Hallo zusammen,
ich heiße Ferdinand, bin Schüler und mache in der Freizeit meinen
Segelflugschein. Ich möchte euch gerne ein Projekt vorstellen, bei dem
ich zwar nichts selbst mitentwickelt habe, aber trotzdem eure Hilfe
brauche. Es handelt sich um das Empfangen und Aufbereiten von
Segelflugpositionen.
Natürlich gibt es soetwas ähnliches schon...
Bei Verkehrsflugzeugen ist es das http://www.flightradar24.com und bei
Schiffen ist es https://www.marinetraffic.com, http://shipfinder.co oder
https://www.vesseltracker.com. Nur für Segelflugzeuge gibt es das noch
nicht so verbreitet. Abhilfe schafft nun: "Open Glider Network" (OGN).
Das Prinzip ist simpel: die meisten Segelflugzeuge haben ein
Kollisionswarngerät (FLARM), das eine anonyme ID mit den Positionsdaten
aussendet. Dieses Signal ist extrem schwach, da nur vor Flugzeugen im
näheren Umfeld gewarnt werden soll. Das führt natürlich auch dazu, dass
man viele Empfangsstationen benötigt, die überall verteilt aufgestellt
werden müssen.
Ein Empfänger ist relativ günstig. Man nehme einen Raspberry Pi (andere
Linux-Rechner gehen auch) und einen USB DVB-T-Stick für ca. 15€. Man
kann am Anfang die mitgelieferte Antenne nehmen, oder sich einfach eine
passende Antenne selbst bauen. Idealerweise kommt die Antenne aufs
Dach... Wer will, kann auch noch Verstärker und Filter einbauen.
Warum ich das jetzt schreibe: es gibt in Deutschland noch viel zu wenig
Empfangsstationen. Ich würde mich freuen, wenn ihr dieses Projekt
unterstützen würdet, indem ihr euren Raspberry zu einem OGN-Empfänger
macht. Es wäre sehr cool, wenn zum Start der Segelflugsaison (ungefähr
April) in Deutschland flächendeckend Empfänger aufgestellt sind...
Noch ein paar Informationen:
http://wiki.glidernet.org Projektseite vom OGN
http://live.glidernet.org Live-Map mit den Segelflugzeugen (im Winter
gibts leider nur sehr wenig zu sehen, ab und an fliegt mal ein
Polizeihubschrauber oder so vorbei...)
http://flarmrange.onglide.com Map mit den Empfangsstationen und den
Empfangsreichweiten
Noch etwas: auf meinem Flugplatz habe ich mit ein paar Leuten
gesprochen. Einige meinten, dass wäre gegen den Datenschutz, andere
meinten, da die Sendungen auf einer öffentlichen Frequenz ausgesandt
werden, die ID anonym und beliebig änderbar ist und eine
Positionsmeldung urheberrechtlich irrelevant wäre, wäre das völlig
legal. Ich denke, dass es legal ist, so wie die Tracker für Schiffe und
Verkehrsflugzeuge.
Ferdi
Ich wuerd annehmen, dass das Flarm auf einem nicht UKB Band laeuft und
man daher einen speziellen Receiver braucht. Hab aber nicht grad auf die
Schnelle rausgefunden wo gesendet wird. Ja ... wenn das Ganze zahlbar
ist ... kann man da ja mal loggen. Und dann ?
Auf einen lokalen Webserver werfen ? An einen zentralen Server senden ?
FerdiHub schrieb:
> Warum ich das jetzt schreibe: es gibt in Deutschland noch viel zu wenig> Empfangsstationen. Ich würde mich freuen, wenn ihr dieses Projekt> unterstützen würdet, indem ihr euren Raspberry zu einem OGN-Empfänger> macht. Es wäre sehr cool, wenn zum Start der Segelflugsaison (ungefähr> April) in Deutschland flächendeckend Empfänger aufgestellt sind...
