jonas biensack schrieb:
> Viel schlimmer ist das unvollständige Lichtspektrum das deine LEDs den
> Pflanzen bescherren. Nicht um sonst haben profesionelle Zuchtlampen bis
> zu 10 verschiedenfarbige LEDs verbaut. Darüber stellt sich viel
> schneller ein Mangel ein.
So schlimm wie Du es beschreibst, ist LED-Licht nicht.
Stinknormale kaltweiße bis warmweiße LEDs reichen vollkommen aus, um
Pflanzen wachsen zu lassen. Natürlich muß die Beleuchtungsstärke
ausreichend hoch sein und genau so stimmen wie die übrigen
Rahmenbedingungen (Nährstoffe, biologisches Gleichgewicht).
Im meinem Aquarium wachsen die Wasserpflanzen unter "warmweißen" LEDs.
Bild anbei. Das ist überhaupt kein Problem.
Das einzige Problem ist, dass die LED-Lampen bei weitem nicht so lange
halten wie es die Hersteller versprechen. 25000 oder 50000 Stunden sind
völlig illusorische Werte und LED-Lampen müssen deutlich häufiger
ersetzt werden, weil sie oft schon nach 12000 bis 15000 Stunden nur noch
halb so hell leuchten wie anfangs. Ausgesprochene LED-Schrottlampen sind
sogar schon nach 1000 Stunden nur noch Funzeln und geben kaum noch Licht
ab.
Ansonsten halte ich außerhalb des Aquariums zumindest im Winterhalbjahr
einige Arten fleischfressender Pflanzen unter LED-Licht, z.B.
Venusfliegenfalle und tropische Sonnentauarten.
Und auch meine Teepflanzen der Art "Jiaogulan", die in unserem Klima
nicht winterhart sind, bringe ich unter LED-Licht im Keller über den
Winter, bis es draussen wieder frostfrei ist.
Bestimmte gesteuerte "Sonnenaufgänge" und "Sonnenuntergänge" simuliere
ich allerdings nicht. Das wird ganz normal über Zeitschaltuhr ein- und
nach 12 Stunden Beleuchtung wieder ausgeschaltet.
Piffpaff schrieb:
> Realisieren möchte ich das ganze mit einem Mikrocontroller von ATmega
> (Wie im PWM Tutorial angegeben). Ist die Umsetzung programmtechnisch
> realisierbar? Ich kann Programmtexte lesen aber spärlich selber
> schreiben.
Hast Du Dir schon mal die "Arduino" Plattform angesehen?
Programmtechnisch ist diese Plattform für Hobbybastler gemacht, die
keine großartigen Mikrocontrollerkenntnisse haben. Für Dein Vorhaben ist
an der Plattform beispielsweise vorteilhaft, dass Timer0 bereits
standardmäßig verschiedene Timingfunktionen zur Verfügung stellt, ohne
dass Du dafür auch nur eine Zeile programmieren brauchst. So bekommst Du
mit einem Aufruf der Funktion "millis()" stets die Anzahl vergangener
Millisekunden seit Programmstart zurückgeliefert und darüber lassen sich
sehr einfach alle recht genau Abläufe timen.
Um die tägliche Zeit dabei zu bekommen, kannst Du an ein Developer-Board
einfach eine Realtime-Clock anschließen, z.B. eine DS3231, und über eine
einfach installierbare Drittanbieter-Library abfragen, so dass Du jeden
Tag zur selben Zeit denselben Ablauf beim hoch- und runterdimmen
bekommen kannst.
Und um einen PWM-Wert auf einem PWM-Ausgang auszugeben, verwendest Du
unter Arduino auch einen Einzeiler:
Komplizierter ist PWM unter Arduino nicht. Mit der Hardware kann das
komplizierter werden, z.B. wenn Du ein 12-Volt-PWM benötigst, aber der
Arduino stellt nur 5 Volt I/O zur Verfügung, dann brauchst Du eine
Zusatzschaltung.
Aber wie bereits oben gesagt: Pflanzen brauchen das eigentlich nicht.
Wenn Du immer im Wechsel 12 Stunden Licht ein und 12 Stunden Licht aus
mit einer Zeitschaltuhr steuerst, wachsen die Pflanzen auch nicht
schlechter als mit umfangreichem Dimming über den Tag.