>> Vorsicht: Nur für Körnerfresser! (Preiswert, schont die Firmenkasse.)> Saufen kann man aber auch hier. Beispielsweise 'Bio-Prosecco' ;-)> http://www.restaurant-hiller.de/index.php?option=com_content&view=article&id=4&Itemid=5
Ich War überrascht dass Essen ohne Fleisch so gut schmecken kann. Man
muss sich halt auch darauf einlassen. Außerdem gibt's dort auch Buffet.
Niewieder schrieb:> Ich war heute zum ersten mal auf einer Fachmesse. Das ganze fand in> Frankfurt statt. Es war zum kotzen! Alles voll mit Menschen, eng, dicht> gedrängt. Tausend verschiedene Stände mit unsympathisch wirkendem> Personal, was überhaupt nicht dazu einlädt, mit denen ins Gespräch zu> kommen.> An allen Stände wird dasselbe angeboten, nur mit unterschiedlich> vielen Knöpfen und in anderen Farben.
Kann ich nicht sagen - gerade die Stände mit den Hochschulkooperationen
waren mal wieder richtig gut und innovativ. Wir haben dort viel an Ideen
und interessanten Kontakten mitgenommen.
Bei Knarr gab es leckere frisch gebackene Lebkuchen, Kaffee, Saft und
einen guten Kontakt. Bei Igus war es erfahrungsgemäß wieder
hochinteressant, insbesondere die neuen mehrzügigen Spindeln. Die haben
auch kein Problem damit, mir für einen Prototypen mal eben zwei Schienen
mit Gleitschlitten und diverse temperaturfeste Buchsen (für unsere
Damphphasenlötanlage) als Muster zu schicken. Teilenummern rausgesucht,
notiert, sollten sich Montag im Briefkasten finden.
Es hat den netten Vertriebler auch nicht interessiert, dass das Ding
wohl ein Einzelstück bleiben wird: "Egal - Sie werden dann auch für
andere Gleitlagersachen zu uns kommen". Und da hat er Recht. (Nein, ich
kriege nichts dafür - aber man muss solche Firmen einfach auch mal
lobend erwähnen. Die produzieren hier in DE, sind hochinnovativ und
beliefern Kleinkunden und Private genau so wie BMW. Ich hab noch keinen
besseren Kundendienst erlebt.)
> Eine Halle voll mit Asiaten, denen> man besser nicht in die Augen schaut, weil sie einen sonst sofort> anlabern.
Stimmt, die sind mir auch zu direkt - das nervt. Ich möchte selbst
bestimmen, an welchen Stand ich herantrete. Irgendwie haben die ein
anderes Verständnis von "der besucher zeigt wirkliches Interesse und
sucht das Gespräch" als wir :-)
Durch die Halle 9 sind wir nur durchgehuscht - so wie offenbar auch die
meisten anderen ;-)
> Erniedrigt wirkende Frauen in hautengen Kleidern verteilen> Softeis an Messebesucher. Stundenlang rumrennen, bis einem die Füße und> der Rücken weh tun. Nirgendwo eine Möglichkeit sich hinzusetzen...
Das kann ich nicht bestätigen. Eigentlich war überall genug Platz zum
Sitzen, gerade in der Halle 8 und den Vortragsbereichen. Soviel
Sitzgelegenheiten habe ich sonst noch auf keiner Messe gehabt.
Übrigens war es gestern nicht sonderlich voll - hätte ich nicht vermutet
(da letzter Tag), aber wir sind sonst auch immer am Anfang oder in der
Mitte auf den Messen. War sehr angenehm.
Unser Fazit: mal wieder ein lohnender Besuch. Drei meiner aktuellen
technischen Probleme sind quasi gelöst, dazu zwei neue Produktideen. Was
will man mehr? :-)
Himbeerkuchen schrieb im Beitrag #3903873:
... Und wenn dann mal eine Kollegin im Raum ist, wird er zum
> grauen Mäuschen und man merkt, dass er gar nicht mit Frauen kann. Ist> ein Überspielen seiner Unsicherheit.
Nennt sich dein Kollege manchmal Zocker_xy?
Wackeldackel schrieb im Beitrag #3904790:
> Was machst du denn beruflich? Es würde helfen deine Erfahrungen> einzuschätzen.
Chris D. ist selbstständig, hat Informatik studiert, macht jetzt aber
Chemie-prozesstechnik, i.,e. durchflussmengenzähler.
pneis schrieb:> Wackeldackel schrieb im Beitrag #3904790:>> Was machst du denn beruflich? Es würde helfen deine Erfahrungen>> einzuschätzen.>> Chris D. ist selbstständig, hat Informatik studiert, macht jetzt aber> Chemie-prozesstechnik, i.,e. durchflussmengenzähler.
Ja, so ungefähr - wobei ich mit den Zählern nur angefangen habe.
Mittlerweile haben wir ein recht breites Produktspektrum, aber praktisch
immer Nischenlösungen im Bereich Prozesstechnik.
Wichtig ist für uns, dass sie unser Interesse erwecken. Ich entwickele
nur noch das, was mir/uns Freude macht.
Da bietet sich eine Messe für Prototypenbau natürlich an, neue Ideen und
Eindrücke zu gewinnen.
Aber: es gab bisher für mich eigentlich keine Messe, wo ich nicht
irgendetwas Überraschendes und interessante Lösungen kennengelernt
hätte.
Vieles davon, die Tricks und Kniffe, lernt man nur kennen, wenn man dort
das Gespräch sucht - nicht in Glanzprospekten oder Internetseiten.