Ich habe eine Tüte mit ein paar Transistoren geschenkt bekommen,
natürlich ohne richtige Bezeichnung und Daten. Auf den 4-beinigen
Transistoren steht "3BW2" bzw. "3BW7". Der GM328 sagt:
n-Kanal-Sperrschicht-Fet. Ich vermute nun, dass es russische KP303B
sind, die allerdings früher anders aussahen (links oben im Bild liegt so
einer). Das "3B" deute ich als Typbezeichnung und das "W2" bzw. "W7" als
Herstellungsdatum. Kann das jemand bestätigen oder richtigstellen?
Danke.
... schrieb:> Wieso fragst?>> Steht doch drauf: КП303
Ja auf dem einen, den ich extra dazugelegt habe. Kleiner Tipp: um den
geht es mir nicht, sondern um die 30 anderen.
ArnoR schrieb:> Auf den 4-beinigen> Transistoren steht "3BW2" bzw. "3BW7". Der GM328 sagt:> n-Kanal-Sperrschicht-Fet. Ich vermute nun, dass es russische KP303B> sind, die allerdings früher anders aussahen (links oben im Bild liegt so> einer). Das "3B" deute ich als Typbezeichnung und das "W2" bzw. "W7" als> Herstellungsdatum. Kann das jemand bestätigen oder richtigstellen?
Das kann so sein. Aber auch ganz anders. Was mich aufmerksam werden
läßt ist daß bei der Bezeichnung "КП303В" das "В" ein kyrillisches "В"
ist. Transkribiert also ein lateinisches "W". Wie kann dann danach ein
echtes lateinisches W kommen? Im kyrillischen Alphabet gibt es keinen
Buchstaben, der wie das lateinische W aussieht.
Vielleicht sind es lateinisch gelabelte KP303B (КП303Б)?
Axel Schwenke schrieb:> Vielleicht sind es lateinisch gelabelte KP303B (КП303Б)?
Ja, das meinte ich.
foo schrieb:> Mit 4 Anschlüssen?>> Ungewöhnlich.
Nöö, auch bei KP304, KP305, KP306 ist das normal. Einer ist mit dem
Gehäuse verbunden.
Steck doch mal den KP303 in Deinen Tester, schreibe die Daten auf und
dann nimm einen der unbekannten Transistörchen und vergleiche die Daten
miteinander. Das wäre schon einmal ein Anhaltspunkt, wie sehr die
differieren.
MfG Paul
Paul Baumann schrieb:> Steck doch mal den KP303 in Deinen Tester, schreibe die Daten auf und> dann nimm einen der unbekannten Transistörchen und vergleiche die Daten> miteinander.
Hab ich gemacht. Der liefert Daten, die leidlich zum Datenblatt des
alten, grauen KP303 passen, allerdings an vollkommen anderen
Arbeitspunkten, was mich einigermaßen irritiert.
ArnoR schrieb:> Der liefert Daten, die leidlich zum Datenblatt des> alten, grauen KP303 passen
Ja, da wisrst Du nichts Anderes machen können, als einen Oszillator
aufzubauen und zu gucken, ob die unbekannten Kollegen die gleiche
Schwingfrequenz erreichen wie das Muster, bevor sie mit Schweiß auf
der Stirn aufgeben.
KP303 wären ein guter Fang.
;-)
MfG Paul
ArnoR schrieb:> > einer). Das "3B" deute ich als Typbezeichnung
...korrekt. Ich habe auch derartig beschriftete KP303 rumfliegen.
> und das "W2" bzw. "W7" als> Herstellungsdatum. Kann das jemand bestätigen oder richtigstellen?
Februar bzw. Juli 1988
siehe: http://www.elektron-bbs.de/elektronik/tabellen/datum.htm
Gruß
Arne
Arne BLN schrieb:> ...korrekt. Ich habe auch derartig beschriftete KP303 rumfliegen.
Danke, darauf hatte ich gehofft. Allerdings ...
Arne BLN schrieb:> Februar bzw. Juli 1988>> siehe: http://www.elektron-bbs.de/elektronik/tabellen/datum.htm
wundert mich das, weil die ja nicht aus DDR-Produktion sind und ich nie
gehört habe, dass die Herstellungscodes in UdSSR und DDR gleich waren,
zumal der "originale" KP303 auch im Klartext codiert ist. Ich habe auch
viele russische Transistoren (KP304...306) mit Herstellungsdatum
1985...1988, die alle im Klartext codiert sind. Das müsste dann ein
speziell für westliche Gebiete gemarkter Typ sein (hat die DDR mit
vielen ICs ja auch gemacht).
erebus schrieb:> Die Herstellungsmarkierung in UdSSR und DDR scheint gleich ( siehe hier> für russische Kennzeichnung:> http://radiostorage.net/uploads/Image/schemes/misc/pncl-16.png )
Die Ausnahmen bestätigen den Standard ;-)
Vielleicht waren diese FETs wirklich für den Export in die DDR bestimmt
und deshalb so gekennzeichnet, auf sowjetischen Transistoren habe ich
diese Kodierung allerdings schon häufiger gesehen und der Link von
erebus untermauert das es keine reine DDR-Erfindung war.
Soweit ich weiß gab es auch umfangreiche Abkommen / Standards im
RGW-Verbund die arbeitsteilige Herstellung von Halbleitern vorsahen
(also z.B. DDR = Logic-ICs, UdSSR FETs, CSSR Optoelektronik). Letztlich
hat dann doch fast jeder alles produziert weil die Lieferzeiten zu lang
bzw. Lieferungen zu unzuverlässig waren, die Kennzeichnungsstandards
dürften aber durchaus eingehalten worden sein.
Gruß
Arne
erebus schrieb:> Diese j-fets sind KP303W (КП303В) sicherlich.
Das verträgt sich aber nicht mit dem "W" vom Datum. Ich denke es ist so
wie Axel meint:
Axel Schwenke schrieb:> Vielleicht sind es lateinisch gelabelte KP303B (КП303Б)?erebus schrieb:> Die Herstellungsmarkierung in UdSSR und DDR scheint gleich
Danke für den Link, das wusste ich bisher nicht. Für mich ist die Sache
damit geklärt. Vielen Dank an Alle.
ArnoR schrieb:
> Das verträgt sich aber nicht mit dem "W" vom Datum.
Meiner Meinung nach sollte die Gruppenkennzeichnung in russisch sein.
Aber Sie könnten einfach Idss messen und mit dem Datenblatt
vergleichen. Das Ergebnis wäre für mich auch interessant.
So, ich habe nun mal 5 Stück gemessen. Einmal ein AP mit dem GM328 und
einmal Idss bei 10V Uds:
Nr. Id[mA] Ugs[V] Idss[mA]
1 0,83 0,59 2,62
2 0,87 0,61 2,93
3 0,91 0,64 3,09
4 0,94 0,66 3,01
5 1,2 0,86 4,11
Das GM328 zeigt die Ugs positiv an, was aber mMn falsch ist. Der
Drainstrom ist viel kleiner als Idss, was normalerweise durch eine
negative Ugs erreicht wird (von sehr kleinen Uds mal abgesehen).
Außerdem müsste für Ugs=0,86V schon sehr viel Gatestrom fließen.
Dann liegen Ihre Messungen im Bereich des Transistortyps КП303В
(KP303W).
Ich habe auch einige Transistoren aus meiner Bastelkiste gemessen (3
Stück von jedem Typ):
КП303Б (KP303B): 1.1 1.8 2.4 mA Idss
КП303В (KP303W): 4.0 2.6 3.7 mA Idss