Es gibt in Deutschland aber reichlich viele Gesetze und einige davon
verbieten dir den Empfang und erst Recht die Auswertung oder Vermittlung
solcher Daten.
http://www.gesetze-im-internet.de/tkg_2004/BJNR119...
http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__206.html
Auch wenn die Vorschriften auslegungsfähig sind und im Zweifel das
letzte Wort ein Richter spricht, wandelst du und jeder, der daran
teilnimmt, mit einem derartigen Vorhaben auf dünnem Eis!
.. Sonst waeren die ueblichen Geheimdienste ja gezwungen ihr Wissen
weiterzugeben.
Auf die andere Seite... weshalb darf eine NSA mehr als ich? Das macht
irgendwie keinen Sinn. Weil der Gesetzgeber annimmt, dass die sowies
nichts Böses damit machen ? Grosses Ehrenwort.
думлихер троль schrieb:> Ja ... wenn das Ganze zahlbar> ist ... kann man da ja mal loggen. Und dann ?> Auf einen lokalen Webserver werfen ? An einen zentralen Server senden ?
Hallo,
richtig, das ganze wird an einen zentralen Server gesandt und ist dann
frei verfügbar. Es gibt viele Anwendungsmöglichkeiten:
- SAR (Search and Rescue): wenn man von den Segelflugzeugen den letzten
Punkt speichert, hat man im Notfall einen guten Anhaltspunkt für eine
Suche (eine gute Abdeckung vorausgesetzt...)
- Live tracking für Wettbewerbe: man sieht, wer "führt" und wer durch
eine Landung auf einem Acker ausgeschieden ist...
Gerade der Fall SAR spielt eine gewichtige Rolle. In Frankreich wird das
OGN von dem Verband massiv gefördert, jeder Verein in den Alpen bekommt
einen OGN-Empfänger gratis.
Ferdi
Hallo
Lasst die Finger von dem Flarm, es ist ein der Flugsicherheit dienendes
Gerät.
Es ist nicht gedacht um persönliche Daten und Flugwege live ohne
Zustimmung des Pilote zu veröffentleichen.
Alle Argumente eines vermeindlichen Nutzen sind nicht einfach Unfug.
Jeder Pilot entscheidet selbst ob er seine Flug z.B. im OLC
veröffentlichen möchte oder nicht und niemand sonst.
Der Erste der es wagt einen Flug von mir ohne meine Zustimmung zu
veröffentlichen, bekommt erhebliche Probleme, das ist versprochen.
PS: Es muss nicht alles getan werden was irgendwie geht.
Segelflieger schrieb:> Lasst die Finger von dem Flarm, es ist ein der Flugsicherheit dienendes> Gerät.
Wenn du deine Flugdaten auf einer SDR Frequenz, die nach §55 des
Telekommunikationsgesetzes (TKG) zur Nutzung durch die Allgemeinheit für
Funkanwendungen geringer Reichweite freigegeben ist, in die Welt
posaunst, ist das dein Problem. Es zwingt dich keiner dazu.
Beobachter schrieb:> in die Welt posaunst, ist das dein Problem.
Es ist erlaubt, die Aussendung zu empfangen. Etwas anderes ist es, die
Daten ins WWW zu stellen.
думлихер троль schrieb:> weshalb darf eine NSA mehr als ich?
Darf sie nicht, sie muss sich nur nicht darum kümmern, mit deutschen
Strafverfolgungsbehören zurecht zu kommen :-/
Georg G. schrieb:> Etwas anderes ist es, die Daten ins WWW zu stellen.
Spätestens wenn der Server irgendwo auf einer Südseeinsel steht, möchte
ich mal wissen, wer ihm verbietet, die Daten vom I-Net aus zugänglich zu
machen. Da haben die Juristen noch einen weiten Weg vor sich.
Segelflieger schrieb:> Der Erste der es wagt einen Flug von mir ohne meine Zustimmung zu> veröffentlichen, bekommt erhebliche Probleme, das ist versprochen.
Nun, wie überall im Leben gibt es auch unter den Segelfliegern leider
schwarze Schafe, die sich nicht an die Regeln halten und deshalb ihre
Daten nicht veröffentlicht haben wollen, als da wären:
* Zu geringer Abstand zur Basis (schon vergessen? 300 Meter!!!)
* Luftraumverletzungen (Vogelschutzgebiete, Fallschirmsprung,
KuFlu-Boxen etc.)
* rücksichtsloses ignorieren der Kurbelrichtung im Bart
* rücksichtsloses durchbolzen in Platzrunden
* ignorieren der Vorflugrechte beim Hangsegeln
* illegale Kunstflug-Spielchen
* Lärmbelästigung durchs Klapptriebwerk über Ortschaften
* völliges ignorieren der Funk-Disziplin
Und das wichtigste: Am Abend kann man keine Fliegermärchen mehr
auftischen, was für ein toller Hecht man doch sei, wenn jeder einfach
den Flug anschauen kann...
Manche Teilnehmern des Sportes fürchten Transparenz mehr als der Teufel
das Weihwasser. Mehr Transparenz ist aber zwingend notwendig um die
schwarzen Schafe noch schneller auszusortieren. Denn ein einzelnes
schwarzes Schaf versaut die Reputation der ganzen Herde und kann die
Öffentlichkeitsarbeit von Jahrzehnten durch eine einzige Aktion zunichte
machen. Solche Kameraden braucht man wirklich nicht.
Na, endlich mal einer, der für Ordnung sorgen will!!! Wo kommen wir den
hin, wenn keiner den Wolkenabstand von 300 m einhält, falsch rum kurbelt
und auch noch die Hangflugregeln mißbraucht! Und die erst, die illegal
Kunstflug machen und die Funkdisziplin nicht einhalten und am Abend dann
auch noch die Geschichte vom Hecht erzählen! Diese Verbrecher gehören
alle weggesperrt! Also lucifer, dann mach mal Deinem Namen alle Ehre und
räum auf, falls Du mal nüchtern bist!
Die Flarmler selber hatten doch im Rahmen des 6.0-Updates ein ähnliches
System angekündigt. Hängt das irgendwie mit OGN zusammen?
Zumindest sollte es bei denen angeblich möglich sein, das Tracking über
die Gerätekonfiguration zu unterbinden. Würde das auch von OGN
respektiert?
Man muss ja nicht unbedingt das Kennzeichen und Piloten-Name im FLARM
einstellen. Dann zurück zu verfolgen, wer da fliegt dürfte schwierig
werden. So eine ähnliche Plattform gibt es auch schon: SkyLines. U.a
kann XCSoar damit umgehen und sendet die Daten über das Mobilfunknetz.
Unter 1000m ist der Empfang auch noch recht gut.
Segelflieger schrieb:> Der Erste der es wagt einen Flug von mir ohne meine Zustimmung zu> veröffentlichen, bekommt erhebliche Probleme, das ist versprochen.
Hi,
sag mir mal deine Flarm-ID und setz das No-Tracking-Bit auf FALSE. Dann
flieg mal im Bereich von OGN-Receivern. Ich baue dir dann eine Logdatei,
die ich hier hochlade, das ist versprochen :)
Ferdi
Moin, kann mal einer eine Zeichnung von solch einer Antenne hier posten
oder den Link. Gibt es da auch kleine versionen die nicht gleich 2 m
lang sind?
Danke Andy
interessierter OGNler schrieb:> hat sich die Sache nun endgültig mit der> Verschlüsselung der FLARM-Daten erledigt?>> Oder kann noch einer von euch was dekodieren?
Die Flarm-Daten sind schon seit 2008(?) verschlüsselt. Flarm ändert zwar
regelmäßig den Schlüssel, aber OGN kann das immer entschlüsseln.
Ferdi